Elternzeit beantragen

Worauf du genau achten musst + Musterdownloads.

Die Elternzeit gibt dir die Möglichkeit, eine unbezahlte Auszeit für bis zu 36 Monate von deiner Arbeitsstelle zur Betreuung des Kindes zu nehmen. Damit alles funktioniert, gibt es jedoch einiges beim Antrag auf Elternzeit zu beachten. Hier findest du alle notwendigen Informationen und hilfreiche Vordrucke.

Elternzeit beantragen: So geht es

Wenn du in Elternzeit gehen möchtest, musst du dies in einem formlosen Antrag deinem Arbeitgeber rechtzeitig mitteilen. Gehst du das erste Mal in Elternzeit für dein Kind, muss der Arbeitgeber mindestens 7 Wochen vor Eintritt in die Elternzeit den Antrag vorliegen haben. Splittest du deine Elternzeit und nimmst die zweite oder dritte Phase in Anspruch, wird der Antrag mindestens 13 Wochen vor Beginn der Elternzeit eingereicht. So gehst du dabei vor:

❶ Vorbereitung des Elternzeitantrags für den Arbeitgeber

Nimm dir ausreichend Zeit für die Vorbereitung deines Antrags und überleg dir vorher mit deinem Partner, wie ihr eure Elternzeit aufteilen möchtet. Wir haben zu diesem Thema noch einige Tipps im nächsten Abschnitt zusammengefasst.

Mit Hilfe unseres Vordruckes erhältst du ein sehr gutes Muster, in dem sich alle Angaben schnell einfügen lassen. Neben deinem Namen und deiner Adresse sollte auch die Anschrift des Arbeitgebers vermerkt sein.

❷ Start und Ende der Elternzeit eintragen

Besonders wichtig ist es, in dem Antrag auf Elternzeit den Beginn und das Ende der Elternzeit zu vermerken. Notiere die relevanten Daten und hebe diese möglichst hervor. So sieht der Arbeitgeber direkt, um welchen Zeitraum es geht. Deine Angaben sind verbindlich. Hast du den Antrag einmal eingereicht, kannst du die Zeiten nur noch mit Einverständnis deines Arbeitgebers ändern.

Trick für mehr Urlaub

Dieser Trick richtet sich vor allem an die Väter: Elternzeit kannst du immer in ganzen Monaten ab der Geburt des Kindes nehmen. Beispiel: Die Geburt war am 11.02. – Elternzeit kann z.B. vom 11.02. bis 12.03. genommen werden. Für jeden kompletten Kalendermonat (Monatsanfang bis Monatsende), den man in Elternzeit ist, wird der Urlaubsanspruch um 1/12 gekürzt. Bei einer Elternzeit vom 11.02. bis 12.04. würde der Anspruch daher um 1/12 gekürzt werden, da du dich den kompletten März in Elternzeit befandest. Wenn du jedoch vom 11.02. bis 12.03. und vom 11.04. bis 12.05. Elternzeit nimmst (die 2 Monate also aufteilst), wird dein Urlaubsanspruch nicht gekürzt. Es macht also durchaus Sinn, die Elternzeit in Etappen zu nutzen und nicht am Stück.

Wir empfehlen, Elternzeit und Elterngeld parallel zu beantragen (also sich an den Lebensmonaten des Kindes zu orientieren, nicht an den Kalendermonaten). Grundsätzlich kannst du jedoch auch Kalendermonate oder andere flexible Zeiträume wählen, könntest dann jedoch unter Umständen Einbußen beim Elterngeld haben.

❸ Mögliche Arbeitszeiten eintragen

Du hast die Möglichkeit, während der Elternzeit bis zu 30 Stunden pro Woche zu arbeiten. Dies solltest du vorher mit deinem Arbeitgeber besprechen, damit beide Seiten die Möglichkeit haben, sich auf die Veränderungen und den Wunsch einzustellen. Die Entscheidung über die Arbeitszeiten wird ebenfalls in dem Antrag festgehalten. So kann der Arbeitgeber dies auch später noch prüfen und du hast einen Anhaltspunkt, auf den du dich berufen kannst.

❹ Abgabe des Antrages

Elternzeit beantragen kannst du formlos und schriftlich. Der Antrag kann natürlich per Post beim Arbeitgeber eingehen. Hier solltest du jedoch mit einem Einschreiben arbeiten. Oder du übergibst den Antrag persönlich und lässt dir die Übergabe schriftlich bestätigen. Nur so hast du auch den Nachweis, dass du die Frist eingehalten hast. Eine Übermittlung per Fax oder Email ist nicht zulässig.

Hinweis für Väter in Elternzeit

Werdende Mütter unterliegen mit der Mitteilung über die Schwangerschaft an ihren Arbeitgeber dem Mutterschutzgesetz. Sie können während der Zeit der Schwangerschaft, im Mutterschutz und der Elternzeit nicht gekündigt werden. Anders ist dies bei Vätern, die in Elternzeit gehen. Bei ihnen beginnt der Kündigungsschutz erst acht Wochen vor dem Eintritt in die Elternzeit. Spätestens sieben Wochen vorher müssen sie den Antrag jedoch einreichen. Väter haben daher nur eine Woche Zeit, in der sie den Antrag ohne Angst vor einer Kündigung einreichen können. Wer seinen Antrag auf Elternzeit früher einreicht, riskiert tatsächlich eine Kündigung!

Wieder schwanger in der Elternzeit?

Wirst du während der Elternzeit wieder schwanger, dann kannst du ohne Zustimmung des Arbeitgebers die Elternzeit vorzeitig beenden. Teile deinem Arbeitgeber die Beendigung der Elternzeit jedoch mit. Wenn du die Elternzeit vor der Geburt des zweiten Kindes nicht beendest, so muss dein Arbeitgeber während der Mutterschutzfrist für das zweite Baby keinen Arbeitgeberzuschuss zahlen und du verzichtest auf Geld.

Elternzeitantrag online erstellen

Datenschutzhinweis: Wir speichern von dir keine persönlichen Daten. Den Elternzeitantrag kannst du dir im Anschluss direkt kostenlos und ohne Angabe einer Email-Adresse downloaden.

Wichtige Überlegungen vor der Elternzeit

Einer der wohl wichtigsten Faktoren, die vor dem beantragen der Elternzeit gut abgewogen werden müssen, ist die Zeit, die du nehmen möchtest. Beide Elternteile haben Anspruch auf 36 Monate Elternzeit. 12 Monate Elternzeit müssen innerhalb der ersten drei Lebensjahre genommen werden. 24 Monate kannst du in der Zeit zwischen dem 3. und dem 8. Geburtstag nehmen. Du kannst die Elternzeit insgesamt in 3 Teile splitten. Natürlich musst du die Elternzeit nicht in Anspruch nehmen, wenn du es nicht kannst oder möchtest.

Interessant ist also die Frage, wann und wie die Elternzeit genommen wird. Bedenke, dass deine Angaben beim Arbeitgeber verbindlich sind. Du kannst die Elternzeit nur mit dem Einverständnis des Arbeitgebers und unter der Angabe von wichtigen Gründen verlängern oder verkürzen.

Tipp: Wenn du erst einmal nur zwei Jahre Elternzeit nimmst, das dritte Jahr dann jedoch noch anhängen möchtest, kannst du deinen Arbeitgeber darüber einfach schriftlich informieren. Auch hier ist die Frist von sieben Wochen einzuhalten. Eine Ablehnung durch den Arbeitgeber ist nicht zu befürchten.

Denk auch darüber nach, ob du während der Elternzeit arbeiten möchtest und wenn ja, wie viele Stunden die Woche. Notiere dir dies und schreib den Wunsch auch in den Antrag auf Elternzeit. Dein Arbeitgeber möchte sich hier jedoch auf dich verlassen können. Stellst du fest, dass du die angestrebte Arbeitszeit nicht schaffst, solltest du direkt das Gespräch suchen. Das finanzielle Polster ist dabei in der Regel entscheidend, da das Elterngeld während der Elternzeit nur in den ersten 14 Monaten (oder bei Elterngeld Plus über maximal 36 Monate) gewährt wird.

Weitere Ratgeber zum Thema Elternzeit

Was hast du für Erfahrungen beim Elternzeit beantragen gemacht? Teile deine Erfahrungen mit uns in den Kommentaren!

Achtung: Viele Eltern machen Fehler beim Elterngeld!

Unserer Einschätzung nach sind 85% der Elterngeldanträge fehlerhaft. Die Folge: Eltern bekommen weniger Geld, weil sie ihre Möglichkeiten nicht ausschöpfen oder warten monatelang auf die Zahlung. Wie ihr beide Probleme vermeiden könnt, erfahrt ihr in unserem Elterngeld-Onlinekurs oder in einer persönlichen Elterngeldberatung.


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2 Kommentare
  1. Nils sagt

    Moin,
    der Antragsgenerator berücksichtigt anscheinend nur Anträge für Mütter. Wenn ich als Vater ihn vom 1. Monat an stellen möchte, wird der Mutterschutz trotzdem berücksichtigt

    1. Elterngeld.de Team sagt

      Hallo Nils, dafür gibt es die Option „flexibles Datum“ auswählen. Damit kannst du jedes beliebige Datum als Start-und Endtermin eingeben.

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