Elternzeit verlängern

Wir zeigen genau, wie es geht und was zu beachten ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Anspruch auf Verlängerung der Elternzeit ist grundsätzlich gegeben
  • Verlängerung von einem Jahr auf zwei oder mehr Jahre Elternzeit muss durch den Arbeitgeber genehmigt werden
  • Verlängerung von zwei Jahren auf drei Jahren Elternzeit einfach möglich
  • Frist: Mindestens 7 Wochen vor Ablauf der Elternzeit verlängern

Bei der Planung der Elternzeit sind Sie davon ausgegangen, dass Sie nicht gleich die ganze Elternzeit nehmen möchten oder sogar recht schnell wieder arbeiten gehen wollen. Nun stellen Sie jedoch fest, dass Sie eigentlich viel lieber Ihren Nachwuchs noch ein wenig länger rund um die Uhr begleiten möchten. Sie haben die Möglichkeit, Ihre Elternzeit zu verlängern. Hier gibt es einige Punkte zu beachten.

Wem steht überhaupt Elternzeit zu?

Eltern haben grundsätzlich einen Anspruch auf Elternzeit, wenn ein Kind geboren wird, sie die Pflege eines Kindes übernehmen oder Nachwuchs adoptieren. Die wichtigste Voraussetzung ist, dass das Kind in Ihrem Haushalt lebt und Sie die Betreuung übernehmen. Sind die Vorgaben erfüllt, haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf Elternzeit. Dieser Anspruch beträgt insgesamt drei Jahre.

Sie können Ihre Elternzeit auf bis zu drei Teile splitten. Innerhalb der ersten drei Lebensjahre Ihres Kindes müssen 12 Monate Elternzeit genommen werden. Die restlichen 24 Monate können Sie in zwei weiteren Teilen bis zum 8. Geburtstag Ihres Kindes in Anspruch nehmen.

Elternzeit verlängern – was sind die Gründe?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Sie möglicherweise Ihre Elternzeit verlängern möchten. Viele Eltern entscheiden sich, nur ein Jahr zu pausieren und anschließend gleich wieder in den Beruf einzusteigen. In diesem Zeitraum können sich jedoch mehrere Punkte zeigen.

1. Sie erhalten keinen Kita-Platz oder keine Tagesmutter

Grundsätzlich haben Sie, wenn Sie in einem Angestelltenverhältnis sind, einen Anspruch auf einen Kita-Platz. Die Theorie und die Praxis unterscheiden sich teilweise jedoch stark. Zudem besteht eine Abhängigkeit zu den einzelnen Bundesländern. So werden Kita-Plätze in Berlin beispielsweise erst zum neuen Kita-Jahr vergeben, das im August oder September beginnt. Ist Ihr Kind aber beispielsweise im Januar geboren, müssten Sie es schon mit sechs Monaten oder erst mit 18 Monaten in die Kita bringen.

Nicht immer lässt sich auch wirklich ein Platz für die Betreuung finden. Dies kann also einer der Gründe sein, warum Sie Ihre Elternzeit verlängern möchten.

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2. Ihr Kind ist nicht bereit für die Fremdbetreuung

Auch das gibt es: Nicht jedes Kind ist nach einem Jahr bereit, in die Fremdbetreuung zu gehen. Neben möglichen Behinderungen, die eine Betreuung mit einem Jahr schwierig machen, sind auch einfach sensible Charaktere mit dieser Veränderung stark überfordert. Entscheiden Sie als Eltern sich also, Ihr Kind noch länger selbst zu betreuen, muss die Elternzeit verlängert werden.

Elternzeit verlängern

3. Sie möchten Ihre Elternzeit noch nicht beenden

Ein völlig legitimer Grund ist es auch, wenn Sie noch nicht bereit sind, Ihre Elternzeit zu beenden und Ihr Kind in die Betreuung zu geben. Auch dies merken manche Eltern erst während ihrer Zeit zu Hause. Vielleicht möchten Sie doch länger zu Hause bleiben, um die ersten Schritte zu erleben, sich beruflich neu zu orientieren oder einfach noch mehr Familienzeit zu genießen. Es steht Ihnen dann natürlich frei, die Elternzeit zu verlängern.

4. Der Wechsel der Elternzeit ist nicht möglich

Zahlreiche Eltern nutzen ein ähnliches System: Endet die Elternzeit der Mutter, geht der Vater in die Elternzeit. Nun kann es passieren, dass dieser Wechsel doch nicht mehr möglich ist und die Betreuung des Kindes nicht gewährleistet werden kann. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Sie sich scheiden lassen, trennen oder der Partner einen langen Krankenhausaufenthalt durchführen muss.

Der Einfluss des Arbeitgebers auf die Verlängerung der Elternzeit

Grundsätzlich ist bei der Verlängerung der Elternzeit zwischen zwei Szenarien zu unterscheiden:

1. Sie haben ein Jahr Elternzeit beantragt und möchten verlängern
In diesem Fall ist, laut § 16 Absatz 3 BEEG, die Zustimmung des Arbeitgebers notwendig. Dieser kann den Antrag also in dringenden Fällen auch ablehnen.

2. Sie haben zwei Jahre Elternzeit genommen und möchten verlängern
Haben Sie sich direkt für eine Elternzeit von zwei Jahren entschieden, können Sie die Verlängerung auf drei Jahre mindestens sieben Wochen vor Ablauf der ersten Elternzeit einreichen. Der Arbeitgeber muss in diesem Fall nicht noch gesondert seine Zustimmung geben.

Tipp bei Nachwuchs in der Elternzeit

Sollten Sie erneut schwanger werden und Elternzeit und Mutterschutzfrist sich überschneiden, sollten Sie Ihrem Arbeitgeber gegenüber schriftlich erklären, dass Sie zum Beginn der Mutterschutzfrist die Elternzeit unterbrechen. Wenn der Arbeitgeber zustimmt, kann man die übrige Elternzeit hinten wieder dranhängen. Ihr Vorteil: Sie erhalten dann in der Mutterschutzfrist den Zuschuss vom Arbeitgeber! Das sind in der Regel einige hundert bis tausend Euro Unterschied. Bemessungszeitraum für den Arbeitgeberzuschuss ist der Nettolohn der letzten 3 Monate vor ihrem ersten (!) Mutterschutz.

Das gehört in Ihren Antrag auf die Elternzeitverlängerung

Haben Sie sich entschieden und möchten Sie Ihre Elternzeit verlängern, so reichen Sie den Antrag auf Verlängerung bei Ihrem Arbeitgeber ein. Beachten Sie dabei die Frist: Der Antrag muss mindestens sieben Wochen vor dem Ablauf der ersten Elternzeit vorliegen.

Sie können ein formloses Schreiben verfassen. In diesem müssen Ihre Anschrift und die Anschrift des Arbeitgebers zu finden sein. Nutzen Sie einen Betreff und formulieren Sie hier direkt den Hinweis auf die Verlängerung. Anschließend benennen Sie in Ihrem Text Ihren Antrag auf die Verlängerung der Elternzeit und geben den Beginn und das Ende der Verlängerung an.

Sie können auch unser kostenloses Musterschreiben verwenden:

Lassen Sie sich den Eingang des Antrages schriftlich bestätigen. So können Sie sich bei Problemen darauf berufen, dass Sie die Frist eingehalten haben. Den Antrag per Fax oder Email einzureichen ist nicht zulässig.

Tipp: Haben Sie weniger als zwei Jahre Elternzeit eingereicht, hängt die Zustimmung zum Antrag von Ihrem Arbeitgeber ab. Hier kann es sinnvoll sein, rechtzeitig das Gespräch zu suchen, um eine für alle Seiten passende Lösung zu finden. So lange Sie sich noch offiziell in Elternzeit befinden, können Sie auch nicht gekündigt werden.

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