Elterngeld für Studenten

Alles über den Anspruch, die Höhe und Anrechnung auf das BAföG

Das Studium gilt als eine sehr gute Zeit, um ein Baby zu bekommen. Die Möglichkeit, Studium und Baby zu kombinieren, wird daher von vielen Eltern gerne genutzt. Allerdings ist dies auch immer eine finanzielle Frage. Interessant ist daher zu wissen, ob Studenten Elterngeld zusteht und wie hoch dieses ausfallen kann.

Haben Studenten Anspruch auf Elterngeld?

Das Elterngeld ist eine staatliche Leistung, mit der Familien unterstützt werden sollen, die ihr Kind nach der Geburt selbst betreuen wollen und deshalb nicht oder nicht voll erwerbsfähig sind. Die Definition ist deutlich: Jeder hat Anspruch auf Elterngeld, wenn er sich nach der Geburt selbst um sein Kind kümmert und keiner oder keiner Erwerbstätigkeit in Vollzeit während der Bezugszeit nachgeht. Das heißt, auch als Student kannst du Elterngeld in Anspruch nehmen.

Zwei Varianten stehen zur Verfügung. Das Basiselterngeld wird bis zu 14 Monate gezahlt. Das Elterngeld Plus kann auf bis zu 28 Monate aufgeteilt werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehört die Inanspruchnahme der Partnermonate. Während der Partnermonate gehen beide Eltern in Teilzeit arbeiten. Du kannst das Elterngeld jedoch auch auf den doppelten Zeitraum ausgezahlt bekommen, wenn du nicht in Teilzeit arbeiten gehst und Elterngeld Plus beantragst. Dafür wird der Betrag, der dir für den Basiszeitraum zur Verfügung steht, halbiert. Basiselterngeld und Elterngeld Plus kann auch bei Studenten beliebig miteinander kombiniert werden. Mehr dazu in diesem Artikel.

Wie hoch ist Elterngeld für Studenten?

Bei der Höhe des Elterngeldes gibt es mehrere Faktoren die hineinspielen. Der Mindestbetrag liegt bei 300 Euro. Dieser steht dir auch dann zu, wenn du neben dem Studium kein Geld verdienst. Hast du jedoch ein Einkommen, dann kann die Ersatzrate gezahlt werden. Diese liegt bei 65 – 67% des Nettoeinkommens. Allerdings wird die Ersatzrate erhöht, wenn du unter 1.000 Euro netto monatlich verdienst.

Die Steigerung wird prozentual berechnet. Grundlage ist die Differenz deines Nettoeinkommens zu 1.000 Euro. Je 20 Euro machen einen Prozentpunkt aus.

Hast du also durch einen Studentenjob ein Nettoeinkommen in Höhe von 400 Euro, erhältst du 97 % davon als Elterngeld. Dies macht einen Betrag in Höhe von 388 Euro aus. Nutz zur exakten Berechnung unseren Elterngeldrechner.

Hinweis: Wenn du während der Elternzeit noch ein Kind bekommst, greift auch bei Studenten der Geschwisterbonus. Dieser erfolgt als zusätzliche Zahlung zum Elterngeld. Du erhältst 10% Bonus auf dein Elterngeld, mindestens jedoch 75 Euro. Die Bonuszahlung erfolgt bis zu dem Zeitpunkt, wo dein Erstgeborenes 36 Monate alt wird.

Wird Elterngeld auf das BAföG angerechnet?

Möchtest du weiter studieren gehen und hast Anspruch auf BAföG, wird der Mindestbetrag an Elterngeld in Höhe von 300 Euro nicht angerechnet. Du erhältst die Zahlung zusätzlich. Gehst du in Elternzeit, wird dein Anspruch auf BAföG für diesen Zeitraum entzogen. Nach dem Ende der Elternzeit ist es möglich, einen neuen Antrag zu stellen. Es ist empfehlenswert, sich bei der zuständigen Stelle während der Schwangerschaft zu erkundigen.

Hinweis: Erhältst du während der Elternzeit kein BAföG, weil das Elterngeld zu hoch ausfällt (Elterngeld = Einkommen), kannst du zusätzlich zum Elterngeld Anspruch auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes haben. Grundlagen dafür sind die Angaben in Bezug auf SGB II. Dafür ist es jedoch notwendig, einen Antrag zu stellen.

Ist Elternzeit für den Bezug von Elterngeld notwendig?

Damit Angestellte einen Anspruch auf Elterngeld haben, müssen sie in Elternzeit gehen und dürfen während der Elternzeit höchstens 30 Stunden pro Woche nebenbei arbeiten. Doch wie sieht es aus, wenn du das Studium weiterführst und kein Urlaubssemester nimmst? In diesem Fall hast du dennoch Anspruch auf die Zahlung von Elterngeld. Du musst dein Studium dafür nicht unterbrechen. Das heißt, die Beschränkung für die Wochenarbeitsstunden gilt für dich nicht.

Hast du weitere Fragen zum Thema Elterngeld für Studenten? Dann schreib uns einen Kommentar!

Achtung: Viele Eltern machen Fehler beim Elterngeld!

Unserer Einschätzung nach sind 85% der Elterngeldanträge fehlerhaft. Die Folge: Eltern bekommen weniger Geld, weil sie ihre Möglichkeiten nicht ausschöpfen oder warten monatelang auf die Zahlung. Wie ihr beide Probleme vermeiden könnt, erfahrt ihr in unserem Elterngeld-Onlinekurs oder in einer persönlichen Elterngeldberatung.


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10 Kommentare
  1. Janna sagt

    Liebes Elterngeld.de- Team!

    Muss ich eigentlich der Elterngeldstelle melden, wenn ich während des Elterngeldbezugs ein neues Vollzeitstudium aufnehme? Verändert sich dadurch etwas?

    Danke und Liebe Grüße

    1. Elterngeld.de Team sagt

      Hallo Janna,

      jede Veränderung ist der Elterngeldstelle zeitnah mitzuteilen. In deinem Fall sollte sich am Elterngeld nichts verändern, da eine Ausbildung / Studium nicht zu den maximal 30 Wochenstunden zählt.

      Alles Gute,
      Yvonne von Elterngeld.de

  2. Vicky sagt

    Liebes Elterngeld.de Team,

    kann ich während meines Praxissemesters (mit Ausbildungsvertrag, geringer Vergütung, 25-30h/ Woche) welches 6 Monate dauert, den Partnerschaftsbonus in Anspruch nehmen?
    Mein Mann ist selbstständig und arbeitet für diese 4 Monate ebenfalls entsprechend wenig

    1. Elterngeld.de Team sagt

      Hallo Vicky,

      das funktioniert. Wichtig ist, dass ihr die Stundengrenze unbedingt in den 4 Monaten des Partnerschaftsbonus einhaltet.
      Solltest du oder dein Mann noch einen Nebenjob haben, zählen diese Stunden zusätzlich auch dazu.
      Für deinen Mann ist ggf. von Interesse, dass auch Verwaltungsarbeiten zu den Stunden zählen, nicht nur reine Auftragszeiten.

      Alles Gute,
      Yvonne von Elterngeld.de

  3. Markus Nennhuber sagt

    Liebes Elterngeld.de Team,

    da wir im April ein Kind bekommen, stellt sich die Frage nach meinem Elterngeldanspruch da Ich noch Student bin.
    Mein Freundin nimmt zwölf Monate in Anspruch, da Sie voll arbeitet und dementsprechend mehr verdient.

    Ich würde dann die restlichen zwei nehmen, sofern das was bringt.

    Kann Ich denn das Elterngeld in Anspruch nehmen und sonst ganz normal Vollzeit studieren und nebenbei bis zu 30 h/Woche arbeiten?
    Würde Ich dann mein Gehalt + 67 % meines Gehaltes bekommen?

    Vielen Dank für Ihre Hilfe

    mit freundlichen Grüßen

    Markus

    1. Yvonne von Elterngeld.de sagt

      Hallo Markus,
      wenn du als Student nebenher arbeitest, bemisst sich dein Elterngeld daran und je nach Höhe deines Verdienstes, erhöht sich der Prozentsatz für das Elterngeld als „Geringverdiener“. Grundsätzlich kannst du bis zu 30 Wochenstunden neben deinem Studium noch arbeiten in der Elternzeit im Elterngeldbezug, wenn du dein Kind selbst betreust und erziehst.
      Alles Gute,
      Yvonne von Elterngeld.de

  4. Fatima sagt

    Liebes Elterngeld.de Team,

    da ich im März ein Kind bekomme, stellt sich die Frage nach meinem Elterngeldanspruch da Ich Student bin. Ich möchte Urlaubssemester nehmen, da ich mein Kind selbst unterstützen muss. Dürfte ich während meines Urlaub semester, den Elterngeld in Anspruch nehmen?

    Vielen Dank für Ihre Hilfe

    mit freundlichen Grüßen

    Fatima

    1. Yvonne von Elterngeld.de sagt

      Hallo Fatima,
      ja, auch als Studentin kannst Du Elterngeld erhalten. Wenn du bisher keinen Nebenjob hattest wirst du das Mindestelterngeld bekommen können, d.h. 300 Euro Basiselterngeld oder 150 Euro Elterngeld Plus. Mit Nebenjob bemisst sich das Elterngeld an deinem Einkommen 12 Monate vor Beginn des Mutterschutzes.

  5. Inak sagt

    Guten Tag ,

    meine Frage , mein Partner arbeitet in Österreich und studiert noch nebenbei in Deutschland. Wie sieht es in diesem Fall mit den 2 Monaten zusätzliches Elterngeldmonaten aus ? Ich arbeite in Deutschland und würde die vollen 12 Monate Elterngeld beantragen.

    1. Yvonne von Elterngeld.de sagt

      Hallo Ina,
      da ihr beide in verschiedenen Ländern arbeitet, ist die Familienleistung dort zu beziehen, in dem euer Kind lebt. Ich nehme an, dass das in Deutschland ist. Daher kommt es für die Partnermonate nur darauf an, dass einer von Euch in 2 Lebensmonaten weniger verdient, als vor der Geburt. Die Grundvoraussetzungen für das Elterngeld müssen natürlich zusätzlich erfüllt sein (z. B. max. 30 Wochenstunden arbeiten (ohne Studiumstunden), dann klappt es auch mit den Partnermonaten.

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