Alle Untersuchungen in der Schwangerschaft im Überblick

10 Monate lang wächst das Baby unter Ihrem Herzen und neben der Freude und Ungeduld, die Sie verspüren, stellen Sie sich natürlich auch die Frage, ob alles in Ordnung ist. Über die Wochen hinweg gibt es verschiedene Untersuchungen, die Sie in Anspruch nehmen können. Auf viele der Vorsorgeuntersuchungen haben Sie Anspruch, andere müssen selbst getragen werden und stehen Ihnen optional zur Verfügung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sie können entscheiden, welche Untersuchungen Sie in Anspruch nehmen möchten
  • Empfehlung der Krankenkassen: Teilnahme an regulären Vorsorgeuntersuchungen + den 3 großen Ultraschalluntersuchungen
  • Zahlreiche zusätzliche Angebote wie Ersttrimester-Screening zur Erkennung von Behinderungen (müssen zum Großteil selbst gezahlt werden)

Sicher: Die geregelten Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft

Der positive Schwangerschaftstest zeigt Ihnen an, dass Ihre Familie bald wachsen wird. Nun möchten Sie natürlich noch die Bestätigung von Ihrem Arzt. Auch wenn Sie am liebsten direkt nach dem positiven Test einen Termin hätten, bestellen viele Frauenärzte Sie erst zwischen der 5. SSW und der 7. SSW in die Praxis. Das hat den ganz einfachen Grund, dass sich dann bereits ein Herzschlag zeigen kann und die Anlagen erkennbar sind. Bei der Erstuntersuchung wird der Frauenarzt eine vaginale Untersuchung durchführen und ein Beratungsgespräch anbieten. Bei diesem werden Krankheiten und das allgemeine Empfinden vermerkt. Zudem erhalten Sie Informationen rund um eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft, zu Impfungen und Aktivitäten. Hier wird der Frauenarzt auch auf die anstehenden Untersuchungen hinweisen.

Grundsätzlich haben Sie auf Basis der Mutterschafts-Richtlinien einen Anspruch auf rund zehn Vorsorgeuntersuchungen. Das heißt, alle vier Wochen können Sie zum Frauenarzt gehen. Oft teilen sich auch Arzt und Hebamme diese Untersuchungen. Auf Wunsch können Sie die Vorsorge zu großen Teilen ganz durch die Hebamme durchführen lassen.

Mit dem Erreichen der 32. SSW verkürzt sich der Abstand zwischen den Untersuchungen auf zwei Wochen. Der Ablauf der normalen Vorsorgeuntersuchungen ähnelt sich stark:

  • Kontrolle vom Gewicht der werdenden Mutter
  • Überprüfung des Blutdrucks
  • Kontrolle des Urins
  • Gebärmutterbefund
  • Überprüfung der Herzaktivitäten des Kindes
  • Überprüfung der Lage des Kindes

Zusätzlich dazu werden im Vorsorgeprogramm noch Prüfungen auf Röteln, Hepatitis, HIV sowie Syphilis durchgeführt.

Ultraschall wird nicht bei jeder Vorsorgeuntersuchung durchgeführt. Insgesamt sind regulär drei große Ultraschalluntersuchungen vorgesehen. Diese finden in den folgenden Schwangerschaftswochen statt:

  • 1. Ultraschall zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche zur Überprüfung einer intakten Schwangerschaft.
  • 2. Ultraschall zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche zur Überprüfung der Entwicklung des Kindes.
  • 3. Ultraschall zwischen der 29. und 32. Schwangerschaftswoche als Abschlussuntersuchung des Kindes.

Mit dem Ultraschall soll überwacht werden, ob die Schwangerschaft ohne Komplikationen verläuft.

Tipp: Einige Ärzte bieten eine Flatrate für den Ultraschall an. Diese beinhaltet bei jeder Untersuchung einen Ultraschall sowie Bilder des Kindes. Möchten Sie also nicht jedes Mal nur auf den Ultraschall hoffen, sondern diesen auch bekommen, dann kann die Flatrate eine gute Wahl sein.

Blutuntersuchungen im Rahmen der Vorsorge

Auch Blutuntersuchungen nehmen einen wichtigen Teil bei der Vorsorge ein. Bei einigen Terminen wird Blut abgenommen. Dies ist bereits bei der ersten Untersuchung der Fall. Hier prüft der Arzt das Hämoglobin. Der rote Blutfarbstoff gibt Aufschluss über den Sauerstoff-Transport. Auch der Rhesusfaktor und die Blutgruppe werden bestimmt. Zudem wird das Blut auf mögliche Erreger untersucht, die eine Entwicklung des Kindes beeinflussen können.

Viele Ärzte empfehlen den Test auf Toxoplasmose. Dies ist eine Untersuchung, die nicht von allen Kassen übernommen wird. Eine Infektion kann dem Kind jedoch schaden. Daher ist es empfehlenswert, den Test durchführen zu lassen. Kommt es zu einer Infektion, erfolgt eine medikamentöse Therapie. Weitere Untersuchungen, die nicht von der Kasse übernommen werden, sind der Test auf eine Zytomegalie-Immunität sowie auf Ringelröteln. Ob die Tests notwendig sind, hängt von den Lebensumständen der werdenden Mutter ab. Hier lohnt ein Gespräch mit dem Arzt.

Wenn Sie die 32. SSW erreicht haben, wird der Arzt vermutlich einen Hepatitis B-Test durchführen. Über diesen lässt sich erkennen, ob Sie unter der Erkrankung leiden. Ist dies der Fall, muss Ihr Baby direkt nach der Geburt geimpft werden.

Hinweis: Zwar kein Bluttest, aber eine wichtige Untersuchung, stellt ein Abstrich auf B-Streptokokken dar. Treten diese im vaginalen oder analen Bereich auf, können sie bei der Geburt auf das Baby übergehen. Daher wird bei Betroffenen unter der Geburt Antibiotikum gereicht. Fragen Sie nach diesem Test. Sollten Sie sich für ein Geburtshaus entscheiden wollen, ist dieser Test äußerst wichtig.

Optional: Die Untersuchungen auf Erkrankungen und genetische Veränderungen

Ein Thema, das viele werdende Eltern beschäftigt, ist die Frage, ob das Baby auch wirklich gesund sein wird. Es gibt verschiedene Untersuchungen, mit denen sich schon vor der Geburt eine Erkrankung feststellen lassen kann. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass hier immer mit Wahrscheinlichkeiten gerechnet wird. Ob ein Kind wirklich krank ist und welches Ausmaß die Behinderung hat, lässt sich in der Regel erst nach der Geburt erkennen. Zu den Untersuchungen für die frühzeitige Erkennung von Erkrankungen gehören:

1. Das Ersttrimester-Screening

Dieses ist keine reguläre Untersuchung und muss in den meisten Fällen selbst getragen werden. Es wird zwischen der 12. SSW und der 14. SSW durchgeführt und ist auch als Nackenfaltenmessung bekannt. Der Frauenarzt wird die Nackentransparenz des Babys prüfen. Der Wert wird durch die Hormonuntersuchungen ß-hCG und PAPP-A ergänzt um so überprüfen zu können, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für eine Trisomie 21 ist. Durch die Kombination der Werte kann bei bis zu 92% der Kinder die mögliche Erkrankung erkannt werden.

Die Kosten sind abhängig vom Frauenarzt, bewegen sich jedoch meist im dreistelligen Bereich.

2. Der Harmony-Test

Eltern, die bei dem Ersttrimester-Screening waren und hier einen möglichen Hinweis auf eine Erkrankung bekommen haben, entscheiden sich häufig zusätzlich für den Harmony-Test. Diese Blutuntersuchung kann bereits ab der 11. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Der Test bringt die höchstmögliche Erkennungsrate für eine potentielle Erkrankung an Trisomie 21. Diese Rate liegt bei mehr als 99%.

Hinweis: Sie können auch auf das Ersttrimester-Screening verzichten und nur den Harmony-Test durchführen lassen. Auch hier sind die Kosten selbst zu tragen, wenn kein Risiko vorliegt. Die Kosten für den Harmony-Test liegen bei rund 300 Euro.

3. Die Amniozentese

Die Fruchtwasserpunktion ist eine optionale Untersuchung und ist sinnvoll bei Frauen über 35 Jahren sowie bei auffälligen Befunden aus den Ultraschalluntersuchungen und Vorbelastungen innerhalb der Familie. Über die Amniozentese lassen sich unter anderem Neuralrohrdefekte erkennen. Dies ist jedoch auch über die Feindiagnostik möglich. Da die Fruchtwasserpunktion mit hohen Risiken, wie einer Infektion oder einem Blasensprung, einhergeht, sollte sie gut überlegt werden. Die Kosten werden bei speziellen Gründen übernommen. Liegen diese Gründe nicht vor, müssen sie selbst getragen werden (rund 100 Euro).

4. Die Chorionzottenbiopsie

Hier wird Gewebe vom Mutterkuchen entnommen, um Veränderungen an der Chromosomenzahl erkennen zu können. Die Durchführung kann bereits ab der 11. Schwangerschaftswoche erfolgen. Allerdings gibt es hier ein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt. Betroffen ist rund jede 200. Schwangerschaft. Mögliche Gründe für die Untersuchung entsprechen den Gründen einer Fruchtwasserpunktion. Die Kosten werden bei Indikation übernommen und liegen bei rund 100 Euro.

5. Die Feindiagnostik

Mit speziellen Ultraschallgeräten lassen sich über die Feindiagnostik die Organlagen des Kindes sowie das Wachstum und die Entwicklung detailliert überprüfen. Die Untersuchung wird zwischen der 20. und der 22. Schwangerschaftswoche durchgeführt und wird heute von den meisten Kassen übernommen. Auch wenn so gut wie jede Schwangere die Feindiagnostik bekommt, gehört sie nicht zum regulären Vorsorgeprogramm, sondern wird normalerweise bei Auffälligkeiten durchgeführt. Sie wird auch als Organscreening bezeichnet.

Der orale Glukosetoleranztest in der Schwangerschaft

Das Auftreten einer Schwangerschaftsdiabetes kann für Mutter und Kind Folgen haben. Vor allem dann, wenn diese nicht rechtzeitig erkannt wird. Daher wird ein oraler Glukosetoleranzest durchgeführt. Der Test erfolgt zwischen der 24. und der 27. SSW und gehört inzwischen zu den Untersuchungen, die von der Kasse übernommen werden. Unterschieden wird zwischen dem kleinen und dem großen Zuckertest.

Die Prüfung der Wahrscheinlichkeit auf Präeklampsie

Einige Frauen haben ein erhöhtes Risiko, an einer Schwangerschaftsvergiftung zu erkranken. Betroffen sind vor allem Frauen mit einem hohen Übergewicht, einem Alter von mehr als 40 Jahren oder mit Diabetes mellitus. Treffen einer oder mehrere dieser Punkte zu, wird die Untersuchung auf Präeklampsie empfohlen. Dafür wird ein Ultraschall durchgeführt. Zudem sind Laborwerte zu erarbeiten. Beides in Kombination kann einen Hinweis auf das Risiko für eine Schwangerschaftsvergiftung geben. Die Kosten liegen bei rund 50 Euro für die Laboruntersuchung, die häufig selbst getragen werden müssen. Hier kann es sich lohnen, in Kontakt mit der Krankenkasse zu treten.

Das Kardiotokogramm (CTG)

Viele Frauen können es gar nicht erwarten, das erste Mal die Herztöne des Babys über das CTG zu hören. Normalerweise erfolgen diese Kontrollen ab der 34. Schwangerschaftswoche im Rahmen der normalen Vorsorge. Zum Ende der Schwangerschaft hin kann es auch zu häufigeren Überprüfungen kommen. Übertragen Sie Ihr Baby, dann müssen Sie jeden zweiten oder sogar jeden Tag zur Kontrolle der Herztöne. Dies ist eine Kassenleistung und eine freiwillige Untersuchung. Sie können die Herztöne auch von der Hebamme prüfen lassen.

Fazit: Welche Untersuchung sind nötig?

Grundsätzlich können Sie als werdende Eltern selbst entscheiden, welche der Untersuchungen in der Schwangerschaft Sie in Anspruch nehmen möchten. Die Krankenkassen empfehlen die Teilnahme an den regulären Vorsorgeuntersuchungen sowie an den drei großen Ultraschalluntersuchungen. Gerade zusätzliche Angebote, wie das Ersttrimester-Screening, sind oft eine sehr individuelle Entscheidung der Eltern, die sich nicht leicht gemacht wird. Lassen Sie sich daher ausreichend von Ihrem Arzt beraten und fragen Sie detailliert nach, wenn Ihnen etwas unklar ist, bevor Sie sich für die Untersuchungen entscheiden.

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