Sind Änderungen im Elterngeldantrag nachträglich möglich?

Manchmal kommen die Dinge doch anders als geplant. Ob und wie du Änderungen an deinem Elterngeldantrag vornehmen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Welche Änderungen kannst du beantragen?

Der erste eingereichte Elterngeldantrag muss den gesamten Zeitraum der Elterngeldzahlung umfassen. Deine Entscheidungen aus dem Antrag auf Elterngeld sind grundsätzlich bindend. Bis zum Ende des Bezugszeitraums kannst du Änderungen, auch mehrfach, ohne Angabe von Gründen beantragen (§ 7 Abs. 2 Satz 1 BEEG).

Die Möglichkeit zur Antragsänderung steht beiden Elternteilen unabhängig voneinander offen.

Beantragung weiterer Monate

Eine Änderung des Antrags ist es auch, wenn du nach Abgabe des ursprünglichen Antrags weitere Monate beantragst. 

Beispiel:

Eine Mutter hatte zunächst 12 Monate Basiselterngeld beantragt. Der Vater beantragte die 2 Partnermonate, einen direkt nach der Geburt, einen im 6. Lebensmonat. Die Mutter möchte aufgrund einer Bitte ihres Arbeitgebers doch bereits ab dem 7. Lebensmonat wieder arbeiten gehen. Der Vater verlängert seine Elternzeit mit Zustimmung seines Arbeitgebers. Die Mutter gibt an, dass sie keine weiteren Monate mehr in Anspruch nehmen wird.

Was kannst du nicht ändern lassen?

Beantragte Elterngeldmonate die länger als 3 Monate zurückliegen, sind nicht mehr änderbar. Dies gilt auch für bereits ausgezahlte Monate.

Welche Ausnahmen gibt es?

Monate mit Elterngeld Plus

Du kannst aus den bereits erhaltenen Elterngeld Plus Monaten nachträglich Basiselterngeldmonate machen (§7 Abs.2 Satz 4 BEEG). Diese Regelung erleichtert dir eine Entscheidung für das Elterngeld Plus. Dies kann wichtig sein, falls du doch früher als geplant wieder Vollzeit in deinen Job zurückkehrst. Du kannst in diesem Fall den Antrag rückwirkend ändern und zwei Elterngeld Plus Zahlungen in einen Basiselterngeldmonat umwandeln.

Hier gibt es jedoch einiges zu beachten. In den Richtlinien zum Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz unter 7.2.2 heißt es dazu: „Eine Umwandlung ist nur möglich, wenn auf einen „Anknüpfungsmonat“ in den ersten 14 Lebensmonaten zurückgegriffen werden kann.“ Basiselterngeld gibt es grundsätzlich längstens bis zum 14. Lebensmonat. Zusätzlich darf der Bezug ab dem 15. Lebensmonat nicht mehr unterbrochen werden. Anderenfalls erlischt der restliche Anspruch auf Elterngeld.

Beispiel 1:

Eine Mutter beantragte für 24 Monate Elterngeld Plus. Im 12. Lebensmonat entscheidet sie das Elterngeld Plus der Monate 1-12 in Basiselterngeld umzuwandeln.

Beispiel 2:

Ein Vater beantragte für die Monate 1-24 Elterngeld Plus. Im 20. Lebensmonat ändert er seine Meinung und möchte die ersten 12 Lebensmonate in Basiselterngeld ändern.

Liegt im gesamten Bezugszeitraum bisher keine Erwerbstätigkeit vor, entfällt durch die Umwandlung ab dem 13. Lebensmonat der Krankenversicherungsschutz. In so einem Fall bitte Kontakt mit der Krankenkasse aufnehmen.

Beispiel 3:

Der Vater beantragt vom 13. bis zum 20. Lebensmonat Elterngeld Plus zu beziehen. Im 18. Lebensmonat entscheidet er sich um. Er möchte die Monate in Basiselterngeld umwandeln. Da es  längstens bis zum 14. Lebensmonat Basiselterngeld gibt, kann er den 13. und 14. Monat ändern lassen. Bei dieser Konstellation ist es wichtig darauf zu achten, dass durch die Umwandlung der Bezug nicht unterbrochen wird. Dadurch könnten nachträglich Elterngeldmonate entfallen. Die Umwandlung kann zum einen aus bisher nicht beanspruchten Monaten erfolgen. Der 19. und 20. Lebensmonat wäre geeignet. Zum anderen kommen bereits vergangene Monate in Frage, wie der 17. und 18. Monat.

Beispiel 4:

Eine Mutter bezieht die ersten 6 Lebensmonate Basiselterngeld. Danach bekommt sie vom 7. bis zum 12. Lebensmonat Elterngeld Plus. Ab dem 15. bis zum 18. Lebensmonat möchten beide Elternteile den Partnerschaftsbonus in Anspruch nehmen. Im Anschluss daran plant die Mutter vom 19. Bis zum 24. Lebensmonat das noch offene Elterngeld Plus zu beziehen. Leider arbeitet sie im 16. Lebensmonat im Wochendurchschnitt 32 Sunden. Die Elterngeldstelle erkennt in der Folge den Partnerschaftsbonus nicht an. Mit Zustimmung der Eltern ist „von Amts wegen“ eine Umwandlung der Monate 7-12 in Basiselterngeld möglich (§7 Abs. 2 Satz 4 BEEG). Das bedeutet, die Elterngeldstelle hat die Befugnis dies mit der Zustimmung der Eltern entsprechend zu ändern. Der Schaden läßt sich so ein wenig begrenzen.

Fälle besonderer Härte

Fällt ein Elternteil, der sich überwiegend um das Kind kümmert, durch schwere Krankheit, Schwerbehinderung oder Tod aus, liegt besondere Härte vor. Die dem besonderen Härtefall auslösenden Umstände müssen nach dem Zeitpunkt der Antragstellung eintreten.

Die Einstufung als besonderer Härtefall folgt engen Voraussetzungen. Wirtschaftliche Umstände können auch zu einer Härtefallregelung führen. Alle Fälle lassen sich hier nicht aufzählen. Liegen bei dir besondere Umstände vor, schildere die Situation in deiner Elterngeldstelle. Diese entscheidet im Einzelfall darüber, ob eine dieser Regelungen auf dich anwendbar ist.

Wie kannst du den Antrag ändern?

Mit einem formlosen Anschreiben an die Elterngeldstelle kannst du die Änderung beantragen. Am besten schickst du diesen Brief als Einschreiben oder gibst den Umschlag persönlich dort ab. 

Versuche Änderungen im Voraus zu beantragen. Es erfolgt keine Anpassung mehr, wenn das Elterngeld schon an dich unterwegs ist. Eine Ausnahme kann in den Fällen besonderer Härte vorliegen. Mit dieser Regelung vermeidet der Staat eine Rückabwickung bereits ausgezahlter Elterngeldmonate.

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