Wann die richtige Zeit für den Hausbau bei Familien ist

Ein Haus bauen, ein Kind zeugen und einen Baum pflanzen. Oder doch in einer anderen Reihenfolge? Das kommt auf deine persönliche Situation an. Wie du den Hausbau am besten angehst und wie du deine Familie sicher durch diese Herausforderung bringst, beschreibt dieser Artikel.

Was für ein Haus darf es sein?

Einfamilienhaus, Bungalow, Mehrfamilienhaus oder ein frei geplantes Architektenhaus? Bevor es an die gezielte finanzielle Planung und Grundstückssuche geht, überlege dir was du möchtest. Selber bauen oder Fertighaus? 

Wer ein Fertighaus bauen möchte, profitiert von vielen Vorteilen ohne Verzicht auf Stil und Individualität. Selber bauen ist zeitaufwändig, körperlich eine Belastung und kann ins Geld gehen, wenn Dinge schief laufen. Bei guten Baupartnern bekommst du umfassende Garantien wie eine 12-monatige Festpreisgarantie oder 30 Jahre Garantie auf die Grundkonstruktion.

Wie gehst du an ein Bauvorhaben heran?

1. Finanzierung 

Suche dir einen Finanzberater dem du vertraust. Baue einen Puffer bei deiner Kreditsumme ein. Tendenziell kostet Bauen eher mehr als geplant. Denke darüber nach eine Risikolebensversicherung abzuschließen. Damit sicherst du deine Familie für den Fall der Fälle ab.

2. Grundstück finden und kaufen

Wenn der Kredit steht, kannst du ein Grundstück kaufen. Der Vertrag beim Notar und die Eintragung im Grundbuch schließen diesen Teil ab.

3. Haustyp aussuchen und Ausstattung planen

Idealerweise eignet sich das Grundstück für den von dir favorisierten Bau. Ein Architekt oder ein Fertighaus-Anbieter kann dich vorher beraten welche Beschaffenheit das Grundstück für dein Traumhaus braucht.

Mit wem baust du?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten ein Haus zu bauen:

Bauen mit Architekt

Der Architekt unterstützt dich zwar, die Verträge mit den Handwerkern und Lieferanten schließt du direkt ab. Das kann schnell zu einem Vertragschaos führen. Kennst du dich nicht aus, lauern viele Fallen. Einen Festpreis sowohl für die Leistung des Architekten als auch für die Handwerker darfst du hier nicht erwarten.

Bauen mit Generalunternehmer

Wenn du dir den aufwändigen Papierkram sparen möchtest, ist ein Generalunternehmer (GU) übersichtlicher. Du schließt einen sogenannten Werkvertrag über sämtliche Leistungen des Baus ab. Der GU bleibt dein Vertragspartner, darf aber Subunternehmer für Teilleistungen beauftragen. Dieser Komfort kostet natürlich Geld. Der Vorteil ist, der GU kennt sich aus. Mit seinen vielen Kontakten kann er günstige Konditionen aushandeln. Der Preis des Bauvorhabens enthält das Honorar für den GU. Über dieses Honorar kannst du verhandeln.

Tipp: Nicht ausschließlich die Musterhäuser besichtigen. Sprich am besten mit ehemaligen Bauherren über die Abwicklung und ihre Erfahrungen.

Neubaukauf vom Bauträger

Die einfachste Form des Bauens. Du kaufst sozusagen ein noch nicht gebautes Haus. Der Bauträger kümmert sich um die Grundstücksbeschaffung, Planung und den Bau. Sonderwünsche sind oftmals nicht umsetzbar. Deine individuellen Wünsche bleiben dabei auf der Strecke. Rechtlich gesehen handelt es sich bei Bauträgervertrag um eine Mischung aus Kaufvertrag (Grundstück) und Werkvertrag (Hausbau). Dieser unterliegt den gesetzlichen Vorschriften der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV).

Welche Jahreszeit ist perfekt für den Baubeginn?

Ganz früher hieß es das Frühjahr sei perfekt um ein Bauvorhaben zu beginnen. Es gibt keinen Bodenfrost mehr, das Wetter ist besser und bis zum Winter kann alles trocknen. Baubeginn im März hieß Einzug im Dezember, vorausgesetzt es klappt alles wie geplant.

Mit dem Klimawandel und den milden Wintern ist es nicht mehr unbedingt notwendig den Baubeginn so zu legen. Fakt ist, dass es zu dieser Zeit eher teurer ist. Da die Nachfrage der Handwerker wächst, steigt der Preis. 

Der Baubeginn im Herbst ist günstiger. Und nicht nur das. Der im November / Dezember fertiggestellte Rohbau (mit eingedecktem Dach) kann den Winter optimal überstehen. Die kalte Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf. Sie sorgt dafür das alles besser trocknet. 

Bei Temperaturen unter 5 Grad ist ein Baubeginn nicht möglich. Steht erst der Rohbau eines Hauses, spielt die Außentemperatur für den Innenausbau keine Rolle mehr.  Der Grund sind verbesserte Qualität und Fortschritt des Baumaterials.

Risiko Niedrigzins

Niedrige Zinsen motivieren viele junge Familien zum Hausbau. Was fehlt ist eine Garantie, dass der Zinssatz so niedrig bleibt. Die Zinsfestschreibung endet nach einer gewissen Zeit. Das Risiko besteht, bei der Anschlussfinanzierung die Zinswette zu verlieren. Im schlimmsten Fall schaffst du es nicht mehr die Raten zu bedienen.

Welche finanziellen Förderungen gibt es?

Die Finanzierung über einen Kredit kennst du. Welche Förderungsmöglichkeiten es noch gibt, findest du nachfolgend aufgelistet:

Bausparen

Ein klassisches Mittel zur Baufinanzierung. Erfüllst du bestimmte Anforderungen winken bis zu 8,8% Wohnungsbauprämie vom Staat. Weiterhin steht dir bei Zuteilung der Bausparsumme ein Anspruch auf ein zinsgünstiges Darlehen zu.

Wohnriester

Eine effiziente Förderung für nach 2008 gebaute eigengenutzte Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen.

Baukindergeld

Bis zu 10 Jahre gibt es für junge Familien unter bestimmten Voraussetzungen jährlich 1.200 Euro Baukindergeld. Der Förderzeitraum reicht von 2018 bis 2020. Es gilt das Windhundprinzip. Mehr dazu in unserem Baukindergeld Spezial.

BAFA Förderung

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördert Investitionen in regenerative Energieformen wie Solarthermie und Wärmepumpen oder Biomasse-Anlagen.

KfW-Darlehen

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau fördert mit zweckgebundenen Krediten sowohl den Erwerb von Immobilien, als auch die Investitionen in energiesparende Maßnahmen.

Hinweis:

In den meisten Fällen sind Anträge auf Förderung VOR Beginn der Maßnahme zu stellen. Die Zahlung des Zuschusses erfolgt in der Regel nach Abschluss des Maßnahme.

Hausbau als Herausforderung für die Familie

Ein Haus zu bauen ist eine anstrengende Sache. Deine Familie braucht unbedingt Unterstützung dabei von außen durch Verwandte und Freunde. Denn neben den ganzen Problemen die während der Bauphase wahrscheinlich auftreten, gibt es auch noch dich und deinen Partner/Partnerin. Der Hausbau ist eine Belastungsprobe. Er bringt euch entweder näher zusammen oder eine Krise weitet sich aus. Plane Paarzeit ein, in der es nicht um das Haus, die Einrichtung oder die Kinder geht. 

Wann ist der richtige Zeitpunkt für das eigene Haus?

Diese Frage kannst letzten Endes nur du dir beantworten. Du kennst deine finanzielle und familiäre Situation am besten. Spielst du schon länger mit dem Gedanken an ein Eigenheim? Sieh  das aktuelle Zinsniveau und die Aussicht auf Baukindergeld als eine zusätzliche Unterstützung. Plane langfristig. Rechne damit, dass der Zinssatz nicht so günstig bleibt und auch nach 10 Jahres das Baukindergeld wegfällt. Rechne das Baukindergeld nicht fest ein. Deine Finanzierung sollte auch ohne das Baukindergeld umsetzbar sein.


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