Koffein & Kaffee in der Schwangerschaft: Wie viel ist erlaubt?

Sobald Sie durch den Frauenarzt die Bestätigung zu Ihrer Schwangerschaft erhalten, wird dieser Sie im Bereich der Ernährung auf einige Punkte hinweisen. Auch Koffein ist ein Thema. Viele werdende Mütter sind unsicher, ob Kaffee ihrem Baby schadet und ob sie nun gänzlich verzichten müssen. Erfahren Sie hier, wie es tatsächlich ist und welche Wirkung Koffein auf das Baby hat.

Koffein – stimulierender Stoff in Kaffee & Co.

Oft wird vor allem in Bezug auf Kaffee die Frage gestellt, ob dieser in der Schwangerschaft noch getrunken werden darf. Dabei ist Koffein nicht nur in dem geliebten Getränk zu finden. Auch in einigen Soft-Getränken, wie in Cola, sowie in Tee und Energy Drinks sorgt Koffein für den Wach-Kick. Vielleicht gehören Sie zu den Menschen, die am Morgen erst einmal einen Kaffee brauchen und ohne gar nicht in Schwung kommen. Es ist verständlich, dass Sie sich Gedanken darüber machen, wie dies nun in der Schwangerschaft funktionieren soll.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), hat sich dem Thema angenommen und verweist darauf, dass eine Menge von mehr als 300 mg Koffein pro Tag nicht überschritten werden sollte. Eine tägliche Aufnahme unter 300 mg wird als unbedenklich eingestuft.

Die mögliche Wirkung von Koffein auf den Fötus

Interessant ist für Sie aber natürlich zu wissen, wie sich der Konsum von Koffein auf das Baby auswirken kann. Ebenso wie Sauerstoff wird Koffein über die Plazenta zum Fötus übertragen. Während Sauerstoff jedoch lebenswichtig ist, kann Koffein den kleinen Körper belasten. Ihr Baby ist noch nicht in der Lage, die Substanz abzubauen. Dies hängt damit zusammen, dass sich im Körper Ihres Babys noch keine passenden Enzyme befinden. Stattdessen reichert das Koffein das Hirngewebe an.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Auswirkung auf die Plazenta. Die Durchblutung dieser kann negativ beeinträchtigt werden, wenn Sie Ihrem Körper Koffein zuführen. In Norwegen wurde zu diesem Thema eine Studie (Sengpiel et al. 2013) durchgeführt. Mit 60.000 Teilnehmerinnen wurde geprüft, wie sich der Kaffeekonsum auf das Baby auswirken kann. Dafür wurden die schwangeren Teilnehmerinnen nach ihrem täglichen Konsum befragt. Nach der Geburt gab es noch eine Überprüfung vom Geburtsgewicht der Säuglinge. Die Studie hat ergeben, dass ein erhöhter Kaffeekonsum das Wachstum des Babys beeinträchtigen kann. Dies hat vor allem dann einen Einfluss auf Ihr Baby, wenn es zu einer Frühgeburt kommt. In der Studie wurde jedoch kein Zusammenhang zwischen dem Konsum von Koffein und einer erhöhten Gefahr für eine Frühgeburt gefunden. Gleiches gilt für Komplikationen und Fehlgeburten.

Bei einem täglichen Konsum von 100 mg Koffein pro Tag, hatten die Kinder der Teilnehmerinnen ein reduziertes Geburtsgewicht zwischen durchschnittlich 20 bis 30 g.

Wie viel Koffein ist in meinem Getränk?

Auch wenn Sie nun den Richtwert kennen, ist es dennoch schwierig einzuschätzen, wie viel Koffein Sie zu sich nehmen. Hilfreich die nachfolgenden Richtwerte. Diese geben Ihnen einen Hinweis darauf, welche Getränke oder Lebensmittel unbedenklich sind und wo ein hoher Koffeinanteil enthalten ist:

  • Eine Tasse Filterkaffee enthält 140 mg Koffein
  • Eine Tasse Instantkaffee enthält 100 mg Koffein
  • Eine Tasse schwarzer Tee enthält 75 mg Koffein
  • Eine Tasse grüner Tee enthält 50 mg Koffein
  • Eine Dose Cola enthält 40 mg Koffein
  • Eine Dose Energy-Drink enthält 80 mg Koffein
  • Ein Riegel klassische Schokolade enthält 50 mg Koffein

Dies sind Richtwerte die, je nach Menge und Hersteller, durchaus noch variieren können. Sind Sie unsicher, wie hoch der Koffeingehalt von Ihrem Kaffee ist, können Sie den Konsum nach und nach reduzieren und auf Alternativen ausweichen.

Koffein reduzieren – so gewöhnen Sie sich den Konsum ab

Oft brauchen sich werdende Mütter gar keine Gedanken darüber machen, wie sie gegen ihren Koffeinkonsum vorgehen. Viele Frauen berichten davon, dass Ihnen von Beginn der Schwangerschaft an schon beim Geruch von Kaffee übel wird. Durch die Hormonumstellung kann sich der persönliche Geschmack ändern. Ist dies nicht der Fall, dann können Sie mit kleinen Tricks den Konsum verringern:

  1. Genießen Sie gerne einen Tee mit Koffein, lassen Sie den Teebeutel einfach nicht so lange drin. Haben Sie den Tee sonst immer fünf Minuten ziehen lassen, entfernen Sie den Beutel schon nach einer Minute. Damit reduziert sich der Gehalt an Koffein um mehr als 40%.
  2. Wechseln Sie beim Kaffee von Ihrem Filterkaffee auf einen Instantkaffee. Zudem können Sie die Menge an Kaffee pro Tasse reduzieren und dadurch den Koffeingehalt senken.
  3. Setzen Sie auf koffeinfreie Alternativen. Sowohl Cola als auch Tee oder Kaffee gibt es ohne Koffein. Unterschiede beim Geschmack sind nur minimal. Ersetzen Sie Ihren Kaffee oder Tee doch einfach langsam durch die Alternativen und schwächen Sie auf diese Weise den Entzug ab.

Tipp:

Bei den koffeinfreien Varianten greift sehr oft sogar der Placebo-Effekt. Für viele Menschen ist die Tasse Kaffee zu einem Ritual geworden. Ersetzen Sie Ihren Kaffee durch eine koffeinfreie Lösung, bleibt das Ritual bestehen und Ihr Körper muss sich nicht umstellen.

Haben Sie noch weitere Fragen zum Thema Koffein & Kaffee in der Schwangerschaft? Schreiben Sie uns einen Kommentar oder diskutieren Sie mit in unserer Facebook-Gruppe für Schwangere & Mamis!


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