Warum du eine Rechtsschutzversicherung in der Elternzeit abschließen solltest

Eine Rechtsschutzversicherung schon früh in der Elternzeit abzuschließen ist eine sinnvolle Sache. Denn wenn Mama oder Papa wieder ins Berufsleben einsteigen wollen, gibt es oft ungeahnte Probleme mit dem Arbeitgeber. Manche lassen sich lösen, andere landen vor Gericht. Wir erklären, warum eine Berufsrechtsschutzversicherung in solchen Fällen bares Geld wert ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Berufsrechtsschutzversicherung schützt bei Problemen mit dem Arbeitgeber beim Wiedereinstieg ins Arbeitsleben.
  • Für anwaltliche Beratung, außergerichtliche Vergleiche und Prozesse vor dem Arbeitsgericht fallen teils hohe Gebühren an.
  • Berufs-Rechtsschutzversicherungen gibt es schon ab etwa 15-20 Euro im Monat.
  • Nutze den Anbietervergleich

Rechtsschutzversicherung in der Elternzeit – wofür sie gut ist

Es könnte alles so schön sein. Ein Paar beschließt, ein Kind zu bekommen. Die Frau wird schwanger. Nach 3 Monaten teilt sie es ihrem Arbeitgeber und den Kollegen mit. Alle freuen sich mit ihr. Das Kind wird geboren und nach einem Jahr Elternzeit steigt sie wieder in Teilzeit an ihrem alten Arbeitsplatz ein.

Die Realität zeigt, dass es in mindestens einem von vier Fällen nicht so läuft.

  • Denn entweder gibt es den „alten“ Arbeitsplatz schon in der Elternzeit nicht mehr. Der Chef versucht die Mutter entweder in einen neuen Bereich zu schieben, der ihr nicht behagt, oder sie per Abfindung aus dem Unternehmen zu befördern.
  • Oder ihr flattert nach dem Ende der Elternzeit direkt die Kündigung ins Haus. Denn nur in der Elternzeit war sie davor geschützt.
  • Oder aber ihr wird eine Arbeit in Teilzeit verwehrt. Vollzeit kann oder will sie aber noch nicht arbeiten.

Arbeitsgericht statt Wiedereinstieg

In allen diesen Fällen ist kompetenter Rat nötig und mitunter der Gang vor das Arbeitsgericht fällig. Dort gilt aber, dass selbst wenn die Klage zugunsten des Arbeitnehmers ausfällt, die Anwaltskosten nicht vom „Verlierer“ übernommen werden. Damit soll vermieden werden, dass der Arbeitnehmer den Rechtsbeistand des Arbeitgebers zahlen muss, wenn gegen ihn entschieden wird. Lediglich die Gerichtskosten muss in erster Instanz der Verlierer tragen. Erst ab der zweiten Instanz (Berufung) übernimmt der Verlierer alle Kosten des Verfahrens.

Viele Arbeitnehmer scheuen deshalb den Gang vor das Arbeitsgericht. Schon allein die Rechtsberatung bei einem auf Arbeitsrecht spezialisierten Rechtsanwalt kann ordentlich zu Buche schlagen. Auch eine Mediation oder ein Vergleich vor oder während eines Gerichtsverfahrens zieht einiges an Anwaltskosten nach sich. Kommt es zum Gerichtsurteil, kommen noch Prozesskosten (Gerichtskosten) hinzu.

Meist bedingt der Streitwert auf Grundlage des Bruttogehaltes (3-faches Bruttomonatsgehalt) die Höhe der Anwalts- und Gerichtsgebühren. Allein bei einem Vergleich fallen bei einem unterdurchschnittlichen Gehalt Kosten von etwa 2.000 Euro an. Ein Gerichtsverfahren in erster Instanz kostet bei einem Durchschnittsgehalt von 3.000 Euro um die 4.000 Euro und in zweiter Instanz sogar etwa 8.000 Euro. Das ist gerade nach den Lohneinbußen der Elternzeit ein Riesenbatzen Geld.

Rechenbeispiel

Wenn du vor einem Jahr eine Rechtsschutzversicherung (Berufsrecht) mit 200 Euro Selbstbeteiligung abgeschlossen hast, die 20 Euro im Monat kostet, sparst du beim oben genannten Beispiel 1.560 Euro, also etwa 78% der Kosten.

12 Monate x 20 Euro Beitrag = 240 Euro
240 Euro Beitrag + 200 Euro Selbstbeteiligung = 440 Euro
2.000 Euro Gebühren – 440 Euro = 1.560 Euro

Wenn es beim Wiedereinstieg keine Probleme gibt, hast du schlimmstenfalls 240 Euro in deine finanzielle Sicherheit investiert. Aber wer weiß, vielleicht möchtest du noch mehr Kinder und irgendwann spielt auch dein Arbeitgeber nicht mehr mit. Außerdem deckt die Versicherung – je nach Art der Versicherung – weitere Schadenfälle ab. Vielleicht musst du einen Kitaplatz einklagen.

Einige Versicherungen belohnen Kunden mit einem Rabatt bei Schadensfreiheit. Das heißt, wenn du ein paar Jahre gezahlt hast, ohne die Versicherung genutzt zu haben, vermindert sich dein Selbstbeteiligung oder du erhältst einen Bonus.

Rechtsschutzversicherung ist nicht gleich Rechtsschutzversicherung

DIE eine Rechtsschutzversicherung gibt es nicht. Denn neben dem Beruf und dem Privaten, können auch andere Bereiche, wie Verkehr, Mietverhältnis oder Vermietung über eine Rechtsschutzversicherung abgedeckt werden.

Die Rechtsschutzversicherung, die bei Problemen mit dem Arbeitgeber in Frage kommt, wird als Berufsrechtsschutzversicherung oder auch Arbeitsrechtsschutzversicherung bezeichnet. Sie kann meist nur zusammen mit einer Privatrechtsschutzversicherung abgeschlossen werden. Auch Pakete zusammen mit Verkehrsrechtsschutz und sogar Mieterrechtsschutz werden angeboten. Oft werden diese Pakete auch als Familienrechtsschutz bezeichnet.

Diese Kosten werden von der Berufsrechtsschutzversicherung abgedeckt

Die Berufsrechtsschutzversicherung übernimmt im Regelfall folgende Kosten:

  • die eigenen Anwaltskosten
  • ggf. Mediationskosten
  • die Gerichtsgebühren
  • ab zweiter Instanz auch die Kosten des gegnerischen Anwalts, wenn der Fall verloren wird

Vorsicht: Manche Versicherungen übernehmen bei Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber lediglich alle Kosten, die sich aus einer Mediation ergeben. Lehnst du diese ab, werden die weiteren Prozesskosten nicht übernommen. Schau also genau hin!

Das kostet eine Berufsrechtsschutzversicherung

  • Eine Berufsrechtsschutzversicherung gibt es momentan nur im Paket mit einer Privatrechtsschutzversicherung. Sie kostet etwa 15-25 Euro im Monat.
  • Kommt noch das Verkehrsrecht dazu, fallen etwa 20-30 Euro im Monat an.
  • Im Paket mit Verkehrs- und Mietrecht, muss man mit etwa 25-35 Euro im Monat rechnen.

Für die einfachste Variante kommen also mindestens 180 Euro im Jahr zusammen. Das ist jedoch nichts verglichen mit den Kosten, die du ohne Versicherung im Ernstfall selbst tragen müsstest.

Wenn du Rechtsschutzversicherungen vergleichst, achte auf diese Punkte:

  • Deckungssumme:
    Mindestens 300.000 sind empfohlen.
  • Selbstbeteiligung:
    Liegt sie zu hoch, musst du Beratungen und einfache Anwaltsbriefe meist selbst tragen.
  • Wartezeit:
    Wenn du die Versicherung früh in der Elternzeit abschließt, ist eine Wartezeit von 6 Monaten kaum ein Problem. Je länger du wartest, desto kürzer sollte die Wartezeit jedoch sein. Wenn Probleme mit dem Arbeitgeber schon innerhalb der Wartezeit auftauchen, greift deine Versicherung nicht.
  • Zusätzliche Leistungen:
    Einige Versicherungen bieten z.B. kostenlose Erstberatungen an oder Treueboni an.

Unverbindlicher Anbietervergleich

Du kannst jetzt ganz einfach Angebote miteinander vergleichen. Der Service ist absolut unverbindlich und kostenfrei.

Beim Partner mitversichert?

Bevor du eine Versicherung abschließt, stell sicher, dass dein Partner nicht bereits eine hat. Denn die meisten Anbieter versichern auch Kinder und Partner gleich mit. Auch bestehende Rechtsschutzversicherungen könnten das Berufsrecht bereits als Baustein enthalten.

Fazit

Eine Rechtsschutzversicherung in der Elternzeit abzuschließen ist kein Muss, aber durchaus sinnvoll, wenn du planst, nach der Elternzeit wieder an deinen alten Arbeitsplatz zurückzukehren. Denn die Kosten anwaltlicher Beratung und des Rechtsbeistands vor dem Arbeitsgericht sind z.B. im Falle einer Kündigung viel höher als die Versicherungsbeiträge nebst Selbstbeteiligung.

Haben wir etwas Wichtiges zum Thema Rechtsschutzversicherung in der Elternzeit vergessen? Schreib uns gern einen Kommentar!

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