Firmenwagen in der Elternzeit: Achtung!

Während der Elternzeit ruht dein Arbeitsvertrag, der auch die Nutzungsvereinbarung deines Dienstwagens enthält. Wie verhält es sich nun in der Elternzeit: Firmenwagen nutzen oder lieber nicht? Worauf es ankommt, damit du kein Elterngeld verlierst, erfährst du in diesem Artikel.

Firmenwagen und Elterngeld

Vor der Geburt

Alle monatlich wiederkehrenden und ganz wichtig – lohnsteuerpflichtigen Bezüge – erhöhen dein Elterngeld. Dein Firmenwagen ist ein solcher Bezug, ein sogenannter Sachbezug oder geldwerter Vorteil. Hast du das Privileg, den Firmenwagen auch zur privaten Nutzung zu fahren? Prima! Dieser gehört jeden Monat Brutto in deine Gehaltsabrechnung. Hintergrund ist, dass dein Arbeitgeber die darauf entfallene Lohnsteuer und die Sozialversicherungsbeiträge ermitteln muss. Netto zieht er dir den geldwerten Vorteil minus Abzüge wieder ab. Sonst hättest du quasi einen doppelten Vorteil.

Grundsätzlich ist es hilfreich vor der Geburt einen Dienstwagen mit privater Nutzung zu haben. Dieser Sachbezug erhöht dein Brutto für die Elterngeldberechnung. Für die Elterngeldstelle ist also dein reguläres Gehalt und der geldwerte Vorteil deines Firmenwagens relevant.

Hinweis: Darfst du den Firmenwagen ausschließlich für dienstliche Fahrten nutzen, ergibt sich kein positiver Effekt für dein Elterngeld.

Nach der Geburt

Während des Elterngeldbezuges führen alle monatlich gezahlten, lohnsteuerpflichtigen Vergütungen zu einer Anrechnung. Bekommst du dadurch automatisch weniger Elterngeld? Nein, das hängt davon ab, welche Bezugsform du beim Elterngeld auswählst und auch wie hoch die Vergütung ausfällt.

Basiselterngeld

Beim Basiselterngeld kürzt die Elterngeldstelle ab dem ersten hinzuverdienten Euro. Du bekommst weniger Elterngeld ausgezahlt. 

Tipp: Wenn du nur das Basiselterngeld wählen kannst oder möchtest, sprich einmal mit deinem Arbeitgeber über ein Nutzungsverbot des Autos für diese Zeit.

Elterngeld Plus

Beim Elterngeld Plus kommt es möglicherweise nicht zu einer Kürzung durch einen Hinzuverdienst. Wovon hängt das ab? Von deinem Verdienst vor der Geburt! Das Elterngeld ist eine Lohnersatzleistung. Es ersetzt dir dein fehlendes Einkommen. Die Elterngeldstelle vergleicht dein Einkommen vor und nach der Geburt. Verdienst du nach der Geburt mehr als 50% im Vergleich zu vor der Geburt, kommt es auch beim Elterngeld Plus zu einer Kürzung. Wie du das Elterngeld bei einem Hinzuverdienst berechnen kannst, zeigen wir dir im Elterngeld Plus Artikel.

Firmenwagen während der Elternzeit

In deiner (Vollzeit-)Elternzeit ruht dein Arbeitsvertrag. Du schuldest deinem Arbeitgeber keine Arbeitsleistung und er dir kein Gehalt und: keinen Firmenwagen! Er darf mit Beginn der Elternzeit den Dienstwagen zurückverlangen und du müsstest den Dienstwagen während der Elternzeit zurückgeben. Eine Entschädigung steht dir dafür nicht zu.

Natürlich gibt es auch großzügige Arbeitgeber. Wenn du also deinen Firmenwagen in der Elternzeit weiterhin privat nutzen darfst, lasse dir das am besten einmal schriftlich bestätigen. Auch eine gesonderte Vereinbarung ist möglich. Wenn du zeitgleich Elterngeld beziehst, achte auf die Wahl der richtigen Bezugsform. Sonst kann es zu empfindlichen Kürzungen kommen.

Für Zeiten mit Elternteilzeit besteht wiederum Anspruch auf den Dienstwagen. 

Wenn dein Arbeiter die Herausgabe des Dienstwagens mitten im Kalendermonat verlangt, kannst du Schadensersatz fordern. Ohne eine angemessene Auslauffrist bzw. ohne eine Widerrufsklausel in deinem Arbeitsvertrag (oder der Dienstwagenvereinbarung) entsteht dir so ein Nachteil. Hintergrund ist, dass geldwerte Vorteile immer für den ganzen Kalendermonat abzuführen sind.

Firmenwagen im Mutterschutz

Insgesamt gibt es in Deutschland für Angestellte eine Mutterschutzfrist von 14 Wochen. Diese verteilen sich auf 6 Wochen vor der Geburt und 8 Wochen danach.

Wenn du einen Firmenwagen nutzt, stellt dein Arbeitgeber dir diesen meist auch zur uneingeschränkten privaten Nutzung zur Verfügung. In der Mutterschutzfrist steht dir der vertraglich vereinbarte Dienstwagen zu. Vorausgesetzt dieser war mindestens in den letzten drei Monaten vor Beginn der Schutzfrist Teil deines Arbeitsentgeltes (BAG, 11.10.2000 – 5 AZR 240/99).

Darfst du im Mutterschutz den Dienstwagen weiterhin fahren, ist der geldwerte Vorteil ein Teil des Arbeitgeberzuschusses zum Mutterschaftsgeld.

Enthält dein Arbeitsvertrag (oder die Dienstwagenvereinbarung) eine Widerrufsklausel, darf dein Arbeitgeber die Herausgabe des Dienstwagens auch während des Mutterschutzes verlangen, ohne dich dafür zu entschädigen.

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