Das Baukindergeld 2018

Höhe, Anspruch, Einschränkungen und wichtige Hinweise.

Das Wichtigste in Kürze

  • Baukindergeld gilt als Fördermaßnahme für Familien, Eigentum zu erwerben oder zu bauen.
  • Familien, die Wohneigentum erwerben, erhalten 1.200 Euro pro Jahr pro Kind für einen Zeitraum von maximal zehn Jahren erhalten.
  • Die Einkommensgrenze für die geplante Förderung liegt bei einem zu versteuernden Einkommen von 75.000 Euro zuzüglich 15.000 Euro je Kind.
  • Die Förderung ist rückwirkend vom 01.01.2018 an erhältlich.

Das Baukindergeld soll die Idee der einstigen Eigenheimzulage wieder aufgreifen und dafür sorgen, dass sich junge Familien durch die staatliche Förderung ein Eigenheim leisten können. Ob Sie anspruchsberechtigt sind und wie viel Baukindergeld Sie erhalten werden, erfahren Sie in diesem Artikel.

+++ Newsticker +++

27.06.2018: Die große Koalition konnte sich beim Baukindergeld einigen. Es gibt nun keine Begrenzung der Wohnfläche und und das Geld wird vom 01.01.2018 rückwirkend bis 31.12.2020 ausgezahlt. Die Förderhöhe über 12.000 Euro pro Kind über 10 Jahre bleibt weiterhin bestehen.

23.06.2018: Laut Regierungsvorlage soll das Baukindergeld für eine vierköpfige Familie nur bis zu einer Obergrenze von 120 qm Wohnfläche gezahlt werden. Pro weiterem Kind kommen 10 qm dazu.

08.05.2018: Das Baukindergeld soll bis zum Sommer umgesetzt werden und rückwirkend ab Januar 2018 ausgezahlt werden.

Wie hoch ist das Baukindergeld und wer bekommt es?

Gemäß Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD soll das Baukindergeld im Rahmen der „Wohnraumoffensive“ als direkte staatliche Förderung gezahlt werden. Familien, die Eigentum erwerben, erhalten 1.200 Euro pro Kind pro Jahr über einen Zeitraum von zehn Jahren. Das zu versteuernde Einkommen der Familie darf nicht über 75.000 Euro liegen. Pro Kind soll ein zusätzlicher Freibetrag in Höhe von 15.000 Euro gewährt werden.

Eine Familie mit zwei Kindern darf also maximal 105.000 Euro pro Jahr verdienen, um Anspruch auf das Baukindergeld zu haben. Das Nettohaushaltseinkommen beträgt in dem Beispiel ungefähr 5.200 Euro pro Monat. Im gesamten Förderzeitraum kann die Familie maximal 24.000 Euro zusätzlich vom Staat erhalten. Ein Großteil aller Familien in Deutschland dürfte die Voraussetzungen für das Baukindergeld erfüllen.

Die Förderung ist nicht auf ein bestimmtes Alter der Kinder begrenzt. Höchstwahrscheinlich ist der Bezug von Baukindergeld an den Anspruch auch Kindergeld gekoppelt. Dieses wird bis zu einem Alter von höchstens 25 Jahren ausgezahlt. Endet der Anspruch auf Kindergeld, wird vermutlich auch der Anspruch auf Baukindergeld enden. Der Koalitionsvertrag sieht aber keine genaue Regelung vor, sodass der spätere Gesetzestext abzuwarten bleibt.

Baukindergeld

Baukindergeld Höhe in der Übersicht:

Anzahl der KinderFörderung / JahrIn 10 Jahren gesamt
Förderung bei einem Kind1.200 Euro12.000 Euro
Förderung bei zwei Kindern2.400 Euro24.000 Euro
Förderung bei drei Kindern3.600 Euro36.000 Euro

Interessant dürfte auch ein Blick auf die Kinderzulage bei Wohn-Riester sein. Bis zu 300 Euro pro Jahr sind pro Kind möglich. Wenn Ihr Kind nach dem Jahr 2008 geboren wurde, erhalten Sie eine staatliche Förderung in Höhe von 300 Euro pro Jahr. Ist Ihr Kind vor 2008 geboren, werden jährlich 185 Euro gezahlt.

Hinweis: Die Zulage wird an das Elternteil gezahlt, das auch den Kindergeldanspruch hat und das Kind erzieht. Dies ist in den meisten Fällen die Mutter. Soll die Zulage auf das Riester-Konto des Vaters gehen, müssen beide hierfür einen Antrag stellen.

Mit staatlicher Förderung leichter ins Eigenheim?

Das Baukindergeld kann ein gutes Mittel sein, um vor allem einkommensschwächeren Familien zu Wohneigentum zu verhelfen. Es können sich aber durchaus auch negative Effekte entwickeln. Durch den weit gefassten Förderkreis und viele Förderberechtigte kann es zu einem Ansturm auf Baugrundstücke und bestehende Immobilien kommen. Bei einer hohen Nachfrage steigen die Preise für Wohneigentum und für die Finanzierung muss ein höheres Kapital aufgenommen werden. Die positiven Effekte des Baukindergelds werden durch eine Preissteigerung irgendwann möglicherweise reduziert.

Familien, die sich nur mit Baukindergeld eine Immobilie leisten können, erleben unter Umständen eine böse Überraschung, wenn die Förderung nach zehn Jahren ausläuft. Sie haben weniger Geld zur Verfügung und müssen sich in der Regel zudem um eine Anschlussfinanzierung kümmern, weil die Zinsfestschreibung bei einem Immobiliendarlehen in vielen Fällen nach zehn Jahren ebenfalls ausläuft. Wenn das Zinsniveau gestiegen ist, kostet die Refinanzierung mehr Geld, das nicht unbedingt vorhanden ist.

An wen wende ich mich für die Beantragung?

Der Antragsweg für das Baukindergeld ist bislang noch nicht völlig unklar. Die Eigenheimzulage, die bis 2005 an Familien gezahlt wurde, konnte beim Finanzamt beantragt werden.

Aufgrund der Koppelung an das zu versteuernde Einkommen scheint dieser Weg auch beim Baukindergeld sinnvoll zu sein, welche Behörde am Ende die Anträge entgegennehmen wird, steht aber noch nicht fest. Ab August 2018 ist die Beantragung voraussichtlich möglich.

Kann ich Baukindergeld auch für bestehende Immobilien beantragen?

Gesetze werden im Regelfall nicht rückwirkend erlassen. Es ist daher davon auszugehen, dass eine rückwirkende Beantragung nicht möglich ist. Vermutlich wird es einen Stichtag für Bau- oder Kaufvorhaben geben, ab dem die Förderung möglich ist.

Bei einem rückwirkenden Beginn des Baukindergelds zum 01.01.2018 erhalten also alle Familien eine Förderung, die ab dem 01.01.2018 einen Kaufvertrag unterschreiben oder einen Bauantrag für einen Neubau stellen. Ältere Verträge dürften im Normalfall nicht berücksichtigt werden.

Neu und doch nicht neu – die Vorgänger des Baukindergelds

Zwischen 1996 und 2005 gab es die Eigenheimzulage mit Kinderzulage, die zu den größten Subventionen gehört, die in Deutschland jemals gezahlt wurden. Wer vor dem 01.01.2004 eine Immobilie gekauft oder gebaut hat, konnte jährlich 5% der Herstellungskosten, maximal aber 2.556 Euro bei Neubauten und 1.278 Euro bei Altbauten erhalten. Für jedes Kind im Haushalt zahlte der Staat zusätzlich 767 Euro. Das Haushaltseinkommen durfte bei einem Kind 170.000 Euro nicht überschreiten, für jedes weitere Kind erhöhte sich die Grenze um 30.000 Euro.

Eine Familie mit zwei Kindern und einem Immobilienneubau mit einem Wert von 200.000 Euro bekam also 4.090 Euro jährlich staatliche Förderung über einen Zeitraum von acht Jahren. Die Gesamtförderung betrug damit 32.720 Euro. Immobilien, die zwischen dem 01.01.2004 und dem 31.12.2005 gekauft oder gebaut wurden, erhielten nur noch eine Förderung von 1% der Herstellungskosten, maximal aber 1.250 Euro plus 800 Euro pro Kind. Ausgehend von zwei Kindern betrug die Förderung nun nur noch 2.850 Euro pro Jahr beziehungsweise 22.800 Euro über den gesamten Förderzeitraum.

Das Baukindergeld gibt es bereits seit 1987 in geringerer Höhe. Bis zum 31.12.1995 wurden maximal 512,00 Euro Baukindergeld gezahlt, das ebenfalls an die Gewährung einer Eigenheimzulage gekoppelt wurde.

Ist das Baukindergeld sinnvoll?

Die grundsätzliche Idee der Förderung von Wohneigentum bei Familien ist auf jeden Fall sinnvoll. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist die Eigentumsquote in Deutschland sehr niedrig. Gerade einmal 51,7% aller Wohnungen werden von ihren Eigentümern bewohnt. In Europa hat nur noch die Schweiz eine geringere Quote. In Spanien liegt bei Eigentumsquote bei 77,8% und in Kroatien sogar bei 90%. Spitzenreiter ist Rumänien mit einem Wert von 96%.

Insbesondere für die Altersvorsorge kann eine Wohnimmobilie ein wichtiger Faktor sein. Durch entfallende Mietzahlungen steht im Alter mehr Kapital zur Verfügung. Es ist allerdings fraglich, ob das Baukindergeld tatsächlich dazu beiträgt, die Quote zu erhöhen. Skeptiker befürchten, dass vom Baukindergeld nur Familien profitieren, die ohnehin Eigentum erworben hätten. Zudem könne der Druck auf den Immobilienmarkt weiter zunehmen und für steigende Preise sorgen. Die finanziellen Vorteile wären dadurch hinfällig.

Viele Experten weisen auf Alternativen zum Baukindergeld hin. Von einer Senkung der Grunderwerbssteuer, die bis zu 6,5% des Kaufpreises beträgt, profitieren alle gleichermaßen und es wären keine zusätzlichen Subventionen notwendig. Denkbar ist auch ein Steuerfreibetrag bei der Grunderwerbssteuer für Familien, die Wohneigentum zur Selbstnutzung erwerben möchten.

Optimal wäre wohl eine Kombination von verschiedenen Maßnahmen, damit die geplante Förderung auch dort ankommt, wo sie wirklich benötigt wird. Das Baukindergeld ist in jedem Fall ein Schritt in die richtige Richtung, wenn die Umsetzung sauber erfolgt.

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1 Kommentar
  1. Monika sagt

    Da die Datumsänderung zur rückwirkenden Beantragung sehr viele Familien betrifft gibt es hier eine öffentliche Petition:
    https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2018/_06/_27/Petition_81883.nc.html

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