Elterngeld Geschwisterbonus & Mehrlingszuschlag

Mehrere Kinder im Haushalt, mehr Elterngeld – wenn die Voraussetzungen stimmen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Geschwisterbonus beträgt 10% vom Elterngeld, mindestens 75 Euro im Monat und 37,50 Euro beim Elterngeld Plus
  • Für Mehrlinge gibt es nur einmal Elterngeld
  • Der Mehrlingszuschlag erhöht den Mindest- bzw. Höchstbetrag des Elterngeldes
  • Die Erhöhung beträgt 300 Euro beim Basiselterngeld und 150 Euro beim Elterngeld Plus
  • Mehrlinge gelten beim Geschwisterbonus wie ein Kind

Lebt mehr als ein Kind im Haushalt, dann steigen auch die Kosten. Kommen dann auch noch mehrere Kinder auf einmal, gibt es nicht mal für jedes Kind das volle Elterngeld. Dafür gibt es dann den Mehrlingszuschlag. Gibt es bereits Geschwisterkinder können Sie möglicherweise den sogenannten Geschwisterbonus beantragen. Wann Sie den Geschwisterbonus und / oder den Mehrlingszuschlag erhalten, erklärt dieser Artikel.

Der Geschwisterbonus

Wenn Sie bereits Elterngeld für ein Kind erhalten und ein weiteres Kind bekommen, so ist es unter bestimmten Voraussetzungen möglich, dass Sie den sogenannten Geschwisterbonus erhalten können. Dieser beträgt 10% Ihres einkommensabhängigen Elterngeldes, mindestens jedoch 75 Euro beim Basiselterngeld und 37,50 Euro beim Elterngeld Plus.

Was sind Geschwisterkinder?

Geschwisterkinder im Sinne des Bundeselterngeldgesetzes sind eigene Kinder, die mit Ihnen in Ihrem Haushalt leben. Weiterhin sind die folgenden Voraussetzungen zu beachten, um den Geschwisterbonus zu erhalten:

In Ihrem Haushalt

  • lebt mindestens ein weiteres Kind, das noch keine 3 Jahre alt ist, oder
  • leben mindestens zwei weitere Kind, die beide noch keine 6 Jahre alt sind, oder
  • lebt mindestens ein weiteres Kind unter 14 Jahren mit einer Behinderung

Adoptivkinder bzw. Kinder in Adoptionspflege zählen ebenfalls zu den eigenen Kindern. Hier ist eine Altersgrenze von 14 Jahren zu beachten, sprich nach dem 14. Geburtstag wird der Geschwisterbonus ist diesen Fällen nicht mehr gewährt.

Es ist erforderlich, dass Sie die Kinder selbst betreuen und erziehen sowie nicht in Vollzeit arbeiten gehen. Diese Voraussetzungen gelten für den Bezug von Elterngeld und dem zusätzlich möglichen Geschwisterbonus gleichermaßen.

Wie zählen Mehrlingsgeburten beim Geschwisterbonus?

Bei Mehrlingsgeburten erscheint die Zählung vielleicht zunächst unfair, denn für den zweiten, dritten usw. Mehrling erhalten Sie keinen Geschwisterbonus. In diesem Fall zählen alle Mehrlinge als ein Kind, da für diese Kinder bereits ein Mehrlingszuschlag gewährt wird. Wird ein weiteres Kind im Elterngeldbezugszeitraum geboren, und es gibt „Mehrlingsgeschwister“ im Haushalt, dann werden diese wie Einzelgeburten gezählt.

Der Elterngeld Geschwisterbonus

Wie lange bekommt man den Geschwisterbonus?

Der Bonus wird solange gewährt, bis die älteren Geschwisterkinder die vorgenannten Altersgrenzen überschreiten. Ab dem darauffolgenden Lebensmonat, in dem die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt werden, entfällt die Zahlung für den Geschwisterbonus. Das Elterngeld läuft regulär weiter, nur eben ohne den Bonus.

Beispiel:

Eine Mutter hat 2 Kinder, die sie selbst in ihrem Haushalt betreut und erzieht. Für Kind 2 erhält sie Basiselterngeld und zunächst auch den Geschwisterbonus. Im 8. Lebensmonat feiert Kind 1 seinen 3. Geburtstag. Ihr Einkommen vor der Geburt betrug 2.000 Euro. In den ersten 12 Lebensmonaten von Kind 2 arbeitet sie nicht.
Sie entscheidet sich für das Basiselterngeld, welches 1.300 Euro beträgt (65% vom Einkommensunterschied, hier 2.000 Euro). Der Geschwisterbonus beträgt 10% vom Basiselterngeld, also 130 Euro. Für 8 Monate, also bis einschließlich des Monats in dem Kind 1 den 3. Geburtstag feiert, erhält sie 1.430 Euro jeden Monat. Ab Lebensmonat 9 bis zum 12. Lebensmonat erhält sie das Basiselterngeld in Höhe von 1.300 Euro.

Der Mehrlingszuschlag

Wenn aus einer Schwangerschaft zwei oder mehr Kinder geboren werden, so spricht man von Mehrlingen. Der Elterngeldanspruch besteht jedoch in so einem Fall nicht für jedes Kind, sondern wird nur einmal gewährt. Um die finanzielle Mehrbelastung und den Verdienstausfall durch die Betreuung dieser Eltern auszugleichen, sieht das Bundeselterngeldgesetz den sogenannten Mehrlingszuschlag vor.

Wie hoch ist der Mehrlingszuschlag?

Der Mehrlingszuschlag erhöht das einkommensabhängige Basiselterngeld um je 300 Euro für den zweiten und jeden weiteren Mehrling. Das bedeutet, wenn man den Mindestbetrag beim Basiselterngeld bezieht, erhöht sich dieser auf 600 Euro bei Zwillingen, bei Drillingen auf 900 Euro usw.

Bei Zwillingen und dem Bezug von Elterngeld Plus beträgt der Zuschlag 150 Euro, was einen Mindestbetrag in Höhe von 300 Euro ausmacht, der Höchstbetrag wären in diesem Fall 1.050 Euro.

Beispiel:

Die Eltern bekommen Zwillinge und erhalten den Höchstsatz im Basiselterngeld in Höhe von 1.800 Euro. Für das weitere in diesem Geburtsvorgang entbundene Kind, gibt es 300 Euro Zuschlag, sodass der Elterngeldbezug sich insgesamt auf 2.100 Euro pro Monat für die Eltern der Zwillinge erhöht.

Die gleichzeitige Aufnahme mehrerer Kinder in einen Haushalt (Adoption/Adoptionspflege) ist für den Zuschlag zu behandeln wie eine Mehrlingsgeburt.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Kann ich nur den Geschwisterbonus bekommen oder muss ich dafür Basiselterngeld oder Elterngeld Plus beziehen?


Nein, der Geschwisterbonus ist eine Erhöhung des einkommensabhängigen Elterngeldbezuges und wird nicht separat gezahlt.

Zählt das Kind für das ich den Geschwisterbonus beantrage mit?


Ja, das neue Kind, für das Elterngeld beantragt wird, zählt bei der Anzahl der Kinder im Haushalt mit.

Bekomme ich den Geschwisterbonus auch, wenn unser erstgeborenes Kind 5 Jahre alt ist?


Nein, wenn nicht noch ein weiteres Kind unter 6 Jahren außer dem 5-jährigen Geschwisterkind und dem Neugeborenen, für welches Sie Elterngeld beantragen, im Haushalt lebt.

Wenn ich Elterngeld Plus beziehe, erhalte ich den Geschwisterbonus dann länger?


Ja, solange die Bedingungen für den Geschwisterbonus erfüllt werden, erhalten Sie über den Bezugszeitraum des Elterngeld Plus auch den Geschwisterbonus von mindestens 37,50 Euro.

Ist es sinnvoll, dass der andere Elternteil seine Elternzeit vor dem 3. Geburtstag des Geschwisterchens nimmt?


Ja, das kann sinnvoll sein um in dieser Zeit noch den Geschwisterbonus mitzunehmen.

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