Elterngeld für Selbstständige

Was du unbedingt beachten musst und welche Optimierungsmöglichkeiten du hast.

Du bist schwanger, selbstständig und stellst dir die Frage, wie es mit der Zahlung von Elterngeld aussieht, wenn das Baby geboren ist? Die gute Nachricht vorab: Dir steht Elterngeld zu, wenn du dich nach der Geburt deines Kindes selbst um dieses kümmern möchtest. Dennoch ist gerade die Berechnung von Elterngeld für Selbstständige teilweise kompliziert und undurchsichtig. Wir zeigen dir in diesem Artikel die Möglichkeiten und Probleme.

Anspruch auf Elterngeld für Selbstständige

Auch wenn du selbstständig bist, kannst du Elterngeld erhalten, so lange du dein Kind nach der Geburt selbst betreust. Die Höhe ist abhängig von deinem Nettoeinkommen. Das Mindest-Elterngeld liegt bei 300 Euro, der Höchstbetrag bei 1.800 Euro.

Hast du ein Einkommen bis zu 1.200 Euro, dann erhältst du 67% deines Nettoeinkommens. Hast du ein Einkommen von über 1.200 Euro, sinkt der Betrag auf 65%. Wie viel dir genau zusteht, kannst du mit unserem Elterngeldrechner ausrechnen. Es ändert sich im Vergleich zu Angestellten jedoch der Bemessungszeitraum für das Elterngeld: Es werden nicht die letzten 12 Monate vor der Geburt zu Grunde gelegt, sondern das Einkommen im letzten abgeschlossenen Veranlagungszeitraum vor der Geburt deines Kindes. Beispiel: Für ein Kind, das im April 2017 geboren wurde, wird als Bemessungszeitraum für das Elterngeld also Januar bis Dezember 2016 zu Grunde gelegt.

Grundsätzlich stehen dir beim Basiselterngeld bis zu 14 Bezugsmonate (sofern auch dein Partner Elterngeld beantragt) zu. Mit dem Elterngeld Plus kannst du den Bezugszeitraum auf bis zu 28 Monate verlängern, wenn du die Partnermonate in Anspruch nimmst. Hier hast du die Möglichkeit, bis zu 4 Monate zusätzlich Elterngeld zu erhalten. Du hast insgesamt also die gleichen Rechte und Ansprüche wie auch Angestellte.

Wenn du keine Mutterschaftsleistungen erhältst, kannst du auch flexibel mit den Elterngeldmonaten anfangen. Du kannst auf Wunsch (im Gegensatz zu Angestellten) erst ab dem 3. Lebensmonat Elterngeld beantragen. Angestellte müssen zwingend immer ab Monat 1 Elterngeld beantragen und es wird mit den Mutterschaftsleistungen verrechnet.

Arbeiten während der Elternzeit – das sollte beachtet werden

Möchtest oder musst du in der Selbstständigkeit weiterhin arbeiten, dann ist dies auch dann möglich, wenn du Elterngeld beziehst. Die Arbeitszeit ist auf 30 Stunden pro Woche begrenzt. Es kann passieren, dass du diese auch nachweisen musst.

Zu beachten ist, dass dein Einkommen auf das Elterngeld angerechnet wird. Das heißt, es wird nach dem Bezugszeitraum noch einmal neu berechnet und es kann passieren, dass du hier einen Teil des Elterngeldes zurückzahlen musst. Anrechnungsfähig ist der Gewinn, den du während der Elternzeit gemacht hast. Die Elterngeldstelle möchte hier eine genaue Auflistung über die Einnahmen in den Bezugsmonaten. Wichtig ist dabei der Eingang des Geldes, das sogenannte Zufluss-Prinzip und nicht der Zeitpunkt, zu dem es verdient wurde, sofern du dein Einkommen mit einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung nachweist. Es gilt hingegen das Realisations-Prinzip, wenn du dein Einkommen mit einer Bilanz nachweist. Sprich hierzu am besten deinen steuerlichen Berater an.

Interessant ist für dich in der Selbstständigkeit möglicherweise das Elterngeld Plus. Hier kannst du den Bezugszeitraum auf bis zu 28 Monate verdoppeln. Pro Monat wird dann nur der halbe Elterngeldbetrag gezahlt. In der Gesamtberechnung kann sich dies positiv auf die kompletten Elterngeldzahlungen auswirken.

Wie auch bei Angestellten bietet Elterngeld Plus den Vorteil, dass das Elterngeld bis zu einem gewissen Grad bei einem fortlaufenden Verdienst nicht gekürzt wird. Näheres dazu erfährst du im Artikel über Elterngeld Plus.

Wichtig zu wissen ist, dass die Elterngeldstelle nachprüfen darf, ob du wirklich nur 30 Stunden wöchentlich arbeitest. In diesem Fall musst du einen Stundennachweis schreiben. Diese Vorgabe kannst du von Beginn an erhalten. Frag bei der Elterngeldstelle nach, wie dies dort gehandhabt wird.

Tipp:

Wenn du während des Elterngeldbezugs weiterhin arbeitest, macht es in vielen Konstellationen Sinn, sich das Elterngeld Plus anzuschauen. Rechne genau durch, ob du damit mehr Elterngeld bekommst. Du kannst auch Elterngeld und Elterngeld Plus frei miteinander kombinieren.

Diese Optimierungsstrategien gibt es für Selbstständige

Dir stehen für dein Elterngeld und die Elternzeit verschiedene Strategien zur Verfügung, wenn du selbstständig bist. Welche der Strategien zu deinem aktuellen Lebensmodell passt, hängt auch davon ab, welchem Beruf du nachgehst. Dennoch kann es hilfreich sein, die verschiedenen Optionen zu kennen:

1. Nur den Mindestbetrag in Anspruch nehmen

Kannst du während der Elternzeit gar nicht aus dem Beruf aussteigen und möchtest dir nicht den Aufwand mit den Berechnungen machen, hast du die Möglichkeit, ausschließlich den Mindestbetrag in Anspruch zu nehmen. Dieser liegt bei 300 Euro pro Monat. Entscheidest du dich für die Auszahlung der 300 Euro, dann brauchst du keinen Nachweis über dein Einkommen erbringen und hast somit keinen weiteren Aufwand. Sinnvoll ist dies dann, wenn du durch dein Unternehmen beispielsweise hohe Gewinne hast oder auch als Freiberufler während der Elternzeit weiter so viel verdienst, dass dir generell nicht mehr Elterngeld zustehen würde. Allerdings wird der Mindestbetrag nicht gezahlt, wenn du pro Woche mehr als 30 Stunden arbeitest. In diesem Fall hast du grundsätzlich keinen Anspruch auf die Zahlung von Elterngeld.

2. Den Elterngeldbezug unterbrechen

Eine sehr sinnvolle Variante kann es sein, den Bezug von Elterngeld zu unterbrechen. Du hast die Möglichkeit, 14 Monate das Basiselterngeld in Anspruch zu nehmen. Wann und wie du diese 14 Monate aufteilst, hängt dabei von dir ab. Es besteht die Option, erst einmal ein paar Monate Elterngeld zu beziehen und dann eine Pause zu machen. Dies gibst du auf deinem  Elterngeldantrag an. Dort kannst du die Zeiträume benennen, in denen du Elterngeld beziehen möchtest. Denkbar wäre es, die ersten vier Lebensmonate des Kindes das Elterngeld zu beziehen und dann eine Pause von zwei Monaten zu machen. Anschließend kannst du wieder für sechs Monate oder auch über eine andere Zeitspanne das Elterngeld erhalten.

Warum lohnt sich diese Strategie? Kannst du abschätzen, dass du innerhalb der ersten 14 Lebensmonate deines Kindes Zahlungseingänge in einigen Monaten haben wirst oder hast du die Möglichkeit, die Rechnungsstellung anzupassen, werden die Einkünfte nicht angerechnet, so lange diese nicht in den Monaten des Elterngeldbezugs auf dein Konto eingehen.

Ein Beispiel: Dein Kind wird im Januar geboren und du erwartest im April die Zahlung einer großen Rechnung. Nimm nun für die ersten drei Lebensmonate das Elterngeld in Anspruch und pausiere es dann im April. Du kannst ab Mai wieder Elterngeld erhalten. Die Einkünfte werden dadurch nicht auf die Zahlungen angerechnet und du musst kein Elterngeld zurückerstatten.

Zudem profitierst du davon, weiter für deine Kunden arbeiten zu können, auch während der Elternzeit. Für einige Kunden ist das sicher wichtig.

3. Einkommen im Jahr vor der Geburt erhöhen

Für die Berechnung deines Elterngeldes als Selbstständiger wird der Steuerbescheid des Jahres vor der Geburt des Babys genutzt. Planst du ein Kind, dann kannst du in dem Jahr für die Berechnung bereits dein Einkommen erhöhen. Gerade in der Selbstständigkeit wird dieses meist möglichst gering gehalten, damit die Steuerlast nicht so hoch ausfällt. Nun möchtest du ein möglichst hohes Jahreseinkommen erzielen, damit du auch ein hohes Elterngeld erhalten kannst. Im Grunde geht es nur um die Verschiebung von Einnahmen und Ausgaben.

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Ausgaben noch einmal zu prüfen, wenn das Wirtschaftsjahr vielleicht schon beendet ist, du allerdings noch keine Steuererklärung gemacht hast. In Absprache mit dem Steuerberater kann hier vielleicht noch etwas gemacht werden. Lohnenswert ist es dann, wenn die Steuerersparnis höher ausfallen würde, als die Erhöhung des Elterngeldes.

Eine Erhöhung des Einkommens erwirkst du übrigens nicht, wenn du die Steuerklasse wechselst. Dies bringt in der Selbstständigkeit gar nichts, denn hier wird durch die Elterngeldstelle immer die Steuerklasse 4 als Grundlage genommen.

4. Antrag auf Änderung des Bemessungszeitraums

Es kann hilfreich sein, den Bemessungszeitraum zu ändern, dafür ist jedoch ein Antrag bei der Elterngeldstelle notwendig. Hierbei handelt es sich um Ausklammerungstatbestände, die verschiedene Gründe haben können, wie eine längere Krankheit. Allerdings ist es notwendig, dafür die Nachweise zu erbringen. Daher ist es nur sinnvoll, wenn du wirklich für einen bestimmten Zeitraum während des eigentlichen Bemessungszeitraums gar nicht oder nur weniger arbeiten konntest und so einen geringeren Verdienst hattest. Dann wäre der Veranlagungszeitraum davor der Bemessungszeitraum und somit maßgeblich für die Berechnung des Elterngeldes.

5. Verdienst bei Beantragung angeben

Du kannst beim Elterngeld dazuverdienen, musst jedoch nach Ablauf des Bezugszeitraums nachweisen, wie hoch dein Zuverdienst war. Die Elterngeldstelle wird von Selbstständigen eine Aufstellung der Einnahmen fordern, teilweise wird auch nach dem aktuellen Steuerbescheid gefragt, wenn dieser schon vorliegt. Du hast die Möglichkeit, bereits bei der Beantragung anzugeben, dass du dazuverdienen wirst. Dein Elterngeld wird dann reduziert und unter Vorbehalt gezahlt. Dir geht jedoch kein Elterngeld verloren! Verdienst du doch weniger als angegeben, erhältst du eine Nachzahlung. Es kann sein, dass sich die Elterngeldstelle nicht mit einer geschätzten Angabe auf dem Papier zufriedengibt. Vielleicht wirst du aufgefordert, nachvollziehbar darzustellen, wie du auf den angegebenen Zuverdienst kommst. Dies ist beispielsweise möglich, wenn du auf ein bevorstehendes Projekt verweist.

Nach dem Bezugszeitraum wirst du durch die Elterngeldstelle aufgefordert, eine Aufstellung deines Verdienstes einzureichen. Nun gibt es zwei Szenarien:

a) Du hast in den Monaten mehr verdient
Hast du mehr verdient als angegeben, wird dies aus deiner Aufstellung hervorgehen. Abhängig von der Elterngeldstelle wird der Mehrverdienst entweder auf die einzelnen Monate gerechnet oder für den gesamten Bezugszeitraum genommen und durch die Anzahl der Bezugsmonate geteilt. Dies solltest du bereits vor dem Antrag erfragen und im Zweifelsfall lieber direkt einen höheren Zuverdienst angeben.

Beispiel: Du hast angegeben, einen monatlichen Zuverdienst von 500 Euro zu haben. Dir bleibt ein Anspruch von 1.000 Euro Elterngeld. Hast du nun in zwei Bezugsmonaten statt 500 Euro 1.500 Euro erhalten, sinkt dein Anspruch auf den Mindestbetrag von 300 Euro. Du musst 700 Euro zurückzahlen, wenn die Elterngeldstelle monatlich abrechnet. Wird jährlich gerechnet, erfolgt eine Teilung der 3.000 Euro durch den Bezugszeitraum. Bei 10 Bezugsmonaten wird davon ausgegangen, dass du statt 500 Euro ein Einkommen von 800 Euro hattest. Du zahlst im Schnitt 200 Euro pro Monat zurück. Über 10 Monate gesehen wären dies 2.000 Euro, bei der monatlichen Abrechnung müsstest du nur 1.400 Euro zurückzahlen. Sprich diese Thematik also vorher bei der Elterngeldstelle an und frag nach, wie die Berechnung erfolgt.

b) Du hast in den Monaten weniger verdient
Hast du über den Bezugszeitraum hinweg weniger verdient als angegeben, dann wird die Elterngeldstelle dir den Differenzbetrag nachzahlen.

Elterngeldberechnung bei Mischeinkünften – selbstständig und angestellt

Bist du nicht nur selbstständig, sondern auch angestellt, dann wird von sogenannten Mischeinkünften gesprochen. Für die Berechnung deines Elterngeldes ist in diesem Fall der Bemessungszeitraum ebenfalls das Wirtschaftsjahr vor der Geburt des Kindes. Hier musst du nachweisen, wie hoch die Einkünfte aus der selbstständigen und der nichtselbstständigen Arbeit waren. Dies gilt auch dann, wenn du im Jahr der Geburt vielleicht kein Gewerbe mehr hast oder nicht mehr selbstständig bist. Es gibt selbst dann keine Ausnahme, wenn du im Jahr der Geburt deines Kindes ein höheres Einkommen hast.

Elterngeld-Trick:

Diesen Umstand kann man sich natürlich auch zu Nutze machen: Wenn dein Kind im August 2017 geboren wird und du im Jahr 2016 deutlich mehr Gehalt bezogen hast, als in den letzten 12 Monaten, könntest du ein Nebengewerbe anmelden. Allein dadurch verschiebt sich der Bemessungszeitraum auf 2016 und du kannst mit einem höheren Elterngeld rechnen. Du solltest das Nebengewerbe jedoch nicht ausschließlich zu diesem Zweck betreiben, dann wäre es nicht legal.

Mutterschaftsgeld erhalten – rechtzeitig Krankenversicherung kontaktieren

Dachtest dubisher, dass du in der Selbstständigkeit kein Mutterschaftsgeld erhalten kannst, dann erfährst du hier einen hervorragenden Tipp: Wenn du in der gesetzlichen Krankenkasse freiwillig versichert bist, kannst du den Zusatzbeitrag zu deinen Tarif buchen. Das ist auch rückwirkend möglich. In diesem Fall musst du eine Nachzahlung leisten. Diese ist jedoch in der Regel geringer als das Mutterschutzgeld sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt. Dieses wird auf der Basis deines Einkommens aus den letzten 12 Monaten berechnet.

Abschließender Tipp: Du kannst die Elternzeit nutzen, um von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln, wenn du dies schon lange machen wolltest. Melde dich in der Familienversicherung an, wenn du während der Elternzeit kein Einkommen hast und dein Partner in der gesetzlichen Krankenversicherung ist. Nach der Elternzeit kannst du dann in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben. Dies ist teilweise deutlich günstiger in der Selbstständigkeit und sorgt dafür, dass du mehr Geld auf dem Konto hast.

Hast du weitere Fragen zum Thema Elterngeld für Selbstständige? Dann schreib uns einen Kommentar!

Achtung: Viele Eltern machen Fehler beim Elterngeld!

Unserer Einschätzung nach sind 85% der Elterngeldanträge fehlerhaft. Die Folge: Eltern bekommen weniger Geld, weil sie ihre Möglichkeiten nicht ausschöpfen oder warten monatelang auf die Zahlung. Wie ihr beide Probleme vermeiden könnt, erfahrt ihr in unserem Elterngeld-Onlinekurs oder in einer persönlichen Elterngeldberatung.


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14 Kommentare
  1. Berna sagt

    Ich habe gelesen das man als selbständige mindestens 2 Monate Max 12 bzw 14 in Anspruch nehmen kann.

    Meine Frage wäre wie ist es den wenn ich 2 Monate in Anspruch nehme werden dann die verbliebenen 10 Monate auch in den 2 Monaten ausgezahlt oder verzichtet man dann auf den rest?

    1. Elterngeld.de Team sagt

      Hallo Berna,

      dir stehen grundsätzlich die 12 Monate Basiselterngeld oder 24 Monate Elterngeld Plus zu. Allerdings verfallen sie, wenn du sie nicht in Anspruch nimmst. Eine Auszahlung der kompletten Monate vorzeitig ist nicht möglich. Evtl. wäre es für dich eine Option, auf Elterngeld Plus zu gehen und die Selbstständigkeit auf maximal 30 Stunden zu reduzieren? Es würde dann zwar eine Anrechnung stattfinden, aber es könnte sich immernoch lohnen. Bei Selbstständigen empfehlen wir dringend unsere Elterngeldberatung, weil man durch kleine Hebel da sehr viel bewirken kann. Der Gestaltungsspielraum ist hier sehr hoch!

      Meld dich gern, wenn du Interesse hast!

  2. Jenny sagt

    Hallo,

    Ich bin selbständig. Mein Sohn wurde im April 2017 geboren. Ich habe bis Juli 2018 Basiselterngeld und Elterngeld plus bezogen. Nun erwarte ich mein zweites Kind.

    Auf dem Antrag steht, dass ich den Bemessungszeitraum verschieben kann, wenn ich Elterngeld für mein Vorkind, allerdings bis zum 14. Lebensmonat, bezogen habe.

    Wie genau ist das zu verstehen?

    1. Yvonne von Elterngeld.de sagt

      Hallo Jenny,
      normalerweise ist für dich als Selbständige das letzte abgeschlossene Veranlagungsjahr vor der Geburt die Bemessungsgrundlage. Da du wahrscheinlich aufgrund des älteren Kindes weniger oder sogar gar nicht gearbeitet hast, kannst du beantragen, dass das Jahr davor als Bemessungsgrundlage herangezogen wird, um ein höheres Elterngeld erhalten zu können. Es ist ein sogenannter Ausklammerungstatbestand.

      1. Jenny sagt

        Daa heißt, ich könnte auch 2016 als Bemessungsjahr beantragen, da ich 2017 und 2018 Elterngeld bezogen habe?

        1. Yvonne von Elterngeld.de sagt

          das ist korrekt.

          1. Jenny sagt

            Wie verhält es sich, wenn ich beim zweiten Kind 24 Monate Elterngeld beziehe (also von März 2019 bis März 2021) und ein drittes Kind mit Entbindungstermin im Jahr 2022 plane

            Kann ich dann 2017 bis 2021 ausklammern , sodass ich auch dann 2016 als Bemessungsjahr beantragen kann? Oder spielen hier die 14 Lebensmonate des Vorkindes eine Rolle?

          2. Yvonne von Elterngeld.de sagt

            Der Bemessungszeitraum kann auf Antrag verschoben werden, wenn du, im letzten abgeschlossenen Veranlagungszeitraum vor der jeweiligen Geburt, Elterngeld für ein älteres Kind in dessen ersten 14 Lebensmonaten erhalten hast.

  3. Jenny sagt

    Das heißt, ich kann 2017 bis 2021 ausklammern, sollte ich 2022 ein drittes Kind bekommen?

    1. Yvonne von Elterngeld.de sagt

      Nach aktuellem Rechtsstand wenn du weiterhin selbständig bist und wenn jeweils Elterngeld für ein älteres Kind bis zu seinem 14 Lebensmonat bezogen wurde ja.

  4. Ella sagt

    Guten Tag,
    ich bin selbstständig und arbeite seit der Geburt meines Kindes Juli 2107 nicht.
    Ein Kunde, dessen Zahlung bereits seit einem über Jahr aussteht und gegen den ich vor einiger Zeit anwaltlich vorgegangen bin hat
    nun gezahlt und ich wollte fragen ob das Auswirkungen auf das Elterngeld hat weil ich ja nun einen Zahlungseingang auf meinem Geschäftskonto habe.
    Dieser Job wurde gemacht bevor ich überhaupt schwanger war und hätte auch schon lange vor Anfang der Elternzeit bezahlt werden müssen.
    Vielen Dank

    1. Yvonne von Elterngeld.de sagt

      Hallo Ella,
      das kommt ein wenig drauf an ob du eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung erstellst oder eine Bilanz. Ich gehe mal von ersterem aus, das bedeutet, dass das sogenannte Zuflussprinzip gilt. D. h. auch wenn für eine Leistung gezahlt wurde die weit zurückliegt, wird sie für deine Steuererklärung erst jetzt berücksichtigt, bei Zahlungseingang im Bezugszeitraum. Es kann also dazu kommen, dass dein Elterngeld gekürzt wird. Du solltest das der Elterngeldstelle melden.

      1. Ella sagt

        …dann bin ich ja doppelt benachteiligt weil mir dieses Geld letztes Jahr fehlte um die Höhe des Elterngeldes zu berechnen und dieses Jahr wird mir dieses auch noch gekürzt?

        1. Yvonne von Elterngeld.de sagt

          Vermutlich ja, es kommt ein wenig auf die Höhe des Elterngeldes an und auf die Höhe des Zahlungseingang. Da du dich jedoch im Elterngeld Plus Bezug befindest, findet eine Anrechnung nicht ab dem ersten Euro statt. Halte am besten einmal Rücksprache mit deiner Elterngeldstelle.

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