Junior Depot: Das solltest du wissen

Wenn du Geld für dein Kind anlegen möchtest, ist ein Junior Depot eine wirklich spannende Sache. Wir erklären dir in diesem Artikel, wann sich ein Junior Depot lohnt und wann du vielleicht doch eher ein Depot in deinem Namen eröffnen solltest. Außerdem geben wir wichtige Hinweise, die du vor der Depot-Eröffnung wissen solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit einem Junior Depot kannst du Geld für dein Kind am Aktienmarkt anlegen. Das Geld und die Aktien / Fonds gehören rechtlich dem Kind, die Eltern verwalten nur das Depot.
  • Entscheide zunächst: Junior Depot oder im eigenen Namen sparen.
  • Beim Junior Depot kannst du Steuerfreibeträge des Kindes nutzen.
  • Unsere Empfehlung: Consorsbank oder Comdirect Junior Depot.

Was macht ein Junior Depot aus?

Bei einem Junior Depot handelt es sich zunächst einmal um ein ganz normales Depot, das allerdings im Namen eines Kindes eröffnet wird. Viele Eltern eröffnen ein solches Depot in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder und zahlen dann regelmäßig 25 oder 50 Euro monatlich in einen Sparplan ein. Ziel ist es dann, dass das Kind mit 18 Jahren einen guten Start ins Berufsleben bekommt und damit das Studium, eine große Reise, Führerschein oder Ähnliches finanzieren kann. Es geht dabei also um eine langfristige Geldanlage zum Vermögensaufbau. Übrigens empfiehlt auch die Stiftung Warentest Junior Depots für die Geldanlage für Kinder.

Junior Depot vs. Depot der Eltern

Eine große Entscheidung musst du direkt zu Beginn fällen: Sparst du das Geld für deine Kinder in einem eigenen Depot, oder in einem Junior Depot, das im Namen deines Kindes eröffnet wird. Das Sparen im Namen des Kindes hat spannende Vorteile:

Die Steuer

Aus steuerlicher Sicht lohnt sich ein Junior Depot, denn auch Kinder haben steuerliche Freibeträge, die genutzt werden können (Grundfreibetrag, Sparerpauschbetrag und Sonderausgaben-Pauschbetrag). Wenn du das Geld in deinem Namen sparst, werden Gewinne deinen Freibeträgen angerechnet.

Eigentum des Geldes

Ein weiterer Unterschied ist das Eigentum des Geldes: Bei einem Junior Depot gehört das dort eingezahlte Geld, ETFs und Aktien dem Kind. Niemand sonst darf sich daran bedienen. Die Eltern sind allerdings die Bevollmächtigten und verwalten das Depot, bis das Kind 18 Jahre alt ist. Ab diesem Zeitpunkt kann das Kind darüber frei verfügen. Wenn das Geld im eigenen Namen gespart wird, gehört es rechtlich gesehen nicht dem Kind. Im Falle einer unschönen Trennung kann das auch unter Umständen ein Problem werden.

Nachteile des Junior Depots

Es gibt auch Punkte, die gegen ein Junior Depot sprechen: Wenn das Ersparte 7.500 Euro übersteigt, verfällt später der Bafög-Anspruch. Und wenn die Einkünfte aus Kapital­vermögen 5.220 Euro im Jahr über­steigen, wird der Nachwuchs aus der Familienversicherung ausgeschlossen. Das sind natürlich hohe Grenzwerte und man muss sie erstmal erreichen. Bei einem Sparzeitraum von bis zu 18 Jahren ist das aber definitiv ein Thema.

Empfehlenswerte Junior Depots

Es gibt einige Anbieter für Junior Depots am Markt, aber aus unserer Sicht gibt es nur 2 Anbieter, die wirklich empfehlenswert sind, was Handling und Gebühren angeht: Comdirect und Consorsbank. Die Konditionen findest du hier im Vergleich:

1) Consorsbank

Beim Consorsbank Junior Depot kannst du Sparpläne schon ab 25 Euro Sparrate im Monat anlegen. Das Depot ist kostenlos und die Sparpläne kosten 1,5% bei Ausführung – ein absolut fairer Preis. Die Anzahl der sparplanfährigen ETFs schwankt immer und liegt zum Zeitpunkt 08.2021 bei 660, von denen 273 sogar kostenlos bespart werden können. Hier geht es zum Anbieter.

2) Comdirect

Auch beim Comdirect Juniordepot kannst du Sparpläne ab 25 Euro Sparrate im Monat anlegen. Das Juniordepot ist kostenlos, allerdings nur, sofern es aktiv genutzt wird (Sparplan oder regelmäßige Einmalzahlungen). Das sollte jedoch keine Hürde darstellen. Die sparplanfährigen ETFs liegen hier zum Zeitpunkt 08.2021 bei 729, von denen 140 kostenlos bespart werden können. Hier geht es zum Anbieter.

Aus unserer Sicht nehmen sich beide Anbieter nicht viel und es ist viel mehr eine Geschmacksfrage. Wir haben uns natürlich auch andere Anbieter angesehen. Diese haben aber häufig die Nachteile, dass Sparpläne erst ab 50 Euro Sparrate anlegbar sind, das Depot etwas kostet, keine realen Aktien oder ETFs gehandelt werden oder der Anbieter an sonstigen Gründen unseriös erscheint.

Sparplan oder einmalige Geldanlage?

Ob du einen Sparplan wählst und monatlich Geld dort einzahlst, oder zu bestimmten Zeitpunkten immer einmalige Einzahlungen vornimmst (Einmalanlage), ist dir überlassen. Viele Eltern nutzen eine Mischung aus beiden Varianten. Sie selbst legen einen Sparplan mit Dauerauftrag von ihrem eigenen Konto an und besparen so monatlich eine kleine Summe. Ein Sparplan kann auch jederzeit unterbrochen oder verändert werden.

Auch Familie und Freunde können einzahlen

Die Großeltern und Freunde können zum Beispiel zu Geburtstagen oder Weihnachten auf das Depot einmalige Einzahlungen vornehmen und das Sparziel damit unterstützen. Du musst ihnen dafür nur die IBAN des Verrechnungskontos mitteilen und schon können sie den Wunschbetrag überweisen. Die Eltern investieren das Geld dann in die gewünschten Aktien oder ETFs.

Aktuelle Umfrage zur Geldanlage

Wieviel Geld könnt ihr monatlich für eure Kinder anlegen?

Warum du für deine Kinder am Aktienmarkt investieren solltest

Da du diesen Artikel liest, hast du ja offenbar ein grundlegendes Interesse daran, ein Vermögen für den Nachwuchs aufzubauen – egal ob in kleinem oder großen Umfang.

In der derzeitigen Niedrigzinsphase gibt es wenige Möglichkeiten der Geldanlage, die empfehlenswert sind. Du könntest ein Sparbuch oder Festgeldkonto einrichten, oder das Geld unter dem Kopfkissen aufbewahren. Es bringt am Ende ähnlich wenig Zinsen.

Geldanlage am Kapitalmarkt in Form von Aktien, Fonds oder ETFs sind aus unserer Sicht am sinnvollsten, wenn es um einen Anlagehorizont von mehr als 10 Jahren geht. Natürlich ist damit auch ein Risiko verbunden. Wer jedoch über längere Zeit Geld anlegt, erfreut sich in der Regel über eine höhere Rendite.

DAX Renditedreieck
Die Grafik zeigt die historische Entwicklung der Zinsen bei Geldanlage in den DAX. Wer in der Vergangenheit mindestens 15 Jahre lang in den DAX investiert hat, ging immer mit einer positiven Rendite daraus hervor (grüne Kacheln). Quelle: Deutsches Aktieninstitut

Wer früh startet, wird durch den Zinseszinseffekt belohnt und erreicht damit später eine gute Rendite.

Häufige Fragen zum Junior Depot

Was ist ein Junior Depot?

Bei einem Junior Depot oder Kinderdepot handelt es sich um ein Depot, das auf Minderjährige ausgerichtet ist. Das Kind ist der Depotinhaber und die jeweiligen Erziehungsberechtigten organisieren die Geldanlage für das Kind. Ab dem Zeitpunkt der Volljährigkeit kann der Depotinhaber über das Depot inklusive der Werte verfügen.

Welche Unterlagen benötige ich zur Eröffnung eines Junior Depots?

Das Junior Depot kannst du ab der Geburt deines Kindes eröffnen. Notwendig ist für die Depoteröffnung die Geburtsurkunde (bei Kindern über 16 Jahren der Personalausweis). Außerdem müssen sich die Eltern bei der Bank identifizieren – entweder per Postident oder Video-Ident. Es gibt Anbieter, die darüber hinaus noch eine Kopie der Heiratsurkunde der Eltern verlangen oder falls ihr nicht verheiratet seid, eine Kopie des Sorgerechtsbeschlusses.

Darf ich das Geld auch für eigene Zwecke nutzen?

Ganz klar: Nein. Bei einem Junior Depot gehört das Vermögen dem Kind. Wenn Sie Geld abheben wollen, dürfen Sie es nur für das Kind nutzen. Da es hier im Zweifel um Steuerhinterziehung (fehlende Versteuerung auf Kapitalerträge) geht, ist mit diesem Umstand auch nicht zu spaßen.

Mehr zum Thema Geldanlage für Kinder erfährst du übrigens in unserem Artikel Sparen für Kinder.

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