Bild zu Elterngeld Plus

Elterngeld Plus oder Basiselterngeld?

Wenn Sie gerade vor der Frage stehen, ob Basiselterngeld oder Elterngeld Plus für Sie sinnvoller ist, lesen Sie sich diesen Artikel durch. Wir klären Sie über Vor-und Nachteile auf und wie Sie ihr Elterngeld maximieren können. Grundsätzlich können Sie sich entscheiden, ob Sie Basiselterngeld, Elterngeld Plus oder beides im Wechsel in Anspruch nehmen wollen. Elterngeld Plus macht vor allem Sinn, wenn Sie in Teilzeit arbeiten möchten, da Sie hier den größten finanziellen Vorteil haben. Beispielrechnungen dazu finden Sie weiter unten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Neben dem Basiselterngeld gibt es Elterngeld Plus, bei dem man statt 14 Monate 28 Monate Förderung erhält, wenn man teilzeitbeschäftigt ist
  • Das Elterngeld Plus entspricht dabei maximal dem halben Basiselterngeld
  • Basiselterngeld und Elterngeld Plus können flexibel miteinander kombiniert werden
  • Elterngeld Plus ideal, wenn Sie in Teilzeit arbeiten möchten
  • Vorteil: Partnerschaftsbonus nutzen (Anspruch auf 4 zusätzliche Bonusmonate)

Die Idee hinter Elterngeld Plus

Es gibt für das Elterngeld Plus zwei Überlegungen: Mütter möchten teilweise gern schon eher wieder in ihren Beruf einsteigen, Väter hingegen möchten gern mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. Als Lösung für solche Fälle gibt es das Elterngeld Plus, das eine Teilzeittätigkeit bis zu 30 Wochenstunden erlaubt. Dabei wird ein Basiselterngeld-Monat in zwei Elterngeld Plus Monate umgewandelt. Der Maximalanspruch verlängert sich deshalb von 14 auf 28 Monate. Ziel von Elterngeld Plus ist es, dass Familie und Beruf besser vereinbart werden können, ohne dass finanzielle Nachteile entstehen.

In den ersten 2 Monaten nach der Geburt erhalten angestellte Mütter volles Mutterschaftsgeld. Außerdem dürfen Sie zu dieser Zeit nicht arbeiten. Die Zeit, in der Mutterschaftsleistungen gezahlt werden, gelten als Basiselterngeldmonate der Mutter. Erst ab dem 3. Monat können Sie somit Elterngeld Plus beantragen.

Zusätzlicher Vorteil: Der Partnerschaftsbonus

Wenn beide Elternteile 4 aufeinanderfolgende Monate lang parallel Elterngeld Plus beziehen und zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche arbeiten, stehen außerdem jedem Elternteil 4 zusätzliche Monate Elterngeld Plus zu. Der maximale Bezugszeitraum erhöht sich dann also von 28 Monaten (24 Monate Mutter + 4 Monate Vater) auf 36 Monate (Mutter: 24 + 4 Monate, Vater: 4 + 4 Monate). Bedenken Sie jedoch, dass bei Mutterschaftsgeldzahlung die ersten 2 Monate Basiselterngeld bezogen werden müssen. Erst ab dem 3. Monat können Sie auf Elterngeld Plus gehen.

Kombination von Basiselterngeld, Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonus

Sie können auch alle 3 Varianten miteinander kombinieren. Dazu ein Beispiel: Die Mama nimmt 10 Monate lang Basiselterngeld in Anspruch. Danach folgen 4 Monate Elterngeld Plus. Der Papa nimmt zu dieser Zeit ebenfalls Elterngeld Plus in Anspruch. Beide können in dieser Zeit jeweils 25-30 Wochenstunden arbeiten und profitieren dann vom Partnerschaftsbonus: Sie erhalten beide 4 weitere Monate Elterngeld Plus. Rechnen Sie einfach mal nach, ob Sie mit diesem Modell besser wegkommen, also mit dem „normalen“ 12/2 Modell, in dem die Mama 12 Monate Basiselterngeld und der Papa 2 Monate Basiselterngeld erhält. Alternatives Beispiel: Beide Elternteile nehmen parallel 14 Monate lang Elterngeld Plus. Auch dann profitieren beide vom Partnerschaftsbonus und erhalten jeweils 4 weitere Monate Elterngeld Plus.

Beispiele für die Kombination verschiedener Elterngeldarten

Elterngeld Plus Beispiel 1
Elterngeld Plus Kombination - Beispiel 1

In diesem Beispiel bezieht die Mutter in den ersten 10 Monaten nach der Geburt Elterngeld Plus und der Vater geht vollzeit arbeiten. Im Anschluss gehen Beide parallel in Teilzeit und arbeiten zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche. Daraus ergibt sich der Partnerschaftsbonus über je 4 Monate pro Elternteil.

Elterngeld Plus - Beispiel 2
Elterngeld Plus Kombination - Beispiel 2

Hier entscheiden sich beide berufstätige Eltern dazu, sich direkt in den ersten 3 Monaten gemeinsam um das Baby zu kümmern. Beide beziehen das Basiselterngeld. In den folgenden 4 Monaten geht der Vater jedoch wieder vollzeit arbeiten und die Mutter kümmert sich allein um das Baby. Anschließend gehen beide Eltern in Teilzeit für 25 bis 30 Stunden die Woche und erarbeiten sich damit den Partnerschaftsbonus über 4 Monate im Anschluss.

Elterngeld Plus - Beispiel 3
Elterngeld Plus Kombination - Beispiel 3

In diesem Beispiel nehmen Vater und Mutter direkt nach der Geburt für die ersten 14 Monate Elterngeld Plus. Das funktioniert allerdings nur, sofern die Mutter keinen Mutterschutz hat, z.B. weil sie selbständig oder arbeitslos ist. Im Anschluss erhalten Mutter und Vater an die insgesamt 28 Monate Elterngeld Plus noch 4 Monate Partnerschaftsbonus dazu.


Das sind nur 3 Beispiele, die aufzeigen sollen, wie flexibel man die Elterngeldarten miteinander kombinieren kann. Es sind natürlich noch viele weiteresinnvolle Kombinationen denkbar, die in erster Linie von der beruflichen Situation abhängen.

Voraussetzungen für Elterngeld Plus

Um Elterngeld Plus beantragen zu können, müssen folgende Voraussetungen gegeben sein:

  • Sie betreuen Ihre Kinder nach der Geburt selbst
  • Sie sind nicht mehr als 30 Stunden pro Woche erwerbstätig
  • Sie leben mit Ihren Kindern in einem Haushalt
  • Der Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt ist Deutschland

Es ist dabei nicht Voraussetzung, dass es sich um ein leibliches Kind handelt. Auch Partner, die das Kind nach der Geburt betreuen, können Basiselterngeld oder Elterngeld Plus beantragen. Das gilt auch für angenommene und aufgenommene Kinder. Die Bezugsdauer des Elterngeldes beginnt dann ab dem Monat, wo das Kind in den Haushalt aufgenommen wird. Mit dem vollendeten 8. Lebensjahr erlischt der Anspruch.

Auch Großeltern können Anspruch auf Basiselterngeld oder Elterngeld Plus haben. Voraussetzung ist, dass die Kindeseltern schwer erkrankt, behindert oder gestorben sind. Der Anspruch auf Elterngeld besteht dann für Verwandte bis dritten Grades.

Elterngeld Plus bei Studenten und Arbeitslosen

Studenten und Arbeitslose erhalten ganz normal den Mindestbetrag von 300 Euro Basiselterngeld. Wenn sie Elterngeld Plus beantragen, halbiert sich dieser Betrag und sie erhalten für den doppelten Zeitraum 150 Euro Elterngeld Plus pro Monat. Bedenken Sie jedoch, dass dies auf das ALG II angerechnet wird. Bei der BAföG-Berechnung bleibt das Elterngeld jedoch unberücksichtigt.

Elterngeld Plus Höhe

Die Höhe beträgt maximal der Hälfte des Basiselterngeldes pro Monat. Wenn Sie also 1.200 Euro Basiselterngeld erhalten würden, bekämen Sie maximal 600 Euro Elterngeld Plus pro Monat. Nicht nur der Mindestsatz halbiert sich (150 statt 300 Euro), sondern auch der Geschwisterbonus (5%, mind. 37,50 Euro  statt 10%, mind. 75 Euro) und der Mehrlingszuschlag (150 statt 300 Euro).

Anrechnung des Zuverdienstes

Beim Basiselterngeld wird jedes steuerpflichtige Einkommen während des Elterngeldbezugs angerechnet und zwar ab dem ersten Euro. Hierbei gibt es keinen Freibetrag. Deshalb lohnt es sich nicht, arbeiten zu gehen und Basiselterngeld zu beziehen. Sinnvoller ist es in solchen Fällen, Elterngeld Plus zu wählen. Wenn Ihr Teilzeit-Einkommen in der Elternzeit nicht über 50% des Einkommens vor der Geburt entspricht, wird das Elterngeld Plus auch nicht gekürzt. Ab diesem Schwellwert findet jedoch eine Anrechnung des Zuverdienstes statt. Wie das sich auswirken kann, zeigen die folgenden beiden Beispiele:

Beispiel 1: Mutter verdiente im 12-monatigen Bemessungszeitraum vor der Geburt 2.000 Euro netto. In Teilzeit würde sie nach der Geburt 900 Euro bei 15 Stunden / Woche verdienen.

  • Nettoeinkommen vor der Geburt: 2.000 Euro / Monat
  • Nettoeinkommen nach der Geburt: 900 Euro / Monat
  • Wegfallendes Erwerbseinkommen: 1.100 Euro
  • Basiselterngeld pro Monat ohne Erwerbstätigkeit: 2.000 Euro x 0,65 (65%) = 1.300 Euro
  • Hälfte des Basiselterngeldanspruchs: 650 Euro
  • Basiselterngeldanspruch bei Teilzeit: 715 Euro (65% von 1.100 Euro)
  • Elterngeld Plus Anspruch pro Monat: 650 Euro (1.300 Euro / 2 = 650 Euro)
  • Basiselterngeld gesamt: 8.580 Euro
  • Elterngeld Plus gesamt: 15.600 Euro

Beispiel 2: Gleiche Grundvoraussetzungen. Diesmal verdient die Mutter nach der Geburt in Teilzeit allerdings 1.500 Euro statt 900 Euro.

  • Nettoeinkommen vor der Geburt: 2.000 Euro / Monat
  • Nettoeinkommen nach der Geburt: 1.500 Euro / Monat
  • Wegfallendes Erwerbseinkommen: 500 Euro
  • Basiselterngeld pro Monat ohne Erwerbstätigkeit: 2.000 Euro x 0,65 (65%) = 1.300 Euro
  • Hälfte des Basiselterngeldanspruchs: 650 Euro
  • Basiselterngeldanspruch bei Teilzeit: 325 Euro (65% von 500 Euro)
  • Elterngeld Plus Anspruch pro Monat: 325 Euro (1.300 Euro / 2 = 650 Euro, allerdings erfolgt eine Deckelung auf 325 Euro)
  • Basiselterngeld gesamt: 3.900 Euro
  • Elterngeld Plus gesamt: 7.800 Euro

In dem Beispiel sehen Sie sehr gut, dass der Zuverdienst auf das Elterngeld Plus angerechnet wurde und der Anspruch dadurch gemindert wird. Natürlich erhält die Mutter in dem Fall auch über 24 Monate 600 Euro mehr Gehalt. Die Elterngeldleistung wird jedoch ab Überschreiten der 50%-Marke gekürzt.

Einen umfangreichen Rechner für Ihr Elterngeld Plus finden Sie übrigens hier.

Elterngeld Plus aus steuerlicher Sicht

Das Elterngeld ist generell einkommensteuerfrei und es werden darauf auch keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt. Dennoch sollte man wissen, dass es dem Progressionsvorbehalt unterliegt.

Das bedeutet, dass am Jahresende Ihr Einkommen mit dem Elterngeld zusammengerechnet wird und Sie anhand der Gesamtsumme einem Steuersatz zugeordnet werden, den Sie auf Ihr Einkommen zahlen müssen. Da das Elterngeld den Steuersatz in vielen Fällen erhöht, müssen Sie sich darauf gefasst machen, dass Sie einen Teil der Steuer nachzahlen müssen. Viele Eltern bedenken das leider nicht und erleben die Überraschung, wenn Sie die Aufforderung zur Steuernachzahlung per Post erhalten.

Allein unter diesem Gesichtspunkt würde sich ohne Teilzeitarbeit und rein auf das Elterngeld beschränkt eine Streckung des Elterngeldes auf 2 Jahre mit Elterngeld Plus lohnen. Die Laufzeit der Der Zahlung würde sich dann verdoppeln. Dadurch kann der Progressionseffekt des Elterngeldes und damit auch die Steuernachzahlung etwas gemildert werden. Grund: Im betreffenden Kalenderjahr wirkt nur noch die Hälfte des Elterngeldes steuersatzerhöhend bei gleichbleibenden Voraussetzungen. Wenn der Partner also ausreichend gut verdient und 2 Jahre Elternzeit geplant sind, macht Elterngeld Plus aus steuerlicher Sicht durchaus mehr Sinn.

Was soll ich nun wählen?

Überlegen Sie sich, ob Sie während Ihres Elterngeldbezugs in Teilzeit arbeiten wollen oder nicht. Allein davon hängt es ab, ob Sie Basiselterngeld oder Elterngeld Plus beantragen. Auch eine Kombination ist möglich. Sollte Ihr Partner ebenfalls einige Zeit Teilzeit arbeiten wollen, sollten Sie sich in jedem Fall Gedanken über den Partnerschaftsbonus machen. Dieser bietet Ihnen finanzielle Vorteile und den Genuss zusätzlicher Zeit für Ihr Kind.

Grundsätzlich sollten Sie aber nicht vergessen, dass Sie für die Zeit des Arbeitens eine Kinderbetreuung benötigen. Wenn nicht Oma und Opa kostenfrei das Baby hüten können, müssen Sie wahrscheinlich auf eine Kita oder Tagesmutter zurückgreifen. An der Stelle entstehen meist zusätzliche Kosten, die Sie in jedem Fall gegenrechnen müssen. Lohnt sich die Teilzeitarbeit und der Stress dann immernoch? Auch wenn Sie in der Elternzeit nicht arbeiten sammeln Sie Rentenpunkte. Mehr dazu erfahren Sie hier. Überlegen Sie sich einfach gut, wie wichtig Ihnen die ersten Monate Ihres Kindes sind und ob Sie auch ohne Teilzeitjob gut über die Runden kommen würden. Nicht wenige Eltern haben eine Teilzeittätigkeit in den ersten Lebensmonaten Ihres Kindes im Nachhinein bereut.

🔥 Tipp: So erhalten Sie mehr Elterngeld! 🔥

Es gibt ein paar legale Tricks, sein Elterngeld zu maximieren. Wenn auch Sie davon profitieren möchten und mehr Elterngeld erhalten wollen, dann nutzen Sie unsere Beratung. Wir können für fast alle Eltern mehr rausholen!

Zur Elterngeldberatung

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Startet der Elterngeldbezug immer zum Monatsanfang?

Nein, der Elterngeldbezug ist gleitend und wird für die Lebensmonate des Kindes gewährt. Beispiel: Wenn Ihr Kind am 14.02. geboren wird, endet der erste Lebensmonat am 13. des Folgemonats. Parallel dazu laufen die Elterngeldmonate.

Kann Basiselterngeld mit Elterngeld Plus kombiniert werden?

Sie können sich die Monate so aufteilen wie Sie mögen. Ob Sie nun 12 Monate Basiselterngeld erhalten oder zum Beispiel 8 Monate Basiselterngeld + 8 Monate Elterngeld Plus, ist völlig egal. Wenn Sie mit Ihrem Partner 4 Monate gemeinsam Elterngeld Plus beziehen, profitieren Sie jedoch vom Partnerschaftsbonus, der sehr lukrativ sein kann.

Kann ich für die ersten 2 Monate nach der Geburt auch Elterngeld Plus beantragen?

In den ersten 2 Monaten nach der Geburt erhalten Angestellte volles Mutterschaftsgeld. Außerdem dürfen Sie zu dieser Zeit nicht arbeiten. Die Zeit, in der Mutterschaftsleistungen gezahlt werden, gelten als Basiselterngeldmonate der Mutter. Erst ab dem 3. Monat können Sie Elterngeld Plus beantragen.

Erhalten auch Alleinerziehende den Partnerschaftsbonus?

Alleinerziehende erhalten zumindest eine Förderung, die mit dem Partnerschaftsbonus vergleichbar ist. Auch sie erhalten 4 weitere Monate Elterngeld Plus, wenn sie in 4 aufeinanderfolgenden Monaten zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche arbeiten.

Wie profitieren Arbeitgeber vom Elterngeld Plus?

Durch das Elterngeld Plus können Mitarbeiter früher nach der Geburt wieder in den Beruf einsteigen. Der Qualifikationsverlust ist dadurch geringer und die Bindung zum Betrieb wird gefördert.


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