Baukindergeld 2017: Höhe, Anspruch & wichtige Hinweise

Das Baukindergeld soll die Idee der einstigen Eigenheimzulage wieder aufgreifen und dafür sorgen, dass sich junge Familien mit einem Jahreseinkommen von bis zu 70.000 Euro durch die staatliche Förderung ein Eigenheim leisten können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Junge Familien sollen mit dem Baukindergeld beim Eigenheimbau oder Eigenheimkauf unterstützt werden
  • Pro Kind und Jahr soll es laut CDU einen Zuschuss in Höhe von 1.200 Euro geben
  • Die Förderung nach Wunsch der SPD enthält höhere Beträge
  • Der Zuschuss soll für zehn Jahre gezahlt werden

Aktuelles: Die Diskussion zwischen der CDU und SPD

Laut den aktuellen Wahlprogrammen soll das Baukindergeld noch im Jahr 2017 kommen, bisher ist aber noch nicht geklärt, wie und in welcher Höhe es Familien helfen soll. Hier gibt es aktuell (Stand: Juli 2017) vor allem Diskussionen zwischen der CDU und der SPD. Auf Initiative der Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD), soll es ein spezielles Förderprogramm für Familien geben, die ein Jahreseinkommen von bis zu 70.000 Euro haben. Um den Erwerb von Wohneigentum in den Regionen zu fördern, die sich einer besonders hohen Nachfrage erfreuen, sollen nach Wünschen der Bauministerin zudem Eigenkapitalzuschüsse für Familien aufgegriffen werden. Das Förderprogramm enthält auch konkrete Zahlen.

Familien mit einem Kind sollen 8.000 Euro erhalten, Familien mit einem weiteren Kind erhalten noch einmal zusätzlich 6.000 Euro und Familien mit drei Kindern erhalten auch für das dritte Kind noch einmal 6.000 Euro. Damit wäre eine einmalige Förderung in Höhe von bis zu 20.000 Euro abgedeckt.

Ein Blick auf die Vorschläge der CDU für das Baukindergeld zeigt die Unterschiede. Das Interesse an einer Einführung ist vorhanden. Der Fraktionschef der CDU, Volker Kauder, sagte bereits Ende 2016, dass eine solche Förderung von jungen Familien denkbar sei. Damit sollen Kinder und auch Eltern gegen die Altersarmut geschützt werden. Die CDU spricht in diesem Rahmen im Wahlprogramm von einem Zuschuss in Höhe von 1.200 Euro pro Kind für zehn Jahre. Zudem wird über einen Erlass der Grunderwerbssteuer nachgedacht. Dies gilt aber nur für Familien, die das erste Mal ein Eigenheim kaufen.

Baukindergeld oder Eigenheimzulage?

Viele Menschen erinnern sich noch an die Eigenheimzulage, die bis zum Ende des Jahres 2005 in Anspruch genommen werden konnte und ab dem 01.01.2016 nicht mehr gewährt wurde. Diese basierte auf der Idee, den Kauf von Wohneigentum für die Eigennutzung zu fördern. Wer damals bis zum 31.12.2005 eine Immobilie gekauft oder einen Bauantrag gestellt hat, der konnte die Eigenheimzulage für einen Zeitraum von bis zu acht Jahren erhalten. Diese hatte eine jährliche Höhe von 800 Euro pro Kind, wenn der Kauf der Immobilie zwischen dem 01.01.2004 und dem 31.12.2005 lag. Davor waren es 767 Euro pro Kind. Zusätzlich dazu gab es im Rahmen der Eigenheimzulage pro Jahr einen anteiligen Zuschuss, abhängig von der Höhe der Anschaffungskosten.

Die Voraussetzungen für die Zahlung waren, dass der Kauf von einem fertigen Eigenheim oder der Bau eines Hauses auf der Basis der eigenen Nutzung erfolgen musste. Die Immobilie musste baulich abgeschlossen sein und einen eigenen Zugang haben. Zudem wurde eine Mindestgröße von 25 qm gefordert.

Eine weitere Voraussetzung war, dass die Antragsteller noch einen Anspruch auf Kindergeld nachweisen mussten. Mit dem Wegfall des Anspruches wurde auch die Eigenheimzulage aufgehoben. Zudem mussten die Kinder, für die das Geld gezahlt wurde, im Haushalt des jeweiligen Anspruchstellers leben. Schon damals gab es zudem eine Einkommensobergrenze, die auch nun wieder eingesetzt werden soll. Bei der Eigenheimzulage durfte das Bruttojahreseinkommen von Familien mit einem Kind einen Betrag von 170.000 Euro nicht überschreiten. Wer zwei Kinder hatte, durfte bis zu 200.000 Euro verdienen und bei drei oder mehr Kindern war ein Jahresbruttoeinkommen von bis zu 230.000 Euro die Grenze.

Hinweis: Diese Grenzen galten für verheiratete Paare. Bei Alleinerziehenden lagen die Grenzen niedriger.

Die Eigenheimzulage wurde ab dem Jahr 1996 eingeführt. Bis 1996 gab es das Baukindergeld. Pro Kind wurde jährlich eine Förderung in Höhe von bis zu 1.000 DM gezahlt. Daran möchte die CDU nun wieder anknüpfen.

Die positiven Seiten vom Baukindergeld

Auf den ersten Blick klingt die Einführung von einem Baukindergeld nach der lange erhofften Förderung für Familien. In erster Linie geht es darum, auch Familien den Erwerb von Eigentum zu ermöglichen, die kein hohes Einkommen oder eine Erbschaft an der Hand haben. Die Begründung für das Baukindergeld enthält unter anderem auch den Hinweis, dass viele Familien sich durch fehlendes Eigenkapital gar kein Eigenheim leisten können. Der Kauf von einem Eigenheim ist jedoch für die Altersvorsorge unbedingt zu empfehlen. Daher soll es hier eine Förderung geben.

Die negativen Seiten vom Baukindergeld

Neben den positiven Aspekten weisen Ökonomen aber auch auf einige kritikfähige Punkte hin. Durch die geringen Zinsen ist das Interesse an Immobilien gestiegen. Wer nun noch eine Förderung erhält und sich für den Kauf entschließt, diesem aber eigentlich finanziell gar nicht gewachsen ist, der kann durch einen möglichen Anstieg des Zinsniveaus später finanzielle Probleme bekommen. Zudem könnte sich die Förderung auf den Anstieg der Immobilienpreise auswirken. Gerade in den Ballungsräumen würden die Preise weiter steigen. Empfohlen wird von Experten daher, den Blick lieber auf die Senkung der Nebenkosten, wie den Kosten für den Notar oder für die Grunderwerbsteuer, zu senken und den Kauf so einfacher möglich zu machen.

Wer hätte Anspruch?

Das Baukindergeld würde Familien gezahlt werden, die mindestens ein Kind mit einem aktuellen Kindergeldanspruch haben, das bei ihnen im neuen Wohneigentum leben würde. Bei getrennten Elternpaaren hätte damit nur die Partei einen Anspruch auf das Baukindergeld, bei der sich der ständige Wohnsitz des Kindes befindet. Wenn der Anspruch auf Kindergeld erlischt, beispielsweise nach dem 25. Lebensjahr, wird auch kein Baukindergeld mehr gezahlt.

Das Baukindergeld beantragen

Bisher gibt es noch keine endgültige Entscheidung in Bezug auf das Baukindergeld, daher können Sie dieses auch noch nicht beantragen. Dennoch haben Eltern die Möglichkeit, verschiedene Förderungen in Bezug auf das Eigenheim in Anspruch zu nehmen. So werden häufig kommunale Förderungen zur Verfügung gestellt. Es lohnt sich, bei Ihnen in der Kommune nachzufragen, ob Sie mit Zuschüssen rechnen können. Die Programme variieren stark und stehen auch nicht überall zur Verfügung. Dennoch ist es nicht verkehrt, hier einmal nachzufragen.

Interessant dürfte auch ein Blick auf die Kinderzulage bei Wohn-Riester sein. Bis zu 300 Euro pro Jahr sind pro Kind möglich. Wenn Ihr Kind nach dem Jahr 2008 geboren wurde, erhalten Sie eine staatliche Förderung in Höhe von 300 Euro pro Jahr. Ist Ihr Kind vor 2008 geboren, werden jährlich 185 Euro gezahlt.

Hinweis: Die Zulage wird an das Elternteil gezahlt, das auch den Kindergeldanspruch hat und das Kind erzieht. Dies ist in den meisten Fällen die Mutter. Soll die Zulage auf das Riester-Konto des Vaters gehen, müssen beide hierfür einen Antrag stellen.


Bitte bewerten Sie diesen Beitrag: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne 3,28 von 5 Sternen - Insgesamt 50 Bewertungen
Loading...

Ähnliche Beiträge Mehr von diesem Autor

5 Kommentare

  1. Anneke M. sagt

    Wir haben 2014 ein Haus gekauft, hatten zu dem Zeitpunkt bereits 2 Kinder. Wir haben also nicht mehr von der Eigenheimzulage profitiert. Haben wir jetzt auch wieder Pech, wenn das Baukindergeld eingeführt wird, dass wir dieses auch rückwirkend nicht erhalten, weil wir ja bereits gekauft haben? Der Kredit läuft immerhin noch mindestens 25 Jahre und unsere Kinder sind mit 6 und 3 auch noch lange kindergeldberechtigt. Wir haben volle Maklercourtage, volle Notarkosten und volle Grunderwerbssteuer gezahlt…sind wir jetzt wieder die, die hinten runterfallen und UNGERECHT BEHANDELT werden, wenn es doch gerade jetzt so sehr um soziale Gerechtigkeit geht???

    1. Nebeling sagt

      Da werdet ihr nicht die einzigen sein,
      Geht uns auch nicht anders.
      Diese ganzen Programme die an und abgeschafft werden sind einzig und allein unfair.
      Und dazu noch wahlpropagander.

      Mal schauen was nach der Wahl noch von den ganzen verspechen übrig bleibt.

    2. Justus sagt

      Naja…wenn Sie damals bereits gekauft haben, hatten Sie ja das Geld zur Verfügung. Die Förderung ist dazu gedacht, diejenigen zum Kauf zu animieren, die es sich ohne diese Unterstützung nicht leisten können. Ausserdem ist es zw. 2014 und jetzt zu einem Anstieg der Immobilienpreise von teilweise 50-70% gekommen, zumindest in den Ballungsräumen. Somit haben Sie schon den Vorteil, dass Sie relativ früh investiert und damit günstiger in den Markt eingestiegen seid.
      Gerechtigkeit ist ein breiter Begriff und man sollte auch wissen, dass es KEINE Gerechtigkeit per se gibt.
      Nirgendwo…. Schließlich leben in Deutschland über 3 Mio. Kinder in Armut. Sie haben keine Wohneigentum und werden wahrscheinlich niemals welches haben. Dagegen haben Sie ein ganzen Haus! Ich könnte mir schon vorstellen, dass aus der Sicht dieser Kinder, DAS auch ungerecht ist….

  2. Vehabi Ramadan sagt

    Wie wird es wohl bei einer Anschluss Finanzierung aussehen! Greift das dann auch noch?

  3. Erich Kraft sagt

    Ich kann mich noch daran erinnern, als pro Person keine Grunderwerbsteuer für einen Erwerb erhoben wurde.
    Eingeführt wurde die GEST für alle als Ersatz für die Abschaffung der Vermögenssteuer, also zugunsten der Vermögenden.
    Heute erhöhen die Läder die GEST beliebig zu Lasten der Familien, die sich ein Eigenheim leisten wollen.
    Abgeschafft hat man auch den 7b, hätte man den Eigenheimbau nicht so benachteiligt wäre ja auch die Eigenheimquote größer, was wieder die Altersarmut verringert, ganz wichtig dabei : Jede Familie die ein Eigenheim baut macht eine Mietwohnung frei, was wiederum dem Mietenanstieg entgegenwirkt.

Diesen Beitrag kommentieren

Hinweis: Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.