Elterngeldantrag: Welche Unterlagen muss ich einreichen?

Elterngeld erhältst du nur auf Antrag. Neben dem ausgefüllten Antrag benötigt die Elterngeldstelle noch zusätzliche Unterlagen. Den Antrag und die weiteren Dokumente kannst du in Ruhe, z.B. im Mutterschutz zusammenstellen. Welche das sind, erfährst du in diesem Artikel.

16 Bundesländer – 16 Elterngeldanträge

Jedes Bundesland hat sein eigenes Antragsformular. Zusätzlich hat jedes Bundesland noch verschiedene Anlagen, die zusätzlich auszufüllen sind. Welche das sind, ist vom Einzelfall abhängig. Einen Hinweis findest du an entsprechenden Stellen im Hauptantragsformular.

Es ist weiterhin möglich, dass in deinem Bundesland und aufgrund deiner persönlichen Situation mehr oder auch weniger Unterlagen einzureichen sind, als wir hier auflisten. Die unbedingt erforderlichen Anlagen wie z.B. die Geburtsbescheinigung mit Verwendungszweck „Elterngeld“, sind jeweils in den Anträgen genannt. Hinzukommen können weitere Unterlagen wie die Bescheinigung der Ausländerbehörde über den Aufenthaltsstatus, wenn du beispielsweise nicht die deutsche Staatsangehörigkeit hast.

Weitere Nachweise erforderlich je nach Sachverhalt
Sofern es Zeiträume gibt, in denen du zum Beispiel Arbeitslosengeld oder Krankengeld bezogen hast, sind diese Unterlagen über die sonstigen Einnahmen ebenfalls einzureichen. Hierzu immer auch auf die Hinweise im Antrag achten.

Wie kannst du die Bearbeitungsdauer beeinflussen?

Die Bearbeitungsdauer variiert von 6 Wochen bis 6 Monate in den Elterngeldstellen. Achte am besten darauf den Antrag vollständig inklusive aller erforderlicher Nachweise einzureichen, damit dein Antrag schnell bearbeitet wird. Sollten Rückfragen entstehen, verzögert sich die Bearbeitung des Antrags. Wenn du unsicher bist, ob noch Unterlagen fehlen, kannst du versuchen die Elterngeldstelle vorher telefonisch zu erreichen. Du kannst auch unsere Elterngeldberatung in Anspruch nehmen. Von der Beratung für mehr Elterngeld bis hin zu Ausfüllservice gibt es verschiedene Angebote, die dir Zeit und Nerven sparen. 

Welche Fristen gibt es?

Du solltest den Antrag auf Elterngeld innerhalb der ersten drei Lebensmonate deines Kindes stellen. Reichst du den Antrag erst später ein, geht dir möglicherweise Elterngeld verloren. Idealerweise solltest du den Antrag jedoch zeitnah nach der Geburt stellen, damit es nicht zu unnötigen Verzögerungen bei der Auszahlung des Elterngeldes kommt.

Beispiel-Fall

Greta kam am 25. Juli 2021 zur Welt. Ihre Eltern haben maximal bis zum 24. November 2021 Zeit, den Antrag bei der Elterngeldstelle einzureichen.

Erklärung:

1. Lebensmonat vom 25. Juli bis zum 24. August 2021
2. Lebensmonat vom 25. August bis zum 24. September 2021
3. Lebensmonat vom 25. September bis zum 24. Oktober 2021
4. Lebensmonat vom 25. Oktober bis zum 24. November 2021

Gretas vierter Lebensmonat endet am 24. November 2021. Dies ist der letzte Tag, um den Antrag einzureichen, ohne einen Monat Elterngeld ab der Geburt zu verlieren.

Änderung des Beispiels:

Gretas Eltern reichen den Antrag erst am 30. November 2021 bei der Elterngeldstelle ein.

Erklärung:

Die Abgabe erfolgte erst im 5. (Lebens-)Monat nach der Geburt. Eine rückwirkende Zahlung ist auf drei Monate vor Beginn des Lebensmonats des Kindes, in dem der Antrag auf die Leistung eingegangen ist, begrenzt. Gretas Eltern verlieren damit einen Monat des Elterngeldanspruchs.

Diese Dokumente brauchst du

Allgemein:

  • Ausgefülltes Antragsformular (Beide Eltern müssen unterschreiben!)
  • Original Geburtsbescheinigung des Kindes (mit Verwendungszweck Elterngeld)
  • Kopien der Personalausweise beider Elternteile ODER
  • Kopie des Reisepasses mit Aufenthaltstitel und Meldebescheinigung
  • Kopie(n) der Geburtsurkunden weiterer Kinder im Haushalt (für Geschwisterbonus)
  • Letzter vorliegender Einkommensteuerbescheid (von beiden Eltern) – Ausnahme: es wurde für Elternteil 1 / Elternteil 2 noch nie ein Steuerbescheid erteilt

Außerdem benötigst du die folgenden Belege:

Zusätzlich für Arbeitnehmer:

  • Kopien Lohn- und Gehaltsabrechnungen

Mütter: 14 Monate vor der Geburt
Väter: 12 Monate vor der Geburt

  • Bestätigung des Arbeitgebers über die Inanspruchnahme von Elternzeit
  • Bei Teilzeitarbeit in der Elternzeit: Arbeitszeitbestätigung des Arbeitgebers
  • Bescheinigung der Krankenkasse über das Mutterschaftsgeld nach der Geburt oder Negativbescheinigung
  • Bescheinigung über den Zuschuss zum Mutterschaftsgeld vom Arbeitgeber
  • Bescheinigung über Dienst- oder Anwärterbezüge nach der Entbindung

Zusätzlich für Selbständige:

  • Kopie Einkommensteuerbescheid des letzten Kalenderjahres vor der Geburt (ersatzweise vorläufige Bilanz oder Einnahmen-Überschuss-Rechnung)
  • Erklärung über die Arbeitszeit
  • Nachweis Pflichtbeiträge zu Sozialversicherung
  • Erklärung über die Fortführung der Tätigkeit im Bezugszeitraum
    Wird die Tätigkeit stillgelegt/eingeschränkt, eine Ersatzkraft eingestellt, übernimmt bereits vorhandenes Personal zusätzliche Aufgaben usw.
  • Einschätzung der erwarteten Einnahmen im Bezugszeitraum (Anspruchshöhe wird erst nach Ablauf des Bezugszeitraums endgültig berechnet)

Mischeinkommen

Liegen im Bemessungszeitraum vor der Geburt Einkünfte aus nicht selbstständiger Tätigkeit (Arbeitnehmer) und selbstständiger Tätigkeit vor, spricht man von Mischeinkünften. In dem Fall reichst du bitte die Unterlagen, wie zuvor beschrieben, für beide Tätigkeiten ein.

Tipp: Möglicherweise führt der Bemessungszeitraum als Arbeitnehmer für dich zu mehr Elterngeld. Prüfe, ob du die Voraussetzungen erfüllst und das Wahlrecht ausüben kannst.

Hast du weitere Fragen zu den nötigen Unterlagen zum Elterngeldantrag? Dann schreib uns einen Kommentar!

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