Mehr Elterngeld durch Steuerklasse wechseln

Wir zeigen dir eine Variante, mehr Elterngeld zu erhalten.

Hierbei handelt es sich um einen sehr beliebten Trick, um seinen Elterngeldanspruch legal deutlich zu erhöhen. Man muss sich jedoch auskennen und alle Punkte (vor allem die Fristen) beachten. Du kannst dies entweder selbst durchführen, oder unsere Hilfe dafür in Anspruch nehmen (mehr dazu weiter unten).

Steuerklasse wechseln für Verheiratete

Verheiratete Paare können grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Steuerklasse-Modellen wählen: Beide Partner sind in der Steuerklasse IV oder ein Partner ist in der Steuerklasse III (höheres Netto-Einkommen) und der andere in der Steuerklasse V (niedrigeres Netto-Einkommen). Wenn sich der Elternteil, der sich für Elternzeit und das Elterngeld entscheidet, in der ungünstigen Steuerklasse V befindet, sollte er schnellstens in die Steuerklasse III wechseln. Ihm würde damit mehr Netto-Gehalt bleiben und das Elterngeld fällt entsprechend höher aus (da das Bemessungseinkommen höher ist). Der arbeitende Partner rutscht dann automatisch in die Steuerklasse V und erhält zumindest augenblicklich weniger Netto-Gehalt. Mit der nächsten Steuererklärung wird dies jedoch wieder ausgeglichen und es entsteht somit kein Nachteil.

ACHTUNG: Der Zeitpunkt des Steuerklassen-Wechsels ist sehr wichtig! Der Antrag auf den Wechsel in die Steuerklasse III muss spätestens sieben Monate vor dem Monat gestellt werden, in dem der Mutter­schutz beginnt. Das heißt: Kurz nach dem positiven Schwangerschaftstest müsste der Wechsel schon erfolgen.

Die Steuerklasse kannst du nach der Geburt auch direkt wieder zurück wechseln. Ein solcher Wechsel hat keine Auswirkungen auf das Elterngeld und ist absolut legal.

Was, wenn man zu spät dran ist?

Ein Steuerklassen-Wechsel greift immer erst im Folgemonat nach Antragsstellung. Mindestens 7 Monate lang (Beginn nach dem Wechsel bis zum Beginn des Mutterschutzes) musst du der neuen Steuerklasse III jedoch mindestens zugehörig sein, damit das Elterngeld daran bemessen wird.

Eine Ausklammerung der Monate des Mutterschutzes um die 7 Monate zu erreichen, ist durch die Änderung der Richtlinien zum Bundeselterngeldgesetz seit dem 01.01.2018 nicht mehr möglich. Bis 2018 war das ein beliebter Trick, um sich etwas mehr Zeit zu verschaffen, falls der Trick erst zu spät angewendet wird.

Ein Beispiel, damit du siehst, dass es hierbei um viel Geld gehen kann: Manuela verdient 3.000 Euro brutto monatlich. Sie ist in der ungünstigen Steuerklasse V und erhält monatlich 1.600 Euro Gehalt netto ausgezahlt. In dieser Steuerklasse würde ihr Elterngeld 968 Euro monatlich betragen. Wenn sie jedoch rechtzeitig in die Steuerklasse III wechselt, bekommt sie 2.200 Euro netto (das gleicht sich mit der Steuererklärung jedoch wieder aus) und ein Elterngeld in Höhe von 1.356 Euro. Durch den Steuerklassenwechsel hat sie also insgesamt 4.656 Euro mehr Elterngeld bekommen!

Hast du weitere Fragen zum Elterngeld und dem Steuerklassen-Wechsel? Dann schreib uns einen Kommentar!

Achtung: Viele Eltern machen Fehler beim Elterngeld!

Unserer Einschätzung nach sind 85% der Elterngeldanträge fehlerhaft. Die Folge: Eltern bekommen weniger Geld, weil sie ihre Möglichkeiten nicht ausschöpfen oder warten monatelang auf die Zahlung. Wie ihr beide Probleme vermeiden könnt, erfahrt ihr in unserem Elterngeld-Onlinekurs oder in einer persönlichen Elterngeldberatung.


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8 Kommentare
  1. Ali sagt

    Ich arbeite 100 Stunden pro Monat bekommen Mindestlohn 8.87 bin verheiratet meine Frau ist schwanger sie macht jetzt Deutschkurs was kann man Antrag machen um mehr Geld zu verdienen ich bitte um ihre Hilfe ich werde mich freuen wenn Sie zurückschreiben

    1. admin sagt

      Hallo Ali, das ist so einfach gar nicht zu beantworten sondern da müsste man sich den Fall genauer anschauen. Schauen Sie sich doch am besten mal unsere Elterngeldberatung an, wir können das für Sie komplett übernehmen und das maximale Elterngeld herausholen: https://www.elterngeld.de/elterngeldberatung/

  2. Aylin sagt

    Hallo. im April hatte ich noch Steuerklasse 5 und im Mai bereits 3. Der Entbindungstermin ist der 20.1.2019. bin ich noch in der Zeit?

    1. Elterngeld.de Team sagt

      Hallo Aylin,
      Du hast rechtzeitig gewechselt, Deine neue Steuerklasse wird für die Monate vor dem Mutterschutz berücksichtigt. D. h. von Mai bis November sind 7 Monate und somit ist diese in der überwiegenden Zeit gültig und wird für die Berechnung des Elterngeldnettos verwendet.

      Alles Gute wünscht
      Yvonne von elterngeld.de

  3. Alex sagt

    Und nochmal die Frage zur Zeit – da das ganze augenscheinlich recht knapp ist. Wir haben Ende Oktober den Antrag auf Umstellung III->V gestellt – nur wenige Tage nach Bekanntwerden der Schwangerschaft; geplante Geburt ist der 19.06.2019… Reicht das aus? Im September hätten wir den Antrag gar nicht stellen können, um noch früher zu sein, da hier noch nichts bekannt war…. :/

    1. Elterngeld.de Team sagt

      Hallo Alex,

      in eurem Fall liegt keine der Steuerklassen im Bemessungszeitraum zu einem überwiegenden Teil vor. Der Wechsel wird zum November wirksam und gilt bis zur Geburt. Allerdings werden 12 Monate VOR Beginn der Mutterschutzes herangezogen, somit steht es quasi 6:6. Daher gilt die zuletzt gültige Steuerklasse, in diesem Fall die III.

      Alles Gute,
      Yvonne von Elterngeld.de

  4. Ralph sagt

    Sie schreiben auf Ihrer Website:
    „Eine Ausklammerung der Monate des Mutterschutzes um die 7 Monate zu erreichen, ist durch die Änderung der Richtlinien zum Bundeselterngeldgesetz seit dem 01.01.2018 nicht mehr möglich. Bis 2018 war das ein beliebter Trick, um sich etwas mehr Zeit zu verschaffen, falls der Trick erst zu spät angewendet wird.“

    Diesen Hinweis habe ich bisher nur auf Ihrer Website entdeckt, sonst nirgendwo. Viele andere Ratgeber verweisen noch auf diese Möglichkeit. Können Sie bitte die relevante Stelle der Richtlinien zum Bundeselterngeldgesetz nennen, damit ich diese Änderung nachvollziehen kann? Das wäre prima.

    1. Elterngeld.de Team sagt

      Hallo Ralph,
      vielen Dank für deine Frage. In den Richtlinien heisst es, „die Aufzählung der Ausklammerungstatbestände ist abschließend“ (vgl. 2b.1.2 Bestimmung des Zwölfmonatszeitraums Richtlinien zum BEEG Stand 09/2018). Somit gelten nur die in § 2b Abs. 1 Nr. 1 bis 4 BEEG aufgezählten Tatbestände. Der § 2b BEEG wurde per 01.01.2018 neu gefasst und bezieht sich nun auf den gesamten § 3 MuSchG und schließt daher auch den freiwilligen Verzicht mit aus. In der alten Fassung war nur ausdrücklich § 3 Abs. 2 MSchG genannt.

      Alles Gute,
      Yvonne von Elterngeld.de

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