So wirkt sich das Elterngeld auf die Rente aus

Wie es konkret aussieht und was du beachten musst.

Wenn du gerade ein Kind erwartest, dann bist du vermutlich noch sehr lange von der Rente entfernt. Dennoch ist es wichtig zu prüfen, wie sich der Bezug von Elterngeld sowie die Erziehungszeiten auf deine Rente auswirken können.

Die Rente und das Elterngeld

Wer Anspruch auf Elterngeld hat und diesen auch nutzt, der wird für einen bestimmten Zeitraum seiner Arbeit nicht oder nur in einem geringen Umfang nachgehen. Das heißt auch, dass du in dieser Zeit keine Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung zahlen (musst). Grund dafür ist, dass durch die Elterngeldstelle schon Pauschalbeträge abgezogen werden, mit denen eine Abdeckung der Beiträge für die Sozialversicherungen geschaffen werden soll.

Der Bezugszeitraum für das Elterngeld wird durch die gesetzliche Rentenversicherung als ein Zeitraum für die Kindererziehung vermerkt. Dies dient zur Absicherung der Eltern, damit die Erziehungszeit sich nicht negativ auf die Rente auswirken kann. Das heißt, während du Elterngeld beziehst, wird dies bei der Rentenversicherung als Zahlungszeitraum vermerkt. Du musst dir keine Gedanken darüber machen, dass dir Rentenzeiten oder Punkte abgezogen werden.

Die Abdeckung der Pauschalbeträge für die Sozialversicherung während der Elterngeld-Zeiträume erfolgt natürlich nur dann, wenn du rentenversicherungspflichtig bist. Dies ist beispielsweise nicht der Fall, solltest du selbstständig sein.

Die Erziehungszeit wird dem Elternteil zugeschrieben, der für die Erziehung des Kindes zuständig war. Hier erfolgt erst einmal automatisch die Zuordnung zur Mutter. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Zuordnung dem Vater zuschreiben zu lassen. Wichtig ist dieser Punkt dann, wenn ihr beide gleichzeitig Elterngeld bezieht. So ist es nicht möglich, dass ihr beide die Erziehungszeiten angerechnet bekommt. Hier müsst ihr eine Entscheidung treffen. Die Mitteilung dazu muss an die Rentenversicherung gehen. Hier ist wichtig zu wissen, dass diese Mitteilung höchstens zwei Monate Rückwirkung hat und ansonsten für in der Zukunft liegende Zeiträume gilt.

Bei Lebenspartnern in eingetragenen Lebenspartnerschaften gibt es Besonderheiten. Bitte informiere dich bei deinem Rentenversicherungsträger.

Minijob in der Elternzeit – wie ist es mit den Rentenbeiträgen?

Du hast die Möglichkeit, in der Elternzeit einen Minijob anzunehmen und dir so noch Geld zusätzlich zu verdienen. In diesem Fall besteht die Versicherungspflicht in der Rentenversicherung. Von deinem Einkommen aus dem Minijob werden daher 3,6% (Stand: 01.01.2018) direkt an die gesetzliche Rentenversicherung abgeführt. Dein Arbeitgeber führt noch einmal einen Anteil ab.

Du hast die Möglichkeit, dich von der Rentenversicherungspflicht in deinem Minijob befreien zu lassen. Bedenke dabei jedoch, dass dieser Antrag nicht rückgängig gemacht werden kann. Möchtest du also auch nach der Elternzeit weiter in dem Minijob arbeiten, ist es besser darüber nachzudenken, ob die Pflicht nicht bestehen bleiben sollte, denn als rentenversicherungspflichtiger Minijobber erwirbst du vollwertige Pflichtbeitragszeiten in der Rentenversicherung.

Teilzeit arbeiten in der Elternzeit – der Einfluss auf die Rentenbeiträge

Interessant dürfte die Frage sein, wie es mit der Rentenversicherung aussieht, wenn du während der Elternzeit in Teilzeit arbeiten gehst. Für die Dauer des Elterngeldbezuges endet deine Beitragspflicht bei der gesetzlichen Rentenversicherung. Dies gilt aber nur dann, wenn du innerhalb des Zeitraumes keiner sozialversicherungspflichtigen Teilzeitbeschäftigung nachgehst.

Entscheidest du dich, in Teilzeit während der Elternzeit zu arbeiten, so können die Rentenansprüche gesteigert werden. Dies ist aber nur möglich, bis die Beitragsbemessungsgrenze erreicht wird. Das heißt, von deinem Einkommen wird anteilig auch während des Elterngeldbezuges ein Beitrag an die Rentenversicherung abgeführt.

Hinweis: Bist du unsicher, wie es in deinem Fall mit den Rentenbeiträgen und der Anerkennung aussieht, kannst du dich mit der Deutschen Rentenversicherung in Verbindung setzen.

Hinweise zu den Kindererziehungszeiten

Die gesetzliche Rentenversicherung rechnet bis zu drei Erziehungsjahre an. Das heißt, auch wenn der Elterngeldbezug schon abgeschlossen ist, kannst du dir noch mehr Erziehungszeiten anrechnen lassen. Bei diesen Kindererziehungszeiten (Mütterrente) wirst du durch die Rentenversicherung als Durchschnittsverdiener gesehen.

Das heißt, es erfolgt eine Gutschrift der darauf basierenden Beträge. Erziehst du mehrere Kinder, verlängert sich die Kindererziehungszeit um die Zeit, in der du gleichzeitig mehrere Kinder erzogen hast.

Hast du weitere Fragen zum Thema Elterngeld und Rente? Dann schreib uns einen Kommentar!

Achtung: Viele Eltern machen Fehler beim Elterngeld!

Unserer Einschätzung nach sind 85% der Elterngeldanträge fehlerhaft. Die Folge: Eltern bekommen weniger Geld, weil sie ihre Möglichkeiten nicht ausschöpfen oder warten monatelang auf die Zahlung. Wie ihr beide Probleme vermeiden könnt, erfahrt ihr in unserem Elterngeld-Onlinekurs oder in einer persönlichen Elterngeldberatung.


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