Elterngeld

Elterngeld

Das Elterngeld ist eine staatliche Leistung, mit der Familien unterstützt werden sollen, die ihr Kind nach der Geburt selbst betreuen wollen und deshalb nicht oder nicht voll erwerbsfähig sind. Es soll das wegfallende Einkommen des jeweiligen Elternteils teilweise kompensieren. Man spricht von einer Einkommensersatzleistung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Elterngeld dient als finanzielle Hilfe zur Betreuung des eigenen Kindes nach der Geburt
  • Anspruch besteht, egal ob man vorher gearbeitet hat oder nicht
  • Pro Elternteil maximal 12 Monate Anspruch auf Elterngeld (z.B. Teilung 12/2 Monate)
  • Höhe des Elterngeldes: 300 bis 1.800 Euro im Monat
  • Optional: Elterngeld Plus (+ Partnerschaftsbonus)
  • Die Part­nermonate (2 Monate) sollte man nicht verschenken
  • Antragstellung erst nach der Geburt (maximal 3 Monate rückwirkend möglich)
  • Durch Steuerklassenwechsel kann man im Einzelfall mehr Elterngeld erhalten

Wer hat Anspruch auf Elterngeld?

Elterngeld gibt es für Arbeitnehmer, Beamte, Selbständige, erwerbslose Elternteile, Studierende und Auszubildende. In Ausnahmefällen wie Krankheit oder Schwerbehinderung können auch Verwandte dritten Grades (z.B. Großeltern oder Geschwister) Elterngeld erhalten (siehe Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz – BEEG). Bei getrennt lebenden Eltern kann nur der Elternteil Elterngeld beantragen, bei dem das Kind mehr als 70% der Zeit lebt. Auch Adoptiveltern oder Stiefeltern sind berechtigt, Elterngeld zu erhalten.

Einen Anspruch auf Elterngeld besteht, wenn Sie…

  • Ihre Kinder nach der Geburt selbst betreuen und erziehen
  • nicht mehr als 30 Stunden / Woche erwerbstätig sind
  • mit Ihren Kindern in einem Haushalt leben
  • Ihren Wohnsitz in Deutschland haben

Keinen Anspruch auf Elterngeld haben Paare, die im Kalenderjahr vor der Geburt Ihres Kindes gemeinsam ein zu versteuerndes Einkommen von 500.000 Euro und mehr (bei Alleinerziehenden mehr als 250.000 Euro) hatten.

4 einfache Wege zu mehr Elterngeld

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Basiselterngeld oder Elterngeld Plus?

Bis zu 14 Monate können Eltern das Basiselterngeld beantragen. Beide Elternteile können die Monate untereinander aufteilen. Je Elternteil werden mindestens 2 und maximal 12 Monate vergütet. Alleinerziehende erhalten ebenfalls 14 Monate Elterngeld.

Neben diesem „Basiselterngeld“ haben Sie auch die Möglichkeit, Elterngeld Plus zu beantragen. Es eigenet sich in erster Linie für Eltern, die während des Elterngeldbezugs in Teilzeit arbeiten wollen. Vereinfacht gesagt erhalten Sie das Elterngeld Plus über den doppelten Zeitraum in maximal halber Höhe. Wer nicht nebenbei arbeitet, streckt die Elterngeldzahlung damit nur über einen längeren Zeitraum. Profitieren können davon Eltern, die wieder in Teilzeit arbeiten wollen. Warum? Beim Basiselterngeld wird jedes steuerpflichtige Einkommen während des Elterngeldbezugs angerechnet und zwar ab dem ersten Euro. Hierbei gibt es keinen Freibetrag. Deshalb lohnt es sich nicht, arbeiten zu gehen und Basiselterngeld zu beziehen (es bleibt nach Verrechnung kaum mehr übrig, man hat weniger Zeit für die Kinder und deutlich mehr Stress). Sinnvoller ist es in solchen Fällen, Elterngeld Plus zu wählen, denn hierbei wird der Zuverdienst modifiziert angerechnet. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Artikel.

Partnerschaftsbonus beim Elterngeld Plus
Wenn sich beide Elternteile dazu entscheiden, in 4 aufeinanderfolgenden Lebensmonaten des Kindes gleichzeitig 25 bis 30 Wochenstunden zu arbeiten, erhalten Sie zusätzlich einen Partnerschaftsbonus: Sie haben dann Anspruch auf jeweils 4 weitere Monatsbeiträge Elterngeld Plus.

Idee: Kombination von Basiselterngeld, Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonus

Sie können auch alle 3 Varianten miteinander kombinieren. Dazu ein Beispiel: Die Mama nimmt 10 Monate lang Basiselterngeld in Anspruch. Danach folgen 4 Monate Elterngeld Plus. Der Papa nimmt zu dieser Zeit ebenfalls Elterngeld Plus in Anspruch. Beide können in dieser Zeit jeweils 25 – 30 Wochenstunden arbeiten und profitieren dann vom Partnerschaftsbonus: Sie erhalten beide 4 weitere Monate Elterngeld Plus. Rechnen Sie einfach mal nach, ob Sie mit diesem Modell besser wegkommen, also mit dem „normalen“ 12/2 Modell, in dem die Mama 12 Monate Basiselterngeld und der Papa 2 Monate Basiselterngeld erhält.

Alternatives Beispiel: Beide Elternteile nehmen parallel 14 Monate lang Elterngeld Plus. Auch dann profitieren beide vom Partnerschaftsbonus und erhalten jeweils 4 weitere Monate Elterngeld Plus.

In den ersten 2 Monaten nach der Geburt erhalten angestellte Mütter volles Mutterschaftsgeld. Außerdem dürfen Sie zu dieser Zeit nicht arbeiten. Die Zeit, in der Mutterschaftsleistungen gezahlt werden, gelten als Basiselterngeldmonate der Mutter. Erst ab dem 3. Monat können Sie somit Elterngeld Plus beantragen.

Das folgende Beispiel zeigt eine beliebige Kombination von Basiselterngeld, Elterngeld Plus und dem Partnerschaftsbonus:

Elterngeld Plus Beispiel 1

In diesem Beispiel bezieht die Mutter in den ersten 10 Monaten nach der Geburt Elterngeld Plus und der Vater geht vollzeit arbeiten. Im Anschluss gehen Beide parallel in Teilzeit und arbeiten zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche. Daraus ergibt sich der Partnerschaftsbonus über je 4 Monate pro Elternteil. Weitere Beispiele finden Sie hier.

Elterngeld Höhe

Die Höhe des Elterngeldes richtet sich nach dem Nettoeinkommen des jeweiligen Elternteils der letzten 12 Monate vor der Geburt des Kindes. Nicht dazu zählen die Monate der Mutterschutzfrist und Monate in denen die Mutter wegen schwangerschaftsbedingter Krankheit weniger verdient hat. Es werden dann weiter zurückliegende Monate zur Berechnung zu Grunde gelegt. Bei Selbständigen erfolgt der Nachweis über die Steuererklärung des Jahres vor der Geburt (Tipp: Mehr arbeiten kurz vor der Geburt macht daher nur Sinn, wenn das Kind im Frühjahr geboren wird). Das Elterngeld beträgt mindestens 300 Euro und maximal 1.800 Euro.

Wenn das Nettoeinkommen zwischen 1.000 und 1.200 Euro lag, erhält man 67% Elterngeld. Die Ersatzrate sinkt um 0,1% je 2 Euro Mehrverdienst (Beispiel: 1.220 Euro = 65% Elterngeld). Unter 65% sinkt es jedoch nicht (siehe § 2 Abs. 2 BEEG).

Bei einem Voreinkommen von unter 1.000 Euro steigt die Ersatzrate auf bis zu 100% an – je niedriger das Einkommen, desto höher die prozentuale Rate. Sofern Sie in den vergangen 12 Monaten keiner Erwerbtätigkeit nachgegangen sind, steht Ihnen der Mindestbetrag von 300 Euro im Monat zu. Familien mit mehreren kleinen Kindern erhalten einen Geschwisterbonus bzw. einen Mehrlingszuschlag.

Zum Elterngeldrechner

Zu beachten ist, dass das Mutter­schafts­geld und Elterngeld nicht parallel gezahlt werden. Im Mutterschutz gibt es Mutter­schafts­geld und danach erst Elterngeld. Das bedeutet, dass sie real keine 12 Monate Elterngeld erhalten, sondern nur 10 Monate, da nach der Geburt normalerweise noch 8 Wochen Mutterschutz folgen. Bei einem Frühchen ist das noch gravierender: Die Tage, die ein Kind zu früh geboren wird, werden auf den Zeitraum nach der Geburt übertragen. Wenn das Kind also 14 Tage vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt kommt, haben Sie nach der Geburt 10 Wochen Mutterschutz, in denen Sie Mutter­schafts­geld erhalten. Wenn das Kind 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt kommt, gibt es nach der Geburt 12 Wochen Schutzfrist für Frühgeborene (Frühchen-Bonus) + 6 Wochen Mutterschutz (= 18 Wochen). In diesen 18 Wochen erhält die Mutter kein Elterngeld, sondern Mutterschaftsgeld. Dieser Zeitraum wird jedoch gleichzeitig mit dem Elterngeld-Bezugszeitraum verrechnet.

Hinweis: Mehrlingsgeburten & Geschwister

Bei Mehrlingsgeburten erhöht sich das Elterngeld um 300 Euro für jedes weitere Kind. Familien mit einem älteren Kind unter 3 Jahren (oder 2 älteren Kindern unter 6 Jahren) erhalten 10% Zuschlag auf das Elterngeld, mindestens jedoch 75 Euro.

Das Elterngeld wird beim Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe und Kinderzuschlag vollständig als Einkommen angerechnet. ALG II Empfänger haben unterm Strich durch das Elterngeld keinen Vorteil.

Elterngeld beantragen

Die Beantragung muss schriftlich nach der Geburt erfolgen und jeder Elternteil kann diesen Antrag stellen. Er sollte in den ersten drei Monaten nach der Geburt bei der Elterngeldstelle des Jugendamts in Ihrem Wohnbezirk eingereicht werden, da er Rückwirkend nur für 3 Monate vor Beginn des Monats gültig ist. Anderenfalls verfallen ältere Ansprüche. Der Antrag auf Elterngeld kann bis zum Ende des Elterngeldbezugs geändert werden – allerdings nur für die Zukunft, nicht rückwirkend. Beim Elterngeld Plus können die Monate jedoch auch rückwirkend in Basiselterngeld-Monate umgewandelt werden.

Hinweis: Elterngeld ist Ländersache – es gibt daher in jedem Bundesland unterschiedliche Antragsformulare! Den Elterngeldantrag mit Anhängen können Sie hier downloaden.

Diese Unterlagen brauchen Sie für den Elterngeldantrag

  • Vollständig ausgefülltes Elterngeld-Formular
  • Geburtsbescheinigung des Kindes (Ausfertigung vom Standesamt)
  • Personalausweiskopie der Eltern
  • Einkommensnachweis (Gehaltsabrechnungen bei Angestellten; Steuerbescheid des Jahres vor der Geburt des Kindes bei Selbständigen)
  • Krankenkassenbescheinigung über das Mutterschaftsgeld
  • Bescheinigung über den Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld
  • Arbeitgeberbescheinigung über Elternzeit

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Steuerhinweis: Elterngeld und Progressionsvorbehalt

Das Elterngeld ist grundsätzlich einkommensteuerfrei und es werden darauf auch keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt. Dennoch sollte man wissen, dass es dem Progressionsvorbehalt unterliegt.

Das bedeutet, dass am Jahresende Ihr Einkommen mit dem Elterngeld zusammengerechnet wird und Sie anhand der Gesamtsumme einem Steuersatz zugeordnet werden, den Sie auf Ihr Einkommen zahlen müssen. Da das Elterngeld den Steuersatz in vielen Fällen erhöht, müssen Sie sich darauf gefasst machen, dass Sie einen Teil der Steuer nachzahlen müssen. Viele Eltern bedenken das leider nicht und erleben die Überraschung, wenn Sie die Aufforderung zur Steuernachzahlung per Post erhalten.

Wer sich komplett für das Elterngeld Plus entscheidet, streckt das Elterngeld auf die doppelte Laufzeit. Dadurch kann der Progressionseffekt des Elterngeldes und damit auch die Steuernachzahlung etwas gemildert werden. Grund: Im betreffenden Kalenderjahr wirkt nur noch die Hälfte des Elterngeldes steuersatzerhöhend bei gleichbleibenden Voraussetzungen. Wenn der Partner also ausreichend gut verdient und 2 Jahre Elternzeit geplant sind, macht Elterngeld Plus aus steuerlicher Sicht durchaus mehr Sinn.

Tipps zum Elterngeld

1) Schon vor der Geburt alles vorbereiten

Der Elterngeldantrag ist mit seinen Anhängen sehr umfangreich und nimmt einige Zeit in Anspruch. Da Sie in den ersten Wochen nach der Geburt Ihres Kindes ohnehin viel zu tun haben, ist es ratsam den Elterngeldantrag schon vor der Geburt fertig zu machen. Sie müssen dann nur noch die Geburtsurkunde hinzufügen, das Geburtsdatum des Kindes eintragen und die Bescheinigung der Krankenkasse über die Fortzahlung des Mutterschaftsgeldes nach der Geburt hinzufügen.

2) Lange Bearbeitungszeiten vermeiden

Die Bearbeitung des Elterngeldantrags wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Um die Zeit zu verkürzen, rufen Sie am besten 2 Wochen nach der Beantragung in der Elterngeldstelle an. Sie erhalten am Telefon das Aktenzeichen und den Namen des Bearbeiters (beides wichtig!). Außerdem sollten Sie erfragen, ob alle Unterlagen vollständig vorliegen. Unvollständige Anträge können auch gern mal ein paar Wochen herumliegen, bis sie weiter bearbeitet werden. Rufen Sie am besten auch regelmäßig an, um nach dem Stand zu fragen. Etwas Druck hilft dabei manchmal – denken Sie jedoch daran, freundlich zu bleiben. Am anderen Ende sitzen auch nur Menschen, die alle Anträge abarbeiten müssen.

3) Voraussetzung für Partnerschaftsbonus erfüllen

Der Partnerschaftsbonus ist sehr sinnvoll und wenn Sie ihn in Anspruch nehmen wollen, sollten Sie stets darauf achten, die Voraussetzungen zu erfüllen. Das bedeutet dass die wöchentliche Arbeitszeit tatsächlich zwischen 25 und 30 Stunden liegt und nicht unter-oder überschreitet. Wenn die Voraussetzung auch nur bei einem Elternteil missachtet wird, müssen Sie den vollen Bonus der 4 Monate für beide Elternteile zurückzahlen.

4) Mehr Elterngeld durch Steuerklassen-Wechsel

Es gibt Konstellationen, bei denen es Sinn macht, über einen Steuerklassen-Wechsel nachzudenken. Dadurch können Sie unter Umständen mehr Elterngeld erhalten. Das betrifft allerdings nur verheiratete Paare. Sie müssen diesen Wechsel auch schon mindestens 7 Monate vor Beginn des Mutterschutzes durchführen, d.h. direkt zu Beginn der Schwangerschaft. Alle Infos dazu finden Sie hier.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wie hängen Elternzeit und Elterngeld zusammen?

Häufig wird Elterngeld und Elternzeit in einen Topf geworfen, dabei handelt es sich dabei um zwei unterschiedliche Dinge, die unabhängig voneinander existieren. Häufig sind die die Zeiträume von Elternzeit und Elterngeld-Bezug identisch, das muss es jedoch nicht immer sein. Das Elterngeld steht zum Beispiel fast allen Eltern zu, egal ob sie arbeiten oder nicht – nur die Höhe ist unterschiedlich. Das Elterngeld wird außerdem bei den Elterngeldstellen beantragt. Elternzeit hingegen wird beim Arbeitgeber beantragt und steht auch nur Arbeitnehmern zu.

Haben Studenten Anspruch auf Elterngeld?

Auch Studenten haben Anspruch auf Elterngeld. Ihr Elterngeldanspruch wird nach oben genannter Formel ganz normal berechnet. Sollten Studenten über kein Einkommen verfügen, erhalten sie mit 300 Euro den Mindestsatz.

Haben auch Hausfrauen Anspruch auf Elterngeld?

Sie erhalten das Elterngeld, egal ob Sie vor der Geburt Ihres Kindes gearbeitet haben oder nicht. Entsprechend erhalten auch Hausfrauen bzw. Hausmänner Elterngeld. Da kein Einkommen vorliegt, erhalten Sie dann den Mindestsatz von 300 Euro.

Kann ich meinen Resturlaub für die Elternzeit nutzen?

Auf keinen Fall, denn dann erlischt der Anspruch auf Elterngeld. Das gibt es nämlich nur, wenn es sich tatsächlich um Einkommenseinbußen handelt. Den Urlaub daher in jedem Fall vor der Elternzeit nehmen.

Welche 12 Monate gelten genau als Bemessungszeitraum für das Elterngeld?

Als Bemessungszeitraum für das Elterngeld gelten grundsätzlich die letzten 12 Monate vor der Geburt Ihres Kindes. Sollte die Mutter jedoch Mutterschaftsgeld erhalten, so wird der Zeitraum vor der Geburt, in der Sie Mutterschaftsgeld erhält (Mutterschutz) ausgeklammert und nicht in den Bemessungszeitraum eingeschlossen.

Beispiel: Geburtstermin ist der 17.04.2017. Normalerweise würde der Bemessungszeitraum für das Elterngeld April 2016 bis März 2017 sein. Durch 6 Wochen Mutterschutzfrist verschiebt sich der Bemessungszeitraum um einen Monat nach hinten auf März 2016 bis Februar 2017.

Wird das Einkommen aus Nebenjobs in der Zeit vor der Geburt auch angerechnet?

Ja, Haupt-und Nebeneinkommen zusammen sind Grundlage für die Berechnung des Elterngeldes. Wer also in den 12 Monaten vor der Geburt noch einen zusätzlichen Nebenjob aufnimmt, erhält auch mehr Elterngeld.

Kann Basiselterngeld mit Elterngeld Plus kombiniert werden?

Sie können sich die Monate so aufteilen wie Sie mögen. Ob Sie nun 12 Monate Basiselterngeld erhalten oder zum Beispiel 8 Monate Basiselterngeld + 8 Monate Elterngeld Plus, ist völlig egal. Wenn Sie mit Ihrem Partner 4 Monate gemeinsam Elterngeld Plus beziehen, profitieren Sie jedoch vom Partnerschaftsbonus, der sehr lukrativ sein kann.

Kann ich die Elterngeldmonate nachträglich ändern?

Ja, Sie können jederzeit eine Anpassung der Elterngeldmonate vornehmen. Das gilt jedoch nur für Monate, für die noch kein Elterngeld gezahlt wurde.

Was ist die Voraussetzung für den Partnerschaftsbonus?

Um vom Partnerschaftsbonus protitieren zu können, müssen beide Elternteile während ihrer Elternzeit 4 Monate parallel Elterngeld Plus beziehen. In dieser Zeit darf jeder von ihnen nicht weniger als 25 Stunden und nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten. Maßgeblich sind die durchschnittlichen Wochenstunden im Monat.

Sind Elterngeldmonate Lebensmonate oder Kalendermonate?

Elterngeld wird immer für die Lebensmonate des Kindes gezahlt, nicht für Kalendermonate. Beispiel: Wenn Ihr Kind am 21.03. geboren wird, beginnt der erste Elterngeldmonat auch am 21.03.

Wird das Mutterschaftsgeld mit dem Elterngeld verrechnet?

Leider ja. In den ersten 8 Wochen nach der Geburt kommen viele Mütter noch in den Genuss von Mutterschaftsgeld. Dies wird jedoch vom Elterngeld abgezogen.

Kann ich für die ersten 2 Monate nach der Geburt auch Elterngeld Plus beantragen?

In den ersten 2 Monaten nach der Geburt erhalten Angestellte volles Mutterschaftsgeld. Außerdem dürfen Sie zu dieser Zeit nicht arbeiten. Sie müssen für diese Zeit Basiselterngeld beantragen. Ab Monat 3 können Sie jedoch Elterngeld Plus beantragen.

Erhalte ich auch Elterngeld, wenn ich mal länger als 30 Stunden in der Woche arbeite?

Zum Ende Ihrer Elterngeld-Zeit müssen Sie bei Teilzeitarbeit der Elterngeldstelle einen Nachweis über Ihre Arbeitszeiten in diesem Zeitraum vorliegen. Sie prüfen dann ganz genau, wie viel Sie gearbeitet haben. Wenn Sie in einzelnen Wochen die 30 Stunden überschritten haben, ist das an sich noch kein Problem. In jedem Lebensmonat des Kindes sollten jedoch die 30 Stunden durchschnittlich pro Woche im Gleichgewicht sein (120 Stunden pro Monat). Sollten Sie in einem Monat diesen Durchschnitt nicht halten können, kann es zu Rückforderungen des Elterngeldes kommen.

Gilt die 30 Stunden Grenze auch in der Ausbildung oder Studium?

Wenn Sie sich in der Ausbildung oder im Studium befinden, dürfen Sie auch mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten. Dies sind jedoch die einzigen Ausnahmen. Sollten Sie jedoch einen Nebenjob haben, müssen Sie dort zwingend die 30 Stunden Grenze einhalten.

Welchen Elterngeldanspruch hab ich, wenn ich in der Elternzeit wieder schwanger werde?

Angenommen Sie befinden sich mitten in der Elternzeit von Kind 1 und werden wieder schwanger. Sofern Sie noch vor Ende Ihrer Elternzeit in den Mutterschutz gehen, werden als Bemessungszeitraum für das Elterngeld die letzten 12 Monate vor der Geburt des 1. Kindes angesetzt, da der Zeitraum des Elterngeldbezugs nicht als Einkommenszeitraum zählt. Sie erhalten für das 2. Kind also das gleiche Elterngeld wie für das 1. Kind zzgl. des Geschwisterbonus in Höhe von 10%, mindestens jedoch 75 Euro.

Erhalte ich auch Elterngeld wenn mein Kind schon in die Kita geht?

Wenn Ihr Kind noch in der Elternzeit in die Kita geht (z.B. zur Kita Eingewöhnung), erhalten Sie trotzdem weiterhin Ihr Elterngeld. Voraussetzung bleibt, dass Sie nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten und Ihre Elternzeit weiterhin läuft.


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3 Kommentare

  1. alice pal sagt

    Hallo, ich habe mal eine Frage zum Elterngeld wenn man ALG1 bezieht. Man kann ja ALG1 und zusätzlich das Elterngeld beziehen. Die Elterngeldstelle hat für die Zeit in der ALG1 gezahlt wird den mindestsatz von 300€ berechnet. Nun hat das Arbeitsamt das alg1 eingestellt. Die wollen für die Zeit nur noch ALG1 für 15 Stunden die Woche bezahlen und nicht mehr das volle. Ist das so richtig? Kann ich mir gar nicht vorstellen. Dann hätten wir ja nur 300€ Elterngeld plus vielleicht 300 oder 400€ statt 101
    7€ ALG1. Da stimmt doch was nicht.

  2. Fusaro, Susanna sagt

    Wo kann ich den Antrag für elterngeld auf dieser Seite herunterladen? Beim Antrag für Kindergeld ging es – für das elterngeld nicht? Wie ist es, wenn man 2 Jobs hat? (ich arbeite Dienstag bis Freitag in einer Zahnarztpraxis und montags auf 400eur Basis in einer anderen Praxis) brauche ich dann zwei Formulare?
    Susanna Fusaro

    1. admin sagt

      Den Elterngeldantrag kannst du dir hier herunterladen: http://www.elterngeld.de/elterngeldantrag/ (bitte wähle dein Bundesland aus). Du brauchst nur ein Formular ausfüllen, die Nachweise über deinen Lohn müssen dann alle gesammelt in den Anhang.

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