Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft: Rausnehmen oder nicht?

Viele Frauen haben ihren Bauchnabel mit einem Piercing verschönert. Was passiert aber mit einem solchen Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft? Ist es riskant, den Ring oder Stab drin zu lassen? Welche Alternativen gibt es? Wir zeigen Vor- und Nachteile der einzelnen Möglichkeiten und geben eine Empfehlung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft kann einreißen und unschön vernarben.
  • Es gibt Schwangerschaftspiercings aus Kunststoff, die mitwachsen.
  • Besser ist es, das Piercing früh herauszunehmen.
  • Selbst wenn sich der Stichkanal schließt, kann er nach der Geburt wieder geöffnet werden.
  • Piercen in der Schwangerschaft ist tabu!
  • Vor einem Kaiserschnitt muss jeglicher Schmuck entfernt werden.

Erste Möglichkeit: drin lassen, bis es stört

Viele gepiercte Frauen machen sich keine Sorgen und lassen das Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft erst einmal drin. Das kann gut gehen, muss es aber nicht. Die Konsequenzen können ziemlich unangenehm sein.

Risiken von Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft drin lassen:

  • Der Stichkanal kann reißen.
    Wenn der Bauch wächst und sich bei manchen Frauen der Nabel in der 20.-25. SSW nach außen stülpt, wird das Gewebe stark gedehnt. Der Stichkanal ist dann die Schwachstelle des Bauches. Ein Riss verheilt in der Schwangerschaft mitunter schlechter als sonst und wird von Woche zu Woche immer größer. Das ist nicht nur ziemlich schmerzhaft, sondern kann sogar unschön vernarben. In Zukunft wirst du deinen Bauchnabel dann lieber verstecken wollen, als ihn zu schmücken.
  • Auch schon kleinste Risse können aufgrund der veränderten Hormonlage leichter zu Entzündungen führen.
    Permanente Entzündungen erhöhen das Risiko für eine Blutvergiftung. Diese ist für dich und dein ungeborenes Kind extrem gefährlich.
  • In der Schwangerschaft kommt es leichter zu Allergien als sonst.
    So kannst du auf einmal allergisch auf Nickel reagieren, selbst wenn du vorher nie Probleme hattest. Und auch beim Fötus kann sich eine Allergie entwickeln.
  • Bauchnabelpiercings stören bei Ultraschall, Herzton und CTG-Untersuchungen.
    Zum einen stören die Piercings rein mechanisch z.B. beim Überfahren des Bauches mit dem Ultraschallkopf. Zum anderen kann das enthaltene Metall die Ergebnisse verfälschen. Daher müssen Metallpiercings in der Regel bei solchen Untersuchungen entfernt werden. Und auch bei Kunststoffpiercings kann es zu Schmerzen kommen.

Vorteile von drin lassen:

  • Eigentlich keine.
    Ein paar Frauen können Glück haben, dass nichts reißt oder sich entzündet. Aber die meisten ärgern sich im Nachhinein, weil sie mit den Folgen ihrer Sorglosigkeit zu kämpfen haben.

Keinesfalls Piercings in der Schwangerschaft stechen lassen, die Infektionsgefahr ist zu groß!

Zweite Möglichkeit: Piercing gleich durch Schwangerschaftspiercing ersetzen

Für Frauen, die auch in der Schwangerschaft nicht auf ihr Bauchnabelpiercing verzichten wollen, gibt es Piercing-Ringe oder -Stäbe aus Bio-Kunststoff, die länger und flexibler sind als normale Bauchnabelpiercings. Diese können durchaus sehr hübsch aussehen und sind noch dazu günstig. Aber auch hier gibt es Risiken.

Risiken von Schwangerschaftspiercings

  • Es ist leichter, irgendwo hängen zu bleiben, da vor allem die Stäbe länger sind, als herkömmliche Bauchnabelpiercings. Denn der Bauch steht ja ebenfalls mehr heraus als vorher. Durch das Hängenbleiben kann es zu kleinen Verletzungen am Stichkanal kommen, die sich entzünden können.
  • Auch Schwangerschaftspiercings können beim Ultraschall schmerzen, wenn der Frauenarzt mit dem Gerät über den Bauch fährt. Daher müssen auch sie manchmal dafür entfernt werden.
  • Wenn der Bauch sehr groß ist oder der Bauchnabel besonders weit ausgestülpt ist, kann es sein, dass auch das Schwangerschaftspiercing zu kurz wird und entfernt werden muss. Ringe funktionieren in der Regel länger als Stäbe.

Vorteile von Schwangerschaftspiercings

  • Wenn Frauen gleich zu Beginn der Schwangerschaft zu Schwangerschaftspiercings wechseln, können Risse oder Entzündungen meist (nicht immer) verhindert werden.
  • Schwangerschaftspiercings sind dehnbar und wachsen bis zu einem gewissen Punkt mit.
  • Sie enthalten keine Allergie-auslösenden Stoffe, sondern bestehen idealerweise aus Bio-Plastik. Diese schadet dem Baby nicht.

Vor einem Kaiserschnitt muss jeglicher Schmuck wegen der Hygieneanforderungen raus!

Dritte Möglichkeit: Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft sofort rausnehmen

Frauenärzte raten meist dazu, Bauchnabelpiercings in der Schwangerschaft so früh wie möglich zu entfernen. Das mag zwar nicht das sein, was viele gern hören wollen, hat aber gute Gründe. Denn in der Schwangerschaft sollte alles unterlassen werden, was dem Baby irgendwie Schaden zufügen könnte.

Risiken von raus nehmen

  • Das Piercing lässt sich nach der Geburt möglicherweise nicht mehr von dir allein durchstechen Das liegt selten daran, dass der Stichkanal selbst zugewachsen ist. Vielmehr schließt sich manchmal die oberste Hautschicht. Das ist aber nicht immer der Fall.

Vorteile von Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft raus nehmen

  • Es kann weder zu gefährlichen Entzündungen noch zu unschönen Rissen kommen. Du riskierst also nichts.
  • Nach der Geburt kann ein Piercer das Loch des Piercings wieder dehnen oder es bei Bedarf neu stechen. Am besten geschieht das erst, wenn sich der Bauch zurückgebildet hat, was mehrere Monate bis ein Jahr dauern kann.

Intimpiercings solltest du gleich entfernen. Brustwarzenpiercings sollten spätestens im 4./5. Monat rausgenommen werden, wenn die Brüste wachsen. Wenn du Brustwarzenpiercings hast, kannst du dennoch stillen. Allerdings sollten die Piercings während des Stillens selbst zeitweise herausgenommen werden.

Unsere Empfehlung

Wir empfehlen das Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft sofort rauszunehmen. Wenn du zu lange wartest, riskierst du zu viel. Und wer weiß schon, wann der richtige Zeitpunkt gewesen wäre. Also ist gleich besser. Ein paar Monate nach der Geburt kannst du das Piercing wieder nachstechen lassen, sollte es zugewachsen sein. Das muss aber gar nicht passieren.

Auch wenn das Bauchnabelpiercing bisher wichtig für dich war, dein Baby wirst du noch tausendmal mehr lieben. Daher sollte seine Gesundheit vor allem anderen kommen und jede Infektionsgefahr beseitigt werden.

Wenn du dich ohne Piercing einfach nicht hübsch fühlst, tut es auch ein Schwangerschaftspiercing, zumindest so lange, wie es nicht stört. Auf Babybauchfotos kann auch ein einfaches Klebe- oder Klemm-Piercing einen tollen Effekt zaubern.

Hast du noch eine Frage zum Thema „Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft“? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

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