Eileiterschwangerschaft: Anzeichen, Gefahren & Behandlung

Hast du entdeckt, dass du schwanger bist und fragst dich, ob alles in Ordnung ist, weil du Probleme hast? Oder hat dir der Arzt eine Eileiterschwangerschaft bestätigt? Wir erklären, wie man eine Eileiterschwangerschaft erkennt, wie sie behandelt wird und wo die Gründe dafür liegen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Eileiterschwangerschaft trifft 1-2 von 100 Frauen.
  • Oft sind durch Infektionen verklebte Eileiter schuld.
  • Im frühen Stadium geht die Eileiterschwangerschaft oft unbemerkt wieder ab.
  • Die Symptome sind zu Anfang dieselben wie bei einer normalen Schwangerschaft.
  • Wie lang sie unbemerkt bleiben kann, hängt vom genauen Ort der Einnistung ab.
  • Im weiteren Verlauf kommt es zu Kreislaufproblemen, Schmerzen und Blutungen.
  • Je weiter sie fortschreitet, desto gefährlicher wird es. Deshalb schnell zum Arzt!
  • Eine Eileiterschwangerschaft muss immer! abgebrochen werden.

Was ist eine Eileiterschwangerschaft?

Bei einer Eileiterschwangerschaft nistet sich das befruchtete Ei nicht wie gewünscht in der Gebärmutter- sondern schon in der Eileiterschleimhaut ein. Hier wird es zwar nicht so gut versorgt wie im Uterus, dennoch kann die Schwangerschaft auch außerhalb der Gebärmutter noch einige Wochen weiter fortschreiten, bis das Embryo eine kritische Größe erreicht hat. Dies führt entweder zum natürlichen Abgang oder zum Platzen des Eileiters. Letztes ist die am meisten gefürchtete Komplikation dieser Schwangerschaftsform. Sie ist der Grund, warum du unbedingt nach Bekanntwerden der Schwangerschaft zum Frauenarzt solltest, damit er eine Eileiterschwangerschaft ausschließen kann.

Bei 1 bis 2 von 100 schwangeren Frauen wird eine Eileiterschwangerschaft festgestellt. Sie ist also gar nicht so selten. Was früher häufig zum Tod führte, kann heute – rechtzeitig diagnostiziert – in den allermeisten Fällen gut behandelt werden.

Mögliche Gründe für eine Eileiterschwangerschaft

Meist entsteht eine Eileiterschwangerschaft, weil es das befruchtete Ei nicht durch den Eileiter schafft. Einige Faktoren können die Durchlässigkeit der Eileiter verringern. Meist sind Infektionen und andere entzündliche Prozesse schuld. Nicht alle Risikofaktoren lassen sich vermeiden. Aber ein paar kannst du durch eine gesunde Lebensweise oder frühe Behandlung von gynäkologischen Beschwerden umgehen.

Hier sind mögliche Ursachen im Überblick:

  • Durch Infektionen verklebte oder ausgebeulte Eileiter
    Meist sind hier Chlamydien oder eColi-Bakterien verantwortlich. Frühzeitig mit Antibiotika behandelt, lassen sich solche Infektionen gut in den Griff bekommen.
  • Polypen an den Eileitern
    Diese sind immer Ausdruck von Entzündungsprozessen und schädigen die Struktur der Schleimhaut.
  • Endometriose
    Hier handelt es sich um Gebärmutterschleimhaut, die sich außerhalb des Uterus angesiedelt hat. Wer darunter leidet, hat ein erhöhtes Risiko, dass sich eine fehlgeleitete Eizelle falsch einnistet.
  • Abgeknickte Eileiter
    Dies ist oft anatomisch bedingt und muss so hingenommen werden.
  • Zu wenig Zilien
    Zilien sind die Flimmerhärchen, die die Eizelle zur Gebärmutter transportieren. Sind die Zellen der Eileiterhaut geschädigt, gibt es weniger davon. Mit fortschreitendem Alter werden sie ebenfalls weniger.
  • Nach Bauch-OPs oder Abtreibungen
    Verletzungen der Eileiter bei Ausschabungen und durch Bauch-OPs können ebenfalls dazu führen, dass die befruchtete Eizelle nicht durchkommt.
  • Künstliche Befruchtung
    Warum künstliche Befruchtung mit einem erhöhten Risiko einhergeht, ist nicht ganz klar. Wahrscheinlich liegt das Problem im höheren Alter der Frauen gepaart mit der Hormonbehandlung, sowie Stoffen in der Flüssigkeit, mit der Spermien oder Eizelle in die Gebärmutter eingebracht werden.
  • Entzündungsfördernder Lebensstil
    Rauchen, Übergewicht, zu viel Alkohol und falsche Ernährung führen zu Durchblutungsproblemen und entzündlichen Prozessen im Körper. Häufig entzündetes Gewebe vernarbt irgendwann. Auch die Eileiter können davon betroffen sein.
  • Hormonungleichgewicht
    Wenn die Hormone durcheinander sind, kann das viele Gründe haben. Ein übermäßig starker Kinderwunsch ist eine Ursache. Aber auch Schilddrüsenprobleme und Ähnliches können dazu führen, dass Hormone Schaden anrichten.
  • Vorangegangene Eileiterschwangerschaften
    Jede Eileiterschwangerschaft schädigt die Eileiterwand, je weiter sie fortschreitet, desto größer sind Vernarbungen, Höhlenbildung usw.
  • Verhütung mit Spirale
    Eine Frau, die mit Spirale verhütet, hat ebenfalls ein erhöhtes Risiko für eine Eileiterschwangerschaft, wenn diese schon recht lange liegt oder verrutscht ist.

Das sind Symptome und Verlauf

Viele Eileiterschwangerschaften gehen schon in den ersten Wochen ab, ohne dass die betroffene Frau etwas davon bemerkt.

Sofern eine Eileiterschaft nicht von allein im frühen Stadium endet, beginnt sie genauso wie eine normale Schwangerschaft. Selbst der Schwangerschaftstest ist positiv. Möglicherweise ist die Konzentration des Schwangerschaftshormons HCG niedriger oder sinkend. Dadurch wäre das Ergebnis etwas abgeschwächter.

Brustspannen, Ziehen im Unterleib und Übelkeit sind meist wie in jeder Frühschwangerschaft vorhanden. Denn auch im Eileiter kann sich eine Plazenta entwickeln. Und solange das befruchtete Ei Platz hat und durch die Plazenta versorgt wird, teilen sich die Zellen, das Embryo wächst und die Hormone stellen sich um.

Der Verlauf hängt vom Ort der Einnistung ab

Wie lange du keinen Unterschied merkst, hängt davon ab, wo im Eileiter sich das Ei genau eingenistet hat. Denn dieser ist nicht nur eine Röhre. Am Eierstock ist er trichterförmig. Darauf folgt die 7-10 mm breite „Ampulle“, in der das Embryo noch recht viel Platz hat. Dies ist der längste Teil. Er macht zwei Drittel der Gesamtlänge aus.

Richtung Gebärmutter verengt sich der Eileiter immer mehr. Am Übergang zur Gebärmutter ist er dann nur noch 1-2 mm breit. Nistet sich das Ei hier ein, spürst du schneller, dass etwas nicht stimmt.

Das untere Bild zeigt, welche Arten von „ektopischen“ Schwangerschaften es gibt – zu denen zählt auch die Eileiterschwangerschaft –  und wie häufig der jeweilige Einnistungsort ist.

ektopische-schwangerschaften

Symptome einer fortgeschrittenen Eileiterschwangerschaft

Zu Problemen kommt es erst, wenn das Embryo samt Plazenta an den Rand des Eileiters stößt und diesen dehnt, bis er irgendwann reißt.

Meist kommt es erst zu Unwohlsein und stärkeren Unterleibsschmerzen. Diese können langsam zunehmen oder plötzlich auftreten. Ab der 6. Schwangerschaftswoche deuten Schmierblutungen in unterschiedlicher Ausprägung auf eine fortgeschrittene Eileiterschwangerschaft hin. Dazu ist die Körpertemperatur erhöht und es kommt zu Kreislaufbeschwerden bis hin zur Ohnmacht.

Ein Reißen des Eileiters ist aufgrund der resultierenden schweren inneren Blutungen lebensgefährlich und ein gynäkologischer Notfall. Deshalb solltest du bei Beschwerden sofort zum Arzt gehen, notfalls in die Rettungsstelle oder den Notarzt rufen.

So wird eine Eileiterschwangerschaft diagnostiziert

Besteht der Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft, weil der Arzt beispielsweise trotz positiven Schwangerschaftstests keine Fruchthöhle im Ultraschall sehen kann, wird er dich erst alle möglichen Dinge fragen (Anamnese).

Anschließend wird er deinen Bauchraum abtasten. So kann er feststellen, ob die Gebärmutter so vergrößert ist, wie sie sein sollte. Auch Verhärtungen z.B. aufgrund von Entzündungen oder Blutungen kann er so erfühlen.

Zur genauen Lokalisation des eingenisteten Eis erfolgt ein Ultraschall des Bauchraums. Mit dem Farbdoppler kann der Frauenarzt besonders gut durchblutete Areale, wie z.B. die Plazenta, darstellen.

Zusätzlich wird das Blut auf Schwangerschaftshormone untersucht. Wenn diese Blutuntersuchung an mehreren Tagen hintereinander erfolgt, lässt sich gut erkennen, ob sich der Hormonspiegel schwangerschaftsgerecht entwickelt oder von der Norm abweicht.

Besteht weiter Unklarheit, wird der Arzt zu einer Bauchspiegelung raten. Diese Untersuchung bringt endgültige Klarheit. Sollte sich ein Embryo in Eileiter oder Bauchhöhle eingenistet haben, kann er dabei gleich entfernt werden.

Behandlung einer Eileiterschwangerschaft

Natürlicher Abgang

In den vielen Fällen geht eine Eileiterschwangerschaft von allein ab. In einem sehr frühen Studium kann das abgestorbene Gewebe dabei noch durch die Gebärmutter und Vagina ausgeschieden werden. Fortgeschrittene Eileiterschwangerschaften, bei denen sich das Ei in der Ampulle festgesetzt hatte, stößt der Körper mitunter durch die obere Öffnung des Eileiters in Richtung Bauchraum ab. Dort wird das Gewebe dann resorbiert. Leider muss manchmal nachgeholfen werden. Welche Möglichkeiten es gibt, erfährst du hier.

Medikamentöse Behandlung

Befindet sich die Eileiterschwangerschaft in einem sehr frühen Stadium, reicht es in Einzelfällen aus, das Wachstum des Embryos mithilfe von Medikamenten zu stoppen. Hier kommt meist Methotrexat zum Einsatz, ein Zellgift, dass direkt in die Fruchthöhle injiziert wird. Damit das möglich ist, müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt sein.

Operative Entfernung per Bauchspiegelung

Wenn eine Eileiterschwangerschaft bereits erste Probleme macht, ist meist eine Bauchspiegelung mit anschließender Entfernung des Embryos einschließlich Plazenta nötig. Der Eingriff erfolgt minimal-invasiv und unter Ultraschall-Kontrolle. Dabei tun die Ärzte ihr Bestes, um den betroffenen Eileiter zu erhalten. Während der Bauchspiegelung befindest du dich in Vollnarkose.

Offene Operation

Gibt es akute Probleme, wie eine starke innere Blutung, muss offen operiert werden. Das heißt es erfolgt ein Schnitt durch die Bauchdecke. Denn nur so ist es möglich, die Blutung so schnell wie möglich zu stoppen und das Leben der Frau zu retten. Auch diese OP erfolgt in Vollnarkose. Dank der guten Diagnosemöglichkeiten gleich zu Beginn einer Schwangerschaft ist ein solcher Eingriff nur noch selten nötig.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich das Baby trotzdem austragen?

Nein, das ist leider nicht möglich, da eine Übertragung von Embryo samt Plazenta in die Gebärmutter nicht machbar ist. Und hat sich sie Eizelle erst einmal eingenistet, bewegt sie sich nicht mehr weiter.

Eine operative Entfernung soll das Leben der Frau retten und nicht das des Embryos, so schwer das auch zu ertragen ist.

Kann ich nach einer Eileiterschwangerschaft wieder schwanger werden?

In der Regel schon. Selbst wenn der Eileiter durch die letzte Eileiterschwangerschaft geschädigt ist, kann die Durchlässigkeit dennoch gut genug sein. Hier ist jedoch das Risiko für eine erneute Eileiterschwangerschaft etwas höher, weshalb du bei einem positiven Schwangerschaftstest schnell zum Arzt gehen solltest.

Ist ein Eileiter nicht mehr funktionsfähig, halbiert sich die Chance schwanger zu werden. Es dauert nun eventuell länger, kann aber trotzdem klappen.

Wie wahrscheinlich ist eine erneute Eileiterschwangerschaft?

Das Risiko einer erneuten Eileiterschwangerschaft beträgt etwa 20%. Es verdoppelt sich nach jeder neuen Eileiterschwangerschaft.

Wie kann ich einer Eileiterschwangerschaft vorbeugen?

Die häufigste Ursache für eine Eileiterschaft sind durch Entzündungen verklebte Eileiter. Solche Entzündungen lassen sich am besten durch geschützten Geschlechtsverkehr (Kondome) und eine gesunde Scheidenflora vermeiden. Auch eine frühe Kontrolle durch den Frauenarzt bei gynäkologischen Problemen ist wichtig, um schnell eingreifen zu können. Das gilt auch bei starken Regelbeschwerden, die zum Beispiel durch Endometriose ausgelöst werden können.

Ein gesunder Lebensstil bringt die Hormone ins Gleichgewicht und beugt ebenfalls Entzündungen vor.

Hast du bereits ein erhöhtes Risiko, ist es sinnvoll, gleich zum Arzt zu gehen, sobald du deine Schwangerschaft bemerkt hast. Denn je früher man eine Eileiterschwangerschaft erkennt und behandelt, desto geringer sind die Folgen.

Hast du noch Fragen zur Eileiterschwangerschaft? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

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