Böses Erwachen: Elterngeld und Mischeinkünfte

Ein aktueller Bericht vom MDR greift ein Problem auf, das wir in der Praxis auch häufiger erleben: Die Bedeutung und Auswirkung von Mischeinkünften auf das Elterngeld ist vielen einfach nicht bewusst. Wir zeigen anhand eines Beispiels die Auswirkungen.

Klassisches Beispiel aus der Praxis

Herr und Frau Müller bekommen im August 2018 ein Kind. Beide waren in den 12 Monaten vor der Geburt voll berufstätig und haben ein Nebengewerbe angemeldet, das jedoch kaum Gewinne abwirft – 2-3 Rechnungen über 20 Euro schreiben sie im Jahr, mehr nicht.

Normalerweise würde man für die Berechnung des Elterngeldes nun die letzten 12 Kalendermonate vor dem Monat der Geburt heranziehen. Bei der Frau würden die 12 Monate vor Beginn des Mutterschutzes herangezogen werden.

In dem Fall sieht es jedoch anders aus: Da beide Partner ein Gewerbe angemeldet haben, verlagert sich der Bemessungszeitraum auf das Wirtschaftsjahr 2017, also Januar bis Dezember 2017.

Wenn beide Partner im Jahr 2017 das gleiche Gehalt bezogen haben, ergeben sich keine Nachteile. Schlecht wird es jedoch, wenn sie in diesem Zeitraum entweder weniger oder gar kein Gehalt bezogen haben. Dann fällt die Elterngeldzahlung deutlich geringer aus.

Mischeinkünfte zur Elterngeldoptimierung nutzen

Man kann den Spieß jedoch auch umdrehen und ein Gewerbe anmelden, um den Bemessungszeitraum gezielt zu verschieben. Das macht zum Beispiel dann Sinn, wenn im vergangenen Wirtschaftsjahr die Einkünfte deutlich höher waren als in den letzten 12 Monaten vor der Geburt. Allerdings muss man hier genau aufpassen, denn es lauern auch da Stolperfallen. Das Gewerbe darf rein rechtlich nicht ausschließlich dazu angemeldet werden, um das Elterngeld zu erhöhen, sondern es muss mehr dahinter stecken.

Wir helfen Ihnen gern bei der Elterngeldoptimierung. Schauen Sie sich dazu unsere Elterngeldberatung an und wir holen mehr für Sie raus!

Was die Politik ändern sollte

Für das Problem gäbe es eine einfache Lösung: Es sollte eine Günstigerprüfung bei Mischeinkünften eingeführt werden, damit Eltern in diesem Fall zumindest keinen finanziellen Nachteil zu fürchten haben. Eine solche Günstigerprüfung gibt es bereits beim Kindergeld und dem Kinderfreibetrag.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema Elterngeld und Mischeinkünfte? Dann schreiben Sie uns einen Kommentar!

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  • Also wenn ich jetzt schwanger werden würde und fiktiv das Baby im September nächsten Jahres zur Welt kommen würde, Lager der Bemessungszeizraum ja von September 2018 bis August 2019. Ich war in 2018 bis 31.10. selbstständig bzw. freiberuflich tätig, ab dem 01.11.2018 habe ich unter Aufgabe meiner Selbstständigkeit eine Arbeit in einer festen Anstellung aufgenommen.
    Wenn ich es richtige verstehe, würde in diesem Fall der Bemessungszeitraum das Wirstschaftsjahr 2018 sein, also mit meiner Selbstständigkeit mein Einkommen entsprechend Einkommenssteuerbescheid, richtig?
    Das wäre mir auch sehr recht, denn dort habe ich deutlich mehr verdient, als in der Festanstellung. Danke für eine Rückmeldung.
    NiKaZe

    • Hallo NiKaZe,
      ja das ist richtig, Bemessungszeitraum wäre das Veranlagungsjahr vor der Geburt, sprich 2018. Der Einkommensteuerbescheid 2018 wäre als Nachweis bei der Elterngeldstelle mit dem Antrag einzureichen.

  • Ich habe eine Frage,

    Wie sieht es bei Mischeinkünften nach Geburt aus?
    Laut Informationen dieser Seite wird ein mittels EÜR nachgewiesener Gewinn aus selbständiger Tätigkeit auf die Bezugsmonate verteilt, dh als Durchschnitt angerechnet. Ein Zuverdienst aus nicht selbständiger Tätigkeit wird in dem jeweiligen Bezugsmonate angerechnet, indem er anfällt.
    Was ist aber, wenn man nach der Geburt beide Einkomnensarten zusammen treffen, ist es dann seitens der Elterngeldstelle zulässig, beide Einkommen zusammen zu zählen und auf die Monate zu verteilen, oder muss jeder Bezugsmonate für sich gerechnet werden?

    • Hallo Maike,
      gemäß der Richtlinien zum BEEG werden alle Einkunftsarten im Bezugszeitraum zusammengerechnet und durch die Anzahl der Bezugsmonate geteilt (vgl. 2.3.1.1.3). Zu beachten ist jedoch, dass die Ermittlung der verschiedenen Einkünfte vorher bereits, in Bezug auf die Lebensmonate, auf bestimmte Weise erfolgt (vgl. 2.3.1.1.2).

  • Toller Artikel, leider für uns zu spät. Wir sind über genau das gestolpert, da meine Frau noch ein Gewerbe (mit 0 EUR Einkommen!) angemeldet hatte. Das Amt kennt da kein Erbarmen und hat als Bemessungszeitraum das Wirtschaftsjahr vor Geburt statt der letzten 12 Monate gewählt. Wir haben sogar gegen geklagt und verloren. Aufgrund von Arbeitslosigkeit in dem Jahr vor Geburt ist uns eine Menge Geld verloren gegangen.
    Den Tipp mit Gewerbe anmelden hatte ich mir auch schon überlegt, falls das mal vorteilhaft werden könnte. Macht halt nur Sinn, wenn man in den 12 Monaten vor Geburt weniger verdient hat als im letzten Jahr.

  • Hallo, ich hatte eigentlich vor, jetzt ein Gewerbe anzumelden, um mir vor und auch nach der Geburt etwas dazu zu verdienen (erwarte mein Kind im Februar 2020). Ich bin ansonsten fest angestellt. Verstehe ich das richtig, dass ich davon lieber absehen sollte? Würde dann in meinem Fall das Wirtschaftsjahr 2019 oder gar 2018 herangezogen? Danke vielmals für die Antwort!

    • Hallo Katharina,
      das hast du richtig verstanden. Bei Mischeinkünften oder nur Einkünften aus gewerblicher/selbstständiger Tätigkeit verschiebt sich der Bemessungszeitraum auf das Kalenderjahr vor der Geburt. Auch im Bezugszeitraum sind einige Dinge zu beachten, um zu verhindern, dass das Elterngeld gekürzt wird, wenn weiterhin Einnahmen aus der Selbstständigkeit fließen während des Elterngeldbezuges.
      Bei reiner Angestelltentätigkeit gelten die 12 Monate vor Beginn des Mutterschutzes als Bemessungszeitraum.

  • Hallo,
    Am Anfang des Jahres 2020 wird mein Kind geboren. Ich habe einen Hauptjob und einen Nebenjob (Selbständigkeit), dann gilt für mich das Wirtschaftsjahr 2018. Die Selbstständigkeit wirft noch keinen Gewinn ab.
    Wie wirkt sich der Verlust auf mein Elterngeld aus? Kann man da eine pauschale Aussage abgeben?
    Ich freue mich auf eine Rückmeldung.
    Im Voraus vielen Dank
    Mit freundlichen

    • Hallo Victoria,
      bei Mischeinkünften wie bei dir, zählt das Kalenderjahr vor der Geburt, also das Jahr 2019 (nicht 2018). Wenn deine Nebentätigkeit bisher keinen Gewinn abwirft, dann geht diese Tätigkeit mit Null Euro in die Berechnung ein. Beachte jedoch unbedingt in der Bezugsphase die Besonderheiten bei einer Selbstständigen Tätigkeit.

  • Hallo,
    das mit dem Bemessungszeitraum bei Mischeinkünften ist ja relativ verständlich, aber welche Einkünfte werden für die Berechnung zu Grunde gelegt? Beide Einkommen oder nur das Ua selbstständiger Arbeit?
    Vielen Dank!

    • Hallo Fabio,
      Mischeinkünfte bestimmen einen anderen Bemessungszeitraum. In diesem Bemessungszeitraum zählen dann alle Einkunftsarten in dieser Zeit bis auch Einkünfte aus Kapitalvermögen und Vermietung und Verpachtung.

  • Ich erwarte mein 2. Kind im Januar 2020. Ich bin aktuell in Elternzeit und werde einen Monat vor der Geburt nochmal arbeiten gehen Angestelltenverhältnis). Nun spiele ich mit dem Gedanken ein Nebengewerbe anzumelden um im Weihnachtsgeschäft die Familienkasse aufzufüllen. Habe aber Bedenken wegen des Bemessungszeitraumes für die Berechnung. Wenn durch die Mischeinkünfte , ich wie selbstständig zähle, verstehe ich das so, dass das Kalenderjahr 2019 als Grundlage zählt. Aber für dieses liegt mir doch vor April oder sogar noch später kein Einkommenssteuerbescheid vor. Gibt es da eine Regelung?

    • Hallo Ulla,
      das ist korrekt, dass im Falle einer Selbstständigkeit (auch im Nebenerwerb), das Jahr vor der Geburt für die Berechnung des Elterngeldes herangezogen wird. Der Steuerbescheid ist zwar die Bemessungsgrundlage, jedoch wird bei Selbstständigkeit das Elterngeld nur vorläufig gezahlt, was zunächst auch anhand einer Auswertung vom Steuerberater berechnet werden kann. Den endgültigen Steuerbescheid kannst du dann später vorlegen. Nach dem Bezug des Elterngeldes wird dann noch einmal der Bemessungszeitraum und der Bezugszeitraum geprüft und das Elterngeld entsprechend final berechnet. Möglicherweise kommt es dann zu einer Nachzahlung an dich oder du musst etwas zurückzahlen. Besonders im Bezugszeitraum gibt es einiges zu beachten, wenn du weiterhin Einnahmen hast.

  • Hallo zusammen, wir haben im November 2018 unser erstes Kind bekommen. Der Mutterschutz endete Ende Dezember 2018 und seitdem beziehen wir Elterngeld (bis Anfang November). Angemeldete Elternzeit ist zunächst zwei Jahre, ggf. würde ich aber wieder nach ca. 1 Jahr in Teilzeit arbeiten gehen. So im Mai 2020 erwarten wir nun unser zweites Kind. Nach meinem Verständnis würde für die Elterngeldberechnung des 2. Kindes, wenn ich sowohl in 2019, als auch in 2020 noch Einkünfte aus einer Selbstständigkeit generiere, unabhängig davon ob ich noch in Teilzeit arbeiten gehen, als Bemessungsgrundlage der Zeitraum vor der Geburt des ersten Kindes herangezogen werden. Ist mein Verständnis an dieser Stelle korrekt??

    • Hallo Elisabeth,
      bei Selbstständigen bzw. Mischeinkünften zählt das Kalenderjahr vor der Geburt als Bemessungszeitraum. Wenn du in diesem maßgeblichen Kalenderjahr dann Elterngeld für ein älteres Geschwisterkind bezogen hast (längstens bis zum 14. Lebensmonat) dann wird dieses Kalenderjahr übersprungen und ein älteres herangezogen. Dies ist, wie du schreibst unabhängig davon ob du in Teilzeit noch arbeitest jetzt oder nicht.

  • Hallo, ich bekomme im Januar 2020 mein erstes Kind. Im Februar 2019 hatte ich einen Unfall und habe ab April bis August 2019 Krankengeld bezogen. Bei der Berechnung des Elterngelds gehen diese Monate mit 0€ ein. Schon alleine diese Tatsache finde ich mehr als unfair!! Daher wäre es für mich besser den Berechnungszeitraum auf 2018 zu verlegen. Geht das wenn ich jetzt ein Gewerbe anmelde oder muss zu diesem Zeitpunkt ein Gewerbe angemeldet gewesen sein? Bei längerer Krankheit kann der Berechnungszeitraum wohl um ein Jahr nach hinten geschoben werden, Voraussetzung man hat ein Gewerbe. Stimm das? Wenn die Gesetzgebung nicht so schwachsinnig wäre, müsste man sich darüber keine Gedanken machen.

    • Hallo Judy,
      das ist korrekt, dass diese Monate mit Null in die Berechnung eingehen. Um den Bemessungszeitraum in das Kalenderjahr vor der Geburt verlegen zu können, müsste eine Selbstständigkeit vorliegen. Diese kann während der Schwangerschaft z.B. aufgenommen werden. Es reicht nicht aus, z.B. einfach ein Gewerbe anzumelden. Diese Tätigkeit muss nachhaltig betrieben werden. Weiterhin hat es Konsequenzen für den Bezugszeitraum. Wende dich am besten einmal an unsere Elterngeldberatung.

  • Hallo Judy,
    ich arbeite derzeit Teilzeit in Elternzeit (ohne Elterngeldbezug) und habe von August 2018 bis August 2019 Elterngeld bezogen. Würde ich nun in 2020 ein Kind bekommen und in 2019 und 2020 ein Kleingewerbe anmelden, würde sich der Berechnungszeitraum dann in das Kalenderjahr 2017 verlagern oder von Juli 2017-Juli 2018 (Mutterschaftsgeld ab Juli 2018)?

    • Hallo Sarah,
      wenn du ein Kleingewerbe hast, dann ist der Bemessungszeitraum das Kalenderjahr (Januar – Dezember) vor der Geburt. Kalenderjahre in denen du Elterngeld für ein älteres Geschwisterkind bekommen hast, bis zum 14. LM maximal, werden dabei übersprungen und ein früheres Jahr als Bemessungsgrundlage genommen.

  • Hi Zusammen,

    genau über den oben dargestellten Fall ist meine Frau nun gestolpert.

    Selbstständige Tätigkeit in 2018 mit ganzen EUR 156!! Gewinn. Sonst kein weiteres Einkommen. Gewerbe Ende 2018 beendet und ab Oktober 2018 Festanstellung mit deutlich mehr Einkommen.

    Geburt unser Kleinen Ende Oktober 2019. Wenn 2018 als Bemessungszeitraum herangezogen wird, ist das ein immenser Nachteil für uns.

    Sind nun dabei, den Antrag auszufüllen und überlegen schon, die „Selbstständigkeit“ einfach zu verschweigen.

    Gibt es Erfahrungen, wie man diese Situation noch retten kann?

    VG
    Henri

    • Hallo Henri,
      da deine Frau das Gewerbe bereits beendet hat, gibt es m. E. keine Möglichkeit mehr den Bemessungszeitraum auf Basis eines Urteils (BSG, Urteil vom 17.1.2011, Az. B 10 EG 1/10 R) zu verschieben. Nach dem Elterngeldgesetz ist der Bemessungszeitraum das Kalenderjahr vor der Geburt. Ihr könnt dennoch in einem separaten Schreiben die Situation erläutern. Wichtig ist hier zu sagen, was sich genau verändert hat im Vergleich zur Selbstständigkeit (Arbeitsstunden und Entgelt).
      Eine Tatsache zu Verschweigen ist eher ungünstig und führt dazu, dass ihr zu viel erhaltenes Elterngeld zurückzahlen müsst. Zudem ist es eine Ordnungswidrigkeit und kann euch zusätzlich bis zu 2.000 Euro Bußgeld kosten. Wenn es vorsätzlich war, ist damit zu rechnen, dass es in voller Höhe festgesetzt wird.

  • Ich habe eine Frage:
    Wenn mein 1. Kind 10/2018 geboren ist, ich 11/2019 ein Gewerbe anmelden würde, müsste das nächste Kind dann 2020 geboren werden, um als Bemessungsgrundlage dann das Wirtschaftsjahr 2017 angerechnet zu bekommen? Oder ist es nicht so einfach, „mal eben“ ein Gewerbe anzumelden, nur um den Zeitraum zu ändern?
    Danke schon im Voraus für Ihre Antwort.

    • Hallo Susanne,
      liegt ein Gewerbe vor, kann der Bemessungszeitraum verschoben werden. Diese Verschiebung bzw. Ausklammerung findet für die Jahre statt, in denen du Elterngeld bis längstens zum 14. LM des älteren Geschwisterkindes bekommen hast. Deine genannte Berechnung wäre somit korrekt. Es reicht jedoch nicht aus, einfach ein Gewerbe anzumelden. Um zu erfahren, was es bezüglich eines Gewerbes alles zu beachten gibt, welche Rechte und Pflichten sich daraus ergeben, kontaktiere dazu bitte einen Steuerberater.

  • Hallo, genau dieser Fall ist nun auch bei mir eingetroffen. Es bedeutet für mich, min. 200€ weniger Elterngeld pro Monat. Kann ich dies mit dem genannten BSG, Urteil vom 17.1.2011, Az. B 10 EG 1/10 R einklagen oder kann mir jmd. die Chancen auf eine Neuberechnung darlegen? Dank im Voraus.

    • Hallo Martha,
      das Urteil weist direkt auf einen Unterschiedsbetrag von 20% zwischen den Bemessungszeiträumen hin. Sollte das bei dir der Fall sein und du übst auch weiterhin die Selbstständige Tätigkeit aus, könnte dieses Urteil eine Grundlage sein. Kontaktiere am besten einen entsprechenden Fachanwalt .

  • Hallo,
    vielen Dank für die vielen Informationen. Eine kurze Rückfrage habe ich allerdings noch. Wir haben im März 2018 unser 1. Kind bekommen und ich war bis Februar 2019 in Elternzeit. Vor der Geburt unseres 1. Kindes war ich voll berufstätig (nicht selbständig) und so wurden damals auch die letzten 12 Monate zur Berechnung herangezogen. Im Oktober 2018 meldete ich mein Gewerbe an und erziele seit Mai diesen Jahres parallel zur TZ-Beschäftigung bei meinem alten AG (TZ in Elternzeit) geringe Einkünfte aus der Selbständigkeit. Unser zweites Kind ist für Juli 2020 ausgerechnet. In meinem Fall lohnt sich durch die Vollbeschäftigung vor Kind 1 die Berechnung von damals sehr viel mehr als die TZ-Beschäftigung plus Selbständigkeit. Welcher Bemessungszeitraum wird nun bei Kind 2 herangezogen? Und muss ich die aktuellen Einkünfte überhaupt angeben? Ein vollständiges Wirtschaftsjahr läge bei mir erst Ende 2020 zugrunde, wenn ich nicht schwanger wäre.
    Vielen lieben Dank schon einmal im Voraus!

    • Hallo Natalie,
      bei Mischeinkünften bzw. wenn im Bemessungszeitraum des Kindes Mischeinkünfte vorliegen, ist der Bemessungszeitraum das Kalenderjahr vor der Geburt (2019). Bekamst du in diesem Kalenderjahr Elterngeld für ein älteres Geschwisterkind (hier zutreffen für Jan/Feb 2019), wird dieses Kalenderjahr übersprungen. Gleiches gilt für das Kalenderjahr 2018. Bemessungszeitraum für dein Kind welches in 2020 geboren wird ist das Jahr 2017. Es sind immer alle relevanten Einkünfte anzugeben. Ein Rumpfwirtschaftsjahr (wenn die Selbständigkeit nicht das ganze Jahr vorliegt) zählt ebenfalls.

  • Hallo!
    Vielen dank für den Artikel!
    Doch nun möchte ich auch mal Gewissheit über unsere Situation.

    Unser erstes Kind kam im April 2019 zur Welt. Seither bekomme ich das Basiselterngeld. Die Berechnungsgrundlage für das Elterngeld für das 1. Kind war das Jahr 2018, da ich ein Mischeinkommen aus VZ-Anstellung und nebenberuflichem Kleinunternehmen habe.

    Wenn wir für 2021 ein zweites Kind planen würden, wäre dann auch wieder 2018 die Berechnungsgrundlage, sehe ich das richtig?
    Da ja in 2019 und in 2020 Elterngeld bezogen wurde, werden diese Jahre bei der Berechnung übersprungen?
    Und wenn ich in 2020, sobald ich kein Elterngeld mehr bekomme, stundenweise wieder nebenberuflich (nicht im Hauptjob!) arbeite, tut das gar nichts zur Sache für das Elterngeld für Kind. 2?

    Und wenn das Kind erst 2022 käme, dann wäre 2021 die Grundlage, da in dem Jahr kein Elterngeld mehr bezogen wird?

    So viele Unklarheiten! Ich danke Ihnen schon im Voraus für Ihre Mühe und Ihre tollen Antworten!

    • Hallo Lena,
      du hast das alles schon richtig festgehalten. Jahre in denen Elterngeld für ein älteres Geschwisterkind bezogen wurde (längstens bis zum 14. LM unabhängig von der Bezugsform) werden bei Mischeinkünften ausgeklammert. Somit wäre 2018 das Bemessungsjahr für ein Kind im Jahr 2021. Einkünfte ab dem Jahr 2020 spielen nur eine Rolle, wenn du erneut Elterngeld beziehst bzw. wenn das 2. Kind erst später als geplant kommt.

  • Vielen herzlichen Dank für den Artikel.

    Auch ich hab eine Frage und benötige Ihre Hilfe bevor ich was falsches mache und mir das Elterngeld für mein zweites Kind zerhaue.

    Ich habe im Januar 2019 mein erstes Kind bekommen. Beziehe nun für 12 Monate das Basiselterngeld (vor der Geburt war ich im normalen Angestelltenverhältnis). Nun möchte ich 2020 zusätzlich zu meinem Teilzeitjob ein Gewerbe anmelden. Angenommen ich bekomme irgendwann in 2021 glücklicherweise mein zweites Kind, dient dann als Bemessungszeitraum das Jahr 2018 weil mein erstes Kind im Januar 2019 kam und ich für dieses Kind 12 Monate Basis Elterngeld bezogen habe? Mein kleines Gewerbe wird in 2020 bestimmt noch nicht so viel einbringen, daher wäre es nicht gut, wenn es als Berechnungsgrundlage dient. Sonst verschiebe ich es lieber nochmal.

    Vielen Dank für Ihre Bemühungen und viele Grüße

    • Hallo Maria,
      nach derzeitigem Gesetzesstand (BEEG) wäre das Kalenderjahr 2018 die Bemessungsgrundlage für dein Elterngeld bei Mischeinkünften, wenn du in 2019 und in 2020 Basiselterngeld bezogen hast.

      • Danke für die Antwort, allerdings hab ich noch eine konkretisierende Frage: Laut elterngeldbescheid erhalte ich das letzte mal Elterngeld zum 01.01.2020. Das Geld wird von der Elterngeldstelle somit Ende Dezember 2019 fließen. Das heißt der Fluss des Elterngeldes ist nicht im Jahr 2020 auf meinem Konto. Ist dann 2018, sofern ich im Jahr 2021 mein zweites Kind bekomme, der Bemessungszeitraum?

  • Hallo ich habe 2 Fragen. Mein Mann hat einen festen Job und ein angemeldetes Nebengewerbe. Im Jahr 2019 gab es Einnahmen in Höhe von 150 Euro. Die Ausgaben waren höher. Mal angenommen, wir bekämen 2020 oder 2021 ein Kind. Meine Frage ist nun, werden die Einkünfte addiert oder wie wird es berechnet? Oder hat er dann tatsächlich Pech und nur die 150 Euro im Jahr 2019 werden als Einkommen gewertet? Würde es dann bei einem Kind in 2021 Sinn machen das Gewerbe zum 31.12.2019 abzumelden, damit das feste Einkommen als Bemessungsgrundlage genommen wird? Lg und danke vorab.

    • Hallo Kindi,
      es werden alle für das Elterngeld relevanten Einkünfte berücksichtigt. Weist eine Einkommensart einen Verlust aus, verringert sich dadurch aber nicht der positive Wert aus der anderen Einkommensart. Also die Summe aus der angestellten Tätigkeit ist dann die Basis für die Berechnung des Elterngeldes deines Mannes. Der Verlust aus der Selbstständigkeit wird mit Null aufgeführt. Es gilt aber der Bemessungszeitraum wie bei einer Selbstständigkeit, sprich das Kalenderjahr vor der Geburt. Selbst wenn dein Mann das Gewerbe per 31.12.2019 abmeldet und in 2020 euer Kind kommt, gilt dennoch das Kalenderjahr vor der Geburt, wenn im Bemessungszeitraum eine Selbstständigkeit vorlag, auch wenn diese beendet wurde. Für 2021 wäre der Fall dann anders. Die Frage ist, wer von euch das Elterngeld überwiegend beziehen wird.

  • Hallo ,
    Vielen Dank für den Tollen Artikel.
    Ich wollte mich mal erkundigen ob das logisch ist.Wir haben im August 2018 ein Kind bekommen. Ich habe 12 monate BasisElterngeld bezogen( aus Angestellten Verhältnis).Ich habe 2 Jahre Elternzeit. Nehmen wir an, ich würde im Sommer wieder schwanger werden…Und im Frühjahr 2021 ein zweites Kind bekommen. Wenn ich also 2020 ein kleingewerbe anmelden würde und ein paar Kleinigkeiten verkaufen würde, wäre dann die Bemessensgrundlage 2017 ? Bis wann “ müsste“ ich ein weiteres Kind bekommen damit das so klappen würde?

    Vielen Dank im voraus
    Liebe Grüße Jenn

    • Hallo Jenn,
      wenn du im Jahr 2021 ein Kind bekommst und ab 2020 nachhaltig (!!!) Selbstständig bist, zählt das Kalenderjahr 2020 als Bemessungsgrundlage für das Elterngeld.

  • Liebes Elterngeld Team,
    Unsere Tochter und erstes Kind wird in den nächsten Tagen somit im Januar 2020 geboren.
    2019 Hat meine Lebensgefährtin unterjährig in die Selbstständigkeit gewechselt. 2019 ist somit ein Rumpfjahr und es bestehen für 2019 Mischeinkünfte.
    Mutterschafts oder Elterngeld Leistungen gab es keine in 2019.
    Können Sie uns eine Auskunft geben ob nun 2019 oder 2018 als Bemessungszeitraum herangezogen wird?
    Herzlichen Dank für die Auskunft!

  • Ich habe auch ein Frage bezüglich :
    Mischeinkünfte und Verschiebung des Bemessungszeitraums.

    Ich war in 2018 bis 31.09. angestellt und neben beruflich selbstständig.
    Seid 01.10.18 bin ich hauptberuflich selbstständig habe aber in 2018 laut Steuerbescheid 3500€ minus gemacht mit dem Gewerbe.
    So kann ich für die Berechnung des Elterngeldes nur Die 9 Monate Aus der Festanstellung angeben. (2245€Brutto/Monat)
    Daraus resultieren 750€ Elterngeld.
    Meine Fixkosten liegen jetzt bei 1500€

    In 2019 hab ich allerdings eher 4000€ brutto/ Monat bekommen aus rein selbstständiger Tätigkeit.

    Unser Sohn wurde am 31.12.19 geboren.

    Gibt es eine Chance den Bemessungszeitraum auf 2019 zu schieben?

    Vielen Dank.

    • Hallo Maurice,
      es gibt ein Urteil, welches in diese Richtung geht, jedoch sind die Grundvoraussetzungen bei dir nicht gleich. Du kannst es versuchen und dich auf dieses Urteil beziehen: BSG, Urteil vom 17.1.2011, Az. B 10 EG 1/10 R). Die Richter bezogen sich dabei auf ein früheres Urteil vom 3.12.2009 (Az. B 10 EG 2/09 R): Danach darf der durchschnittliche monatliche Gewinn des letzten abgeschlossenen Veranlagungszeitraums nur dann der Berechnung zugrunde gelegt werden, wenn die in diesem Zeitraum und die im Zwölf-Monats-Zeitraum vor der Geburt des Kindes durchgängig ausgeübte selbstständige Tätigkeit ihrer Art nach übereinstimmt und ihr zeitlicher Umfang um weniger als 20% voneinander abweicht.

  • Hallo!
    Unsere Süße ist August 2019 geboren. Durch Mischeinkünfte über Angestelltenverhältnis und zzgl Kleingewerbeeinkünften, hat sich unsere Berechnung auf das Jahr 2018(1-12.18) verschoben.
    Ich beziehe nun seit Oktober bis Juni 2020 Elterngeld.
    Wie verhält sich das denn jetzt mit den sehr unregelmäßigen und nicht vorhersagbaren Einkünften aus dem Kleingewerbe? (Mal verkaufe ich garnichts in einem Monat, mal bis zu 150€ Umsatz)
    Gibt es da einen Deckelbetrag den man dazu verdienen darf ohne das vom Elterngeld abgezogen zu kriegen? Ich kann halt nicht vorher abschätzen ob und wenn, dann wieviel ich dazu verdienen würde…
    oder macht es Sinn das kleingewerbe für den EG bezugszeitraum ruhen zu lassen?? Vielen Dank für eine Antwort!

    • Hallo Catia,
      das kommt ein wenig darauf an, wie wichtig ist weiterhin für deine Kunden verfügbar zu sein. Wenn du dein Gewerbe ruhen läßt, dann ist das Einkommen natürlich planbarer. Wenn du Basiselterngeld beantragst, dann wird ab dem ersten Euro eine Kürzung vorgenommen, da Hinzuverdienst immer angerechnet wird. Beim Elterngeld Plus gibt es die folgende Faustformel: wenn dein Verdienst nach der Geburt weniger als 50 % im Vergleich zu vor der Geburt beträgt, dann kommt es sehr wahrscheinlich nicht zu einer Kürzung. Schau einmal in diesen Artikel hier, dort werden deine Fragen beantwortet: https://www.elterngeld.de/elterngeld-fuer-selbststaendige/

  • Hallo, ich hätte auch mal eine kurze Frage dazu.

    Ich habe im Mai 2019 einen Gewerbeschein beantragt. Jetzt möchte ich diesen so schnell es geht wieder abmelden, da es leider zu mehr Aufwendungen wie Erträgen kam. Wir planen 2020 schwanger zu werden somit müsste ich in 2021 in Elternzeit gehen. Welches Bemessungsjahr wird in diesem Fall angezogen?

    Kann ich ein Gewerbe rückwirkend zum 31.12.2019 abmelden, sodass ich 2020 komplett Gewerbefrei wäre?

    Macht es Sinn, das Gewerbe zum 31.12.2019 ruhen zu lassen um es evtl 2022 wieder aufzunehmen?

    LG
    Bettina

    • Hallo Bettina,
      sofern ein Gewerbe im Bemessungszeitraum vorliegt, gilt immer das Kalenderjahr vor der Geburt als Berechnungsgrundlage für das Elterngeld. Negative Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb werden mit Null in die Berechnung aufgenommen.
      Ob du eine rückwirkende Abmeldung vornehmen kannst, erfrage bitte bei deinem Gewerbeamt. Wenn du dein Gewerbe wieder/weiter ausüben möchtest, dann kann das Ruhen eine Möglichkeit sein. Jedoch ändert das nichts in Bezug auf den Bemessungszeitraum. Entscheidend ist, dass ein Gewerbe angemeldet war/ist und noch besteht. Weitere Informationen in Bezug auf ein Gewerbe, sowie die daraus resultierenden Rechte und Pflichten, erteilt dir ein Steuerberater.

  • Hallo Fr. Nagel,

    ich habe im Dezember 2019 eine Gewerbe angemeldet (GbR) welche bis dato keine Gewinne hat weil hier noch gar nichts lief. Mein Kind kommt im Juni. Ich habe im seid September 2019 Steuerklasse 3 (also mehr Gehalt) und seid Januar 2020 eine Gehaltserhöhung bekommen. Wenn nun nicht die 12 Monate vor Geburt sondern von 2019 gelten, macht das bei mir einen Unterschied von 200 € monatlich (gesamt 2400€) im Elterngeld, also ein ganz schön großer Batzen…

    Gibt es eine Möglichkeit nicht 2019 als Bemessungsgrundlage nehmen zu müssen?
    – Muss ich das Gewerbe trotz einer Nullrunde in der Steuererklärung angeben?
    – Kann ich beim Gewerbeamt eine Annullierung beantragen oder mich wieder auf dem Gesellschaftervertrag streichen lassen?
    – Kann ich das Gewerbe wieder abmelden, bringt das was?
    – Kann ich mich auf ein Urteil berufen? z.b. BSG, Urteil vom 17.1.2011, (Az. B 10 EG 1/10 R) bzw. 3.12.2009 (Az. B 10 EG 2/09 R)?

    Mich stimmt das ganze gerade sehr traurig, da es sich um echt viel Geld handelt.
    Grüße
    Puffinchen

    • Hallo Puffinchen,
      zu den vertraglichen/rechtlichen Fragen kontaktiere bitte einen Anwalt/Steuerberater bzw. das Gewerbeamt.
      Bezüglich der genannten Urteile glaube ich nicht, dass du dich darauf beziehen kannst, denn in deinem Fall liegen keine mehreren Jahre Selbstständigkeit vor. Betrachtet man wie im Urteilsfall den 12 Monatszeitraum vor der Geburt, kann auch hier eigentlich kein Vergleich erfolgen, da die GbR erst im Dezember gegründet wurde. Ein Versuch ist es natürlich Wert. Möglicherweise wäre hier auch ein rechtlicher Beistand hilfreich.

  • Hallo zusammen.
    Folgender Sachverhalt: Unser 1. Kind ist im Oktober 2017 geboren. Es wurde ein Jahr Elterngeld bezogen. Meine Frau hat nach einem Jahr wieder Teilzeit gearbeitet und war darüber hinaus auch selbstständig tätig. Das 2. Kind kommt voraussichtlich im August 2020. Seit Oktober 2019 arbeitet meine Frau wieder in Vollzeit und ist weiterhin noch selbstständig tätig. Hierdurch wird ja nun als Bemessungszeitraum für das Elterngeld das Jahr 2019 zugrunde gelegt. Dadurch, dass meine Frau seit Oktober 2019 wieder in Vollzeit arbeitet, steht sie sich durch den Bemessungszeitraum 2019 viel schlechter, als wenn die 12 Monate vor Geburt maßgeblich wären. Gibt es hier keine Möglichkeit einer Günstigerprüfung? Es kann doch nicht Sinn und Zweck des Gesetzes gewesen sein, jemanden, der zusätzlich noch selbstständig tätig ist, schlechter zu stellen. Oder kann ich die Selbstständigkeit verschweigen bzw. wie prüft die Elterngeldstelle meine Angaben?
    Haben Sie vielleicht einen Rat für mich?
    Danke!

    • Hallo Michael,
      also zunächst einmal der Hinweis: Die Angaben im Elterngeldantrag sind vollständig und wahrheitsgemäß zu machen. Dies bestätigt ihr beide mit eurer Unterschrift. Bei falschen oder unvollständigen Angaben droht ein Bußgeld von bis zu 20.000 Euro. Zusätzlich ist das überzahlte Elterngeld zurückzuzahlen.
      Schau dir einmal die 12 Monate vor dem Kalendermonat an, in dem euer Kind geboren wird und den letzten abgeschlossenen Veranlagungszeitraum vor der Geburt, das Jahr 2019. Wenn in dieser Zeit Einkünfte aus Selbstständiger Tätigkeit vorliegen, dann gilt als Bemessungsjahr das Kalenderjahr vor der Geburt. Auch wenn Mischeinkünfte vorliegen oder sogar Verluste aus der Selbstständigkeit. Die Veränderung der Einnahmen aus der nichtselbstständigen Tätigkeit spielen leider keine Rolle.

  • Liebe Frau Nagel,

    unsere Situation ist folgende: Wir erwarten im Juli 2020 ein Kind. Ich plane ein Jahr Elternzeit.

    Da ich seit November 2019 eine Mini-Selbständigkeit neben meinem Teilzeit-Hauptberuf und Minijob begonnen habe als Konfliktberaterin, zählt ja 2019 als Bemessungszeitraum.

    Seit November 2019 verdiene ich im Hauptberuf 800 Euro Brutto mehr noch bis zum Mutterschutz, arbeite weiterhin in meinem Minijob und auch gelegentlich selbständig.

    Ich plane meine Selbständigkeit im Sommer 2020 zu beenden mit Beginn des Mutterschutzes.

    Welcher Bemessungszeitraum liegt zugrunde, wenn wir
    im Dezember 2021 ein zweites Kind bekommen oder im Frühjahr 2022?

    Nach der Elternzeit im Juli 2021 bis zum Mutterschutz des 2.Kindes würde ich wieder in Teilzeit in meinem Hauptberuf arbeiten.

    Vielen Dank für eine Antwort und herzliche Grüße,
    Eva

    • Hallo Eva,
      nur wenn du weder im Veranlagungszeitraum vor der Geburt noch in den 12 Monaten vor dem Kalendermonat der Geburt Einkünfte aus einer selbstständigen Tätigkeit hast, gilt der Zeitraum für Nicht-Selbstständige. Auch wenn du deine Selbstständigkeit im Jahr 2020 beendest, würde für das zweite Kind im Jahr 2021 der Zeitraum betrachtet, wie bei einer Selbstständigen.

  • Liebe Frau Nagel,
    Ich hoffe, Sie können mir weiterhelfen. Meine Situation ist wie folgt:
    Meine Tochter kam am 10.10.2019 zur Welt. Ich generierte Einkommen aus selbständiger und nichtselbständiger Arbeit. Somit zieht das Amt den Zeitraum 2018 als Bemessungsgrundlage. Leider hatte ich in 2018 sehr wenig Einkommen – arbeitslos bis 10/18 und ab 11/18 Angestellte sowie Anmeldung Nebengewerbe. Ergo: 2 Monate Verdienst in 2018 🙁
    In 2019 generierte ich wesentlich mehr Einnahmen über mein Nebengewerbe.
    Könnte ich bei der Elterngeldstelle Einspruch erheben und mich auf das Gerichtsurteil vom 17.01.2011 beziehen oder wäre das aussichtslos?

    Lieben Gruß, Mandy

  • Hallo Frau Nagel,

    ich arbeite als Angestellte auf 32Std. und bin zusätzlich seit Ende 2017 als Kleingewerbe selbstständig.

    Verstehe ich es richtig das die 65% Des Verdienstes als Angestellte PLUS oben drauf 65% des Verdienstes meiner Selbstständigkeit im letzte Jahr (in dem Fall 2019) das Elterngeld ausmacht? Also ich Vorteile durch die Selbstständigkeit habe?

    Momentan befinde ich mich im Mutterschutz & wollte durch das Elterngeld Plus ab Juli im Kleingewerbe wieder anfangen zu arbeiten (als Angestellte erst nach 2 Jahren Elternzeit). Wie ich heraus gefunden habe wird mir der Verdienst dann vom Elterngeld abgezogen? Wo kann ich heraus finden welche Summen mir da abgezogen werden?

    Zudem weiß ich leider nicht, welchen Antrag ich zum Elterngeld ausfüllen soll, den der Angestellten oder den der Selbstständigen?

    Ich hoffe, sie können mir weiter helfen. Danke im Voraus

    Liebe Gruße

    • Hallo Ricarda,
      du beziehst sogenannte Mischeinkünfte. Für die Elterngeldberechnung gelten beide Einnahmequellen. Im Antrag musst du die entsprechenden Anlagen ausfüllen und Unterlagen einreichen.
      Es ist richtig, dass jeder Hinzuverdienst auf das Elterngeld angerechnet wird. Mit dem Elterngeld Plus fällt die Kürzung geringer aus. Die Höhe des Hinzuverdienstes sollte ca. 50% im Vergleich zu vor der Geburt nicht überschreiten. Eine weitere Möglichkeit wäre, den Elterngeldbezug für einen Lebensmonat für die Kundenzahlungen zu unterbrechen. Dies geht jedoch nur in den ersten 14. Lebensmonaten und verlängert die Bezugszeit entsprechend. Nach dem 14. Lebensmonat gibt es nur noch das Elterngeld Plus.

  • Hallo,

    wir erwarten im Mai 2020 ein Baby.

    Zur Zeit bin ich in Elternzeit von unserer ersten Tochter (seit September 2018 bis April 2020). Seit August 2019 bekomme ich kein Elterngeld mehr.

    Ich bin in einem angestellten Arbeitsverhältnis. Seit Oktober 2019 habe ich zusätzlich ein Nebengewerbe und auch Rechnungen geschrieben (im Dezember 2019). Im Jahr 2020 habe ich auf Grund der Schwangerschaft im Nebengewerbe nicht mehr arbeiten können. Habe daher aktuell auch keine Einkünfte und werde ich vermutlich auch nicht bis zum Mutterschutz.

    Welcher Bemessungszeitraum liegt nun vor? Im Jahr 2019 habe ich ein Nebengewerbe angemeldet und Elterneld erhalten, sowie Elterngeldbezug im Jahr 2018. Wird nun 2017 herangezogen? Oder zählt das Nebengewerbe in 2019 nicht und es wird anhand der letzten 12 Monate vor beginn des Mutterschutzes berechnet?

    Vielen Dank und beste Grüße
    Sarah

    • Hallo Sarah,
      wenn du in den 12 Monaten vor der Geburt Selbstständig warst und auch im Kalenderjahr vor der Geburt, dann ist der Zeitraum für Selbstständige anzuwenden. Bei einer Geburt im Jahr 2020 wäre das also das Jahr 2019. Möchtest du das Jahr 2017 als Bemessungsgrundlage haben, musst du die Ausklammerung explizit beantragen. Die Begründung wäre dann der Elterngeldbezug deines älteren Kindes.

  • Hallo liebe Frau Nagel,
    ich habe folgende Frage an Sie. Unser erstes Kind ist im Aug.2018 geboren. Bis Juli. 2019 habe ich Elterngeld bezogen und ab Aug. 2019 habe ich meine Elternzeit um ein weiteres Jahr verlängert, (kein eigenes Einkommen) und bin erneut schwanger geworden. (ET im Sept. 2020). Für das 2. Kind werde ich erneut 12 Monate Elterngeld beantragen. Ich habe jetzt im Februar 2020 ein Kleingewerbe angemeldet (bin trotzdem noch fest angestellt in Elternzeit) aber es wird sehr wahrscheinlich im ersten Jahr kein hoher Gewinn/sogar Verlust erzielen.
    Meine Befürchtung ist, dass beim 2. Kind als Bemessungszeitraum 2017 herangezogen wird, weil 2018 und 2019 wegen Elterngeld ausgeklammert werden. Da würde ich zwar mehr Elterngeld bekommen, aber am Ende des Bezugszeitraums müsste ich Einkommensnachweise über das Jahr 2020 nachreichen und die Elterngeldstelle wird feststellen, dass mir doch nur der Mindestbetrag von 300€ zusteht und dann müsste ich das zu viel bezahlte Elterngeld zurückzahlen.
    Ist mein Gedankengang richtig?
    Würde mich auf eine Aufklärung sehr freuen!

    • Hallo Lena,
      durch das Kleingewerbe gilt das Jahr vor der Geburt 2019 als Bemessungszeitraum. Möchtest du eine Ausklammerung erreichen und somit das Jahr 2017 als Bemessungsgrundlage, musst du diese explizit, da du als Selbstständig giltst, beantragen.
      Für den Bezugszeitraum wird anschließend überprüft, ob du ein Erwerbseinkommen hattest. Wenn ja, werden Verdienst vor und nach der Geburt gegenübergestellt und entsprechend das Elterngeld an der Höhe der Differenz bemessen. Hattest du keinen Verdienst oder weniger als 50 % im Vergleich zu vor der Geburt, dann ändert sich nichts an deinem Elterngeld.

  • Guter Artikel und informative Kommentare, aber eine Frage habe ich noch. Wenn das Nebengewerbe im Gründungsjahr nicht im Steuerbescheid auftaucht, weil keine Einkünfte und die Ausgaben nicht angegeben (steuertechnisch egal), kann dann die Elterngeldstelle das ganze für nichtig erklären? Oder kann ich es anders, zb. mit einer Gewerbeanmeldung belegen? Also ist der Steuerbescheid die juristische Bestätigung für die Verschiebung des Berechnungszeitraumes oder was gilt da? Vielen Dank und herzliche Grüße

    • Hallo Charlotte,
      zum steuerlichen Aspekt würde ich dir empfehlen einen Steuerberater zu kontaktieren.
      Elterngeldrechtlich ist laut der Richtlinien zum BEEG ein Steuerbescheid als Nachweis der Selbstständigen Einkünfte maßgeblich. Ein Nachweis der Einnahmen und Ausgaben ist vorläufig auch mit anderen geeigneten Unterlagen möglich. Der Steuerbescheid muss aber nachgereicht werden, da die Zahlung des Elterngeldes nur vorläufig erfolgt. Sollte kein Bescheid oder auch kein geänderter Bescheid zu erstellen sein, dann ist anstelle dessen dafür ein Nachweis des Finanzamtes zu erbringen.

  • Hallo Frau Nagel,
    da ich in verschiedenen Artikeln unterschiedliche Auskünfte erhalten habe, hoffe ich, dass Sie Licht ins Dunkel bringen können.

    Mein Sohn kam im November 2019 zur Welt. Ich bin in einer Festanstellung, derzeit jedoch zu 100 % in Elternzeit. Nun möchte ich gerne in einer weiteren Firma 6 Stunden pro Woche als Freelancer arbeiten.

    Ich habe zum einem gelesen, dass sich die Einnahmen nicht auf ElterngeldPlus auswirken. Zum anderen habe ich gelesen, dass sich das ElterngeldPlus sehr wohl ändert und die Einnahmen mit einbezogen werden.Was stimmt denn nun? Bezieht sich die Höhe des ElterngeldPlus auf mein Gehalt vor der Geburt ohne dass die neuen Einnahmen mit einbezogen werden oder werden diese mit einberechnet?

    Vielen Dank und herzliche Grüße

    Sabrina

    • Hallo Sabrina,
      der Bemessungszeitraum für das Elterngeld (deines bereits geborenen Kindes) verändert sich nach der Geburt nicht mehr. Das Elterngeld bleibt also gleich, unabhängig zunächst betrachtet von möglichen Einnahmen im Bezugszeitraum.
      Beim Elterngeld Plus kommt es auf die Höhe deiner Einnahmen im Bezugszeitraum an. Übersteigen deine Einnahmen nicht ca. 50% der Einnahmen vor der Geburt, kommt es sehr wahrscheinlich nicht zu einer Kürzung. Du kannst eine Vergleichsrechnung mit deinen individuellen Zahlen einmal anhand dieser Beispiele ausrechnen: https://www.elterngeld.de/elterngeld-plus/#Anrechnung_des_Zuverdienstes

  • Hallo liebe Frau Nagel, folgende Situation. Unser erstes Kind wurde im Feb.2019 geboren. Elternzeit ist bis Feb 2021 beantragt wurden. Unser zweites Kind kommt im Okt. 2020 auf die Welt. Da ja das Elterngeld bis April 20 ausgeklammert wird- würden lediglich die Monate von dahin bis zum Mutterschutz mit dem Teilzeitgehalt angesetzt werden. Die restlichen Monate mit Vollzeitgehalt, richtig? Wie verändert sich die Situation, wenn ich ab Mai20 ein Nebengewerbe anmelde- mit ca. 4Rechnungen.Welcher Bemessungszeitraum zählt dann? Danke und viele Grüße

    • Hallo Denise,
      wenn du in 2020 ein Gewerbe anmeldest und auch in 2020 ein Kind bekommst, zählt immer das vorherige Kalenderjahr (2019) als Bemessungsgrundlage. Möchtest du dieses ausklammern lassen, musst du dies explizit beantragen. Dann wäre das Jahr 2018 maßgeblich für die Elterngeldberechnung.
      Für die steuerlichen Aspekte einer Selbstständigkeit und der damit verbundenen Rechte und Pflichten, wende dich bitte an einen Steuerberater.

  • Guten Tag Frau Nagel, folgende Situation: Wenn das Kind im Oktober 2020 zur Welt kommt und ich als Mutter bis Ende Juni 2019 Mischeinkünfte hatte (teils freiberuflich & teils selbstständig), seit 01.07.19 aber zu 100% im angestellten Verhältnis arbeite – was ist dann Bemessungsgrundlage? Meine Einkünfte im Kalenderjahr 2019 oder die Einkünfte 12 Monate vor Geburt des Kindes (oder vor Mutterschutz?). Danke für eine Rückmeldung und viele Grüße, Lisa

    • Hallo Lisa,
      zu betrachten ist einmal der Zeitraum der 12 Monate vor Beginn deines Mutterschutzes UND das Kalenderjahr vor der Geburt. Liegt in diesem Zeitraum eine Selbstständigkeit vor, ist der Bemessungszeitraum für dein Elterngeld wie bei einer Selbstständigen. Für die Elterngeldberechnung gilt also das Kalenderjahr 2019.

  • Guten Tag Frau Nagel,
    auch ich habe eine Frage zum Elterngeld.
    Mein Sohn wurde im Oktober 2018 geboren und ich habe 1 Jahr Eltergeld bezogen. Am 1.11.19 habe ich wieder als Angestellte in Teilzeit begonnen und ab dem 1.12 habe ich ein Nebengewerbe (Nähen) angemeldet. Nun bin ich erneut schwanger und wir erwarten unser zweites Kind im September. Welcher Zeitraum gilt für die Bemessung des Elterngeldes? 2018 vor meiner ersten Schwangerschaft? Irgendwie nicht ganz nachvollziehbar.
    Vielen lieben Dank

    • Hallo Lisa,
      bei Mischeinkünften, gilt immer der Bemessungszeitraum für Selbstständige, somit das Kalenderjahr vor der Geburt (2019). Du kannst auf Antrag die Jahre ausklammern lassen, in denen du Elterngeld für ein älteres Geschwisterkind bezogen hast (längstens bis 14. LM). Dann wäre das Jahr 2017 die Bemessungsgrundlage für das neue Elterngeld, da du in 2018 und 2019 jeweils Elterngeld für dein 1. Kind bekamst. Je nachdem was für dich günstiger ist.

  • Liebe Yvonne,
    Vielen Dank erstmal für die vielen tollen Beiträge hier. Ich habe ebenfalls eine Frage. Und zwar ist unsere Tochter im Januar 2020 geboren. So wie ich es hier verstanden habe und auch die Elterngeldberaterin mir mitgeteilt hat, gilt somit auch bei Mischeinkünften 2019 als Bemessungszeitraum. Wir haben extra zum 1. Juli 2019 die Steuerklassen gewechselt, um davon profitieren zu können, haben allerdings nicht das Mutterschaftsgeld beachtet, welches Ab dem 1. Dezember 2019 bezahlt wurde. Welche Steuerklasse gilt nun für den Dezember 2019? Zählt dies als Steuerklasse 3? Oder als schlechtere Steuerklasse 4, da nur noch selbstständige Einnahmen vorhanden waren und können somit nicht von dem Steuerklassenwechsel profitieren?
    Wäre sehr dankbar um eine Antwort.
    Liebe Grüße
    Mareike

    • Hallo Mareike,
      der Dezember zählt nicht mehr für die Betrachtung der Steuerklasse, da du Mutterschaftsgeld erhalten hast. Nur die vollständig abgerechneten Monate davor sind relevant. Leider kam der Wechsel hierfür zu spät.
      Durch deine Mischeinkünfte ist es korrekt, dass grundsätzlich das Kalenderjahr vor der Geburt für die Elterngeldberechnung relevant ist. Da du dort aber Mutterschaftsgeld erhalten hast, darfst du einen formlosen Antrag auf Verschiebung des Bemessungszeitraums nach 2018 stellen. Dies ist eine Kann-Option. Sollte dein Verdienst in dem Jahr (2018) höher ausgefallen sein, so dürftest du diese Option wählen.

  • Hallo Frau Nagel
    Auch ich habe eine Frage.
    Im Januar 2020 ist meine Tochter zur Welt gekommen. Ich arbeite als selbstständige Hebamme. Die Beraterin der Elterngeldstelle hat mir empfohlen mich 2019 Schwangerschaftsbedingt krank schreiben zu lassen da ich dann 2019 ausklammern kann. Dann würde 2018 berücksichtigt. Und dann ich 2018 noch Elterngeld bezogen habe könne ich dann auch 2018 ausklammern. Allerdings waren das in 2018 Monat 21-24 des Elterngeldes. Nun hab ich den Antrag gestellt und es heißt sie haben sich vertan und das ginge nun doch nicht. (Längstens 14 Monate) allerdings ist mir das nicht schlüssig da ja 2018 kein vollständiges Wirtschaftsjahr für mich war. Und ab August 2019 war ich ja nun auf Anraten der Elterngeldstelle krank geschrieben. Das alles lief leider telefonisch und nicht schriftlich. Habe ich nun wirklich einfach Pech gehabt oder kann ich da in irgendeiner Art gegen vor gehen?
    Lieben Dank für die Mühe, Sarah

    • Hallo Sarah,
      als Selbstständige gilt das Vorjahr vor der Geburt. Nur auf Antrag (mit Ausklammerungstatbestand) kannst du in ein weiter zurückliegendes Jahr verschieben. Du solltest schauen, welches Jahr besser war, 2018 oder 2019 und entsprechend auf dein Wahlrecht der Verschiebung verzichten (2019 als Basis) oder 2018 aktiv wählen. Richtig ist leider, dass längstens bis zum 14. LM gezahlte Elterngeld ausgeklammert werden kann. Du kannst versuchen eine Härtefallregelung aufgrund der Falschauskunft zu erstreiten. Allerdings ist es aufgrund der telefonisch erteilten Auskünfte schwierig.

  • Hallo Frau Nagel,
    ich habe folgendes Problem wegen dem Elterngeld. Mein Sohn ist am 27.12.19 auf die Welt gekommen. 2019 hatte ich eine Mischeinkunft bis Juli 19 und seit August habe ich meine Einkünfte nur noch als Angestellte bezogen. In dem Fall gelten dann ja trotzdem meine Einnahmen für das Jahr 2018 als Bemessungszeitraum. Leider hatte ich 2018 jedoch viel weniger Einnahmen als Angestellte, dies hat sich erst im April 2019 geändert wo ich nach und nach mehr Stunden dazu bekommen habe. Die Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit sind in beiden Jahren sehr gering (unter 400€ / Monat). Auch wenn ich auf eine Anrechnung aus selbstständiger Arbeit komplett verzichten würde, hätte ich 2019 wesentlich mehr raus, als in 2018. Dies habe ich auch der Elterngeldstelle mitgeteilt, aber sie haben es leider nicht bewilligt, was mir jedoch nicht ganz plausibel scheint. Könnte ich dagegen noch etwas tun oder muss ich es jetzt einfach so hinnehmen…?
    Viele Grüße

    • Hallo Marie,
      es gilt das Vorjahr vor der Geburt. Wenn du in 2019 mehr verdient hast, dann könnte das nur als Bemessungsjahr gelten, bei gleichen Verhältnissen Arbeitnehmertätigkeit und Selbstständigkeit. Dies ist bei dir nicht der Fall.

  • Hallo liebe Frau Nagel,

    erst einmal vielen Dank für den informativen Artikel plus diverser Weiterer Ausführungen in den Kommentaren. Da blickt man dann schon etwas besser durch 🙂

    Auch ich habe eine Fragen. Vorab folgende Infos: Wir erwarten im August 2020 unser erstes Kind. Ich habe zum 01.07.19 meinen Vollzeitjob gewechselt, um rechtzeitig vor dem ersten Kind zugunsten des Elterngeldes mehr zu verdienen.

    Folgendes „Problem“ (evtl. ja auch nicht?): Ich befand mich sowohl 2019 als auch 2018 in Festanstellung. In beiden Jahren habe ich auf Freelance-Basis/ nebenberuflich selbstständig kleine redaktionelle Aufträge per Rechnung übernommen. Zuletzt war ich im Juno 2019 gebucht – neben dem neuen Job konnte ich einfach nichts mehr zusätzlich machen. Dennoch: Bis Juno 2019 habe ich exakt drei Rechnungen geschrieben, dabei kamen knapp 2934 € zusammen.

    Meine Hoffnung ist jetzt: Da unser Kind voraussichtlich im August diesen Jahres zur Welt kommen wird, passt das alles auf den ersten Blick ja ganz gut. Meine Befürchtung: Wird aufgrund dieser 3 Rechnungen nun evtl. das Kalenderjahr 2019 der Bemessungszeitraum?

    Meine weiteren Fragen: Welcher Bemessungszeitraum liegt in meinem Fall eigentlich zugrunde? Ich habe seit 06/19 keine nebenberuflichen Einkünfte mehr erzielt und befand mich stets in Festanstellung. Liegen für die Bemessung des Elterngeldes in meinem Falle nun die letzten 12 Kalendermonate vor der Geburt zugrunde?

    Über eine Antwort würde ich mich riesig freuen!

    Viele Grüße aus dem Norden.

    • Hallo Anne,
      lieben Dank für dein positives Feedback.

      Der Bemessungszeitraum für dein Elterngeld wird leider das Kalenderjahr 2019 sein. Betrachtet werden einmal die 12 Monate vor dem Monat der Geburt und zusätzlich das Kalenderjahr vor der Geburt. Liegt in einem dieser Zeiträume eine selbstständige Tätigkeit vor, wirst du für das Elterngeld wie eine Selbstständige behandelt. Maßgeblich ist also das Kalenderjahr vor der Geburt. Dein Einkommen setzt sich aber sowohl aus dem Gehalt 2018 als auch dem Überschuss deiner Nebentätigkeit zusammen.

  • Hallo!
    Vielen lieben Dank für die vielen hilfreichen Beiträge.Wenn ich alles richtig verstanden habe,dann müsste es in meinem Fall folgendermaßen sein.
    August 2018 ist mein Sohn auf die Welt gekommen,habe EG plus bis einschließlich Mai 2020.Elternzeit endet August.Habe ein Kleingewerbe jetzt im März 20 angemeldet.
    Nun bin ich Schwanger u Kind kommt Ende Okt 20.Durch das Kleingewerbe würde das Steuerjahr 2019 berücksichtigt werden,da ich da aber EG plus erhalten habe, wird das Jahr 2018 herangezogen.
    Da hab ich aber auch EGplus erhalten.Wird dann 17 herangezogen oder die 12 Monate vor der Geburt meines Sohnes (Aug 18)
    Und damals hatte ich Steuerklasse 4, momentan aber 5.Ist es sinnvoll wieder auf 4 zu wechseln?
    Ich hoffe mir kann jemand weiterhelfen.
    Lg

    • Hallo Steffi,
      grundsätzlich ist bei Mischeinkünften das Jahr vor der Geburt der Bemessungszeitraum. Auf Antrag kannst du das Jahr entsprechend deinen Ausführungen verschieben. Es bleibt jedoch beim Bemessungszeitaums des Kalenderjahres.
      Die Steuerklasse, die angewendet wird, beurteilt die Elterngeldstelle nach aktuellen Werten. Hierzu ist entscheidend, ob dein Gewinn über oder unter deinem Elterngeld-Brutto aus Nichtselbständiger Tätigkeit liegt. Da du dein Kleingewerbe erst aufgenommen hast, liegt das Nebeneinkommen vermutlich darunter. Es gilt die aktuell eingetragene Steuerklasse, also Steuerklasse V. Für einen Wechsel ist es aufgrund des ETs im Oktober zu spät. Die Steuerklasse muss in mindestens 6 Monaten vor Beginn des Mutterschutzes vorliegen.

  • Guten Tag Frau Nagel,

    auch wir haben eine Frage zum Elterngeld für unser zweites Kind (ET Nov 2020).
    Unser erstes Kind ist im Nov 2017 geboren und meine Frau hat zwei Jahre das Elterngeld Plus bezogen.
    Sie war vor der Geburt des ersten Kindes und auch aktuell in einem Angestellten Verhältnis.
    Zurzeit befindet Sie sich aber noch offiziell in Elternzeit bis Nov 2020.
    Sie hat jetzt zwei Monate bei Ihrem eigentlichen Arbeitgeber auf 450,- Euro Basis gearbeitet, erhält aber höchst wahrscheinlich ein Beschäftigungsverbot durch den Arzt. Haben wir eine Möglichkeit mehr Elterngeld als den Mindestsatz von 300,- Euro zu erhalten?

    Über eine Antwort wären wir sehr dankbar.

    Viele Grüße
    Christian

    • Hallo Christian,
      ich sehe keinen Verschiebetatbestand, der auf euch zutreffen könnte, um nicht nur das Mindestelterngeld zu erhalten. Die zwei Monate auf 450 Euro Basis werden nicht wirklich ins Gewicht fallen leider. Sofern die Möglichkeit besteht, kannst du in Elternteilzeit gehen und Elterngeld beantragen um möglicherweise ein höheres Elterngeld zu erhalten.

  • Hallo Frau Nagel,

    ich spiele mit dem Gedanken ein Nebengewerbe anzumelden, aber auch gleichzeitig eine Familie zu gründen.

    Wenn ich nun in diesem Jahr 2020 ein Gewerbe anmelde, mein Kind aber Ende diesen Jahres noch geboren wird, welches ist dann der Bemessungszeitraum für das Elterngeld? Theoretisch das Kalenderjahr vor der Geburt des Kindes, in diesem Fall das Jahr 2019, aber da bestand das Nebengewerbe doch noch gar nicht? Oder spielt das keine Rolle?

    Ich wäre Ihnen für eine Antwort sehr dankbar.

    Liebe Grüße
    Oriana

    • Hallo Oriana,
      sobald du Selbstständig bist bzw. Mischeinkünfte hast, ist das Kalenderjahr vor der Geburt der Bemessungszeitraum vor der Geburt. Dies gilt unabhängig davon, ob das Gewerbe im Vorjahr bereits bestand oder nicht.

  • Hallo Patrick,
    ich hätte dazu auch eine konkrete Frage. Ich spiele gerade auch mit dem Gedanken ein Nebengewerbe anzumelden – neben meinem bestehenden passiven Arbeitsverhältnisses. Im August 19 kam mein Kind zur Welt, Basiselterngeld beziehe ich 12Monate lang. Mitte/Ende des Jahres machen wir uns allerdings wieder an die Familienplanung und hoffen 2021 auf ein zweites Kind.
    Auf welches Jahr wird dann zurückgegriffen? 2020 und 2019 habe ich ja Elterngeld bezogen weshalb ja auf diese Jahre nicht zurückgegriffen werden kann oder? Demnach wäre es das Jahr 2018.
    Vielen lieben Dank
    Manuela

    • Hallo Manuela,
      machst du dich Selbstständig, ist der Bemessungszeitraum für das Elterngeld immer das Kalenderjahr vor der Geburt. Das gilt auch, wenn die Selbstständigkeit dort noch nicht vorlag. Auf Antrag (!) kannst du den Bemessungszeitraum verschieben, wenn im Kalenderjahr/den Kalenderjahren) vor der Geburt Elterngeld für ein älteres Geschwisterkind bezogen wurde (längstens bis zum 14. LM).

  • Hallo Manuela,
    vielen Dank für diese tolle Seite.
    Ich möchte gerne wissen, ob ein Antrag der Verschiebung des Bemessungszeitraums für die Nichtselbstständige Tätigkeit bei Mischeinkünften wirklich erforderlich ist.

    Kurz unser Sachverhalt:
    – 1. Kind Juli 2018
    – Elterngeld 14 Monate Bezug bis September 2019
    – Selbstständig mit Einkommensrechnung ab Dezember 2019
    – 2. Kind Juli 2020

    Bei mir würde das Jahr 2019 nach §2b (2) S.1 BEEG für den Bemessungszeitraum Selbstständigkeit hergenommen werden. Angenommen ich beantrage keine Verschiebung nach Satz 2 (Antragserfordernis), dann wird doch dennoch nach (3) S.2 die zusätzliche Maßgabe angewendet werden, wonach der Bemessungszeitraum für die Nichtselbstselbständige Tätigkeit das Vorjahr darstellt, sollten im Jahr 2019 MuschG oder Elterngeld oder ähnliches nach (1) S.2 vorliegen (keine Antragserfordernis).

    Demnach wäre der Bemessungszeitraum für die Selbstständigkeit das Jahr 2019, während vollautomatsch (ohne gesonderten Antrag) das Jahr 2017 in meinem Fall als Bemessungszeitraum für die nicht selbstständige Tätigkeit hergenommen werden würde!?

    Habe ich da was falsch verstanden?
    Vielen lieben Dank für eine Antwort.

    • Hallo Christopher,
      wenn eine selbstständige Tätigkeit vorliegt, dann ist der Bemessungszeitraum das Kalenderjahr vor der Geburt (hier: 2019). Auf Antrag ein früheres Jahr, wenn ein Verschiebetatbestand vorliegt (Liegt vor, Elterngeld für ein älteres Geschwisterkind: Jahr 2017). Das gilt unabhängig davon, wann die Selbstständigkeit im Jahr aufgenommen wurde. Die Maßstäbe für Arbeitnehmer kommen zu keiner Zeit zur Anwendung bei Mischeinkünften. Beantragst du keine Verschiebung gilt das Jahr 2019.

  • Hallo,
    meine Frau hat sich in 2018 Selbstständig gemacht und hat daher Mischeinkünfte aus selbstständiger Arbeit und aus nichtselbstständiger Arbeit.
    Kurzer Überblick:
    Wir erwarten unser Kind im Juni 2020.

    Damit ist der Bemessungszeitraum das Jahr 2019, richtig?

    Die Gewinne aus der selbstständigen Arbeit waren im Jahr 2019 jedoch negativ (Verlust laut Steuerbescheid 2019 ca. 3.000,00 € aufgrund von Hardware-Anschaffungen).
    Einkommen aus der nichtselbstständigen Arbeit waren in 2019 jedoch vorhanden (ca. 20.000,00 € brutto)
    Meine Frage:
    Mindert der negative Gewinn (Verlust) aus der nichtselbstständigen Arbeit das Elterngeld? Werden die negativen Gewinne (Verlust) aus der selbstständigen Arbeit mit dem Einkommen aus der nichtselbstständigen Arbeit verrechnet?

    Vielen Dank für eine Antwort.

    • Hallo Johannes,
      nein, ein Verlust geht mit Null in die Berechnung des Elterngeld mit ein. Das Elterngeld wird von dem Verlust nicht verringert. Der Bemessungszeitraum ist das Kalenderjahr vor der Geburt, also 2019.

  • Hallo Patrick,
    danke für den Beitrag, ich bräuchte auch einmal Deine Unterstützung. Wir haben im Nov 2017 unser erstes Kind bekommen. Dann habe ich Elterngeld bezogen bis Aug 2019. Seit Okt 2019 arbeite ich wieder.
    Jetzt bekommen wir im Juli 2020 unser zweites Kind und ich möchte jetzt im Mai 2020 ein Kleingewerbe anmelden. Welches Kalenderjahr ist dann für die Bemessung relevant? Oder welches Jahr kann auf Antrag genommen werden?
    Besten Dank und viele Grüße
    Jennifer

    • Hallo Jennifer,
      durch die Anmeldung eines Gewerbes im Mai würde der Bemessungszeitraum für das Elterngeld das Kalenderjahr vor der Geburt sein. Bei dir also das Jahr 2019. Sofern noch ein Elterngeldmonat im Jahr 2019 (bis maximal 14. LM) enthalten ist, kannst du auf Antrag das Bemessungsjahr in die Vergangenheit schieben. 2017 und 2018 fallen dann aufgrund des Mutterschaftsgeldes und Elterngeldes ebenfalls aus, sodass du 2016 als Grundlage für die Elterngeldberechnung erreichen kannst.

  • Hallo Patrick,
    ich habe auch eine Frage. Ich habe seit Januar 2020 ein Kleingewerbe zu meinem Vollzeitjob.
    Das Kleingewerbe leiden bisher ohne viel Erfolg. Auch wegen Corona konnte ich nicht richtig Fuß fassen. Ein reiner Gewinnen (hohe Investitionen) wird dieses Jahr nicht mehr zu verzeichnen sein.
    Wir planen im Jahr 2021 ein Kind zu bekommen. Welche Einkommen werden für die Berechnung berücksichtigt?
    Vielen Dank und liebe Grüße

  • Hallo ihr Lieben,
    meine Situation ist folgende :
    ich bin Angestellte (35,5 Std/Woche) und habe mit meiner Schwester eine GbR, in der wir zwei Angestellte beschäftigen und dadurch dort auch nicht arbeiten.
    Jedoch werde ich dadurch, während der Elternzeit weiterhin Einkommen haben.
    wie berechnet sich bei mir das Elterngeld?

    Liebe Grüße

    • Hallo Julia,
      das kommt ein wenig auf eure (schriftlichen) Vereinbarungen an. Am besten wendest du dich einmal an den Steuerberater eurer GbR. Hilfreich ist dieses Urteil: (BSG, Urteil vom 13.12.2018, Az. B 10 EG 5/17 R)

  • Hallo Patrick,
    Vielen Dank fuer deine tolle Seite. Ich habe eine Frage zur Elterngeldoptimierung. Ich werde mein Kind im Okt 2020 bekommen und werde dann genau 12 Monate arbeitslos gewesen sein. Im letzten Jahr (bis zum Beginn meiner Arbeitslosigkeit) habe ich dahingehend ein sehr gutes Gehalt bezogen. Da ich nun ein Angebot habe als Selbstständige ein Projekt noch vor der Geburt umzusetzen, frage ich mich ob dies auch hinsichtlich des Elterngeldes sinnvoll ist. Würde dann 2019 statt 2020 in die Berechnung eingehen? Vielen Dank für deine Unterstützung.

    • Hallo Nina,
      wenn du dich jetzt selbstständig machst, dann gilt als Bemessungszeitraum das Jahr vor der Geburt, also 2019. Erkundige dich unbedingt bei einem Steuerberater nach weiteren Verpflichtungen bei der Aufnahme einer Selbstständigkeit.

  • Hallo Yvonne / Patrick,
    unser Sohn wurde im April 2019 geboren, meine Frau erhielt 12 Monate Elterngeld, ich 2 Monate.
    Wir hoffen, im Sommer 2021 unser zweites Kind zu bekommen.
    Ich bin voll berufstätig, meine Frau ist in Elternzeit und wird dies noch bis zum zweiten Kind bleiben. Sie hat aktuell kein Einkommen. Während der Elternzeit hat sie sich ein Hobby angeeignet, durch welches sie evtl. ein bisschen Geld verdienen kann und wir überlegen uns, für sie ein Kleingewerbe anzumelden, damit der Bemessungszeitraum auf 2018 verschoben wird.
    Ist das zulässig? Es kann auch sein, dass sie mit dem Kleingewerbe fast nichts verdient.
    Vielen Dank für Eure Unterstützung.

    • Hallo Martin,
      wenn deine Frau „fast nichts verdient“ im Kleingewerbe, ist das eher eine Frage für einen Steuerberater, Stichwort: „Liebhaberei“. Am besten lasst ihr euch dazu einmal beraten.
      Grundsätzlich wird bei einer Selbstständigkeit das Kalenderjahr vor der Geburt als Bemessungsgrundlage genommen. Auf Antrag kann dieses Jahr ausgeklammert werden (z.B. aufgrund von Elterngeld für ein älteres Geschwisterkind (längstens bis zum 14. LM unabhängig von der Bezugsform, triffst aber auf 2019 und 2020 zu) und ein älteres Jahr (2018) herangezogen werden.

  • Hallo Yvonne,

    wir bekommen im Oktober 2020 unser erstes Kind.

    Da ich neben meiner Festanstellung bereits seit mehreren Jahren auch ein Kleingewerbe angemeldet habe, gilt ja als Bemessungszeitraum das Jahr vor der Geburt, also 2019.
    Meine Einnahmen aus dem Kleingewerbe betrugen in 2019 500 Euro. In 2020 habe ich 2000 Euro Einnahmen aus dem Kleingewerbe bis jetzt. Gibt es eine Möglichkeit, dass Aufgrund der höheren Einnahmen aus dem Kleingewerbe für den Bemessungszeitraum doch die letzten 12 Monate vor Mutterschutz herangezogen werden können?

    Vielen Dank und liebe Grüße
    Katrin

    • Hallo Katrin,
      durch deine Selbstständigkeit ist der Bemessungszeitraum das Kalenderjahr vor der Geburt. Eine Ausnahme aufgrund der Einnahmenhöhe ist nicht vorgesehen.

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