Wie Sammeln zur rentablen Geldanlage wird

Mit dem Sammeln wertvoller Gemälde oder Kunstwerke kannst du reich werden. Aber wusstest du, dass dir alltägliche Gegenstände unter Umständen ein kleines Vermögen bescheren können? Etliche Dinge erhalten einen Wertzuwachs, indem sie einfach herumliegen und alt werden. In dieser Zeit entsteht eine Nachfrage, die die Preise in teils erstaunliche Höhen treiben. Allerdings sind preisliche Entwicklungen nur selten vorherzusehen. Mit etwas Glück oder dem richtigen Gespür kann sich eine Sammelleidenschaft für Alltagsgegenstände als rentable Wertanlage entpuppen. Voraussetzung ist natürlich, dass es dafür einen Markt gibt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Alternative Geldanlagen sind Dinge, die von Sammlern oder Fans begehrt werden
  • Manche Sammelobjekte können unerwartet viel an Wert zulegen
  • Die Rendite übersteigt in einigen Fällen die der klassischen Geldanlagen
  • Die Wertsteigerung hängt etwa von Einzigartigkeit, Erhalt oder Nachfrage ab
  • Aus alltäglichen Gegenständen können solche Geldanlagen werden

Hohe Rendite ganz ohne Verlustrisiko

Bei einer Wertanlage denkt jeder sofort an Aktien, Immobilien oder womöglich noch Goldbarren im Safe einer Bank. Im Idealfall steigen diese im Wert. Je höher das Risiko, desto höher die Rendite. Eine ordentliche Rendite kannst du aber auch ganz ohne Spekulation erzielen, mit gewöhnlichen Alltagsgegenständen, die selten geworden sind. Manche werden zu begehrten Sammlerobjekten. Und die haben ihren Preis.

Hast du kein Fachwissen, können dir solche Schätze begegnen, ohne dass du von ihnen Notiz nimmst. Einige dieser Wertanlagen schlummern jahrzehntelang in Kellern oder auf Dachböden. Wir stellen dir drei außergewöhnliche Geldanlagen vor, auf die du bestimmt nicht ohne Weiteres gekommen wärst.

Lego-Spielzeug mit enormer Rendite

Geld anlegen in Lego-Steinen? Das klingt skurril. Als Geldanlage dienen keinesfalls die abgenutzten Steinchen vom Dachboden oder die, mit denen deine Kinder derzeit spielen. Vielmehr sind es ausgefallene Lego-Serien, die innerhalb weniger Jahre ihren Kaufpreis leicht verdoppeln können.

Rendite für besondere Klötzchen

Der Nachbau eines Raumschiffs aus der Star Wars-Reihe wird beispielsweise im höheren vierstelligen Bereich gehandelt, obwohl er gerade einmal knappe 10 Jahre alt ist. Der Modelltyp „Ultimate Collectors Millenium Falcon“ war nur für einen begrenzten Zeitraum und in limitierter Auflage zu haben. Der Nachbau dieses Raumschiffs wurde als Sonderedition nur 15.000 Mal hergestellt. Bei der Markteinführung im Jahr 2007 kostete dieses Schiff der Marke Lego rund 500 US-Dollar. Für eben dieses Modell mit der Seriennummer 10179 werden auf dem inoffiziellen Lego-Verkaufsportal „Bricklink“ aktuell bis zu 8.000 US-Dollar verlangt. Die Rendite über 12 Jahre gerechnet beträgt in diesem Fall atemberaubende 1.600%.

Um heute einen solchen Preis aufrufen zu können, müssen bestimmte Voraussetzung erfüllt sein. Angebotene Lego-Raumschiffe dieser Preisklasse sind noch originalverpackt. Selbst die Schachtel ist vollkommen unbeschädigt und von den 5.174 Lego-Teilen fehlt garantiert kein Einziges. Wir fanden 46 dieser Lego-Modelle auf „Bricklink“, von denen weniger gut Erhaltene immerhin noch für 1.700 US-Dollar angeboten werden. Das entspricht immerhin noch 340% Wertzuwachs, verglichen mit dem Originalpreis.

Immerhin werden gleich zwei große Fangemeinden angesprochen. Einerseits ist dieses Raumschiff aufgrund der limitierten Stückzahl für Lego-Sammler interessant. Andererseits ist ein solcher Bausatz auch fast ein „Must Have“ für Star Wars-Anhänger. Je ausgefallener solche Film-Souvenirs sind, desto wertvoller sind sie wiederum für Sammler. Wahrscheinlich steigt der Preis für das „Ultimate Collectors Millenium Falcon“-Raumschiff in den nächsten Jahren weiter an. Auch andere Modelle, die nur in kleinen Auflagen und kurz im Handel sind, können großen Wert erlangen. Eine simple Shell-Tankstelle aus den 70ern wird heute für immerhin 700 Euro gehandelt und ein Sammlerkatalog aus den 50ern schlägt bei Ebay für 799 Euro zu Buche.

Lego: Ultimate Collector's Millennium Falcon
Lego: Ultimate Collector's Millennium Falcon

Lego ist kein Einzelfall

Was für besondere Modelle von Lego gilt, trifft ebenfalls auf andere Spielsachen zu. Die ab dem Jahr 2015 von Playmobil herausgegebene Figur des Reformators Martin Luther war in kürzester Zeit ausverkauft. Nachdem die erste Serie (34.000 Stück) vergriffen war, wurden die kleinen Plastikfiguren zu Preisen bei Auktionsbörsen gehandelt, die einem Vielfachen des eigentlichen Werts entsprachen. Der Hersteller reagierte und brachte bis heute mehr als eine Million Luther-Figuren in den Handel.

Playmobil-Figur des Reformators Martin Luther
Playmobil-Figur des Reformators Martin Luther

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Ein kleines Vermögen können beispielsweise ältere Stofftiere oder Puppen von Markenherstellern wie Schildkröt oder Steiff einbringen. Besonders nachgefragte und seltene Sammelfiguren aus dem Überraschungsei erreichen heutzutage den Gegenwert eines Kleinwagens.

Nachforschen lohnt sich

Über eine kurze Recherche im Internet lässt sich leicht herausfinden, welchen Wert Spielsachen besitzen. Für Modelleisenbahnen kannst du beispielsweise die Experten von Moba-Preise.com befragen. Indem du Hersteller und Artikelnummer eingibst, gelangst du zu Auskünften, was den jeweiligen Wert der Modellbahn angeht. Streng genommen können wir hier nicht von Spielzeug sprechen. Denn idealerweise sollten Spielsachen nicht oder nur wenig bespielt sein, wenn du sie als Investment betrachten willst. Worauf es dabei genau ankommt, erfährst du im nächsten Abschnitt.

Superman bringt Superpreis
Ältere Comics solltest du nicht vorschnell wegwerfen – vor allem dann, wenn sie gut erhalten sind. Unter Catawiki.de kannst du nachschlagen, was alte Hefte noch bringen. Vor wenigen Jahren wechselte das erste Superman-Comic für sagenhafte 3,3 Millionen US-Dollar den Besitzer. Am Kiosk kostete das Magazin 1939 genau 10 Cent. Mehr Rendite geht (fast) nicht!

Die Voraussetzungen für eine Rendite

Geht es um Sammelobjekte als Wertanlage, hängt die Aussicht auf eine Rendite vor allem von fünf Aspekten ab. Liegen Einschränkungen in nur einer Kategorie vor, hat das wertmindernde Auswirkungen. Stell dir die Folgen vor, wenn das erste Superman-Comic von einem kleinen Kind mit einem Kugelschreiber „verziert“ worden wäre oder beim Lego-Raumschiff nur eins der 5.174 Teile fehlt.

  • Erhaltungszustand: Potenzielle Geldanlagen müssen einen möglichst makellosen Zustand aufweisen. Abnutzungs- und Gebrauchsspuren schmälern den Wertzuwachs. Sammlerstücke gehören also weder in Kinderhände, noch in feuchte Keller.
  • Vollständigkeit: Selbstverständlich sind Sammler und Käufer stets auf Vollständigkeit bedacht. Selbst wenn nur ein einziges, unbedeutendes Teil fehlt oder kaputt ist, kannst du für deine Geldanlage keinen Spitzenpreis mehr erwarten. Solange ein Gegenstand noch originalverpackt ist, ist auch noch die Vollständigkeit aller Teile garantiert.
  • Verpackung: In manchen Fällen bringt eine Originalschachtel ohne Beschädigungen weit mehr Geld als der eigentliche Inhalt. So kann sich zum Beispiel der Wert einer Modell-Lokomotive mitunter verdoppeln, wenn die zugehörige Verpackung in gutem Zustand noch vorhanden ist. Im Normalfall erhöhen Gebrauchsanleitung, Kaufbeleg oder andere zeitgenössische Unterlagen den Wert ebenfalls.
  • Seltenheitswert: Das Lego-Raumschiff kam als limitierte Sonder-Edition in den Handel. Damit war es von Anfang an rarer als Massenware. Ein Standard-Bahnhof oder -Bauernhof von Lego gewinnt zunächst nichts an Wert hinzu. Allerdings ist nach einer längeren Zeit auch dort eine Wertsteigerung denkbar, wenn der originale Zustand möglichst erhalten bleibt.
  • Marktlage: Nicht ganz unwichtig sind Trends, die den Markt beeinflussen. Auf die Preiskalkulation wirkt sich entscheidend aus, wie angesagt Sammelobjekte sind. Beispielsweise waren Teppiche als Wertanlage früher eher gefragt als das heutzutage noch der Fall ist.

Du musst den richtigen Käufer finden

Viele Dinge kommen als Sammlerobjekt mit Wertzuwachs in Frage. Ein Artikel von Stern.de handelt davon, „dass Sammler auf eBay viel Geld für seltsame Dinge ausgeben“. Als Beispiele werden unter anderem Plastikpüppchen aus den 1990er Jahren genannt, die derzeit mit bis zu 8.000 Pfund gehandelt werden. Solche Wertzuwächse dürften die Renditen unseres Beispiels mit dem Star Wars-Raumschiff von Lego noch um einiges übertreffen.

Vernetzung schafft Reichweite
Die Digitalisierung erleichtert deine Suche nach potenziellen Käufern. In Zeiten der globalen Vernetzung findet sich für jedes Angebot die passende Schar an Interessenten. Du kannst von Anfang an nachvollziehen, welchen Preis du für einen Artikel erwarten kannst.

Noch mehr teure Sammlerstücke

Teure Sammlerstücke gibt es zu Hauf. Doch kaum jemand das Glück, rein zufällig so eins zu besitzen. Echte Sammler wissen um die seltenen Schätze in ihrem Bereich und beobachten Trends. Diese Alltagsgegenstände können bares Geld bringen:

Handys als Wertanlage aufbewahren

Früher gab es Handys, die im Vergleich zu den aktuellen Smartphones beinahe nichts konnten. Einige davon muten aus heutiger Sicht eher mittelalterlich an, verblüffen aber durch ihren aktuellen Ist-Wert. Manch „alter Knochen“ kann heute mehr Erlös bringen als das neueste iPhone im Apple Store kostet. Selbstverständlich bestimmen hierbei vorrangig Nachfrage sowie Erhaltungszustand die Wertsteigerungsrate. Apropos iPhone: Apparate der ersten Modellserie bringen bereits jetzt bis zu 1.000 Euro ein, wenn sie noch originalverpackt sind.

Manche Euro-Münzen sind Sammlerstücke

Neuwertige und makellose Geldstücke bringen bei Sammlern viel Geld. Ein kompletter Satz von 2 Euro-Stücken besteht aus 50 Münzen und hat demnach die Kaufkraft von 100 Euro. Je nach Erhalt und Prägungsmerkmalen kannst du jedoch zwischen 120 und über 1.000 Euro dafür bekommen. Das bedeutet in diesem Beispiel eine Rendite von wenigstens 20%.

Als „Einhörner“ werden Euro-Münzen bezeichnet, die extrem selten sind – etwa, weil es sich um fehlerhafte Prägungen handelt oder sie aus einem Zwergstaat kommen. Gerät dir ein Euro-Stück aus Andorra, dem Vatikan, San Marino oder vergleichbaren Staaten in die Hände, solltest du das besser aus dem Umlauf nehmen. Manche davon können dir bei Sammlern oder Händlern nämlich mehrere hundert Euro bringen. Dein Aufwand beträgt bei dieser Sammelleidenschaft nicht mehr als maximal 2 Euro pro Münze. Je nach den individuellen Merkmalen kannst du im Handumdrehen eine Rendite erreichen, die ein Vielfaches davon ausmacht. Eine Wissensbasis rund ums Thema wertvolle Euro-Münzen kannst du dir hier anlesen.

Ohne Wissen geht nichts

Möbel, Schmuck, Oldtimer oder Gemälde sind beispielhafte Wertanlagen, solange es sich um hochwertige Arbeiten oder Namen handelt. Daneben findest du im Alltag eine Reihe weiterer Objekte, die ebenfalls Gewinn abwerfen können. Mitunter fällt die Rendite höher aus als bei klassischen Anlagen, während ein Risiko (fast) nicht vorhanden ist. Was du brauchst: den Kennerblick für die wahren Schätze und Geduld.


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