Elterngeld & Kurzarbeit: Was du jetzt beachten musst

Kurzarbeit gab es auch schon vor dem neuartigen Coronavirus in Deutschland. So viele Arbeitnehmer wie aktuell sind jedoch selten betroffen. Was Kurzarbeit ist und was die Kurzarbeit für deine Elternzeit und dein Elterngeld bedeutet, erklären wir in diesem Artikel.

Erleichterungen bei der Elternzeit / beim Elterngeld aufgrund von Corona

Die Bemühungen der Familienministerin Frau Dr. Giffey, die seit Beginn der Corona-Krise mit den Ländern im Gespräch war, sind erfolgreich zum Abschluss gekommen. Die Anpassungen wurden nun gesetzlich festgeschrieben.

Geplante Elterngeldmonate

Eltern die in systemrelevanten Berufen arbeiten, die im Gesundheitswesen stark gefordert sind und die in der sozialen Infrastruktur arbeiten, die für jetzt (in der Krise) geplanten Elterngeldmonate nicht nehmen können, dürfen ihre Elterngeldmonate auf später verschieben. Hierbei genügt es, wenn nur ein Elternteil eine systemrelevante Beschäftigung ausübt. Die aufgeschobenen Elterngeldmonate müssen spätestens bis zum 30. Juni 2021 genommen werden (§27 Absatz 1 Satz 2 BEEG – Sonderregelung aus Anlass der COVID-19-Pandemie)

Partnerschaftsbonus

Voraussetzung für den Partnerschaftsbonus ist eigentlich, dass beide Eltern in 4 aufeinanderfolgenden Monaten zwischen 25 und 30 Stunden in der Woche arbeiten.

Eltern die sich aktuell während der Corona-Krise im Partnerschaftsbonus befinden, werden den Vorteil nicht verlieren, wenn sie aufgrund der Corona-Krise aktuell mehr oder weniger arbeiten als geplant.

Eine Verschiebung der Monate mit Partnerschaftsbonus ist ausnahmsweise möglich, wenn z.B. ein Elternteil einen systemrelevanten Beruf ausübt.

Wurde der Partnerschaftsbonus bis 27. Mai 2020 beantragt UND die Partnerschaftsmonate liegen ganz oder teilweise im Zeitraum vom 1. März 2020 bis 31. Dezember 2020:  In diesem Fall gelten die Angeben zum Einkommen und der Arbeitsstunden, wie sie im Antrag angegeben wurden (§ 27 Absatz 3 BEEG n. F).

Aktuell Schwangere, werdende Eltern

Im Normalfall würde der Bezug von Kurzarbeiter- und auch Arbeitslosengeld, im Bemessungszeitraum des Elterngeldes, zu einer Reduzierung des Elterngeldanspruchs führen. Es handelt sich um Lohnersatzleistungen die mit Null in die Berechnung einfließen. 

Durch die Corona-Krise wird eine Ausnahme geschaffen. Konkret heißt das, dass Monate mit geringerem Einkommen aus Erwerbstätigkeit (z.B. Kurzarbeitergeld) aufgrund der COVID-19-Pandemie für die Elterngeldberechnung ausgeklammert werden dürfen. Auch bei der späteren Berechnung für das Elterngeld eines weiteren Kindes können diese Monate ausgeklammert werden. 

Darauf solltest du nun achten

Bewahre alle Emails und Briefe von deinem Arbeitgeber zum Thema Kurzarbeit, deine Stundenzettel usw. auf. Sie können später beim Elterngeldantrag oder der Elterngeldüberprüfung nach dem Bezugszeitraum wichtig sein. Lasse dir im Zweifel einen Dreizeiler von deinem Arbeitgeber ausstellen, dass du aufgrund von Corona in Kurzarbeit bist.

Was ist Kurzarbeitergeld?

Kurzarbeitergeld (Abkürzung: Kug) ist eine Leistung der Bundesagentur für Arbeit.

Dein Arbeitgeber kann unter bestimmten Voraussetzungen Kurzarbeit anordnen. Häufig geschieht dies, wenn es dem Unternehmen nicht so gut geht und Aufträge fehlen. Voraussetzung für die Kurzarbeit ist ein erheblicher Arbeitsausfall. Der Arbeitsausfall muss vorübergehend und unvermeidbar sein.

Dein Arbeitgeber kürzt die betriebsübliche Arbeitszeit und zeigt diesen Sachverhalt dir und der Agentur für Arbeit an. Du bist in dieser Zeit teilweise von der Arbeitspflicht befreit. Dein Arbeitgeber ist in der Folge teilweise von der Lohnzahlungspflicht befreit. Du bekommst also nur das Gehalt für die verringerte Stundenzahl die du arbeitest. Zusätzlich zahlt dein Arbeitgeber dir das Kurzarbeitergeld. Dieses bekommt er nachträglich von der Agentur für Arbeit erstattet. Die Verringerung der Personalkosten soll die Arbeitsplätze erhalten. Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben alle ungekündigten sozialversicherungspflichtige ArbeitnehmerInnen. Der Bezug des Kurzarbeitergeldes ist für 12 Monate, in Ausnahmefällen für bis zu 24 Monate möglich.

Was ist speziell am „neuen“ Kurzarbeitergeld durch Corona?

***Update 26. August 2020: Der Koalitionsausschuss der Bundesregierung hat die Sonderregelung vorzeitig verlängert. Betriebe die bis zum 31. Dezember 2020 Kurzarbeit eingeführt haben, können nun 24 Monate (statt 12 Monate) in Kurzarbeit bleiben. Die Regelung gilt längstens bis zum 31. Dezember 2021.

Rückwirkend zum 1. März 2020 änderte die Bundesregierung die bereits bestehenden Regelungen zur Kurzarbeit für eine begrenzte Zeit. Längstens bis zum 31. Dezember 2020 gelten folgende Erleichterungen:

  • Wenn mindestens 10% der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10% haben, gibt es Kurzarbeitergeld
  • In Betrieben in denen entsprechende Vereinbarungen zur Arbeitszeitschwankung genutzt werden, wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten vor Zahlung des Kurzarbeitergeldes vollständig verzichtet
  • Auch LeiharbeitnehmerInnen können in Kurzarbeit gehen

Geringfügig beschäftigte ArbeitnehmerInnen können kein Kurzarbeitergeld erhalten. Dieses ist nur für sozialversicherungspflichtige Beschäftigte vorgesehen.

Wieviel Kurzarbeitergeld gibt es?

Ohne Kinder gibt es 60% des während der Kurzarbeit ausgefallenen Nettolohns (Leistungssatz 2). Bei mindestens einem Kind gibt es 67% des ausgefallenen Nettos (Leistungssatz 1).

Entscheidend ist dabei die steuerliche Kinderzahl, die bei den elektronischen Lohnsteuermerkmalen (ELStAM) hinterlegt sind. Wenn du in der Steuerklasse V bist, sind dort keine Kinder eingetragen. Um die Erhöhung zu bekommen, musst du deinem Arbeitgeber einen anderen Nachweis (z.B. ELStAM-Ausdruck des anderen Elternteils) vorlegen.

Ausnahmeregelung bis zum 31. Dezember 2021 (aufgrund COVID-19):

  • Ab dem 4. Bezugsmonat von Kurzarbeitergeld steigt der Satz auf 70% bzw. 77% (mind. 1 Kind)*
  • Ab dem 7. Bezugsmonat von Kurzarbeitergeld steigt der Satz auf 80% bzw. 87% (mind. 1 Kind)*

Beginn der Ausnahmeregelung war im März 2020. Ein Anspruch auf den erhöhten Bezug von 70% bzw. 77% besteht erstmals im Juni 2020.

)* = die Erhöhung gilt, wenn der Anspruch auf Kurzarbeitergeld bis zum 31. März 2021 entsteht.

Pflegekinder, Kinder über 18 Jahre

Der Leistungssatz 1 wird auch gewährt, wenn du eine entsprechende Bescheinigung vorlegen kannst, dass du beispielsweise ein Pflegekind betreust. Auch möglich ist, dass dein Kind bereits das 18. Lebensjahr vollendet hat, der Freibetrag aber (noch) nicht eingetragen ist bei den elektronischen Lohnsteuermerkmalen (Steuerklasse I, III, IV). Dies solltest du schnellstens nachholen. Übergangsweise kannst du oder der Arbeitgeber eine Bescheinigung bei der Agentur für Arbeit beantragen (gilt für die Steuerklassen V, VI) bzw. mit dieser die Berechtigung für den erhöhten Leistungssatz nachweisen.

Berechnung 

Die Berechnung ist relativ einfach. Ihr könnt das Kurzarbeitergeld einfach aus zwei Werten ermitteln. Diese könnt ihr aus der Tabelle zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes (Kug) ablesen.

SOLL-Entgelt
Das SOLL-Entgelt ist das reguläre monatliche Brutto ohne Arbeitsausfall.

IST-Entgelt
Das IST-Entgelt ist das im jeweiligen Kalendermonat erzielte Bruttoarbeitsentgelt, zuzüglich aller zustehenden Entgeltanteile (u. a. auch für Mehrarbeit). Einmal gezahlte Arbeitsentgelte bleiben außer Ansatz.

Beispiel:

Ein Vater verdient ohne Kurzarbeitergeld 2.500 Euro brutto. Während der Kurzarbeit bekommt er 1.500 Euro brutto. Er ist in der Steuerklasse III und er hat ein Kind. Es besteht daher Anspruch auf den Leistungssatz 1 in der Tabelle zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes für 2020:

BruttoarbeitsentgeltRechnerische LeistungssätzeBerechnung
2.500 Euro1.295,11 Euro )*1.295,11 Euro
1.500 Euro804,00 Euro )**- 804,00 Euro

Kurzarbeitergeld

= 491,11 Euro

)*  = abzulesen bei 2.490,00 Euro – 2.509,99 Euro, Steuerklasse III
)** = abzulesen bei 1.490,00 Euro – 1.509,99 Euro, Steuerklasse III

Regulär beträgt sein Netto bei Steuerklasse III ca. 1.940 Euro. Durch die Kurzarbeit sinkt sein Netto auf ca. 1.200 Euro. Zu den 1.200 Euro kommt noch das Kurzarbeitergeld in Höhe von ca. 490 Euro, sodass der Vater einen Auszahlungsbetrag während der Kurzarbeit von ca. 1.690 Euro erhält. Das sind 250 Euro weniger als vorher.

Beträgt das IST-Entgelt Null, weil während der Kurzarbeit gar nicht gearbeitet wird, gibt es nur das Kurzarbeitergeld. In unserem Beispiel bei einem Brutto von 2.500 Euro wären es nur ca. 1.300 Euro Kurzarbeitergeld.

Aufstockungsbetrag durch den Arbeitgeber

Dein Arbeitgeber darf dir den Unterschied zwischen deinem ursprünglichen Gehalt und deinem Kurzarbeitergeld zusätzlich zahlen. Diese Aufstockung ist, wie das Kurzarbeitergeld selbst, vorübergehend steuerfrei (gem. § 3 Nr. 28 EStG).

ACHTUNG:

Das Kurzarbeitergeld und der Aufstockungsbetrag sind steuerfrei. Sie unterliegen jedoch dem Progressionsvorbehalt. Dies ist auch beim Elterngeld der Fall. Mehr dazu hier.

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  • Vielen Dank für die kurzfristige Veröffentlichung zum Thema. Was mich interessiert, konnte ich allerdings nicht finden: Wie wirkt sich das Kurzarbeitergeld auf das Elterngeld im Bezugszeitraum mit Elterngeld Plus aus? Gilt das Kurzarbeitergeld als Elterngeldnetto? Und aus der Differenz zum Einkommen im Bemessungszeitraum errechnet sich der Elterngeldsatz? Dazu habe ich bislang leider keinerlei konkrete Informationen finden können. Beste Grüße! VH

      • Hallo zusammen,

        ich hätte auch noch eine kurze Frage.
        Wenn man 67% Kurzarbeitergeld erhält, bei 100% Kurzarbeit, bekommt dann auch weiterhin indergeld ?

        Freue mich sehr auf Antwort.

        Viele Grüsse
        BS

        • Hallo BS,
          Kindergeld wird unabhängig von der Arbeitssituation gezahlt.
          Beim Elterngeld soll der Bezug von Kurzarbeitergeld lt. Bundestag keine Rolle spielen. Es kommt also nicht zu einer Kürzung. Sofern noch Anspruch besteht, erhältst du weiterhin Elterngeld. Wenn du dich derzeit im Partnerschaftsbonus befindest, soll es auch hier nicht zu einer Kürzung kommen.

  • Hallo Frau Nagel,

    was passiert wenn man 15h/Woche in Teilzeit Elternzeit nimmt und der Betrieb in dem Zeitraum dann Kurzarbeit beschließt und man unter die Mindestgrenze von 15h/Woche fällt?

    Danke und viele Grüße

    • Hallo Chris,
      wenn du nicht im Partnerschaftsbonus bist sondern nur in den Partnermonaten, dann passiert nichts. Selbst wenn, würden die beschlossenen Erleichterungen durch Corona greifen. Unvorhergesehene Veränderung bei der Arbeitszeit dürfen sich nicht auf das Elterngeld auswirken. Es dürfte sich in Bezug auf das Elterngeld bei dir nichts ändern.

  • Hallo,

    Mein Arbeitgeber fährt aufgrund der schwierigen Marktsituation in der Branche in großen Teilen des Werkes seit April Kurzarbeit und ich soll nun ab Juni auch Kurzarbeit fahren. Ich bin im dritten Monat schwanger.
    Zitat aus dem Text: „Konkret heißt das, dass Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I (ALG I) wegen Corona das Elterngeld nicht reduzieren“
    Gilt dies für alle Unternehmen, unabhängig davon, was der Auslöser für die Kurzarbeit war? Oder muss ich mit einer Reduzierung des Elterngeldes rechnen, wenn im Falle unseres Unternehmens Corona nicht der alleinige Auslöser für die Kurzarbeit war?

    Viele Grüße,
    Isabel

    • Hallo Isabel,
      der Auszug aus dem neu gefassten BEEG (§2b) lautet:
      „(…)Abweichend von Satz 2 bleiben auf Antrag bei der Ermittlung des Einkommens für die Zeit vom 1. März 2020 bis 31. Dezember 2020 auch solche Kalendermonate unberücksichtigt, in denen die berechtigte Person aufgrund der COVID-19-Pandemie ein geringeres Einkommen aus Erwerbstätigkeit hatte und dies glaubhaft machen kann (…)“
      Was genau zur Kurzarbeit geführt hat, ist für einen Arbeitnehmer schwierig bis gar nicht zu belegen. Wie das konkret glaubhaft gemacht werden soll, ist derzeit noch nicht bekannt. Hebe unbedingt die Schriftwechsel usw. für später auf. Versuche möglicherweise auch, dich von der Kurzarbeit ausnehmen zu lassen (Betriebsvereinbarungen/Tarifverträge regeln das oft)oder woanders eingesetzt zu werden, wenn in einer anderen Abteilung keine Kurzarbeit eingeführt wird.

  • Hallo 🙂
    Ich habe folgende Frage.
    Ich bin im 6. Monat schwanger und mein Mutterschutz beginnt am 23.08.20. Davor nehme ich noch 4 Wochen von meinem Resturlaub für das Jahr 2020.
    Seit April hat mein Chef KUG angemeldet und wird dies wohl noch bis Ende des Jahres angemeldet lassen.
    Die KUG Monate werden nach der neuen Regelung ausgeklammert. Wie jedoch wirkt sich das auf den Bemessungszeitraum aus? (P.s. ich habe Mutterschaftsgeld für den Zeitraum des Mutterschutz es beantragt). Normalerweise sind es ja 12 Monate vor Beginn des Mutterschutzes und über diesen Zeitraum muss ich dann meine Lohnzettel zur Berechnung beifügen. Wenn die KUG Monate ausgeklammert werden, verändert sich dann der Bemessungszeitraum?

    Bei den Gehaltsnachweisen frage ich mich dann auch, muss ich die Lohnzettel mit den KUG Monaten mitschicken – Oder nehme ich ersatzweise die Lohnzettel,die ich vor den eigtl 12 Monaten Bemessungszeitraum bekommen habe. Oder ich schicke ich diese und die KUG Lohnzettel zusammen. (Bei 4 monaten Kurzarbeit, also anstatt die letzten 12, die letzten 15 Lohnzettel?

    Meine Güte ich bin total verwirrt.

    • Hallo Lisa,
      die Monate mit Kurzarbeit werden nur ausgeklammert, wenn du es beantragst.Hierfür reicht ein Zweizeiler als Anlage zum Elterngeldantrag. Du reichst in diesem Fall dann so viele vergangene Gehaltsabrechnungen ein, wie du Monate (mit Kurzarbeit) ausklammern kannst und du auf 12 Monate kommst. Der Bemessungszeitraum verschiebt sich dann komplett auf vor der Kurzarbeit, wenn diese bis zum Mutterschutzbeginn anhält. Ob du auch die Gehaltszettel mit Kurzarbeitergeld einreichen musst oder ob eine Bestätigung des Arbeitgebers ausreicht, handhaben die Elterngeldstellen derzeit unterschiedlich.

  • Hallo Yvonne,
    vielen Dank für deine Erläuterungen zu diesem komplexen Thema.
    Wir haben im August geheiratet und planen Nachwuchs, meine Frau ist seit April in Kurzarbeit und wird es wohl noch einige Monate bleiben.
    Grundsätzlich (ohne Corona) wäre für das Elterngeld ja der Wechsel für meine Frau in die III sinnvoll gewesen. Dadurch würde sich aber ihr KuG deutlich verringern und zur Berechnung des Elterngeldes kommen ohnehin nur die 12 Monate vor Corona zum Tragen. Von einer Erhöhung des Elterngeldes durch clevere Steuerklassenwahl nach der Hochzeit profitieren wir also leider nicht.
    Das heißt doch, dass es sinnvoll ist, dass ich in die III wechsele damit meine Frau wenigstens mehr KuG bekommt, richtig?! Oder übersehe ich noch irgendwelche wichtigen Punkte?

    Besten Dank für deine Hilfe und viele Grüße,
    Marcus

    • Hallo Marcus,
      mit der Steuerklasse V bekäme deine Frau weniger Kurzarbeitergeld. Für das Kurzarbeitergeld ist die Steuerklasse IV günstiger. Wenn ihr die Ausklammerung der Monate mit Corona nutzen möchtet, dann würde ein Steuerklassenwechsel jetzt nichts mehr bringen. Es zählt die Steuerklasse im Bemessungszeitraum – also vor der Kurzarbeit. Im Mutterschutz könntet ihr einen Wechsel auf III/V machen, um von deinem höheren Netto zu profitieren.

  • Hallo Frau Nagel,
    ich bin im 5. Monat schwanger und aufgrund von Corona seit Ende März in Kurzarbeit. Bis August war ich zu 50% in Elternzeit-Teilzeit beschäftigt, nun ist die Elternzeit vorbei und ich bin wieder in Vollzeit tätig. Allerdings eben nach wie vor in Kurzarbeit mit 50%. Davor sogar mit 0% und 20% deutlich weniger.
    So wie ich das verstehe, habe ich nun doch einen erheblichen Nachteil bei der Berechnung des Elterngeldes, da die ursprünglich geplanten finanziell wichtigen „Vollzeitmonate“ Aug-Dez ja entweder bei der Berechnung ausgelassen werden können oder eben nur mit 50% angerechnet werden, oder? Mein AG hat angekündigt, dass wir bis Ende des Jahres in KU bleiben.
    Liege ich mit meinen Befürchtungen falsch? Was kann ich tun, um keine finanziellen Einbußen zu haben, die wir uns eigentlich nicht leisten können…?
    Danke für Ihre Hilfe und herzliche Grüße,
    Julia

    • Hallo Julia,
      leider schreibst du nicht, wann dein anderes Kind geboren wurde. Vielleicht kommt eine Ausklammerung der Monate mit Elterngeld für das ältere Geschwisterkind in Frage? Wenn du die Möglichkeit in Anspruch nimmst Monate mit Kurzarbeit auszuschließen, kommst du vielleicht zurück in Monate mit Elterngeld bis zum 12. bzw. 14. Lebensmonat. Wenn ja, geht die Elterngeldstelle noch weiter in die Vergangenheit und es würden Monate aus der Zeit vor der ersten Schwangerschaft herangezogen. Wenn das nicht der Fall ist, solltest du einmal ausrechnen, ob es besser ist die KUG Monate doch drin zu lassen um das Elterngeld ein wenig zu erhöhen. Dafür empfehle ich dir den Rechner im Familienportal der Bundesregierung. Wenn du Unterstützung haben möchtest, wende dich gern an unsere Elterngeldberatung.

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