So legst du Widerspruch gegen den Elterngeldbescheid ein

Du hast bereits vor dem Absenden des Bescheides den Elterngeldrechner bemüht, damit du ungefähr weißt, was dir zusteht. Nun kommt der Bescheid und in diesem sind deutlich geringere Beträge vermerkt. Was kannst du nun tun? Du hast die Möglichkeit, gegen den Elterngeldbescheid Widerspruch einzulegen.

Die Widerspruchsfristen für den Elterngeldbescheid

Bereits in dem Moment, in dem du den Bescheid erhältst und für dich feststellst, dass dieser möglicherweise fehlerhaft ist, kannst du Widerspruch einlegen. Du hast aber auch die Möglichkeit, dich erst einmal in aller Ruhe mit dem Bescheid zu beschäftigen und diesen vielleicht von einem Anwalt prüfen zu lassen.

Ab Erhalt des Bescheids hast du einen Monat Zeit, einen schriftlichen Widerspruch einzulegen. Zu jedem Bescheid gehört auch ein Hinweis auf die Widerspruchsfristen. Du kannst hier nach dem genauen Datum schauen. Zu richten ist der Widerspruch an deine Elterngeldstelle. Die Adresse der Elterngeldstelle findest du auf dem Bescheid.

Prüfung der Bescheide – schau auf häufige Fehler

Die Elterngeldstellen in Deutschland müssen innerhalb bestimmter Fristen eine Vielzahl an Anträgen bearbeiten. Es ist nicht selten, dass es da zu Fehlern bei der Berechnung kommt, die bei der Erstellung nicht auffallen. Du solltest den Bescheid daher auch dann prüfen, wenn er auf den ersten Blick erst einmal in Ordnung zu sein scheint.

Ein besonders häufiger Fehler liegt darin, dass nicht alle Unterlagen, die du eingereicht hast, bei der Berechnung auch berücksichtigt worden sind. Dabei kann es zu Fehlern in Bezug auf die Einkommensberechnung kommen. Nimm dir daher alle von dir eingereichten Unterlagen noch einmal vor und rechne selbst nach.

Die Berechnung der Lebensmonate des Kindes, für die du einen Anspruch auf Elterngeld hast, birgt ebenfalls häufig Fehler. Dabei ist es für dich besonders wichtig, dass hier korrekt gerechnet wurde. Prüfe daher auch diesen Faktor noch einmal.

Die Form des Widerspruches

Damit dein Widerspruch anerkannt wird, ist es empfehlenswert, diesem eine Form zu geben. Grundsätzlich kannst du einfach ein formloses Schreiben aufsetzen. Für die Sachbearbeiter ist es jedoch leichter, wenn dein Widerspruch einen Betreff hat, in dem bereits die Thematik aufgegriffen wird. Benenne hier, dass es sich um einen Widerspruch handelt und gib dein Aktenzeichen an. Das spart schon einmal Zeit, die sonst für die Zuordnung verloren geht.

Vergiss nicht, das Datum auf den Bescheid zu vermerken. Wichtig ist zwar der Poststempel, dennoch ist es nicht verkehrt, das Datum auf dem Schreiben zu vermerken. Begründe deinen Widerspruch dann deutlich. Es hilft nur wenig, wenn du einen Widerspruch ohne Begründung einlegst. Dann muss zwar auch noch einmal kontrolliert werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Bescheid in diesem Fall überarbeitet wird, ist jedoch geringer.

Bleib bei der Begründung sachlich und formuliere keine Vorwürfe. Besser ist es, wenn du zu deiner Begründung direkt die Nachweise erbringst. Hier kannst du beispielsweise Markierungen in den Kopien deiner Einkommensbescheide durchführen und so deutlich machen, wo du den Fehler siehst.

Schließe den Widerspruch mit der Bitte um eine Eingangsbestätigung und deiner Unterschrift ab. Versende den Brief im Idealfall als Einschreiben. So hast du etwas in der Hand, wenn du keine Rückmeldung erhältst oder es heißt, dass der Widerspruch nicht rechtzeitig eingegangen ist.

Die Wartezeit nach dem Widerspruch

Häufig hast du schon eine recht lange Wartezeit hinter dir, bis du überhaupt den Elterngeldbescheid in der Hand hältst. Musst du nun noch einen Widerspruch einlegen, kommen weitere Wartezeiten auf dich zu. Der Widerspruch geht nun an die Elterngeldstelle und wird dort intern zu einer Überprüfung übergeben. Hierfür gibt es normalerweise eine separate Abteilung in der Elterngeldstelle. Dadurch ist es möglich, dass die Bearbeitung weniger Zeit in Anspruch nimmt. Du erhältst dann eine Antwort oder einen korrigierten Bescheid.

Erhältst du eine Ablehnung deines Widerspruches, musst du auch diese nicht hinnehmen. Du kannst nun noch den Weg über das Gericht gehen.

Möchtest du den gerichtlichen Weg gehen, solltest du den Bescheid vorher von einem Fachanwalt für Sozialrecht kontrollieren lassen. So kannst du dich noch einmal rückversichern, ob deine Kritik berechtigt ist, bevor du einen teuren Rechtsstreit gehst und diesen möglicherweise verlierst.

Hast due weitere Fragen zum Widerspruch gegen den Elterngeldbescheid? Dann stell uns deine Frage in den Kommentaren!

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  • Ich hätte eine Frage ich habe eine Tochter 2 ,2Jahre und mein Sohn 2 Monate ich habe nun den Elterngeld Bescheid für Elterngeldplus bekommen habe jetzt aber darin gelesen das ich 75 Euro mehr im Monat bekomme wenn ich Basis Elterngeld beantragt hätte. Bin jetzt noch in der wieder rufrecht kann ich es noch ändern lassen auf Basis Elterngeld das die 75 Euro nicht verfallen,

    Vielen Dank

    • Hallo Michaela,
      es geht hier um den Geschwisterbonus. Bis deine Tochter 3 Jahre alt ist, gibt es den Geschwisterbonus in Höhe von 75 Euro beim Basiselterngeld bzw. derzeit bekommst du 37,50 Euro beim Elterngeld Plus. Der Bezug in Form von Basiselterngeld ist in der kurzen Zeit höher bis zum 3. Geburtstag des Geschwisterkindes. Sollten keine anderen Gründe gegen das Basiselterngeld sprechen (z.B. Hinzuverdienst), kannst du es rückwirkend noch ändern lassen.

  • Hallo ich habe meinen Bescheid vor kurzem erhalten. Eine Lohbabrechnung wurde nicht berücksichtigt weil diese mit NB – Nachberechnung vermerkt ist. Ich habe sogar mit dem Steuerbüro meines Arbeitgebers selbst telefoniert diese teilten mir mit das es keine anderen Lohnabrechnungen für diesen besagten Monat gäbe.
    Ich bin mir nicht sicher ob ich jetzt einen Widerspruch einlegen soll oder nicht, es ist ja weder mein Verschulden noch des Arbeitgebers- das Steuerbüro hatte mir mitgeteilt das das System mit dem sie arbeiten es automatisch gemacht hat.

    • Hallo Besa,
      das ist so schwierig zu beurteilen. Das Geld muss dir auch im Berechnungszeitraum zugeflossen sein. Trifft das zu? Dann schadet ein Widerspruch nicht. Beziehe dich auf § 2c Abs. 1 Satz 3 BEEG -“ Die zeitliche Zuordnung von Einnahmen erfolgt nach den lohnsteuerlichen Vorgaben für das Lohnsteuerabzugsverfahren“.

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