Elterngeld Partnermonate

Wie Sie diese zu Ihrem Vorteil nutzen können.

Das Elterngeld wurde nicht nur ins Leben gerufen, damit Eltern einen Lohnausgleich in der Zeit erhalten, die sie sich nach der Geburt um das Kind kümmern. Ziel war es auch, Vätern die Möglichkeit zu geben, ebenfalls in Elternzeit zu gehen und so von Beginn an eine Bindung aufzubauen. Daher gibt es die Partnermonate. Die Möglichkeiten und Vorteile zeigen wir in diesem Artikel auf.

Elterngeld Partnermonate und die Idee dahinter

Der Väterreport 2018 der Bundesregierung zeigt, dass immer mehr Väter in Elternzeit gehen. Während im Jahr 2008 rund 20 Prozent der Väter die Chance genutzt haben, einige Wochen beim Nachwuchs zu bleiben, waren es im II. Quartal 2015 bereits rund 36 Prozent.

Diese Veränderung ist zu großen Teilen auch dem Elterngeld und den damit verbundenen Partnermonaten zu verdanken. Eltern haben die Möglichkeit, statt 12 Monate Elterngeld eine Zahlung für 14 Monate zu erhalten. Die Voraussetzung dafür ist, dass beide Elternteile in Elternzeit gehen.

Die Aufteilung liegt dabei in Ihrer Hand. Allerdings sind mindestens zwei Partnermonate zu nutzen. Das heißt, ein Elternteil kann höchstens 12 Monate Elterngeld beziehen. Das andere Elternteil muss wenigstens zwei Monate Elterngeld beziehen, damit der Anspruch auf 14 Monate genutzt wird.

Hinweis: Sind Sie alleinerziehend, gehen Ihnen die Partnermonate dennoch nicht verloren. Sie haben dann Anspruch auf die Zahlung von 14 Monaten Elterngeld. Mehr dazu hier.

Anteil der Väter mit Elterngeldbezug

Die Aufteilung der Partnermonate

Es gibt verschiedene Modelle, die Eltern in Anspruch nehmen können. Viele Eltern entscheiden sich dafür, dass die zwei Partnermonate beispielsweise an das erste Lebensjahr des Kindes anschließen und der Vater oder auch die Mutter, wenn der Vater das hauptbetreuende Elternteil ist, so die Zeit nutzen kann. Interessant ist jedoch die Frage, ob die zwei Monate auch aufgeteilt werden können. Vielleicht wünschen Sie sich, dass Ihr Partner direkt nach der Geburt einen Monat zu Hause ist und später den anderen Monat nutzt. Möglicherweise besteht auch aus betrieblichen Gründen nicht die Option, zwei Monate hintereinander in Anspruch zu nehmen. Sie haben die Möglichkeit, die zwei Partnermonate zu teilen. Die Voraussetzung ist jedoch, dass die Aufteilung innerhalb der ersten 14 Lebensmonate des Kindes erfolgt.

Aufteilung der Partnermonate mit Partnerschaftsbonus
Beispiel: Aufteilung der Partnermonate mit Partnerschaftsbonus

Auch wenn als Partnermonate lediglich zwei Monate benannt sind, kann die Aufteilung der Elternzeit auch anders erfolgen. Sie haben als Eltern beispielsweise die Möglichkeit, gleichzeitig 7 Monate lang Elterngeld zu beziehen. Auch die Aufteilung mit 10 und 4 Monaten ist möglich. Hier sind Sie völlig frei und haben die Möglichkeit, die Aufteilung auf dem Antrag anzugeben.

Umfrage: Werden Sie die Partnermonate nutzen?

Die Partnermonate bei Elterngeld Plus

Mit Elterngeld Plus haben Sie die Möglichkeit, aus einem Elterngeld-Monat zwei Elterngeld Plus-Monate zu machen. Entscheiden Sie sich dafür, wird über den verdoppelten Zeitraum hinweg pro Monat die Hälfte des Ihnen zustehenden Betrages ausgezahlt. Zudem können Sie bis zu vier zusätzliche Partnerschaftsmonate (= Partnerschaftsbonus) erhalten. Hier sind die Voraussetzungen jedoch ebenfalls klar definiert:

Möchten Sie im Rahmen von Elterngeld Plus den Partnerschaftsbonus in Anspruch nehmen, müssen Sie und Ihr Partner für mindestens 4 Monate gleichzeitig in Teilzeit arbeiten. Teilzeit bedeutet dabei eine Wochenarbeitszeit in Höhe von 25 bis 30 Stunden (nicht mehr und nicht weniger!). Die 4 Monate müssen am Stück gearbeitet werden. Zudem ist es notwendig, dass wenigstens ein Elternteil Elterngeld Plus beantragt hat. Diese Vorgaben gelten auch dann, wenn Sie nicht alle 4 Partnerschaftsmonate nutzen möchten. Bedenken Sie, dass beide Elternteile nur Teilzeit arbeiten dürfen.

Die Variante für den Partnerbonus wird durch ein Beispiel deutlich. Sie können sich entscheiden, erst einmal 6 Monate Basiselterngeld in Anspruch zu nehmen. Anschließend haben Sie die Möglichkeit, für 12 Monate Elterngeld Plus zu erhalten. Ihr Partner kann sich entscheiden, ob er 2 Partnerschaftsmonate oder 4 Elterngeld Plus Partnerschaftsmonate nutzen möchte. Ist der Elterngeldbezug abgelaufen, können Sie beide für 4 Monate Teilzeit arbeiten und erhalten in dieser Zeit Elterngeld Plus. Damit können Sie insgesamt bis zu 28 Monate Elterngeld Plus erhalten. Für eine genaue Berechnung ist es empfehlenswert, sich direkt mit der Elterngeldstelle in Verbindung zu setzen oder unseren Elterngeldrechner zu verwenden.

Tipp: Sie können den Zeitraum für die Auszahlung Ihres Elterngeldes auch dann noch anpassen, wenn Sie den Antrag bereits eingereicht haben. Eine Anpassung ist dabei nur für die Monate möglich, die zukünftige Lebensmonate betreffen, also für Monate, in denen Sie noch keine Elterngeldzahlung erhalten haben.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema Elterngeld Partnermonate? Dann schreiben Sie uns einen Kommentar!

So erhalten Sie mehr Elterngeld!

Es gibt ein paar legale Tricks, sein Elterngeld zu maximieren. Wenn auch Sie davon profitieren möchten und mehr Elterngeld erhalten wollen, dann nutzen Sie unsere Beratung. Wir können für fast alle Eltern mehr rausholen!


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8 Kommentare
  1. Janine Richter sagt

    Hallo,

    wir hörten ich, als Mutter könnte 11 Monate Elterrnzeit nehmen und dadurch dem Partner einen Monat abgeben. Stimmt das. Mein Partner wechselt kurz vor der Geburt den Job und der neue Arbeitgeber möchte ihm keine 2 Monate gewähren.
    Bitte helfen Sie mit einer Antwort, wir müssen den Antrag bald einreichen.

    Janine Richter

    1. Elterngeld.de Team sagt

      Hallo Janine, nicht Elterngeld und Elternzeit verwechseln – das sind beides grundsätzlich verschiedene Dinge. Man kann auch nur einen Monat Elternzeit nehmen, „abgeben“ kann man diese jedoch nicht. Wenn dein Partner Elterngeld erhalten möchte, muss er dafür jedoch mindestens 2 Monate Elternzeit nehmen – das solltet ihr dabei bedenken.

  2. Jacqueline sagt

    Wie ist es denn wenn mein Mann auch 2 Monate Elterngeld nehmen möchte und ich die 12 Monate aber zu Hause bin geht’s? Und wie werden seine 2 Monate dann berechnet, da er winkend Einkommen hat.

    1. Elterngeld.de Team sagt

      Hi Jacqueline, ihr könnt auch parallel zu Hause bleiben. Es ist also kein Problem, wenn dein Mann seine 2 Monate während deiner Elternzeit nimmt. Wenn er in den 2 Monaten ein Einkommen hat, müsste man genau nachrechnen, welches Modell für ihn wirklich lohnt – das kann man so einfach leider nicht beantworten. Ich kann dir hierfür unsere Elterngeldberatung nahelegen, in der wir alle Konstellationen durchrechnen und für die meisten Kunden auch deutlich mehr Elterngeld herausholen können.

  3. Michél sagt

    Hallöchen !
    Unser Kind kommt vorraussichtlich am 29.12.18.
    Ich beantrage quasi Elternzeit beim Arbeitgeber ab 29.12.18 bis 29.01.19 und ab 15.12.19 bis 15.01.20.
    Liegt ja auch in den ersten 14 Lebensmonaten.
    Das Elterngeld würde dann exakt in diese Zeiträume fallen? Oder gäbe es da etwas zu beachten ?

    1. Elterngeld.de Team sagt

      Hallo Michél! Genau, du beantragst deine Elternzeit zunächst ab dem errechneten Geburtstermin.
      Für die Zeiträume in denen du auch Elterngeld beantragst, solltest du dich nach den Lebensmonaten deines Kindes richten, da ansonsten das Elterngeld möglicherweise gekürzt wird, weil du in der Zeit Einkommen hattest. Heisst, der Beginn deines zweiten Partnermonats sollte wenn möglich anhand des voraussichtlichen Geburtstermins gewählt werden. Du musst den zweiten Zeitraum auch jetzt noch nicht sofort bei deinem Arbeitgeber beantragen.

      Alles Gute,
      Yvonne von elterngeld.de

  4. Annika sagt

    Hallo, ich werde Alleinerziehend sein und möchte 12 Monate Elternzeit nehmen… der Vater des Kindes ist Student und wohnt in einer anderen Stadt. Ich werde auch das alleinige Sorgerecht haben. Nun ist er auf die Idee gekommen auch 2 Monate Elternzeit nehmen zu wollen…ist das überhaupt möglich, weil das Kind gar nicht bei ihm wohnt? Und wie soll das finanziell aussehen? Liebe Grüße Annika

    1. Elterngeld.de Team sagt

      Hallo Annika,
      als Vater des Kindes hat auch er Anspruch auf Elternzeit, wenn er in dieser Zeit dann mit dem Kind zusammen lebt und es selbst betreut. Wenn er als Vater mit dem Kind in dieser Bezugszeit (2 Monate am Stück oder 2x 1 Monat) bei dir mit wohnt, würde er Elterngeld bekommen, da eine häusliche Gemeinschaft besteht. Wenn er es in seinem Haushalt betreuen würde, wäre die Voraussetzung nicht erfüllt und in Bezug auf das alleine Sorgerecht von dir, könnte es hier zu Problemen kommen.

      In Bezug auf dich ginge dir dann Elterngeld „verloren“ bzw. du verlierst möglicherweise deinen steuerlichen Status „alleinerziehend“, der dir einen Mehranspruch von bis zu 8 Monaten Elterngeld bringen kann, solltest du länger als 12 Monate Elternzeit nutzen wollen und zum Beispiel nur in Teilzeit arbeiten.

      Alles Gute,
      Yvonne von elterngeld.de

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