Was bei der Kinderarzt-Suche wichtig ist

Ein guter Kinderarzt ist Gold wert. Aber was genau macht einen Kinderarzt „gut“? Und was muss ich bei der Suche nach der passenden Kinderarzt-Praxis beachten? Dieser Artikel beantwortet deine Fragen und gibt Tipps, wie du den richtigen Kinderarzt für dein Kind findest.

Beginne frühzeitig mit der Kinderarzt-Suche!

Gleich vorweg: wenn du in einem Ballungsgebiet wohnst und dir ein guter Kinderarzt wichtig ist, beginne am besten schon nach dem ersten Trimester der Schwangerschaft mit der Suche. Denn gerade die gefragten Kinderärzte haben einen Aufnahmestopp für neue Patienten und nehmen höchstens noch Geschwisterkinder in ihre Kartei auf. Sei also nicht enttäuscht, falls dich der Arzt deiner Wahl erst einmal ablehnt. Es ist gut möglich, dass dein Baby durch regelmäßiges Nachfragen irgendwann doch aufgenommen wird und den Kinderarzt wechseln kann.

Wenn du eine Hausgeburt oder eine ambulante Geburt planst, ist es umso wichtiger, einen Kinderarzt zu finden, der neben der üblichen U3 Untersuchung auch die U2 vornehmen kann. Denn diese findet normalerweise etwa 2-3 Tage nach der Geburt im Krankenhaus statt. Nicht jeder Kinderarzt führt sie in seiner Praxis durch.

Die Anfahrtszeit ist wichtig

Du willst lieber einen tollen Kinderarzt am anderen Ende der Stadt als einen „normalen“ um die Ecke? Klar, jeder setzt seine Prioritäten anders. Aber spätestens wenn das Baby auf der Welt ist, wirst du feststellen, dass jeder längere Weg ziemlich anstrengend sein kann. Das gilt erst recht, wenn das Baby krank ist. Also sollte es zumindest für Notfälle eine Alternative in der Nähe geben, die du zu Fuß, ohne viel Umsteigen mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zumindest mit dem Auto gut erreichen kannst.

Manche Kinderärzte bieten auch Hausbesuche an. Dafür darf die Anfahrt jedoch ebenfalls nicht zu lang sein. Klär am besten vorher ab, ob es diesen Service bei deinem Wunscharzt gibt.

Sobald dein Kind etwas größer ist, kann es bei akuten Erkrankungen manchmal auch bei deinem Hausarzt mitbehandelt werden. Viele Eltern nutzen das, wenn es zum Beispiel nur um eine Krankschreibung geht. Kompliziertere Fälle sollten aber immer einem Kinderarzt vorgestellt werden, da Hausärzten schlichtweg die Spezialisierung fehlt.

Ein guter Arzt punktet mit Empathie, Kompetenz und Beratung

Der perfekte Kinderarzt ist nicht nur erfahren und fachlich auf dem neuesten Stand, er nimmt Eltern und ihre Sorgen auch ernst, selbst dann, wenn sie unbegründet sind. Gerade zu Anfang wirst du dir über viele Kleinigkeiten und jeden Schnupfen Gedanken machen. Da hilft es sehr, wenn sich der Arzt Zeit nimmt, um dir zuzuhören und dich zu beraten. Du solltest das Gefühl haben, ihm vertrauen zu können.

Auch wie er mit deinem Kind umgeht, ist wichtig. Wenn er es als eigenständige kleine Persönlichkeit wahrnimmt, es zum Beispiel begrüßt und empathisch auf Gefühlsregungen reagiert, hast du den richtigen gefunden. Wenn aber Routine, Abgeklärtheit und Zeitdruck vorherrschen, nimm lieber Reißaus. Das gilt auch, wenn dir der Arzt selbst unsympathisch ist. Denn deine Ablehnung wird sich auch auf dein Kind übertragen. Gerade die großen Untersuchungen klappen aber erst so richtig, wenn alle Beteiligten entspannt sind.

Wenn du ein eher kritischer Zeitgenosse bist, was die Schulmedizin angeht, kann es hilfreich sein, wenn der Kinderarzt zumindest offen auf alternative Behandlungswege reagiert. Er muss deine Philosophie nicht unbedingt teilen (manchmal ist es eben doch der Mittelweg), verteufeln sollte er sie aber auch nicht.

Wie steht es mit Öffnungszeiten, telefonischer Erreichbarkeit und Wartezeiten?

Kinder werden meist dann krank, wenn es gerade so gar nicht passt. Nämlich am Nachmittag und kurz vor dem Wochenende. Da hilft es sehr, wenn der Kinderarzt öfter als dreimal in der Woche für einen halben Tag geöffnet hat oder zumindest telefonisch erreichbar ist. Das lässt sich am besten in Gemeinschaftspraxen umsetzen. Dann ist jedoch nicht garantiert, dass du immer beim selben Kinderarzt landest. Wenn nur ein Arzt die Praxis führt, ist es wichtig zu erfragen, wer die Vertretung übernimmt, wenn der Arzt im Urlaub, auf einem Seminar oder selbst krank ist.

Apropos Erreichbarkeit, wegen des großen Andrangs sind einige Kinderarztpraxen dazu übergegangen, auch während der Öffnungszeiten einfach nicht ans Telefon zu gehen. Das ist vor allem dann unschön, wenn du eine dringende Frage hast, einen kurzfristigen Termin brauchst oder einen Termin absagen musst. Ob deine Wunschpraxis dies so handhabt, findest du am besten am Telefon heraus. Auch am Ton der Arzthelfer lässt sich schon einiges über die Organisation der Praxis ablesen.

Spätestens, wenn du einen Arzttermin vereinbart hast, wirst du wissen, wie gut die Abläufe in der Praxis funktionieren. Denn wenn du mit Baby trotz Termins lange warten musst, sollte das eher eine Ausnahme statt die Regel sein.

Die Gestaltung der Kinderarzt-Praxis ist ein Plus

Damit sich dein Kind später nicht langweilt, haben viele Kinderarztpraxen Spielecken eingerichtet. Das ist lobenswert, aber sicher nicht das Wichtigste. Und nur nebenbei, vor allem am geteilten Spielzeug in Arztpraxen fangen sich die Kleinen gleich wieder einen neuen Infekt ein.

Viel wichtiger ist, dass es einen Raum gibt, in den du dich mit deinem Neugeborenen zurück ziehen kannst, wenn ihr nur zur U-Untersuchung oder zum Impfen da seid. Denn schließlich soll sich dein Säugling ja nicht mit einer der vielen Kleinkinder-Seuchen anstecken.

Wie finde ich einen guten Kinderarzt?

Bevor du mit der Suche beginnst, solltest du dir darüber klarwerden, welche Kriterien dir persönlich besonders wichtig sind. Es kann zwar sein, dass sich deine Prioritäten noch ändern, aber es wird dir helfen, Empfehlungen anderer besser einschätzen zu können.

1. Nachfragen lohnt sich

Die meisten Schwangeren fahren ganz gut, wenn sie sich bei befreundeten Eltern oder bei der Hebamme frühzeitig Empfehlungen für gute Kinderärzte holen. Es kann aber durchaus passieren, dass die empfohlene Praxis keine Patienten mehr aufnimmt. Du brauchst also unbedingt Alternativen.

2. Das Internet nutzen

Bei der Suche nach Kinderärzten hilft das Internet gut weiter. Am besten nutzt du zuerst die Umkreissuche bei Google Maps, indem du zum Beispiel nach „Kinderarzt Berlin“ suchst. Dort siehst du auch gleich Bewertungen, selbst wenn diese immer mit etwas Vorsicht zu genießen sind. Suchportale wie Jameda sind ebenfalls geeignet, auch wenn die örtliche Eingrenzung in Großstädten eher schwierig ist.

3. Zum Telefon greifen

Sobald du eine Auswahl an Arztpraxen hast, rufst du am besten eine nach der anderen an und erkundigst dich, ob sie noch Patienten aufnehmen. Das heißt, wenn du überhaupt durchkommst. Nimmt niemand ab oder landest du stundenlang in der Warteschleife, ist das kein gutes Zeichen. Hast du dann eine Arzthelferin am Apparat, wird dir ihr Tonfall ebenfalls viel über das Betriebsklima in der Praxis und den Umgang mit Eltern und den kleinen Patienten verraten.

4. Persönlich vorbei schauen

Der nächste Schritt ist nun, in der Arztpraxis deiner Wahl einen Termin für ein kurzes Kennenlernen mit dem Kinderarzt zu vereinbaren. Denn nur so kannst du dein Bauchgefühl in vollem Umfang nutzen. Es kann natürlich sein, dass sich die Arztpraxis aus Zeitmangel vor der Geburt nicht darauf einlässt. In diesem Fall kannst du auch die erste U-Untersuchung – meist die U3 – dort durchführen lassen und dich dann immer noch für oder gegen diesen Arzt entscheiden. Lass dich aber schon vorsichtshalber gleich in die Kartei aufnehmen.

5. Checkliste für die Suche benutzen

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat einen kurzen Fragebogen verfasst, der dir helfen kann, den für euch richtigen Kinderarzt zu finden. Er eignet sich für alle Altersgruppen.

Vorbereitung auf den ersten Besuch beim Kinderarzt

Schreib deine Fragen vorher auf

Bestimmt hast du am Anfang viele, viele Fragen, die du dem Arzt stellen willst. Und ganz bestimmt hast du mindestens die Hälfte davon vergessen, wenn du dann mit deinem Baby vor ihm sitzt. Deshalb ist es gut, wenn du dir alles Wichtige notierst, sobald es dir zuhause durch den Kopf geht.

Vergiss wichtige Dokumente nicht

Bei der ersten Untersuchung sind Mutterpass und Kinderuntersuchungsheft die beiden wichtigsten Dokumente. Wenn du schon eine Krankenversicherungskarte hast, muss diese ebenfalls vorgelegt werden. Manchmal gibt dir auch das Krankenhaus einen Arztbrief mit, den du dem Kinderarzt vorlegen sollst. Sobald dein Kind das erste Mal geimpft wurde, bekommst du einen Impfpass. Diesen solltest du von nun an jedes mal mitnehmen, vor allem dann, wenn du zwischendurch den Arzt gewechselt hast. Nicht zuletzt darf auch der Zettel mit deinen Fragen nicht fehlen.

Bring dir Unterstützung mit

Gerade beim ersten Mal ist die Nervosität oft groß. Die Folge ist, dass du vergisst, für dich wichtige Dinge zu erfragen. Hier hilft es, wenn du jemanden dabei hast, der für dich mithört und dich erinnert. Um selbst ruhiger zu werden, reicht es auch oft schon, wenn die Begleitperson Wickeltasche, Handtasche, Jacken etc. trägt, damit du Hände und Kopf für dein Baby frei hast.

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