Tipps für einen guten Stillbeginn

Die Stillzeit ist für Eltern und Kind eine sehr magische Zeit, bei der ihr eine besondere Bindung aufbaut. Damit du einen guten Stillbeginn hast und mögliche Probleme umgehst, gibt es einige hilfreiche Tipps.

Der Start – sei offen für das neue Erlebnis

Für den Start der Stillzeit ist es ganz besonders wichtig, dass du die richtige Betreuung hast. Empfehlenswert ist es, schon bei der Suche nach einer Geburtsklinik darauf zu achten, dass es sich um ein stillfreundliches Krankenhaus handelt. Auch bei den Hebammen gibt es besonders stillfreundliche. Geh in den ersten Gesprächen mit einer potenziellen Hebamme ruhig auf dieses Thema ein und mach deutlich, dass du gerne stillen möchtest.

Unmittelbar nach der Geburt wird dir angeboten, dass du dein Baby schon anlegen kannst. So gibst du das wertvolle Kolostrum (= Erstmilch) an den Nachwuchs weiter. Zudem baust du direkt von Beginn an eine enge Bindung auf.

Häufiges Stillen hilft bei der Rückbildung. Beim Stillen werden vermehrt Hormone ausgeschüttet. Die Stillhormone Prolaktin und auch Oxytocin wirken sich positiv auf deinen Körper aus. Sie machen glücklich und fördern die Kontraktionen der Gebärmutter. Dadurch kann sich diese schneller zusammenziehen und zurückbilden.

Richtiges Anlegen – eine echte Herausforderung

Das erste Anlegen deines Babys wird wahrscheinlich noch ein wenig unbeholfen sein. Als Team arbeitet ihr euch aber zusammen durch die erste Zeit. Wichtig ist es, dass du von Beginn an darauf achtest, richtig anzulegen. Lass dich hier ruhig von deiner Hebamme unterstützen. Damit dein Baby die Brustwarze richtig fassen kann, kannst du die Brust leicht anheben. Führ dein Baby zur Brustwarze und achte darauf, dass es den Mund weit öffnet. Du kannst mit der Brustwarze langsam am Mund entlang streichen, um dein Baby auf die Brust aufmerksam zu machen.

Damit du keine Schmerzen hast, sollte dein Baby die Brustwarze komplett umfassen. Gerade bei großen Brustwarzen ist das nicht ganz einfach. Probier aus, wie es sich für dich und dein Baby am besten anfühlt. Die Lippen deines Neugeborenen sollten nach außen gestülpt sein. Schläft dein Baby an der Brust ein, kannst du vorsichtig über die Wange streichen.

Möchtest du die Brustwarze wieder lösen, kannst du einen sauberen Finger seitlich in den Mund von deinem Baby schieben. Dadurch löst du das Vakuum und kannst die Brustwarze aus dem Mund ziehen.

Lern die Hungeranzeichen kennen

Optimal ist es, wenn du dein Baby anlegst, sobald es Hungeranzeichen zeigt und nicht erst dann, wenn es weint. Du brauchst sicher ein paar Tage um zu erkennen, was dein Baby dir sagen möchte. Einige Anzeichen zeigen dir jedoch deutlich, dass es Zeit für die Brust wird. Leckt sich dein Baby über die Lippen oder macht es vernehmliche Sauggeräusche, sind das erste Anzeichen. Einige Babys strecken auch die Zunge heraus oder stecken sich die Finger in den Mund.

Hältst du dein Baby auf dem Arm, ist es möglich, dass es sein Köpfchen in Richtung Brust dreht. Liegt es auf dem Rücken, wird es bei Hunger vermutlich sein Köpfchen suchend nach links und rechts drehen.

Hast du die Vermutung, dass dein Baby Hunger hat, dann biet die Brust ruhig an. Du wirst schnell merken, wenn es wirklich trinken möchte.

Alle vier Stunden? – Wie ist das mit der Menge der Mahlzeiten?

Sicher hast du schon den einen oder anderen Tipp erhalten, dass zwischen den Mahlzeiten wenigstens vier Stunden Zeit liegen sollten. Im Krankenhaus wird meist ein Abstand von zwei Stunden empfohlen. Eines der Argumente ist häufig, dass dein Baby sonst Bauchschmerzen bekommt. Dies ist allerdings widerlegt. Bei Muttermilch handelt es sich um schnell verdauliche Milch, die nach 60 bis 90 Minuten verdaut ist. Gerade in den ersten Wochen nach der Geburt, ist der Magen deines Babys so klein, dass nur geringe Mengen an Muttermilch hineinpassen. Es ist also kaum verwunderlich, dass dein Baby häufiger an die Brust möchte.

Daher gibt es keine Empfehlung, wie viel Zeit zwischen den Mahlzeiten vergehen sollte. Da ist auch jedes Baby anders und sollte nicht in ein festgelegtes Schema gedrückt werden. Leg dein Baby ruhig nach Bedarf an. Dies fördert auch die Milchbildung und hilft deinem Körper dabei, sich an die von deinem Neugeborenen benötigte Menge an Milch anzupassen. Du wirst auch im Laufe der nächsten Monate feststellen, dass es Phasen gibt in denen dein Baby deutlich häufiger trinken will.

Gib dir Zeit – ankommen dank des Wochenbettes

Viele Frauen setzen sich stark unter Druck und dies kann sich negativ auf die Erfolge beim Stillen auswirken. Es ist ganz normal, dass dein Milcheinschuss erst nach ein paar Tagen stattfindet. Es ist auch ganz normal, dass die Milch sehr stark fließt oder beim Abpumpen gar nichts kommt. Du musst erst einmal in Ruhe ankommen und dich auf die Situation einlassen. Nutz die Babypause dafür. Die magische Zeit im Wochenbett sollte auch möglichst mit viel Ruhe im Bett verbracht werden. Hier könnt ihr euch aufeinander einspielen und einen Rhythmus beim Stillen finden.

Bei kaum einer frisch gebackenen Mama klappt alles gleich von Beginn an. Stattdessen zeigen sich hier und da kleine Probleme. Sprich ruhig über diese Probleme und hol dir Unterstützung durch die Hebamme oder eine Stillberaterin.

Tipp: Stillberaterinnen sind speziell ausgebildet und eine hervorragende Anlaufstelle, wenn du Fragen oder Probleme hast. Die Beratung ist kostenfrei. Du kannst dich beispielsweise an die La Leche Liga Deutschland oder an die Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen Bundesverband e.V. wenden.

Habe ich genug Milch? – Die Unsicherheit der ersten Wochen

Gerade am Anfang machst du dir vermutlich oft Gedanken darüber, ob du ausreichend Milch hast. Einer der häufigsten Gründe, warum Mütter davon ausgehen, dass ihr Baby nicht satt wird oder sie nicht stillen können, ist eine schlechte oder fehlende Beratung nach der Geburt. Grundsätzlich kann so gut wie jede Frau stillen. Dies ist die Theorie. In der Praxis allerdings gibt es durchaus Frauen, die aus biologischen Gründen gar keine Milch bilden. Dies ist jedoch sehr selten der Fall. Häufig wirken sich Stress, fehlende Ruhe und zu wenig Flüssigkeit negativ auf die Milchbildung aus.

In den ersten Wochen nach der Geburt wird die Hebamme dein Baby regelmäßig wiegen kommen. So ist gut erkennbar, ob du ausreichend Milch hast oder möglicherweise das Zufüttern notwendig wird.

Möchtest du selbst kontrollieren, wie viel dein Baby zunimmt, dann kannst du eine Waage aus der Apotheke leihen und es vor und nach dem Stillen wiegen. Führ ruhig ein paar Tage Buch über die Nahrungsaufnahme. Das gibt dir Sicherheit und hilft dir dabei, deinem Körper zu vertrauen.

Hilfe gegen wunde Brustwarzen und Milchstau

Auch wenn du dir viel Mühe gibst, zu Beginn alles richtig zu machen, können wunde Brustwarzen und Milchstau dennoch auftreten. Bei wunden Brustwarzen ist es wichtig, die Ursache zu finden. Meist liegt es daran, dass dein Baby nicht richtig angelegt wird. Lass dies von einer Hebamme prüfen. Verspürst du Schmerzen beim Anlegen, lös dein Baby wieder vorsichtig von der Brust und leg es erneut an. Manchmal kann es helfen, die Stillposition zu wechseln.

Behandle die wunden Brustwarzen. Lass die restliche Muttermilch auf den Brustwarzen trocknen und versuch, deine Brust möglichst häufig frei von Kleidung zu halten. Gerade im Wochenbett zu Hause darfst du ruhig auf ein Oberteil verzichten.

Wichtig: Schmerzen die Brustwarzen auch dann, wenn dein Baby gerade nicht trinkt, lass kontrollieren, ob möglicherweise ein Pilzbefall vorliegt. In diesem Fall müssen du und das Baby behandelt werden.

Milchstau macht sich durch Verhärtungen in der Brust und Schmerzen bemerkbar. Er kann sich zu einer Brustentzündung auswachsen, die zu Fieber und starken Schmerzen führt. Behandle den Milchstau daher schnell, z.B. indem du deine Brust ausstreichst. Du kannst, wenn dein Baby trinkt, einen warmen Lappen auf die betroffene Stelle legen und diese sanft massieren. Nach dem Stillen solltest du die Brust kühlen. Das funktioniert gut mit Quark oder mit Kohlblättern. Prüf nach, ob du einen weißen Punkt auf der Brustwarze hast. In diesem Fall kann dies auf einen verstopften Milchkanal hindeuten. Öffne den weißen Punkt vorsichtig mit einer sterilen Nadel und desinfiziere diese anschließend gleich. Leg nun dein Baby an, damit es die gestaute Milch abtrinken kann.

Die richtige Stillposition finden

Du hast ganz unterschiedliche Möglichkeiten, dein Baby zu stillen. Wichtig ist, dass du und dein Baby sich gut mit der ausgewählten Position fühlen:

1. Die Wiegehaltung

Der Klassiker ist die Wiegehaltung. Hier liegt dein Baby in deinem Arm, der Arm wird abgestützt und das Neugeborene kann die Brust so sehr gut erreichen. Die Nasenspitze deines Babys sollte dabei auf deine Brust zeigen.

2. Die Kreuzhaltung

Bei der Kreuzhaltung sind die Beine deines Babys unter deinem Arm entlang nach hinten gelegt. Du hältst den Körper mit dem Unterarm fest und stützt den Kopf deines Kindes. Dabei trinkt es von der Brust, die dem Arm gegenüberliegt, mit dem du dein Baby hältst. Dies ist eine sehr gute Position für die Anfangszeit.

3. Die Rückenhaltung

Sie ist ähnlich wie die Kreuzhaltung. Allerdings trinkt dein Baby hier direkt an der Seite, an der es auch unter deinem Arm liegt. Auch so kannst du dein Baby sehr gut halten.

4. Die Seitenlage

In der Seitenlage liegst du bequem auf der Seite. Dein Neugeborenes legst du neben dich. Dreh es auf die Seite und stütz den Rücken, beispielsweise mit einem zusammengerollten Spucktuch. Nun kann es im Liegen von deiner Brust trinken. Meist bereitet diese Position zu Beginn noch Schwierigkeiten. Gerade in der Nacht ist sie jedoch für Mama und Kind sehr entspannend.

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