Kindergeld 2019

Das Kindergeld dient zur Grundversorgung der Kinder ab dem ersten Geburtsmonat und soll die Mehrausgaben für Kinder zumindest anteilig auffangen. Die Höhe des Kindergeldes ist gesetzlich geregelt und unabhängig vom Einkommen der Eltern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Anspruch auf Kindergeld besteht, wenn du in Deutschland deinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hast
  • Zahlung erfolgt immer bis zum 18. Lebensjahr, bis zum 25. wenn sich das Kind in Ausbildung oder Studium befindet
  • Kindergeld Höhe seit Juli 2019: 204 Euro / Monat für das erste und zweite Kind, 210 Euro für das Dritte und 235 Euro für jedes weitere Kind
  • Kindergeld wird in der Steuerveranlagung mit der Berücksichtigung von Kinder- und Betreuungsfreibetrag verglichen und die Variante mit dem größten finanziellen Vorteil angewendet
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Kindergeld Höhe 2019

01.01.201601.01.201701.01.201801.07.2019
1. + 2. Kind190 Euro192 Euro194 Euro204 Euro
3. Kind196 Euro198 Euro200 Euro210 Euro
ab dem 4. Kind221 Euro223 Euro225 Euro235 Euro

Kindergeld oder Kinderfreibetrag?

Generell gilt: Kindergeld oder Kinderfreibetrag – beides zusammen kann nicht genutzt werden. Das Finanzamt macht dazu automatisch eine sogenannte Günstigerprüfung, bei der festgestellt wird, welche Variante für dich den größten finanziellen Vorteil bietet. Ab etwa 64.000 Euro Jahreseinkommen (Mutter + Vater) ist der Kinderfreibetrag finanziell lohnenswerter. Dennoch musst du im Vorfeld den Kindergeldantrag stellen, auch wenn du jetzt schon weißt, dass du den Kinderfreibetrag nutzen wirst.

Wenn bei der Veranlagung zur Einkommensteuer die Berücksichtigung des Kinder- und Betreuungsfreibetrages günstiger ist, wird die Erstattungssumme automatisch mit dem bereits erhaltenen Kindergeld verrechnet. Füll also immer unbedingt die Anlage „Kind“ der Einkommensteuererklärung aus.

Für die Meisten ist das Kindergeld jedoch die günstigere Variante. Der Kinderfreibetrag wurde bereits zum 01.01.2019 auf 7.620 Euro angehoben (in 2018 waren es 7.428 Euro).

Was ist der Kinderzuschlag?

Neben dem Kindergeld (das einkommensunabhängig gezahlt wird) gibt es für Geringverdiener auch noch einen Kindergeldzuschlag. Dieser wird gezahlt, wenn dein Kind unter 25 Jahre alt ist, in deinem Haushalt lebt, es unverheiratet ist und Kindergeld bezogen wird. Das monatliche Einkommen der Eltern liegt über 900 Euro, bei Alleinerziehenden über 600 Euro, ist aber nicht höher als der Höchstbetrag. Dieser Höchstbetrag wird für jede Familie gesondert berechnet.

Beispiele für den Höchstbetrag:
Alleinerziehend + Kind und Warmmiete von 560 Euro: 2.000 Euro Bruttoeinkommen
Eltern + 2 Kinder und Warmmiete von 690 Euro: 2.400 Euro Bruttoeinkommen
Eltern + 3 Kinder und Warmmiete von 780 Euro: 3.000 Euro Bruttoeinkommen

Der Kinderzuschlag beträgt seit Juli 2019 je Kind bis zu 185 Euro und soll die Familien unterstützen, die zwar ein Einkommen haben, durch ein Kind jedoch möglicherweise Hartz IV beziehen müssten. Wer Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe bezieht und kein weiteres Einkommen hat, erhält jedoch nur Kindergeld und keinen Kinderzuschlag. Der Kinderzuschlag wird normalerweise für 6 Monate bewilligt.

Zusätzliche finanzielle Unterstützung bei Schulbedarf

Du kannst außerdem bei Bedarf zusätzliche Leistung für Schulbedarf anmelden und erhältst dadurch zusätzlich 100 Euro im Jahr (zum Beispiel für Schulranzen, Hefter, Stifte…). Die Zahlung über 70 Euro erfolgt zum 1. August und über 30 Euro zum 1. Februar eines jeden Jahres (siehe § 28 SGB II). Wenn du hilfebedürftig bist, erhältst du den Zuschuss bis zum Ende der Schulausbildung. Den Antrag dazu musst du bei deiner Stadt oder dem Landkreis stellen.

Wer hat Kindergeldanspruch?

Anspruch auf Kindergeld haben Eltern oder Erziehungsberechtigte für Kinder, die im Haushalt der Familie leben. Es kann sich dabei auch zum Beispiel um die Großeltern handeln. Außerdem ist wichtig, dass man einen Wohnsitz in Deutschland oder den Lebensmittelpunkt in Deutschland hat. Außerdem ist das Alter und der Ausbildungsstatus des Kindes entscheidend:

Alter des KindesKindergeldanspruch
Geburt bis 18. Geburtstagfür alle Kinder
18. - 21. Geburtstagfür Kinder ohne Beschäftigungsverhältnis, die bei einer Agentur für Arbeit als Arbeitssuchend gemeldet sind
18. - 25. Geburtstagfür Kinder in der Ausbildung / Studium
für Kinder in der Übergangszeit (bis zu 4 Monate) zwischen Schulabschluss und Beginn der Ausbildung / Studium
für Kinder ohne Ausbildungsplatz (Bedingungen beachten!)
für Kinder in einem freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr, im Bundesfreiwilligendienst oder in einem anderen anerkannten Freiwilligendienst
nach dem 25. Geburtstagfür behinderte Kinder

Kindergeldanspruch bis 18 Jahre

Eltern haben ab dem Tag der Geburt ihres Kindes bis zum 18. Lebensjahr Anspruch auf Kindergeld. Die Auszahlung erfolgt monatlich (siehe kindergeld-auszahlungstermine.de). Für den ersten Monat ist der Tag der Geburt entscheidend. Auch wenn das Kind am 31.08. geboren wird, erhalten die Eltern für den kompletten August noch Kindergeld.

Kindergeldanspruch von 18-25 Jahre

Bei volljährigen Kindern besteht der Kindergeldanspruch nur weiter, wenn sich das Kind in einer Ausbildung oder Studium befindet. Sofern es bei der Arbeitsagentur als arbeits- oder ausbildungssuchend registriert ist, besteht ebenfalls ein Anspruch. Dieser gilt allerdings nur bis zum 25. Lebensjahr. Sofern das Kindergeld den Kindern nicht mehr zu Gute kommt, kann das Kind auch einen Abzweigungspunkt auf Kindergeld stellen, um das Kindergeld selbst zu erhalten.

Hinweis: Die Wartezeit auf einen Ausbildungs- oder Studienplatz wird ebenfalls mit einbezogen: Kindergeld wird bis zu 4 Monate in der Wartezeit weiterbezahlt.

Wenn das Kind einer sogenannten „unschädlichen Erwerbstätigkeit“ nachgeht, wird ebenfalls Kindergeld gezahlt. Dazu gehören zum Beispiel die Arbeitszeit im Betrieb bei einer betrieblichen Ausbildung, eine geringfügige Beschäftigung oder bei einer maximalen wöchentlichen Arbeitszeit von 20 Stunden.

Wenn das Kind zwischen dem 18. und 25. Lebensjahr arbeitslos ist, besteht nur ein Anspruch auf Kindergeld, wenn nachweisbar ist, dass es sich ernsthaft um eine Ausbildungsstelle bemüht. Dies kann zum Beispiel durch die Vorlage der Bewerbungen geschehen. Wichtig: Alle 3 Monate muss sich dass Kind bei der Bundesagentur für Arbeit als arbeits- bzw. berufssuchend melden.

Kindergeldanspruch bei behinderten Kindern

Bei behinderten Kindern gibt es keine Altersbeschränkung für Kindergeld. Es spielt hier auch keine Rolle, ob sich das Kind in Ausbildung befindet oder nicht.

So erhältst du das Kindergeld

Nur weil du Anspruch auf Kindergeld hast, erhältst du es nicht auch automatisch. Du musst dies bei der jeweiligen Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit beantragen. Das sollte man am besten direkt nach der Geburt machen. Je länger du wartest, desto später beginnen die Kindergeld-Zahlungen. 4-6 Wochen solltest du für die Bearbeitung des Antrags einkalkulieren. Rückwirkend kann das Kindergeld seit 2018 nur noch für bis zu 6 Monate gezahlt werden (vgl. § 66 Abs. 3 EStG).

Hier findest du das Formular für den Kindergeldantrag. Einfach ausdrucken, ausfüllen, unterschreiben und per Post zur zuständigen Familienkasse einsenden.

Bei Adressänderungen oder Abschluss der Schulausbildung musst du dich bei der Familienkasse melden, ansonsten reicht der Antrag für die Zahlung des monatlichen Kindergeldes aus.

Für den Kindergeldantrag benötigst du ebenfalls deine Steueridentifikationsnummer und die deines Kindes. Das ist deshalb wichtig, um Doppelzahlungen zu vermeiden. Solltest du deine Steueridentifikationsnummer nicht mehr zur Hand haben, kannst du die Zusendung deiner Nummer über dieses Formular beantragen. Das Bundeszentralamt für Steuern sendet dir die Nummer dann erneut zu.

Wer erhält das Kindergeld?

Kindergeld erhält immer nur eine berechtigte Person. In einem gemeinsamen Haushalt bestimmen die Eltern gemeinsam, wer von ihnen das Kindergeld erhalten soll. Bei getrennt lebenden Eltern bekommt der Elternteil das Kindergeld, bei dem das Kind den Lebensmittelpunkt hat (dort wo es lebt, betreut und versorgt wird). Ist der andere Elternteil zu Unterhalt verpflichtet, erfolgt eine 50%ige Anrechnung des Kindergeldes auf den Unterhalt. Lebt ein Kind in nahezu gleichem Umfang in verschiedenen Haushalten, muss das Familiengericht entscheiden.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wer zahlt bei Beamten und im öffentlichen Dienst das Kindergeld?

In diesem Fall sind die Familienkassen nicht zuständig und das Kindergeld ist beim Dienstherren bzw. der Vergütungsstelle zu beantragen.

Unser Kind studiert jetzt, kann man den Studiennachweis online einreichen?

Ja, das geht mit dem Online-Service der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit. Sobald dein Kind die Schulausbildung beendet hat, erhältst du ein Hinweisschreiben der Familienkasse, unter welchen Voraussetzungen du weiterhin Kindergeld erhalten kannst. In diesem Schreiben sind individuelle Zugangsdaten enthalten, mit denen du dich einfach in das Online-Portal einloggen und die bestehenden Daten überprüfen und auch Dokumente wie z.B. Ausbildungs- und Studiennachweise hochladen kannst.

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