35. SSW – Das Baby und seine Träume

Schon in der 35. Woche macht dein Baby ausgedehnte Ausflüge ins Traumland. Währenddessen ruht es sich nicht aus. Das Gehirn lernt so einiges auf diesen Ausflügen. Außerdem hat das Immunsystem deines Babys jetzt seine Arbeit aufgenommen und wird nach der Geburt erstmalig zum Einsatz kommen. Sollte die Geburt jetzt anstehen, wird dein Baby normal zur Welt kommen und kann selbstständig atmen.

Das Wichtigste in Kürze zur 35. SSW
Das Wichtigste in Kürze zur 35. SSW

Bilder zur 35. Schwangerschaftswoche

Dachtest du bislang, dass dein Baby noch gar nicht träumt? Forscher haben herausgefunden, dass dies doch passiert. So wird davon ausgegangen, dass dein Baby in der 35. SSW durchaus bereits sehr intensiv träumt. Besonders spannend ist auch der Fakt, dass selbst Ungeborene schon eine REM-Phase haben.

So geht es dem Baby

Die REM-Phase bezeichnet die Schlafphase, in der wir besonders intensiv träumen. Charakteristisch sind die schnellen Augenbewegungen unter den geschlossenen Lidern in dieser Traumphase, die ihr ihren Namen geben: Rapid-Eye-Movement Phase. Natürlich wirken auf dein Baby noch keine Einflüsse von außen ein. Das macht es für uns noch schwerer vorstellbarer, wie so ein Traum aussehen könnte, in dem es seine Erlebnisse verarbeitet. Doch genau das tut es. Dein Baby lernt mit jedem Tag im Bauch etwas Neues, das Gehirn wächst, die Reflexe bilden sich aus. Es sieht zum ersten Mal, hört zum ersten Mal, erst dumpfe Klänge, dann richtige Stimmen, es fühlt mit seiner Haut und seinen Gliedmaßen die Umgebung um sich herum. Für dein Baby haben diese ersten Ereignisse eine wichtige Bedeutung und so finden sie Platz in seinen Träumen.

Bisher hast du das Immunsystem deines Babys mit deinen eigenen Abwehrkräften unterstützt. Von dieser Unterstützung profitiert es noch mehrere Monate nach der Geburt, denn es bedient sich aus seinem Speicher an Abwehrstoffen aus dieser Zeit. Von nun an arbeitet das Immunsystem deines Babys selbstständig. Zur Geburt wird dein Baby über ein angeborenes und ein adaptives Immunsystem verfügen. Da es im Körper noch mit keinerlei Erregern in Kontakt kam, ist das adaptive Immunsystem dafür zuständig, Erreger kennenzulernen und entsprechende Abwehrmechanismen zu entwickeln. Da es also ohne Erfahrung startet, ist dein Baby in den ersten Jahren besonders anfällig für Infekte. Ein paar Gelegenheiten hast du noch, deinem Baby eine kleine Impfung mit auf den Weg zu geben. Sowohl bei der vaginalen Geburt, als auch beim Stillen werden mütterliche Abwehrstoffe an das Baby weitergegeben, die beispielsweise helfen, den Darm reifen zu lassen.

Dein Baby koordiniert seine Bewegungen bereits gut und nutzt sie für das Training seiner Muskeln. In den nächsten Wochen werden es wegen des Platzmangels wahrscheinlich immer weniger Tritte und Stupser in den Bauch. Wenn sich dein Baby bis jetzt noch nicht gedreht hat, kannst du es ein wenig animieren. Leuchte mit einer Taschenlampe in Höhe des Köpfchens auf den Bauch und lenke das Licht langsam nach unten. In der 35. SSW folgen Kinder dem Lichtstrahl sehr gerne und es kann sein, dass es noch zur Drehung kommt.

Die Organe deines Babys arbeiten schon fleißig. Immer mehr lagert der Darm des Babys nun das Mekonium ab. Auch Kindspech genannt, setzt sich der erste Windelinhalt nach der Geburt zusammen aus Hautzellen, Käseschmiere, Haaren und Galle. Es ist schwarz, relativ zäh und klebrig.

Wenn es in der 35. Schwangerschaftswoche zu wirkungsvollen Wehen kommt, die die Geburt einleiten, werden die Ärzte der Natur jetzt freien Lauf lassen, da dein Baby lebensfähig ist.

Die Mama in der 35. SSW

Du genießt nun in aller Ruhe den Mutterschutz und auch wenn du dir im 9. Monat das Ende der Schwangerschaft herbeisehnst, solltest du die letzten Wochen noch nutzen, um deinem Körper Entspannung zu gönnen. Verbringe nochmal Zeit mit deinem Partner und nutzt eure Zweisamkeit ein letztes Mal. Nach der Geburt wird dies längere Zeit nicht mehr möglich sein.

Inzwischen spürst du auf den Rippen einen deutlichen Druck, der vom Uterus ausgeht. Du fühlst dich rund wie eine Kugel und bist schwerfällig. Dein Gang erinnert langsam an das Watscheln einer Ente. Vergiss nicht, deine Körperhaltung zwischendurch aktiv zu korrigieren, wenn du merkst, dass du in dich zusammensackst. Die Waage zeigt bei den meisten Frauen nun rund 12 kg mehr an. Dies kann in den nächsten Wochen noch steigen.

Zu Beginn der Schwangerschaft hatte deine Gebärmutter ein Gewicht von rund 80 g. Nun in der 35. SSW wiegt sie etwa 1,5 kg.

Kreislaufbeschwerden sind in der 35. Schwangerschaftswoche keine Seltenheit und dem gestiegenen Blutvolumen geschuldet, das bei über 5 Liter liegt. Weiterhin solltest du dich ausreichend bewegen, zwischendurch die Beine hoch lagern und viel trinken. Wenn du planst zu stillen, solltest du dich ohnehin an eine sehr hohe Flüssigkeitszufuhr gewöhnen. Viele Frauen haben gerade am Anfang sehr viel Durst. Bis der Körper sich eingependelt hat, produziert er viel Milch und benötigt dafür besonders viel Wasser. Und auch später haben stillende Mütter grundsätzlich einen erhöhten Bedarf.

Wenn du niest oder lachst, kann es passieren, dass du den Urin nicht mehr richtig halten kannst und ein paar Tropfen in die Unterhose gehen. Dies hängt mit der starken Belastung des Beckenbodens zusammen. Deine Muskeln müssen ein hohes Gewicht halten. Das schaffen sie nicht immer und das Ergebnis ist eine leichte Blasenschwäche. Auch jetzt noch kann es durchaus sinnvoll sein, Beckenbodenübungen zu machen und die Muskeln auf diese Weise zu stärken. Dies ist auch für die Zeit der Rückbildung nach der Geburt hilfreich. Am besten eignen sich atmungsaktive Bio-Slipeinlagen ohne Plastik (z.B. Jessa von dm oder Cosmea von Rossmann), um die Tröpfchen aufzufangen.

Kleiner Ausflug ins Baby-Schlafland

Das Thema Schlaf beschäftigt fast alle Eltern von Babys und Kleinkindern und so manch einer rollt genervt mit den Augen, wenn er das Wort Durchschlafen hört. Obwohl Neugeborene mit rund 16-18 Stunden am Anfang sehr viel schlafen, tragen ihre Eltern oft tiefe Augenringe vom Schlafmangel. Warum? Babys schlafen einfach anders als Erwachsene. Der Tag-Nacht-Rythmus entwickelt sich erst in den ersten Lebensmonaten. Ihre Schlafphasen sind kürzer, sie wachen also häufig auf – zu jeder Tages- und Nachtzeit. Auch der Aufbau ihrer Schlafphasen unterscheidet sich von unserem. Sie befinden sich viel häufiger im traumintensiven REM-Schlaf. In dieser Phase lernt das Gehirn und die Kleinen haben noch so viel zu lernen. Kein Wunder, dass sie besonders viel von dieser Traumphase benötigen, aus der sie aber auch leichter aufwachen. Es kann sein, dass dein Baby von Anfang an viel und fest schläft. Alle Babys sind unterschiedlich. In jedem Fall ist es hilfreich, nicht mit großen Erwartungen an das Thema Schlaf heranzugehen. Versuche jetzt noch, dich auszuruhen und möglichst viel zu schlafen. Leg dich auch mittags mal hin. Das kannst du dann gleich übernehmen, wenn dein Baby geboren ist, um für die Nächste gerüstet zu sein.

Buchtipp der Elterngeld.de Redaktion: In seinem einzigartigen Werk „Kinder verstehen“ beschreibt Herbert Renz Polster, warum wir oft mit falschen Vorstellungen an das Verhalten unserer Kinder gehen. Dass Kinder in unseren Augen „schlecht schlafen, viel schreien, schlecht essen“ und uns „am Rockzipfel hängen“ sind keine Erziehungsfehler, sondern clevere evolutionäre Strategien. Diese haben kleinen Menschenbabys über Jahrhunderte das Überleben gesichert und nun möchten wir modernen Eltern plötzlich, dass unser Baby sie ganz schnell ablegt.

Videos für die 35. Schwangerschaftswoche

Hier erfahrt ihr, wie unsere werdenden Mamis Angelika und Hanna ihre 35. SSW erlebt haben.

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Infos für den Papa – Was erwartet deine Partnerin im Haushalt?

Gerade in den letzten Wochen vor der Geburt fühlen werdende Väter sich mehr und mehr gefordert und fragen sich, wie sie den Erwartungen an sie gerecht werden können. Ihre Frauen unterstützen wollen die meisten. Dennoch kommt es jetzt häufiger zu Streitigkeiten, weil genau das oft einfach nicht so klappt, wie die Liebste es sich vorstellt.

Emanzipation hin oder her, in vielen Haushalten sind es immer noch die Frauen, die einen Großteil der Hausarbeit leisten. Männer sind gerne bereit „zu helfen“ oder übernehmen bestimmte Aufgaben im Haushalt. Was alles dazugehört macht sich aber oft erst bemerkbar, wenn die Frau ausfällt. Deine hochschwangere Freundin ist jetzt einfach körperlich nicht mehr dazu in der Lage, einige Aufgaben zu erledigen. Ein häufiger Konflikt entsteht, weil Männer zwar gerne Hausarbeit übernehmen, aber vieles einfach nicht so sehen, wie ihre Freundinnen. Oft achten Frauen einfach viel mehr auf bestimmte Dinge (einen vollen Wäschekorb, rumliegende Gegenstände die weggeräumt werden müssen) und planen eher voraus (was wollen wir heute essen und was fehlt dafür im Kühlschrank), weil sie es gewohnt sind.

Wenn es euch auch so geht und es für dich schwierig ist, die Erwartungen deiner Freundin an deine Mithilfe zu erfüllen, rede ganz offen mit ihr. Sag ihr beispielsweise, dass du dir für den Anfang konkrete Ansagen wünschst, was sie erwartet. Klar wäre es aus ihrer Sicht schön, wenn du die Sachen einfach siehst. Aber du kannst eben nicht Gedanken lesen und musst dich einfach an deine neue Rolle heranarbeiten. Mit der Geburt eures Kindes müsst ihr immer wieder eure Prioritäten abstecken und in verschiedenen Bereichen Aufgaben verteilen. Daher ist es jetzt schon wichtig zu lernen, wie man seine eigenen Erwartungen und Wünsche äußert und wie man umgekehrt dem Partner entgegenkommt oder auch widerspricht, wenn diese mit dein eigenen korrelieren.

Achtung: Viele Eltern machen Fehler beim Elterngeld!

Unserer Einschätzung nach sind 85% der Elterngeldanträge fehlerhaft. Die Folge: Eltern bekommen weniger Geld, weil sie ihre Möglichkeiten nicht ausschöpfen oder warten monatelang auf die Zahlung. Wie ihr beide Probleme vermeiden könnt, erfahrt ihr in unserem Elterngeld-Onlinekurs oder in einer persönlichen Elterngeldberatung.


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