13 Tipps für den Wiedereinstieg nach der Elternzeit

Wenn du während oder nach der Elternzeit zurück in deinen Job möchtest, gibt es einiges zu organisieren und zu beachten. Worauf es ankommt und wie du deinen Wiedereinstieg am besten vorbereitest, zeigen wir dir in diesem Artikel.

Die Vorbereitung deines Wiedereinstiegs beginnt vor der Elternzeit

Unglaublich, aber wahr. Denn bereits bevor du in deine Elternzeit gehst, lauern einige Fallen, die du besser vermeidest.

1. Der Arbeitsvertrag

Überprüfe einmal, ob dein bestehender Vertrag die richtige Bezeichnung deiner Tätigkeit und dein aktuelles Gehalt enthält. Falls nicht, lässt sich dies mit einer Zusatzvereinbarung zum Arbeitsvertrag schriftlich festhalten. Nicht, dass du inzwischen Projektleiterin bist und im Arbeitsvertrag noch Projektassistentin steht. Nach der Elternzeit besteht Anspruch auf einen gleichwertigen Arbeitsplatz und hier zählt, was im Arbeitsvertrag steht.

2. Zwischenzeugnis einfordern

Während der Elternzeit bleibt die Zeit bei deinem Arbeitgeber nicht stehen. Personelle Veränderungen führen schnell dazu, dass es nach deiner Rückkehr niemanden mehr gibt, um dich und deine vergangene Arbeitsleistung zu bewerten. Unabhängig davon, ob du zurückkehrst, steht dir dieses Zwischenzeugnis vor deiner Elternzeit zu. Nutze diesen Anspruch. Im späteren Endzeugnis darf ohne spezielle Begründung keine Abweichung einfließen.

3. Rechtsschutzversicherung abschließen

Sichere dich rechtlich ab für den Fall, dass es zu Streitigkeiten kommt. Wenn du dein Recht durchsetzen möchtest, kann es schnell teuer werden. Vor dem Arbeitsgericht trägt jede Partei selbst ihre Kosten, zumindest in der ersten Instanz. Mehr Informationen dazu findest du im Artikel zur  Rechtsschutzversicherung.

4. Wiedereinstieg planen

Besonders in kleineren Betrieben, in denen kein gesetzlicher Anspruch auf Teilzeitarbeit besteht, ist es sinnvoll positive Argumente zu sammeln. Stelle dir unter anderem folgende Fragen:

  • Wie lange möchte ich in Elternzeit sein
  • Wie viele Stunden kann ich nach meinem Wiedereinstieg arbeiten
  • An welchen Wochentagen möchte ich arbeiten
  • usw.

Je detaillierter du vorher gedanklich alles durchgehst, desto eher kannst du Vorbehalte deines Arbeitgebers ausräumen. Denke im Anschluss an das Gespräch daran, die getroffene Vereinbarung gemeinsam schriftlich festzuhalten.

5. Elternzeit anmelden 

Form einhalten

Reiche deinen Antrag auf Elternzeit und / oder Teilzeitarbeit schriftlich ein. Nicht per E-Mail, Fax oder auf einem anderen elektronischen Weg, sondern „altmodisch“ auf Papier mit deiner eigenhändigen Unterschrift darauf. Du kannst diesen Brief persönlich abgeben oder als Einschreiben senden. Du benötigst in beiden Fällen eine Bestätigung über den Eingang deines Schreibens. Das dient deiner Absicherung, falls es zu Problemen kommt.

Frist einhalten 

Du möchtest direkt im Anschluss an die Mutterschutzfrist in Elternzeit gehen? Teile deinem Arbeitgeber diesen Wunsch spätestens eine Woche nach der Geburt mit. Grundsätzlich gelten folgende Fristen:

  • Vor dem 3. Geburtstag: spätestens 7 Wochen vor dem Beginn
  • Nach dem 3. Geburtstag: spätestens 13 Wochen vor dem Beginn

Tipp: Wenn du deinen Arbeitsvertrag nicht finden kannst oder ihn verloren hast, dann nutze dein Recht auf Einblick in deine Personalakte. Gegen Übernahme der entstehenden Kosten darfst du dir daraus auch Kopien anfertigen (lassen).

Während der Elternzeit

1. Halte Kontakt zu deinen Kollegen

Pausierst du mit deinem Job, reißt oftmals der Kontakt zu den Kollegen ab. Schaue ab und an im Büro vorbei und gehe mit den Kollegen Mittagessen. Du erfährst das neueste vom Bürotratsch und bleibst aktiv in Erinnerung.

2. Nimm an Betriebsveranstaltungen teil und an innerbetrieblichen Fortbildungen

Wenn es möglich ist, nutze interne Fortbildungen. Fachlich bleibst du so auf dem Laufenden.  Nutze Betriebsveranstaltungen wie Sommerfest und Weihnachtsfeier um ungezwungen neue / alte Kontakte zu knüpfen. 

3. Fortbildung und Jobwechsel

Die Zeit zu Hause bedeutet eine Chance für Gedanken an deine berufliche Zukunft. Möchtest du an deinen Arbeitsplatz zurückkehren oder steht dir der Sinn nach Veränderung? Ein neuer Arbeitgeber oder ein komplett anderer Beruf? Diese Gedanken kommen dir vielleicht nicht in der ersten Zeit nach der Geburt. Höre auf deinen Bauch, wenn du an die Arbeit denkst. Wenn du herausfindest, was du möchtest, ist es eine gute Zeit für Veränderung.

4. Fragen vor Arbeitsbeginn klären

Arbeitgeber mit gutem Personalmanagement melden sich rechtzeitig vor deinem Wiedereinstieg und laden dich zu einem Gespräch ein. Es geht darum zu schauen, ob die Absprachen für den Wiedereinstieg noch aktuell sind. Ob du mit der geplanten Stundenzahl wieder beginnst, an welchen Wochentagen du arbeitest und so weiter. Rede über deine Ziele und Bedürfnisse bei der Rückkehr in den Job. Frage selbst nach einem solchen Gespräch. Es zeigt deine Motivation und dass du dich auf die Arbeit freust. Für beide Seiten, zur Sicherheit, den Gesprächsinhalt schriftlich festhalten.

5. Kinderbetreuung sicherstellen

Besonders in Großstädten gibt es einen hohen Bedarf an Betreuungsplätzen. Nicht immer klappt es mit der Wunschbetreuung. Kita, Tagesmutter, Au-pair, Betreuung in der eigenen Familie oder im Homeoffice, wäge frühzeitig die verschiedenen Optionen ab und kümmere dich darum. Kinderbetreuung ist teuer. Es besteht die Möglichkeit einen steuerfreien Zuschuss von deinem Arbeitgeber zu bekommen, wenn du arbeitest bzw. wieder beginnen möchtest. Plane zusätzlich ausreichend Eingewöhnungszeit für dein Kind in der Betreuungseinrichtung mit ein.

Nach der Elternzeit

1. Sprich mit deinem Partner / deiner Partnerin

Job, Kinderbetreuung und Haushalt unter einen Hut zu bekommen, ist eine Herausforderung. Versuche schon vorher eine Lösung zu finden. Ist es realistisch die Aufgaben untereinander aufzuteilen oder kann eine Haushaltshilfe zeitweise Entlastung schaffen, bis alles gut klappt? Idealerweise beginnst du die neue „Routine“ schon, bevor du wieder arbeiten gehst. Dann kann sich jeder in seine Rolle einfinden.

2. Probleme mit dem Chef oder den Kollegen

Leider kommt es immer wieder auch zu unschönen Situationen, besonders wenn Mütter aus einer längeren Elternzeit zurückkehren. Suche in solchen Fällen das Gespräch mit deinem Arbeitgeber. In größeren Betrieben gibt es einen Betriebsrat oder auch eine Frauenbeauftragte / einen Frauenbeauftragten als Ansprechpartner. Hilft alles nichts, wende dich an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

3. Setze dich nicht selbst unter Druck

Nichts klappt? Auch das kann passieren. Nimm die Situation an wie sie ist. Achte auf dich und deine Belastungsgrenze. Gib dir Zeit dich an die neue Situation zu gewöhnen. Sprich mit deiner Familie und / oder deinem Partner oder deiner Partnerin darüber. Mit Kind kann vieles anders laufen. Vielleicht fühlst du dich nach den ersten Wochen nicht mehr wohl in deinem Arbeitsumfeld. Oftmals vereinbaren Arbeitgeber in den ersten Monaten regelmäßige Gesprächstermine und gehen auf dich ein. Sieh es nicht als Kontrolle. Diese Gespräche helfen beiden Seiten herauszufinden wie es läuft und was es eventuell zu verbessern gibt.

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