Was ist „ELFE“ und welche Vorteile bringt es für Eltern?

Der Weg zum Elterngeld ist zeitaufwändig und komplex. Mit dem Pilotprojekt „ELFE“ (Einfache Leistungen Für Eltern) soll an die Stelle von Papierformularen eine App treten. Welche Behördengänge die Anwendung zukünftig übernehmen soll und in welchen Bundesländern diese schon im Ansatz funktioniert zeigt dir dieser Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • ELFE = „Einfache Leistungen für Eltern“
  • Die App ELFE soll die Antragstellung für Familienleistungen erleichtern
  • Alle erforderlichen Daten werden von der App eingesammelt und an die Elterngeldstelle weitergeleitet
  • Ziel der Anwendung sind schnellere Bearbeitung und weniger Fehler
  • Eine Vorstufe (!) der App ist bereits in einigen Bundesländern verfügbar

Was die App leisten soll

Zukünftig kannst du dir das Ausfüllen verschiedenster Antragsformulare für Familienleistungen wie z.B. dem Elterngeld sparen. An die Stelle dieser Formulare, sowie die Anmeldung der Geburt, tritt bald eine App. Diese fragt die Identität der Eltern ab und wie sie die Elternzeit planen. Alle für die Anträge benötigten Daten liegen bei den entsprechenden Behörden beinahe vollständig elektronisch vor. Wichtig ist für diese Art des Antrags natürlich die Einwilligung der Eltern in den automatisierten Datenaustausch. Mit der Einwilligung der Eltern sammelt die ELFE-App die Daten bei den verschiedenen Behörden wie Standesamt und Finanzamt ein und leitet sie an die Elterngeldstelle weiter. Wer dies nicht möchte, kann regulär die Papieranträge ausfüllen. Die App ist als freiwillige Möglichkeit zur Antragstellung gedacht. Zum passenden Antrag für dein Bundesland kommst du hier.

Bereits optimierte Abläufe bei Geburt

Von einigen Behördengänge und Anträgen bist du als Elternteil bereits befreit. Nach der Anzeige der Geburt beim Standesamt erfolgt automatisch eine Meldung darüber an das Einwohnermeldeamt im Wohnort des Kindes. Von dort geht der Prozess weiter an das Bundeszentralamt für Steuern, welches die eindeutige Steuer-Identifikationsnummer vergibt. Diese kommt per Post zu dir nach Hause. Diese Nummer ist sehr wichtig, denn die Familienkassen zahlen z.B. nur dann Kindergeld, wenn ihnen die persönliche Identifikationsnummer des Antragstellers und des Kindes vorliegt.

Tipp: Wenn du den Brief mit der Identifikationsnummer deines Nachwuchses oder deine eigene einmal nicht mehr findest, fordere sie einfach über ein Online-Formular des Bundeszentralamtes erneut an. Du findest deine eigene Nummer aber auch links oben auf deinem Einkommensteuerbescheid. Ebenfalls einsehbar ist die ID in deinem Onlinebanking, meist in der Rubrik „Freistellungsauftrag“. 

Wie die ELFE App funktioniert

In maximal 12 Schritten leitet dich die App durch den Antrag. Deine Identifizierung kannst du dabei manuell oder mit Hilfe der electronic Identity (eID) Funktion vornehmen. Das in eine elektronische Funktion des „neuen“ Personalausweises.

Ein Prototyp der App ist für alle mit Android Betriebssystem im Play Store verfügbar. Hierfür in der Suche ELFE.online eingeben. Achtung: Aktuell kannst du mit dem Prototypen noch keine Anträge generieren!

Wer profitiert von ELFE?

Zum einen profitieren Eltern, weil sie keine Daten doppelt eingeben müssen. Außerdem entfällt die Vorlage von Originalbelegen und -urkunden.

Die Behörden profitieren zum einen, weil die händische Überprüfung weitestgehend entfällt. Durch den Datenaustausch ist zum anderen die Bearbeitung effizienter und schneller. Fehlerhafte Anträge oder auch Bescheide treten seltener auf.

Warum ist die ELFE App noch nicht überall im Einsatz?

ELFE ist ein Projekt im Rahmen des Online-Zugangsgesetzes (OZG). Ziel des Gesetzes ist es, bis zum Ende des Jahres 2022 alle Verwaltungsleistungen online zur Verfügung zu stellen. Die entsprechende Leistung soll komplett digital angeboten werden. Hierfür, sowie auch für das Zusammenspiel zwischen den Behörden, sind nicht nur Änderungen an den beteiligten Gesetze wie z.B. dem Bundeselterngeld und -Elternzeitgesetz (BEEG) erforderlich. Auch EU-Datenschutzbestimmungen sind zu beachten. Das alles ist ein langwieriger Prozess und es bleibt abzuwarten, in welcher Form und wann genau die App flächendeckend zum Einsatz kommen wird.

Wo kann Elterngeld digital beantragt werden?

In einigen Bundesländern gibt es bereits das Elterngeld-Digital. Dieser Service knüpft an den beliebten Elterngeldrechner des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend an. Aktuell kannst du den Antrag nicht in allen angebotenen Regionen elektronisch senden. Der Antrag kann jedoch nach dem Ausfüllen am PC ausgedruckt und per Post an die zuständige Elterngeldstelle geschickt werden. 

Die folgenden Bundesländer bieten den Service bereits an:

  • Berlin
  • Bremen
  • Hamburg
  • Rheinland-Pfalz
  • Sachsen
  • Thüringen

Weitere Bundesländer folgen.

In Baden-Württemberg, Bayern und im Saarland steht Elterngeld-Digital nicht zur Verfügung. Diese drei Bundesländer bieten alternative Anwendungen an.

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