Elternzeit & Urlaub: Das ist zu beachten

Der Urlaub…viele Mütter oder Väter werden jetzt vielleicht schmunzeln und sagen „Welcher Urlaub?“, denn mit Kind hat man in der Regel einen 24-Stunden-Job. Geht man in Elternzeit, ergeben sich einige Besonderheiten in Bezug auf den vertraglichen Urlaubsanspruch. Welche das sind, erfährst du in diesem Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Auch bei Teilzeitarbeit hast du Anspruch auf Urlaub
  • Die Reduzierung der Arbeitszeit wirkt sich, wenn an gleich vielen Wochentagen wie vor der Elternzeit gearbeitet wird, nicht auf die Urlaubstage aus.
  • Der Urlaubsanspruch darf nur für die elternzeitbedingte Abwesenheit voller Kalendermonate gekürzt werden.
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Erholungsurlaub

Erholungsurlaub steht einem zu, wenn man in einem Arbeitsverhältnis steht. Damit gemeint sind Tage, an denen man arbeitsfähig ist, aber nicht gearbeitet werden muss. Das Gehalt wird für die Zeit des Erholungsurlaubs weiter gezahlt, man spricht auch von bezahltem Urlaub.

Deinen Anspruch auf (gesetzlichen) Erholungsurlaub regelt das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG). Es besagt, dass dir bei einer 5-Tage-Woche 20 Tage und bei einer 6-Tage-Woche 24 Tage Urlaub zustehen. Darüber hinaus können über einen Arbeits- und / oder Tarifvertrag abweichende Regelungen getroffen werden. Diese individuellen Vereinbarungen dürfen nicht schlechter sein, als die gesetzliche Vorgabe. Bei Teilzeitarbeit ist der Anspruch anhand deiner tatsächlichen Arbeitstage umzurechnen, wenn du weniger Tage als beschrieben arbeitest.

Kürzung des Urlaubsanspruchs durch die Elternzeit

Wenn du in Elternzeit bist, dann musst du dich nicht von der geleisteten Arbeit in dem Sinne erholen. Zudem fehlt dem Arbeitgeber deine Arbeitskraft. Um beiden Seiten in diesem Punkt gerecht zu werden, regelt das Bundeselterngeldgesetz (BEEG), wie mit dem Urlaubsanspruch zu verfahren ist. Es handelt sich um eine „Kann“-Vorschrift, d.h. der Arbeitgeber kann auch den gesamten Urlaub nachträglich gewähren. In der Praxis ist eine Kürzung jedoch verbreitet. Wichtig ist, dass dein Arbeitgeber dir die Kürzung mitteilen muss. Dies darf er auch noch nach deiner Elternzeit tun. Oftmals geschieht dies aber bereits zusammen mit dem Schreiben über die Bestätigung der Elternzeit.

Hinweis:
Bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses darf der Arbeitgeber die Kürzung des Urlaubsanspruchs durch die Elternzeit nicht nachträglich erklären. Der Urlaubsanspruch wandelt sich nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses in einen Anspruch auf Urlaubsabgeltung um. Auf diesen ist die Kürzungsregelung des Bundeselterngeldgesetzes (§17 BEEG) nicht mehr anwendbar (vgl. BAG Urteil vom 19. Mai 2015 – 9AZR 725/13)

Dein jährlicher Anspruch auf Urlaub vermindert sich um ein Zwölftel, für jeden vollen Kalendermonat, den du elternzeitbedingt abwesend bist. Fehlst du nur einen Teil des Kalendermonats, wird der Urlaubsanspruch nicht gekürzt.

Daraus ergeben sich viele Gestaltungsmöglichkeiten, wie die nachfolgenden Beispiele zeigen:

Beispiel 1:

Eine Mutter hat Anspruch auf 28 Tage Urlaub. Ab 6. März geht sie in Elternzeit bis zum 17. Juli. In diesem Zeitraum ist sie in 3 vollen Kalendermonaten abwesend (April, Mai, Juni). Im März und Juli ist sie nur zum Teil in Elternzeit. Der Urlaubsanspruch verringert sich um drei Zwölftel, d.h. 7 Tage auf nunmehr 21 Tage.

Beispiel 2:

Wie Beispiel 1, jedoch nimmt die Mutter Elternzeit vom 01.03. bis 30.06. – Sie hat nur volle Kalendermonate für ihre Abwesenheit gewählt, sodass sich ihr Urlaubsanspruch um vier Zwölftel (März, April, Mai, Juni) vermindert. Somit werden 9 Tage gekürzt und es bleiben 19 Tage für Erholungsurlaub übrig.

Beispiel 3:

Ein Vater nimmt die beiden Partnermonate im 13. und 14. Lebensmonat seines Kindes. Er ist vom 2.5. bis 1.7. in Elternzeit. Sein Jahresurlaub wird um ein Zwölftel gekürzt (Juni = voller Kalendermonat).

Hinweis:
Wenn du deine Elternzeit am 2. eines Kalendermonats beginnst und der erste Tag des Kalendermonats ist ein arbeitsfreier Tag (z.B. Samstag, Sonntag) oder sogar einen Feiertag (z.B. der 1. Mai, Tag der Arbeit, wie im Beispiel), darf der Urlaubsanspruch nicht gekürzt werden.

Beispiel 4:

Ein Vater beansprucht im 3. Lebensmonat und im 13. Lebensmonat seine Partnermonate. Der erste Zeitraum ist vom 14.03. bis 13.04. und der zweite Abschnitt vom 14.01. bis 13.02. des Folgejahres. Sofern keine weiteren Monate Elternzeit von ihm genommen werden, wird in keinem der beiden Jahre sein Urlaubsanspruch aufgrund der Elternzeit gekürzt. Er war jeweils keinen vollen Kalendermonat abwesend und die Aufteilung der Partnermonate ist innerhalb der ersten 14 Lebensmonate möglich.

Achtung: Partnermonate sind nicht zu verwechseln mit dem Partnerschaftsbonus. Mehr Informationen findest du hier.

Solltest du vor der Elternzeit mehr Urlaub genommen haben, als dir nach der beschriebenen Kürzung zustand, kann der Arbeitgeber dies ausgleichen. Der verbleibende Urlaubsanspruch würde in diesem Fall um die zu viel genommenen Tage gekürzt. Diese Kürzung darf auch im Folgejahr erfolgen, sollte der Anspruch im laufenden Jahr nicht für eine Kürzung ausreichen.

Beispiel:

Eine Mutter hat einen Urlaubsanspruch von 30 Tagen im Jahr. In der Zeit von Januar bis Mai nimmt sie bereits ihren vollständigen Jahresurlaub. Von September bis Dezember geht sie in Elternzeit. Der Jahresurlaub wird um vier Zwölftel verringert, d.h. 10 Tage wurden zu viel in Anspruch genommen. Dies berechtigt den Arbeitgeber den Urlaub im nachfolgenden Kalenderjahr um 10 Tage zu kürzen.

Resturlaub

Resturlaub entsteht, wenn in einem Kalenderjahr der vertraglich (oder gesetzlich) gewährte Urlaub nicht vollständig genommen wurde. In der Regel sind die restlichen Tage Vorjahresurlaub bis spätestens zum 31.03. des Folgejahres zu nehmen. Bist du nun aufgrund deiner Elternzeit daran gehindert, muss dir dein Arbeitgeber diesen „alten“ Urlaub nach deiner Elternzeit noch gewähren, zusätzlich zu deinem aktuellen Urlaubsanspruch.

Solltest du in deiner Elternzeit noch weiteren Nachwuchs bekommen, bleibt der Resturlaubsanspruch, aus der ersten Elternzeit trotzdem erhalten. Dies gilt auch, wenn du die Elternzeit vorzeitig beendest, um deinen Anspruch auf Zuschuss zum Mutterschaftsgeld wieder aufleben zu lassen.

Wenn dein Arbeitsverhältnis während der Elternzeit zulässig endet, so muss dir der Arbeitgeber den verbleibenden Urlaub auszahlen.

Beispiel:

Eine Mutter hat einen befristeten Arbeitsvertrag, sodass das Arbeitsverhältnis zulässig während ihrer Elternzeit endet. Durch die Elternzeit konnten von ihr 12 Tage Urlaub nicht genommen werden. Mit der letzten Gehaltsabrechnung muss der Arbeitgeber diesen Urlaubsanspruch als sogenannte Urlaubsabgeltung auszahlen.

Urlaubsanspruch bei Teilzeitarbeit

Als Teilzeitkraft hast du genauso Anspruch auf Urlaub, wie auch eine Vollzeitkraft. Allerdings verringert sich dein Urlaubsanspruch entsprechend der Anzahl der Tage, die du weniger arbeitest (im Vergleich zu einer Arbeitnehmerin in Vollzeit). Die Berechnung erfolgt anhand deines vertraglich vereinbarten Urlaubs vor der Elternzeit. Um deinen Urlaubsanspruch bei Teilzeitarbeit auszurechnen, kannst du die folgende Formel anwenden:

Berechnung (bei regelmäßigen Arbeitstagen):

Urlaubstage pro Jahr : Arbeitstage die in deinem Betrieb üblich sind x tatsächliche Arbeitstage in der Woche = Urlaubsanspruch bei Teilzeitarbeit

Beispiel 1:

Eine Mutter hat 25 vertraglich vereinbarte Urlaubstage bei 5 Arbeitstagen die Woche (übliche Arbeitstage in dem Betrieb). Während der Elternzeit arbeitet sie immer an den gleichen 4 Wochentagen jedoch nur 25 Stunden.

25 Urlaubstage : 5 Tage-Woche x 4 tatsächliche Arbeitstage = 20 Tage Urlaubsanspruch

(Vorbehaltlich etwaiger Kürzungen gem. § 17 BEEG für volle Kalendermonate, in denen nicht gearbeitet wurde während der Elternzeit)

Beispiel 2:

Wie Beispiel 1, jedoch arbeitet die Mutter 25 Stunden an 5 Tagen in der Woche.

Sie hat den gleichen Urlaubsanspruch, wie vor ihrer Elternzeit. Es werden zwar weniger Stunden gearbeitet, aber an gleich vielenTagen, wie in der Vollzeitarbeit und daher bleibt der volle vertragliche Urlaubsanspruch erhalten.

(Vorbehaltlich etwaiger Kürzungen gem. § 17 BEEG für volle Kalendermonate, in denen nicht gearbeitet wurde während der Elternzeit)

Achtung:
Das Bundeselterngeldgesetz schützt dich nicht mehr vor dem Verfall deiner Urlaubsansprüche, wenn du während der Elternzeit in Teilzeit arbeitest. Du stellst dem Arbeitgeber deine (reduzierte) Arbeitskraft zur Verfügung und kannst ganz regulär Urlaub nehmen. Das bedeutet, der Resturlaub verfällt spätestens am 31.03. des Folgejahres, wenn der Arbeitgeber dich klar und rechtzeitig darauf hingewiesen hat, dass der Urlaub verfallen wird (LAG Köln, Urteil vom 09.04.2019 – 4 Sa 242/18).

Urlaubsanspruch beim Wechsel von Vollzeit auf Teilzeit aufgrund von Elternzeit

Die Ermittlung des Urlaubsanspruchs muss, für die Zeiträume in denen du in Voll- bzw. Teilzeit tätig bist, getrennt erfolgen. Das bedeutet, dass der Anspruch der Urlaubstage eines Vollzeitarbeitnehmers nicht gekürzt werden darf, nur weil eine Reduzierung der Arbeitszeit vorgenommen wurde.

Das lange Zeit vorherrschende Argument, dass sich in Urlaubswochen ausgedrückt, aufgrund der Reduzierung der Arbeit nichts am Jahresurlaub verändert, wurde vom Bundesarbeitsgericht mit Bezug auf das „Verbot der Diskriminierung Teilzeitbeschäftigter“ nicht bestätigt (BAG, Urteil v. 10.02.2015, Az.: 9 AZR 53/14 (F)).

FAQ – Häufig gestellte Fragen

In meinem Vertrag ist zum Urlaub gar nichts geregelt. Wieviel Urlaub habe ich?

Sofern in einem Vertrag nichts geregelt ist, gelten die gesetzlichen Vorgaben. Bei einer 6-Tage-Woche stehen dir 24 Tage Urlaub zu, bei einer 5-Tage-Woche 20 Tage. Arbeitest du aufgrund einer Teilzeitbeschäftigung an weniger Tagen, so ist entsprechend im Verhältnis umzurechnen.

Vor Beginn meiner zweijährigen Elternzeit am 6. Januar waren noch 13 Tage Resturlaub aus dem Vorjahr vorhanden. Was passiert mit diesen Tagen, wenn ich übernächstes Jahr wieder anfange zu arbeiten?

Die Urlaubstage verfallen in der Regel nicht. Auch nach deiner Rückkehr stehen dir diese weiterhin zu. Sofern die Elternzeit vor dem 31.03. eines Jahres endet, ist ggf. zu beachten, dass der alte Urlaub bis zu diesem Datum genommen werden muss.

Ist es für den Urlaubsanspruch besser vom 15. eines Monats bis zum 14. des Folgemonats Elternzeit zu nehmen oder immer vom 1. des Kalendermonats?

Der Arbeitgeber kann für jeden vollen Kalendermonat, den du aufgrund von Elternzeit fehlst, deinen Urlaubsanspruch um jeweils ein Zwölftel kürzen. Um diese mögliche Kürzung zu umgehen ist es besser, die Elternzeitmonate nicht nach Kalendermonaten zu nehmen, sondern z.B. nach Lebensmonaten des Kindes (sofern nicht am 1. eines Monats geboren!)

Ich habe selbst während der Elternzeit meinen Vertrag gekündigt. Wie berechnet sich mein Urlaubsanspruch?

Auch während der Elternzeit erwirbst du einen Anspruch auf Urlaub. Entsprechend der oben beschriebenen Ausführungen, kann dein Arbeitgeber die Kürzung vornehmen. Dieses muss er dir jedoch vor der Beendigung des Arbeitsverhältnisses mitteilen.

Ich bin aus der Elternzeit wieder zurück und bisher hat mein Arbeitgeber nichts gesagt, ob er meinen Urlaubsanspruch kürzen wird. Darf er das noch?

Leider ja. Es gibt keine Form und keine Frist die der Arbeitgeber einhalten muss, um die Kürzung mitzuteilen. Einzige Einschränkung ist, wenn das Arbeitsverhältnis bereits beendet ist. Dann ist eine Kürzung nicht mehr möglich.

Weitere Ratgeber zum Thema Elternzeit

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  • Hallo, man liest meist viel zum Thema Urlaubs*anspruch* aber wenig dazu, ob man tatsächlich während der Elternzeit Urlaub *nehmen* kann. Bei Ihnen fand ich immerhin diesen Absatz:

    „Achtung:
    Das Bundeselterngeldgesetz schützt dich nicht mehr vor dem Verfall deiner Urlaubsansprüche, wenn du während der Elternzeit in Teilzeit arbeitest. Du stellst dem Arbeitgeber deine (reduzierte) Arbeitskraft zur Verfügung und kannst ganz regulär Urlaub nehmen.“

    Was heißt aber nun genau Teilzeit hier? Bei vielen von uns ist es so, dass sie z.B. nur mit ein paar Stunden wieder einsteigen, um dann langsam wieder auf die volle Stundenzahl zu kommen. Hat man z.B. auch bei 5 Wochenstunden das Recht, Urlaub zu *nehmen* ?

    Danke für Ihre Antwort.

    • Hallo Cohen,
      wenn du in Teilzeit arbeitest, dann entsteht auch ein Urlaubsanspruch, denn du leistest Arbeit von der du dich erholen können sollst.
      Wenn du sonst in Vollzeit bei deinem Arbeitgeber tätig warst, dann müssen für die Monate in Teilzeitarbeit der Urlaubsanspruch gesondert berechnet werden. Dies geschieht auf Basis der Arbeitstage die in Teilzeit gearbeitet werden. Angenommen du arbeitest die 5 Stunden an einem Tag in der Woche und es steht dir ein gesetzlicher Anspruch von 20 Tagen zu (bei 5-Tage-Woche) dann berechnet sich das wie folgt: 20 Urlaubstage : 5-Tage-Woche (bei Vollzeit) x 1 tatsächlichen Arbeitstag = 4 Tage Urlaub pro Jahr. Die von dir zitierten Resturlaubstage und der erworbener Anspruch durch die Teilzeitarbeit müssen aber getrennt voneinander betrachtet werden.

      • bin zufällig auf diesen artikel gestoßen… Resturlaub fällt nicht mehr automatisch am 31.3 weg. Nur wenn der Arbeitgeber einen Arbeitnehmer besonders drauf hinweißt !

        Das Landesarbeitsgericht (LAG) Köln setzt in seiner Entscheidung vom 9. April 2019 (4 Sa 242/18) die Vorgaben einer vielbeachteten Entscheidung des EuGH aus dem November 2018 um, nach der eine richtlinienkonforme Auslegung des § 7 BUrlG ergebe, dass Urlaubsansprüche von Arbeitnehmern regelmäßig nur dann verfallen können, wenn sie zuvor durch den Arbeitgeber dazu aufgefordert wurden, den Urlaub zu nehmen, und klar und rechtzeitig darauf hingewiesen wurden, dass die Urlaubsansprüche anderenfalls mit Ablauf des Kalenderjahres bzw. des Übertragungszeitraums erlöschen. Das LAG Köln geht noch einen Schritt weiter und hält fest, dass diese Obliegenheit des Arbeitgebers nicht nur für das aktuelle Kalenderjahr gelte, sondern auch für etwaige Resturlaubsansprüche aus den Vorjahren.

        Hilft vielleicht manch einem!

  • Meine Frau war ein Jahr in Elternzeit und da wir die Gesetzte nicht richtig kennen wollen wir wissen ob Sie für diesen Jahr Urlaubsanspruch hat denn der Buchhalter der Firma sagt das Sie es net hat.

    • Hallo Alex,
      der Arbeitgeber kann sein Kürzungsrecht des Urlaubs auch im Nachhinein noch geltend machen. Dies muss er deiner Frau mitteilen. Oftmals wird das zusammen mit der Bestätigung der Elternzeit durch den Arbeitgeber gleich mit angekündigt. Ist das Arbeitsverhältnis bereits beendet, darf die Kürzung nachträglich nicht mehr erklärt werden.

  • Hallo,
    Nächstes Jahr nehme ich 2 Monate elterngeld plus in Anspruch. Während dieser Zeit gehe ich teilzeit 50% arbeiten.
    Habe ich durch die 2 Monate Urlaubsanspruch bzw. Kann ich in dieser Zeit Urlaub nehmen?

    Vielen Dank im Voraus
    Katharina

    • Hallo Katharina,
      ja du hast in dieser Zeit auch Anspruch auf Urlaub. Wieviel hängt von den üblichen regulären Arbeitstagen im Betrieb ab und an welchen Tagen du arbeitest. Dein Urlaub für die Teilzeit Monate muss getrennt von deinem regulären Vertrag ermittelt werden.

  • Hallo Frau Nagel,

    ich möchte Elterngeld plus für 2 Monate beantragen. Während dieser 2 Monate würde ich gerne um den Tag der Geburt herum 2 Wochen Urlaub nehmen. Ich habe noch Urlaubstage aus der Zeit vor dem Bezugszeitraum übrig. Bei der Abgabe des Antrags wurde ich darauf hingewiesen dass wegen der zehn Tage Urlaub(die aus der Zeit vor dem Bezugszeitraum stammen) kein Anspruch auf Elterngeld plus besteht da diese Urlaubswochen behandelt würden als hätte ich 40 Stunden gearbeitet. Ich kann im Internet/Gesetztestext nichts finden auf das sich die Aussage stützt.

    • Hallo Luke,
      es handelt sich um bezahlten Urlaub. Dieser ist, davon gehe ich jetzt einfach mal aus, aus einer Zeit in der du Vollzeit gearbeitet hast. Nimmst du diesen während der Elternzeit, bekommst du für diese Tage auch Gehalt von deinem Arbeitgeber. Diese Urlaubstage behandelt dein Arbeitgeber wie Arbeitstage. Dabei gelten die vereinbarten Stunden lt. Arbeitsvertrag, sprich 40 Stunden bei einer Woche Urlaub. Daher besteht kein Anspruch auf Elterngeld.
      Besteht in der Elternzeit ein Teilzeitvertrag und du nimmst einige Resturlaubstage, die du in Vollzeit erworben hast, dann zählen diese nur mit den Sollstunden der Teilzeit (s. Richtlinien zum BEEG 1.6.1).

  • Hallo Frau Nagel!
    Meine Tochter ist am 07.05.18 geboren. Nun war ich bis zum 06.11.2019 in Elternzeit. Aus 2018 habe ich noch 9 Resturlaubstage. 2019 entsteht ein Urlaubsanspruch von 5 Urlaubstagen. Die Resturlaubstage aus 2018 kann ich laut § 17 Abs. 2 BEEG bis zum 31.12.2020 nehmen. Der in 2019 entstandene Urlaubsanspruch verfällt bei uns (Landesbeamtin) gem. § 8 Abs. 1 S. 2 NEUrlVO am 30.09.2020. Wenn ich nun Urlaub antrete, welcher Urlaub wird zuerst genommen: der Resturlaub aus 2018 oder der in 2019 entstandene Urlaubsanspruch? Dies wäre wichtig in dem Fall, in dem ich bspw. im Oktober 2020 in eine 2. Elternzeit ginge: würde der Resturlaub zuerst aufgebraucht, müsste ich den Urlaub aus 2019 bis zum 30.09.2020 genommen haben, da dieser sonst verfiele. Würde erst der Urlaubsanspruch aus 2019 verbraucht werden, könnte ich den Resturlaub aus 2018 noch in das Jahr nach meiner 2. Elternzeit nehmen, da der Resturlaub noch nicht verfallen wäre (nämlich regulär nach der 1. Elternzeit am 31.12.2020).
    Ich hoffe, meine Frage ist klar geworden, und würde mich über eine Antwort freuen!
    Viele Grüße, Lena

    • Hallo Lena,
      da hier Bund und Landesrecht zu beachten sind, wende dich bitte an deinen Dienstherren und erfrage dort, wann dein jeweiliger Urlaubsanspruch verfällt.

  • Guten Tag,
    Unser Fall kommt in keinem der aufgeführten Beispiele vor, sodass ich hoffe, Sie können mir weiterhelfen.
    Mein Mann hatte im Jahr 2019 zwei Lebensmonate Elternzeit, einmal von 08.06. bis 07.07. und von 08.09. bis 07.10. Es war also KEIN VOLLER Kalendermonat betroffen. In dieser Zeit hat er zwei bzw. drei Tage die Woche Teilzeit gearbeitet (in Vollzeit vorher und dazwischen 5 Tage Woche).
    Nun möchte der Arbeitgeber seinen Urlaubsanspruch kürzen und bezieht sich dabei auf das BurlG. Ich denke aber, dass dies nicht zulässig ist, da ja kein voller Kalendermonat betroffen war.
    Liege ich da richtig?
    Ich wäre für eine Antwort sehr dankbar.
    Mit freundlichen Grüßen

  • Hallo Frau Nagel,
    muss die Kürzung des Urlaubsanspruches der Elternzeit auch dann schriftlich erfolgen, wenn im Arbeitsvertrag folgendes geschrieben steht:
    „Bei einer weniger als 12-monatigen Tätigkeit während eines Kalenderjahres wird die Urlaubsdauer mit je 1/12 des Jahresurlaubs für jeden vollen Beschäftigungsmonats berechnet.“

    Ich wurde während meiner Elternzeit mit Ende 2019 wegen Betriebsschließung gekündigt und habe aber nie eine schriftliche Kürzung des Urlaubs oder ein anders Schreiben diesbezüglich bekommen.
    Habe ich nun Anspruch auf Abgeltung des vollen Urlaubsanspruchs oder schließt das diese Klausel im Vetrag automatisch aus?

    Ich freue mich sehr über Ihre Antwort.
    Danke und viele Grüße

    • Hallo Simone,
      wende dich mit dieser Frage bitte schnellstmöglich an einen Rechtsanwalt. Dieser kann dich im Zweifel auch rechtlich gegenüber deinem Arbeitgeber vertreten.

  • Guten Tag,

    vielleicht können Sie mir weiterhelfen.
    Zu Beginn der Schwangerschaft habe ich ein Beschäftigungsverbot erhalten und bin mit 20 Resturlaubstagen aus dem Jahr 2017 in die Elternzeit gestartet.

    Meine Tochter kam um Februar 2018 zur Welt. Ich habe 2 Jahre Elternzeit bis zum 18.2.2020 beantragt. Nun musste ich um ein weiteres Jahr verlängern bis zum 18.2.2021, da wir keine Betreuung in Aussicht hatten.

    Jetzt haben wir ganz plötzlich doch noch einen Kita Platz erhalten. Ich möchte meine alte vollzeit Stelle jedoch nun in der Elternzeit kündigen und eine neue Stelle in Teilzeit bei einem anderen Arbeitgeber antreten.

    Habe ich neben den 20 Resturlaubstagen noch weitere Urlaubsansprüche aus dem Jahr 2018 und 2019? (Mir stehen normalerweise 30 Tage im Jahr zu)

    Ich wäre Ihnen so dankbar für eine Antwort.

    Mfg M.

    • Hallo M.,
      sofern du noch keine Verlängerung der Elternzeit beantragt hast, solltest du dies schnellstmöglich tun. Die Frist beträgt 7 Wochen vor dem gewünschten Beginn bzw. der gewünschten Verlängerung.
      Dein Arbeitgeber kann deinen Urlaubsanspruch in der Elternzeit kürzen, muss es aber nicht. Der Resturlaub ist nicht betroffen. Wenn er den Urlaubsanspruch aus den Monaten der Elternzeit kürzen möchte, muss er dies vor der Beendigung des Arbeitsverhältnisses tun.
      Achtung bei Kündigungen zum Ende der Elternzeit: Diese muss 3 Monate vor dem Ende bei deinem Arbeitgeber eingehen. Zu einem anderen Termin gelten die gesetzlichen oder vertraglich vereinbarten Kündigungsfristen.

  • Hallo Frau Nagel,
    ich habe eine Frage zur Elternzeit und Urlaub, da ich unstimmig mit meinem AG bin.
    Meine Elternzeit beginnt mit der Geburt unserer Tochter am 31.01.2020.
    Die Elternzeit soll 1 Monat laufen.
    Endet die Elternzeit am 28.02.2020 oder am 29.02.2020?
    Ich bin der Meinung letzter Tag der Elternzeit ist der 28.02. und erster Arbeitstag wäre der 29.02. wenn es nicht ein Samstag wäre.
    Somit darf der AG mir doch keinen Urlaub kürzen, oder?
    MfG
    Michael

    • Hallo Michael,
      hierzu sagt das Bürgerliche Gesetzbuch (kurz: BGB): „Fehlt bei einer nach Monaten bestimmten Frist in dem letzten Monat der für ihren Ablauf maßgebende Tag, so endigt die Frist mit dem Ablauf des letzten Tages dieses Monats.“ § 188 Abs. 3 BGB.
      Theoretisch wäre der 30.02.2020 der letzte Tag deiner Elternzeit. Da dieser Tag nicht existiert, endet die Elternzeit am 29.02.2020. Somit ist auch eine Kürzung des Urlaubs für den Februar möglich, da du in dem Monat vollständig abwesend bist.

  • Hallo Frau Nagel,
    meine Elternzeit endete im Februar 2020 und mein Jahresanspruch an Urlaub sind 24 Tage. Dahingehend werden für Januar 2020 keine Urlaubstage angerechnet und der Jahresanspruch vermindert sich auf 22 Tage oder ist dies anders?

    Vielen Dank.

    • Hallo Saskia,
      der Arbeitgeber darf nur für vollständige Kalendermonate in denen du abwesend warst eine anteilige Kürzung deines Jahresurlaubs vornehmen. Ob es noch weitere Kürzungstatbestände durch den Arbeitgeber gibt ist so schwierig zu beurteilen. Es kommt darauf an, ob Du möglicherweise in einem alten Jahr vor dem Mutterschutz bzw. deiner Elternzeit zu viel Jahresurlaub beansprucht hast.

  • Guten Tag,
    Ist es möglich 4 Wochen Resturlaubsanspruch zwischen Mutterschutz und Elternzeit zu nehmen? Also die Elternzeit erst 5 Wochen nach dem Mitterschutz zu beginnen und in den 4 Wochen davor Urlaub zu nehmen?
    Danke im Voraus

  • Hallo, ich arbeite aktuell Teilzeit in Elternzeit, habe 27Tage Resturlaub aus 2018/2019 aus meiner Vollzeittätigkeit. DARF ich Teile des Resturlaubs auch im Rahmen meiner Elternzeit in Anspruch nehmen?

    VG und vielen Dank Friederike

    • Hallo Friederike,
      in deiner Elternzeit-Teilzeittätigkeit erarbeitest du dir „neuen“ Urlaub. Dieser unterliegt nicht den besonderen Verfallsregeln wie dein alter Urlaub von vor der Elternzeit und sollte immer vorrangig genommen werden. Weiterhin würden die alten Urlaubstage, wenn du sie jetzt in Teilzeit, nimmst auch nur mit den Teilzeitstunden gelten. Du kannst diese jedoch in Anspruch nehmen.

  • Hallo,
    Ich befinde mich noch in Elternzeit bis 31.7.21 und möchte reduziert wieder anfangen zu arbeiten ab 1.8.20.
    Nun wurde mir gesagt das mein Resturlaub von vor der Elternzeit angepasst werden soll an die Stunden die ich arbeiten will. Mir wurde es so erklärt das ich nun zwei Urlaubstage brauche um einen Arbeitstag abzudecken.
    Stimmt das dürfen sie mir meinen Resturlaub so anpassen obwohl ich in der Elternzeit zurück komme und auch garnicht voll arbeiten darf?

    • Hallo Kim,
      dein Resturlaub aus der Zeit von vor der Elternzeit bleibt unverändert bestehen. Diesen kannst du nach Ende der Elternzeit und im Folgejahr noch nehmen. Eine Kürzung darf hier nicht vorgenommen werden. Lediglich Urlaubstage aus Monaten in denen du vollständig aufgrund deiner Elternzeit abwesend warst dürfen mit je 1/12 gekürzt werden.
      Dein vertraglicher Urlaubsanspruch wird für die Zeit in der du in Teilzeit arbeitest möglicherweise angepasst, wenn du an weniger Tagen als bisher arbeitest. Diese Kürzung betrifft jedoch nur die Zeit, in der du in Teilzeit tätig bist. Abschnitte mit Teilzeit und der regulären Arbeitszeit müssen getrennt voneinander berechnet werden!

  • Guten Tag Frau Nagel,

    ich habe dieses Jahr 2 Elternzeitmonate – im März und noch bevorstehend im August. Aktuell steht mir zudem fast noch mein gesamter Jahresurlaub zu. Ich interpretiere so, dass ich diesen Urlaub nach 2021 verschieben dürfte („… hat der Arbeitgeber den Resturlaub nach der Elternzeit im laufenden oder im nächsten Urlaubsjahr zu gewähren“). Ist das auch Ihr Kenntnisstand oder Interpretation? Insbesondere das „oder“ in obiger Formulierung lässt unterschiedliche Ansichten zu.

    Kann der AG mich aktuell noch auffordern, meinen Urlaub noch im Juli komplett zu nehmen?

    Danke für eine kurze Auskunft.

    Beste Grüße
    Michael

    • Hallo Michael,
      dass der Resturlaubs aufgrund der Elternzeit nicht verfällt, bezieht sich eher darauf, wenn du länger Elternzeit nimmst.
      Grundsätzlich sollte Urlaub immer im aktuellen Kalenderjahr genommen werden. Spätestens bis März des Folgejahres – das hat sozialversicherungsrechtliche Gründe. Damit wären Arbeitnehmer, die länger und auch über diesen Zeitpunkt hinaus in Elternzeit sind, benachteiligt. Die von dir angesprochene Regelung soll diese Arbeitnehmer und ihren Urlaubsanspruch schützen.
      Zu deiner Situation: Du hast „nur“ 2 Monate Elternzeit und somit die Möglichkeit deinen Jahresurlaub in den anderen Monaten zu nehmen. Maximal betrifft das dann „erarbeiteten“ Urlaub, der auf diese beiden Monate entfällt. Meiner Meinung nach, ist dies jedoch nicht möglich und die Regelung so nicht gedacht.

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