Was kostet ein Kind?

Ein Kind zu bekommen ist eigentlich eine ziemlich emotionale Sache. Dennoch stellen sich viele werdende Eltern die Frage, ob sie sich ein Kind überhaupt leisten können. Hast du schon einmal durchgerechnet, was für Kosten eigentlich auf dich zukommen? Wahrscheinlich nicht. In diesem Artikel wollen wir uns dem Thema einmal ganz speziell widmen – eher rational als emotional, dafür wissen wir hinterher etwa, was auf uns zukommt.

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Im Jahr 2003 hat das Statistische Bundesamt ermittelt, dass ein Kind im Bundesdurchschnitt 550 Euro pro Monat kostet. Dabei ist die Verteilung ja nach Alter natürlich unterschiedlich. Wer mehr Kinder hat, profitiert davon außerdem, da dann die Ausgaben pro Kind auf 474 Euro sinken. Das kann zum Beispiel damit zusammenhängen, dass viele Anschaffungen (Erstausstattung, Kleidung, Spielzeug) nur einmal zu tätigen sind.

Die Ausgaben lassen sich wie folgt unterteilen:

Baby Erstausstattung

Die Baby Erstausstattung ist relativ teuer und erschreckt die meisten jungen Eltern. Es ist relativ schwierig hier eine genaue Aussage über die Kosten zu treffen. Man kann jedoch ein Gerichtsurteil heranziehen, bei dem ein von seinem Baby getrennt lebender Vater zur Zahlung von 1.000 Euro verpflichtet wurde (50% Anteil für die Erstausstattung). Demnach wären hier 2.000 Euro anzusetzen. Wer wirklich sparen muss und nur das Nötigste kauft, schafft es sicher auch für 1.200 – 1.500 Euro. Realistisch sind wahrscheinlich 2.000 – 5.000 Euro, je nachdem wie viel man kauft, ob gebraucht oder neu und ob man Wert auf Marken legt.

1. – 6. Lebensjahr

In diesem Lebensabschnitt geben Eltern durchschnittlich 467 Euro pro Monat für ihr Kind aus. In diesem Betrag fließen nicht nur die Ausgaben für Konsum mit ein, sondern zum Beispiel auch der gesteigerte Energie-, Gas-und Wasserverbrauch. Wer es noch nicht getan hat, sollte spätestens dann mal einen Strompreisvergleich durchführen.

7. – 12. Lebensjahr

Nun beginnt die Schulzeit und damit steigen auch die Kosten: Bücher, Kurse, Nachhilfe und Vereine kommen dazu. Gleichzeitig erhöhen sich zum Beispiel die Kosten für Sprit und Kleidung der Kinder. Eltern geben in diesem Lebensabschnitt rund 570 Euro pro Monat für ihr Kind aus. Das entspricht einer Steigerung von gut 20%.

13. – 18. Lebensjahr

Die Kinder werden älter, die Ansprüche steigen und sie werden immer teurer. In diesem Abschnitt geben Eltern rund 655 Euro im Monat für ihr Kind aus. Große Sprünge machen die Ausgaben vor allem im Bereich Kleidung, Taschengeld und Nahrungsmitteln.

Und danach?

Die Kosten belaufen sich bis zum 18. Lebensjahr auf etwa 125.000 Euro, doch da ist noch nicht Schluss: Das Kind ist mit der Schule vielleicht noch nicht fertig oder fängt gerade eine Ausbildung oder Studium an. Die Unterstützung hört für die Eltern an dieser Stelle meist nicht auf. Außerdem ist in der Rechnung oben auch keine Versicherung und Vorsorge mit bedacht – vielleicht willst du ja jeden Monat noch etwas für dein Kind zurücklegen, damit es zum 18. Lebensjahr ein prall gefülltes Konto erhält.

So lassen sich die Kosten bewältigen

Wenn du dir nun wegen der hohen Kosten Sorgen machst, gibt es 2 Punkte an denen es anzusetzen gilt: deine Ausgaben und dein Einkommen. Die Ausgaben bekommt man in den Griff, indem man sich einen genauen Überblick darüber verschafft (zum Beispiel mit einem Haushaltsbuch). So erkennt man recht einfach, welche Ausgaben überflüssig sind, welche Verträge vielleicht optimiert oder ganz gekündigt werden sollten. Einen solchen „Frühjahrsputz“ sollte man im Idealfall jedes Jahr machen. Weitere echt gute Spartipps findest du hier auf unserem Portal.

Als „Einnahmen“ deklarieren wir in diesem Fall das Elterngeld und Kindergeld, also zusätzliche staatliche Leistungen. Beim Elterngeld sind es mindestens 65% des Netto-Einkommens (zwischen 300 und 1.800 Euro pro Monat) und beim Kindergeld sind es 194 Euro im Monat für das erste, 194 Euro für das zweite, 200 für das dritte und 225 Euro für das vierte Kind (Stand: 2018). Außerdem gibt es für dich den Kinderfreibetrag, das bedeutet, dass du weniger versteuern musst.

Das ist natürlich alles eher ein Tropfen auf den heißen Stein – die Frage „Was kostet ein Kind?“ kann man nie pauschal beantworten, aber es wird dich in jedem Fall viel Geld kosten. Du bekommst dafür aber etwas zurück, was sich mit Geld nicht aufwiegen lässt: Echte und bedingungslose Liebe 🙂

Unserer Einschätzung nach sind 85% der Elterngeldanträge fehlerhaft. Die Folge: Eltern bekommen weniger Geld, weil sie ihre Möglichkeiten nicht ausschöpfen oder warten monatelang auf die Zahlung. Wie ihr beide Probleme vermeiden könnt, erfahrt ihr in unserem Elterngeld-Onlinekurs oder in einer persönlichen Elterngeldberatung.


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2 Kommentare
  1. Paul sagt

    Guter Artikel! Ich hab es für mich auch schonmal durchgerechnet und kam auf eine ähnliche Summe. Das ist natürlich bei jeder Familie unterschiedlich – jeder legt auf andere Dinge wert und gibt mehr oder weniger Geld aus.

    1. Sophie sagt

      Da fehlt aber die Kinderbetreuung. Also wenn man hier davon ausgeht dass Frau zu hause bleibt und diese nicht anfallen, kommt das hin mit den Kosten. Aber wir zahlen hier in BW bis zu 500 € pro Kind unter 3 Jahren! Dass macht bei 3 kindern im Abstand von 2 Jahren mind knappe 1000 € wenn man noch Essensgeld hinzu rechnet und dass muss man erst mal als berufstätige Frau erwirtschaften mit max 30 h/ Woche. Wenn man überhaupt so viel arbeitet mit 3 kindern. 2 Kinder kann man sich vielleicht noch leisten, wenn man 1 x pro Jahr in den Urlaub möchte Und nicht darüber nachdenken will, ob man 1x im Monat mal mit den Kindern essen gehen möchte oder ob man sich die eiskugel für alle leisten kann. Aber bei 3 kindern ist dass nicht mehr drin und man wird gezwungen nen mini job an zu nehmen oder ganz von dem Thema 3 Kinder ab zu sehen, weil man es sich schlichtweg nicht leisten kann. Da sollte der Staat viel mehr Unterstützung anbieten. Und damit meine ich nicht mehr Kindergeld, sondern kostenlose bzw. An das Einkommen angepasste Betreuungskosten. Mehrverdiener zahlen mehr, berufstätige bekommen vollzeitbetreuung günstiger angeboten als nicht berufstätige. Und der Staat springt bei Betreuungsaufällen ein. So können Millionen von Frauen auch endlich wieder oder mehr arbeiten und ihren Teil zur Gesellschaft beitragen!

      Verheiratet, 31 Jahre, Mutter von 2 Kindern , berufstätig 30h/ Woche + 8 h Nebenjob

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