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Elternzeit – Das müssen Arbeitgeber darüber wissen

Frau sitzt am Arbeitsplatz vor einem Laptop

In der heutigen Geschäftswelt ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für viele Arbeitnehmer von großer Bedeutung. Hier spielt vor allem die Elternzeit eine bedeutende Rolle, sodass Arbeitgeber diesen Faktor bei der Suche nach qualifiziertem Personal berücksichtigen sollten. Außerdem hat der Gesetzgeber einige Vorschriften zur Elternzeit erlassen, die Arbeitgeber zwingend einhalten müssen. Mehr dazu erfährst du in diesem Artikel.

Wie lange Arbeitnehmer Elternzeit in Anspruch nehmen dürfen

Grundsätzlich stellt die Elternzeit ein gesetzlich verankertes Recht von Arbeitnehmern dar, sich für einen bestimmten Zeitraum von der Arbeit freistellen zu lassen, damit diese mehr Zeit für die Betreuung ihres Kindes haben. Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern dieses Recht somit nicht verwehren. Die Elternzeit lässt sich in bis zu 3 aufeinanderfolgende Abschnitte aufteilen. Dabei muss eine Phase mindestens 2 Monate betragen, sofern der Mitarbeiter keine andere Absprache mit dem Arbeitgeber getroffen hat. Alles in allem kann ein Elternteil innerhalb der ersten 3 Lebensjahre des Kindes bis zu 24 Monate Elternzeit beanspruchen. Ist der Elternteil alleinerziehend, verlängert sich der Zeitraum auf bis zu 36 Monate. Das bedeutet, dass Arbeitgeber im schlimmsten Fall 3 Jahre lang auf ihren Mitarbeiter verzichten müssen.

Zahlung von Elterngeld

Für Arbeitgeber wichtig zu wissen ist, dass die Inanspruchnahme von Elterngeld eines Mitarbeiters mit der Zahlung von Elterngeld einhergeht. Dieses muss allerdings nicht das Unternehmen selbst leisten, sondern wird vom Staat gezahlt. Der Arbeitgeber hat lediglich eine Informationspflicht. Er muss den Angestellten darüber in Kenntnis setzen, dass die Möglichkeit besteht, einen Antrag auf Elterngeld zu stellen. Formal bleibt der Arbeitsvertrag während der Elternzeit zwar bestehen, die Arbeitspflicht ruht allerdings. Der Arbeitnehmer hat Anspruch auf die Zahlung von Elterngeld von staatlicher Stelle aus, muss seinem Beruf aber nicht nachgehen.

Auswirkungen auf die Personalplanung

Die Ankündigung der Inanspruchnahme einer Elternzeit von einem Mitarbeiter sorgt dafür, dass dieser in einem bestimmten Zeitrahmen nicht zur Verfügung steht. Dementsprechend müssen Unternehmen ihre Personalplanung anpassen. Es sollten so früh wie möglich Vertretungsregelungen getroffen werden, die gewährleisten, dass es zu keinen Problemen bei den Arbeitsabläufen kommt, während der entsprechende Mitarbeiter seiner beruflichen Tätigkeit aufgrund der Elternzeit nicht nachgeht. Unter Umständen müssen die Aufgaben innerhalb des Teams umverteilt oder eine Vertretungsperson eingearbeitet werden.

Erfolgreiche Wiedereingliederung

Nach der Elternzeit geht es darum, den abwesenden Mitarbeiter wieder erfolgreich in das Unternehmen und die internen Arbeitsabläufe einzugliedern. Im Laufe der Zeit kann es zu großen Veränderungen in den Arbeitsbedingungen kommen, sodass diese mit dem jeweiligen Mitarbeiter besprochen werden müssen. Da der Angestellte unter Umständen lange nicht mehr beruflich tätig war, sollte der Arbeitgeber beim Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag entsprechend unterstützen. Eine Anpassung der Arbeitszeit oder Veränderungen im Tätigkeitsbereich können sinnvolle Maßnahmen sein, damit sich der Mitarbeiter wieder gut integrieren kann.

Betriebliche Vereinbarungen

Arbeitgeber können grundsätzlich betriebliche Vereinbarungen treffen, welche die vom Gesetzgeber beschlossenen Mindestanforderungen übersteigen. Hierzu zählen unter anderem:

Solche Maßnahmen können sich positiv auf die Unternehmenskultur auswirken, da sie die Motivation und die Zufriedenheit der Mitarbeiter steigern. Der Arbeitgeber kann auf diese Weise nicht nur die Mitarbeiterbindung ans Unternehmen verbessern, sondern wird gleichzeitig auch attraktiver für potenzielle Mitarbeiter.

Schutz vor Diskriminierungen

Arbeitgeber haben die Pflicht, dafür zu sorgen, dass Mitarbeiter während der Elternzeit nicht diskriminiert werden. Hier greift das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG), das Arbeitnehmer davor schützt, durch die Inanspruchnahme von Elternzeit benachteiligt zu werden. Arbeitgeber, die gegen dieses Gesetz verstoßen, müssen mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Finanzielle Auswirkungen

Wenn Mitarbeiter Elternzeit in Anspruch nehmen, hat dies entsprechende finanzielle Auswirkungen auf Unternehmen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn eine langfristige Vertretungsregelung nötig ist. Dementsprechend macht es als Arbeitgeber Sinn, sich mit möglichen Fördermitteln und Zuschüssen auseinanderzusetzen, die staatliche Stellen unter Umständen anbieten, um die finanzielle Belastung von Unternehmen zu verringern.

Bild: Prostock-studio / Adobe Stock

Veröffentlicht von Patrick Konrad

Patrick ist seit 2017 Papa und Gründer von Elterngeld.de. Die Herausforderungen, vor denen junge Familien in Deutschland stehen, kann er gut nachvollziehen, denn ihnen widmet er auf diesem Portal seine Arbeit und seine persönlichen Erfahrungen. Wenn er nicht arbeitet, zaubert er für seinen Sohn oder geht mit ihm auf Zahnmonster-Jagd. Was ihn antreibt erfahrt ihr hier.

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