Was macht eigentlich eine Doula?

Eine Doula kümmert sich während der Geburt ausschließlich um die Schwangere und ergänzt so die Arbeit einer Hebamme. Seit etwa 10 Jahren gibt es sie auch in Deutschland. Aber wann ist ihre Hilfe wirklich sinnvoll, was machen diese Geburtshelferinnen genau und wie viel kostet ihre Unterstützung? Diese Fragen und mehr beantwortet unser Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Doula unterstützt dich während der gesamten Geburt.
  • Sie ersetzt aber keine Hebamme.
  • Studien belegen, dass die Hilfe einer Doula die Geburt verkürzen und das Risiko für einen Eingriff verringern kann.
  • Die Leistungen musst du privat zahlen.
  • Manche Doulas bieten auch Nachbetreuung (nicht Nachsorge!) im Wochenbett an.

Eine Doula ist eine geburtserfahrene Frau, die nun andere Schwangere vor, während und nach der Geburt begleitet und für ihr Wohlbefinden sorgt. Sie hat im Regelfall keine medizinische Ausbildung und ersetzt deshalb keine Hebamme, sondern bietet eine wertvolle Ergänzung für deren Arbeit.

Was bedeutet Doula?

Der Begriff kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Dienerin“. Geprägt wurde er in den USA. Da es dort in den Krankenhäusern kaum Hebammen gibt, bezahlen viele Frauen Doulas als persönliche Geburtsbegleitung. Aber auch hier, wo es immer weniger Hebammen gibt, werden diese Helferinnen als zusätzliche Unterstützung nach und nach beliebter.

Doulas gibt es, seit es Menschen gibt.
Doula Kristina Bloedorn.

Denn schon immer haben erfahrene Frauen andere Frauen bei der Geburtsarbeit unterstützt, bis das Baby auf der Welt war. Als sich der Geburtsort in den 60er/70er Jahren aus dem eigenen Haus in die Kliniken verlagerte, rückten die Gebärende und ihre Bedürfnisse leider immer mehr in den Hintergrund. Eine Studien zeigten jedoch, dass sich die Zahl der medizinischen Eingriffe dadurch stark erhöhte und der Geburtsverlauf verlängerte.

Da in Kliniken immer weniger Personal für immer mehr Geburten zuständig ist, und selbst die Hebammen mehrere Geburten gleichzeitig betreuen müssen, kann eine Doula die entstehende Betreuungslücke schließen. Denn du kannst sie eigens für deine Geburt engagieren und sie bleibt die ganze Zeit dabei.

Ihr Fokus liegt darauf, dich liebevoll zu begleiten und zu stärken, damit du bereit bist, dein Kind selbstbestimmt und aus eigener Kraft zu gebären. Denn diese innere Sicherheit geht im hektischen Krankenhausalltag manchmal unter. Dabei ist Gebären der wohl beeindruckendste und natürlichste Vorgang der Welt.

Die Aufgaben einer Doula

Die Aufgaben einer Doula unterscheiden sich von den Aufgaben einer Hebamme, auch wenn es hier und da Überschneidungen gibt.

1. Sie berät vor der Geburt:

In ein paar Treffen vor der Geburt lernen sich Doula und Schwangere kennen. Oft ist auch der Partner dabei (sofern vorhanden), denn auch er kann von der Hilfe der Doula profitieren. Diese findet im Gespräch heraus, worauf es der Schwangeren ankommt und welche Sorgen die werdenden Eltern plagen. Meist wird gemeinsam ein Geburtsplan erarbeitet. Wenn gewünscht, bietet die Doula der Schwangeren Massagen an. Ab zwei Wochen vor der Geburt ist sie dann in ständiger Rufbereitschaft.

2. Sie begleitet während der Geburt:

Sobald die Wehen einsetzen (aber auch bei einer Einleitung) ist die Doula von Anfang bis Ende bei der Schwangeren. Währenddessen tut sie alles, damit es der Gebärenden gut geht. Sie achtet darauf, dass ihre Wünsche und Bedürfnisse berücksichtigt werden. Wenn gewünscht, unterstützt sie bei Positionswechseln und massiert sie, um die Geburtsschmerzen zu lindern. Wenn der Partner ebenfalls bei der Geburt dabei ist, hilft sie auch ihm, mit den manchmal überwältigenden Eindrücken umzugehen.

3. Sie unterstützt nach der Geburt:

Wie lange die Doula der stolzen Mutter zur Verfügung steht, ist ganz unterschiedlich und hängt von der Vereinbarung ab. Meist gibt sie erste wichtige Hilfestellungen beim Stillen. Denn das klappt oft in den ersten Tagen nicht sofort von allein. Oft gibt es im Anschluss mindestens ein Gespräch, in der ihr über die Geburt sprecht, damit du diese möglichst gut verarbeiten kannst.

Wann eine Doula sinnvoll ist

Ihre Arbeit ist vor allem dann eine wertvolle Ergänzung, wenn du Erstgebärende bist und wie die meisten keine Beleghebamme hast. Wenn du keinen oder keinen nervenstarken Partner an deiner Seite hast, kann dich die Doula ganz besonders gut auffangen.

Aber auch Frauen, die bereits geboren haben, wissen die liebevolle Hilfe einer erfahrenen Frau an ihrer Seite zu schätzen. Das gilt vor allem auch dann, wenn vorhergehende Geburtserfahrungen problematisch waren.

Laut einer Studienauswertung von 2013 sind Frauen, die zusätzlich zur Klinik-Hebamme eine Doula in Anspruch genommen haben, zufriedener mit dem Geburtsverlauf. Sie haben im Schnitt weniger Schmerzen, Angst oder Stress verspürt als ohne die durchgehende Begleitung einer erfahrenen Frau, die nicht zum überarbeiteten Klinikpersonal gehört.

Achtung: Doulas führen keine Geburten ohne Hebamme durch, da sie in der Regel nicht medizinisch geschult sind!

Wie finde ich eine gute Doula?

Es gibt im Moment noch nicht sehr viele Doulas, weil ihre Arbeit nur langsam bekannter wird. Und die, die es gibt, unterstützen manchmal nur wenige Geburten pro Jahr. Daher ist es wichtig, dass du schon früh mit der Suche beginnst.

Oft werden sie von Freundinnen empfohlen. Aber auch die Hebamme oder der Frauenarzt können einen Tipp geben. Manche Hebammen arbeiten sogar mit Doulas im Team.

Im Internet gibt es mehrere kleine Portale, über die du eine Doula in deiner Nähe ausfindig machen kannst:

Sie können, müssen aber nicht zertifiziert sein. Wichtig ist, dass sie mindestens 25 Jahre alt sind, selbst ein Kind geboren haben und in Rufbereitschaft gehen können.

Einige deutsche Doulas sind Mitglieder im Verein „Doulas in Deutschland e.V.“ und über den verein zertifiziert, andere haben eine einschlägige Ausbildung bei der GfG (Gesellschaft für Geburtshilfe) absolviert. Wieder andere sind Krankenschwester oder Ähnliches von Beruf. Medizinische Vorkenntnisse spielen aber eher eine untergeordnete Rolle. Wichtiger sind zwischenmenschliche Stärken, Lebens- und Geburtserfahrung sowie Kenntnisse im Bereich Entspannungstechniken und frühes Bonding.

Was kostet eine Doula?

Alle Doulas arbeiten bisher auf selbständiger Basis und bestimmen ihre Preise selbst. Durch die Rufbereitschaft und die kontinuierliche Betreuung während der Geburt fallen Kosten von mindestens 400-500 Euro an. Kommen Zusatzleistungen hinzu, kann der Preis insgesamt auch deutlich höher ausfallen. Meist liegen die Kosten zwischen 500 und 1000 Euro.

Am besten ist es, vorher genau zu vereinbaren, welche Hilfe du in Anspruch nehmen möchtest und dafür einen Pauschalpreis anzusetzen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten bisher leider nicht. Das gilt sowohl für gesetzliche als auch private Krankenversicherungen.

Geburtskosten, die die Krankenkasse nicht übernimmt, kannst du als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung geltend machen. Wir haben jedoch leider keine Information dazu finden können, ob dies auch für Doula-Leistungen gilt. Daher besser vorher nachfragen.

Kritik der Hebammen

Dass sich Doulas immer mehr durchsetzen, sehen manche Hebammen eher kritisch. Dies liegt nicht daran, dass sie deren Arbeit nicht schätzen – denn Hebammen und Doulas verfolgen ja eigentlich dasselbe Ziel – sondern daran, dass sie es lieber sähen, wenn die Hebammenarbeit so bezahlt und versichert würde, dass sich wieder mehr Frauen dazu entschließen, Hebamme zu werden. Auf diese Art würde eine lückenlose Betreuung der Schwangeren wieder selbstverständlich. Da Doulas privat bezahlt werden, können sich Krankenkassen nun leichter aus der Verantwortung stehlen.

Ob du das mit in deine Entscheidung einfließen lässt, ist aber dir überlassen.

Infofilm über Doulas in Deutschland

Hast du noch eine Frage zum Thema Doula? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

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