Elterngeld und Krankenversicherung

Was für gesetzlich und privat Versicherte wichtig ist.

Die Krankenversicherung während der Elterngeld-Bezugszeit ist für dich ein wichtiges Thema. Ganz so einfach lässt sich die Frage, wie du krankenversichert sein wirst, nicht beantworten. Dies hängt damit zusammen, dass es verschiedene Ausgangssituationen gibt, die zu beachten sind.

Der Klassiker – die Pflichtversicherung vor der Geburt

Besonders häufig besteht die Ausgangslage einer Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn du vor der Geburt in einem Arbeitsverhältnis standest oder Sozialleistungen bezogen hast. Dieser Versicherungsschutz bleibt auch nach der Geburt und während des Elterngeldbezuges bestehen. In diesem Fall werden die Kosten für die Krankenversicherung jedoch nicht von deinem Elterngeld abgezogen. Stattdessen wirst du für den Zeitraum beitragsfrei gestellt.

Die Beitragsfreiheit gilt nur dann, wenn du in dem Zeitraum, wo du Anspruch auf Elterngeld hast, keine weiteren Einkommen vorweisen kannst. Gehst du in deiner Elternzeit einem Teilzeit-Job nach, muss dein Einkommen gemeldet werden und du zahlst darauf Krankenversicherungsbeiträge. Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du beantragen, dass du von diesen Beiträgen befreit wirst. Bitte lass dich zu diesem Thema von deiner Krankenkasse beraten.

Auch Schüler und Studenten sind pflichtversichert. Bist du noch Schüler, so läuft die Versicherung als Familienversicherung über deine Eltern und bleibt auch hier erst einmal bestehen. Bist du Student und hast dich bereits selbst in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert, so musst du die Kosten weiter tragen, wenn du im Bezugszeitraum weiterhin immatrikuliert bist. Hast du ein oder mehrere Urlaubssemester, wirst du beitragsfrei gestellt.

Die freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Krankenkasse

Bist du selbstständig oder überschreitet dein Einkommen aus der Festanstellung einen bestimmten Betrag, so hast du die Möglichkeit, dich freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse zu versichern. In diesem Fall musst du auch dann den Beitrag weiter bezahlen, wenn du Elterngeld beziehst. Arbeitest du während der Elternzeit nicht und stellt Elterngeld dein einziges Einkommen dar, solltest du dies an die Krankenkasse melden. Die monatlichen Zahlungen werden dann auf den Mindestbetrag gesenkt. Solltest du jedoch weiterhin zusätzlich Geld verdienen, ist eine korrigierte Meldung der Einkünfte an die Krankenkasse ebenfalls hilfreich. So können die monatlichen Zahlungen angepasst werden.

Eine weitere Möglichkeit ist es, für den Elterngeld-Bezug aus der freiwilligen gesetzlichen Versicherung in die Familienversicherung zu wechseln. Dafür muss dein Partner Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung sein und du darfst keine weiteren Einkünfte haben. Ob diese Variante in deinem Fall durchführbar ist, kann eine Nachfrage bei der Krankenkasse deines Partners klären. Warst du bereits vor der Geburt in der Familienversicherung beitragsfrei versichert, so bleibt dies auch nach der Geburt des Kindes weiterhin bestehen.

Die Versicherung in der privaten Krankenversicherung

Hast du dich für eine private Krankenversicherung entschieden, wird es ein wenig komplizierter mit der Absicherung während des Bezugszeitraums für Elterngeld. Grundsätzlich treten keine Änderungen ein. Du zahlst weiter die Versicherungsbeträge wie vor der Geburt, jedoch auch den Teil, den bisher dein Arbeitgeber gezahlt hat. In den meisten Fällen bedeutet dies jedoch für viele Eltern einen finanziellen Einschnitt. Fällst du durch Elterngeld und vielleicht auch den Umstieg auf Teilzeitarbeit während der Elternzeit unter die Versicherungspflichtgrenze, dann kannst du die Möglichkeit in Anspruch nehmen und einen Antrag auf Befreiung der Versicherungspflicht stellen. Dafür ist es notwendig, sich an die gesetzliche Krankenversicherung zu wenden, in die du sonst wechseln müsstest.

Vielleicht denkst du auch in diesem Fall über eine Familienversicherung nach. Der Wechsel von der privaten Krankenversicherung in die Familienversicherung ist jedoch nicht ganz einfach. Hier müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Es kann schon ausreichen, dass du nach der Geburt deines Kindes gar kein Einkommen mehr hast. Möchtest du weiterhin arbeiten gehen und liegst nun mit deinem Einkommen unter der gesetzlichen Versicherungspflichtgrenze, ist eine Aufnahme in der Familienversicherung ebenfalls möglich, sofern der Ehegatte in der gesetzlichen Krankenversicherung ist. Eine weitere Möglichkeit ist eine Hochzeit. Findet diese vor der Geburt statt, kommt es zu einem Wechsel des Familienstandes. Du kannst nun, abhängig von deinem Einkommen, in die Familienversicherung wechseln.

Denkst du schon länger über einen Wechsel aus der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung nach, kannst du die Elternzeit hier als Chance sehen, diesen durchzuführen.

Krankenversicherung im Beamtenstatus

Bist du verbeamtet, dann bist du möglicherweise auch unsicher, was deine Versicherung während der Elternzeit betrifft. Grundsätzlich kannst du dich an den Vorgaben für privatversicherte Eltern orientieren. Allerdings kannst du zusätzlich dazu noch auf die Möglichkeit zurückgreifen, Beihilfe in Anspruch zu nehmen.

Du kannst die Erstattung eines Teils der Kosten für die Krankenversicherung beantragen, wenn dein Einkommen bei der Bemessungsgrundlage für das Elterngeld die Pflichtversicherungsgrenze nicht überschritten wird.

Beziehst du noch ein Anwärtergehalt oder befindest du dich in der Besoldungstruppe A8 oder tiefer, dann kannst du auch die komplette Erstattung der Beiträge beantragen.

Wo wird dein Baby versichert?

Nicht nur deine Krankenversicherung, auch die Versicherung für dein Baby ist natürlich ein Thema. Befinden sich beide Elternteile in einer gesetzlichen Pflichtversicherung, wird ihr Baby hier ebenfalls aufgenommen. Es ist dann ein Teil der Familienversicherung. Dies ist auch dann möglich, wenn eine freiwillige gesetzliche Versicherung vorliegt. Eine gesetzliche Versicherung ist nicht möglich, wenn beide Elternteile privat versichert sind. Hier ist zwar eine freiwillige Versicherung des Kindes in der gesetzlichen Krankenversicherung möglich, dies bringt aber hohe Kosten mit sich.

Möchtest du dein Kind privat versichern, muss wenigstens ein Elternteil in der privaten Krankenversicherung sein. Bei unverheirateten Elternpaaren wird dein Baby automatisch in die Krankenversicherung der Mutter aufgenommen.

Wie du dein Kind genau versichern musst, erfährst du in diesem Artikel.

Achtung: Viele Eltern machen Fehler beim Elterngeld!

Unserer Einschätzung nach sind 85% der Elterngeldanträge fehlerhaft. Die Folge: Eltern bekommen weniger Geld, weil sie ihre Möglichkeiten nicht ausschöpfen oder warten monatelang auf die Zahlung. Wie ihr beide Probleme vermeiden könnt, erfahrt ihr in unserem Elterngeld-Onlinekurs oder in einer persönlichen Elterngeldberatung.


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