Bild zu Elterngeld Plus

Elterngeld Plus oder Basiselterngeld?

Das Wichtigste in Kürze

  • Elterngeld Plus ideal, wenn Sie in Teilzeit arbeiten möchten
  • Elterngeldzeitraum verdoppelt sich, Elterngeld pro Monat halbiert sich
  • Vorteil: Partnerschaftsbonus nutzen

Wenn Sie gerade vor der Frage stehen, ob Basiselterngeld oder Elterngeld Plus für Sie sinnvoller ist, lesen Sie sich diesen Artikel durch. Wir klären Sie über Vor-und Nachteile auf und wie Sie ihr Elterngeld maximieren können. Grundsätzlich gibt es für das Elterngeld 2 Modelle: Ein Partner erhält 12 Monate lang Basiselterngeld und der andere Partner erhält (im Anschluss) 2 Monate Basiselterngeld. Alternativ kann man auch über den doppelten Zeitraum Elterngeld Plus erhalten, bekommt jedoch allgemein gesprochen jeden Monat nur ein halbes Elterngeld. Dafür kann man nebenbei in Teilzeit arbeiten.

Die Idee hinter Elterngeld Plus

Es gibt für das Elterngeld Plus zwei Überlegungen: Mütter möchten teilweise gern schon eher wieder in ihren Beruf einsteigen, Väter hingegen möchten gern mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. Als Lösung für solche Fälle gibt es das Elterngeld Plus, dass eine Teilzeittätigkeit bis zu 30 Wochenstunden erlaubt und fordert. Das Gehalt wird mit dem Elterngeld verrechnet, deshalb wird es auch nicht in der vollen Höhe wie beim Basiselterngeld ausfallen. Der Maximalanspruch verlängert sich jedoch von 12 auf 24 Monate. Ziel von Elterngeld Plus ist es, dass Familie und Beruf besser vereinbart werden können, ohne dass finanzielle Nachteile entstehen.

Zusätzlicher Vorteil: Der Partnerschaftsbonus

Wenn beide Elternteile 4 Monate lang parallel Elterngeld Plus beziehen, stehen beiden außerdem 4 zusätzliche Monate Elterngeld Plus zu. Der maximale Bezugszeitraum erhöht sich dann also von 28 Monaten (24 Monate Mutter + 4 Monate Vater) auf 36 Monate (Mutter: 24 + 4 Monate, Vater: 4 + 4 Monate). Bedenken Sie jedoch, dass bei Mutterschaftsgeldzahlung die ersten 2 Monate Basiselterngeld bezogen werden müssen. Erst ab dem 3. Monat können Sie auf Elterngeld Plus gehen.

Kombination von Basiselterngeld, Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonus

Sie können auch alle 3 Varianten miteinander kombinieren. Dazu ein Beispiel: Die Mama nimmt 10 Monate lang Basiselterngeld in Anspruch. Danach folgen 4 Monate Elterngeld Plus. Der Papa nimmt zu dieser Zeit ebenfalls Elterngeld Plus in Anspruch. Beide können in dieser Zeit jeweils 25-30 Wochenstunden arbeiten und profitieren dann vom Partnerschaftsbonus: Sie erhalten beide 4 weitere Monate Elterngeld Plus. Rechnen Sie einfach mal nach, ob Sie mit diesem Modell besser wegkommen, also mit dem „normalen“ 12/2 Modell, in dem die Mama 12 Monate Basiselterngeld und der Papa 2 Monate Basiselterngeld erhält. Alternatives Beispiel: Beide Elternteile nehmen parallel 14 Monate lang Elterngeld Plus. Auch dann profitieren beide vom Partnerschaftsbonus und erhalten jeweils 4 weitere Monate Elterngeld Plus.

Elterngeld Plus bei Studenten und Arbeitslosen

Studenten und Arbeitslose erhalten ganz normal den Mindestbetrag von 300 Euro Basiselterngeld. Wenn Sie Elterngeld Plus beantragen, halbiert sich dieser Betrag und Sie erhalten für den doppelten Zeitraum 150 Euro Elterngeld Plus pro Monat. Bedenken Sie jedoch, dass dies auf das ALG II angerechnet wird. Bei der BAföG-Berechnung bleibt das Elterngeld jedoch unberücksichtigt.

So berechnen Sie das Elterngeld Plus

Grundsätzlich wird jedes Einkommen während des Elterngeldbezugs immer auf das Elterngeld angerechnet. Elterngeld Plus kann sich bei einem schnellen Wiedereinstieg in den Beruf im Vergleich zum Basiselterngeld lohnen. Man muss das Ganze einfach mal gegenrechnen. Das Elterngeld Plus beträgt maximal 50% des Basiselterngeldes. Dazu ein Beispiel von uns:

Mutter verdiente im 12-monatigen Bemessungszeitraum 1.500 Euro netto. In Teilzeit würde sie 1.000 Euro bei 20 Stunden / Woche verdienen.

  • Basiselterngeld pro Monat: 1.500 Euro x 0,65 (65%) = 975 Euro
  • Basiselterngeld pro Monat, wenn Sie in Teilzeit arbeitet: 1.500 Euro – 1.000 Euro = 500 Euro -> 500 Euro x 0,65 = 325 Euro (12 Monate)
  • Elterngeld Plus pro Monat: 1.500 Euro x 0,65 (65%) = 975 Euro -> 975 Euro / 2 = 487,50 Euro
  • Elterngeld Plus pro Monat, wenn Sie in Teilzeit arbeitet: 1.500 Euro – 1.000 Euro = 500 Euro -> 500 Euro x 0,65 = 325 Euro (24 Monate)

Um das Beispiel zu erläutern: Die Mutter würde in dem Fall 975 Euro Basiselterngeld für 12 Monate erhalten, wenn sie in dieser Zeit nicht arbeitet. Sollte sie sich entschließen in Teilzeit zu gehen, sollte Sie definitiv Elterngeld Plus nutzen. Sie erhält dabei den identischen monatlichen Satz wie beim Basiselterngeld (325 Euro monatlich durch die Gehaltsanrechnung), allerdings für 24 statt 12 Monate. In Summe macht das ein Unterschied von 3.900 Euro!

Einen umfangreichen Rechner für Ihr Elterngeld Plus finden Sie übrigens hier.

Was soll ich nun wählen?

Überlegen Sie sich, ob Sie während Ihres Elterngeldbezugs in Teilzeit arbeiten wollen oder nicht. Allein davon hängt es ab, ob Sie Basiselterngeld oder Elterngeld Plus beantragen. Auch eine Kombination ist möglich. Sollte Ihr Partner ebenfalls einige Zeit Teilzeit arbeiten wollen, sollten Sie sich in jedem Fall Gedanken über den Partnerschaftsbonus machen. Dieser bietet Ihnen finanzielle Vorteile und den Genuss zusätzlicher Zeit für Ihr Kind.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen

Kann Basiselterngeld mit Elterngeld Plus kombiniert werden?

Sie können sich die Monate so aufteilen wie Sie mögen. Ob Sie nun 12 Monate Basiselterngeld erhalten oder zum Beispiel 8 Monate Basiselterngeld + 8 Monate Elterngeld Plus, ist völlig egal. Wenn Sie mit Ihrem Partner 4 Monate gemeinsam Elterngeld Plus beziehen, profitieren Sie jedoch vom Partnerschaftsbonus, der sehr lukrativ sein kann.

Kann ich für die ersten 2 Monate nach der Geburt auch Elterngeld Plus beantragen?

In den ersten 2 Monaten nach der Geburt erhalten Angestellte volles Mutterschaftsgeld. Außerdem dürfen Sie zu dieser Zeit nicht arbeiten. Sie müssen für diese Zeit Basiselterngeld beantragen. Ab Monat 3 können Sie jedoch Elterngeld Plus beantragen.

Erhalten auch Alleinerziehende den Partnerschaftsbonus?

Alleinerziehende erhalten zumindest eine Förderung, die mit dem Partnerschaftsbonus vergleichbar ist. Auch sie erhalten 4 weitere Monate Elterngeld Plus, wenn sie in 4 aufeinanderfolgenden Monaten zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche arbeiten.

Wie profitieren Arbeitgeber vom Elterngeld Plus?

Durch das Elterngeld Plus können Mitarbeiter früher nach der Geburt wieder in den Beruf einsteigen. Der Qualifikationsverlust ist dadurch geringer und die Bindung zum Betrieb wird gefördert.


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