Babys brauchen Rituale – 12 Ideen, wie auch Ihr Baby besser einschläft

Feste Abläufe und Strukturen sind gut für unsere Kinder und sogar schon für die Kleinsten von ihnen. Sie geben ihnen Sicherheit und sorgen dafür, dass sie sich besser entspannen können, weil sie wissen, was als Nächstes kommt. Ab 6-8 Wochen, wenn Ihr Baby ein wenig mehr im Hier und Jetzt angekommen ist und den Unterschied zwischen Tag und Nacht realisiert hat, können Sie beginnen, Rituale einzuführen. Abends wird Ihr Baby mithilfe des Abendrituals besser zur Ruhe kommen und auch tagsüber kann eine Kurzversion dabei helfen, schneller einzuschlafen, vorausgesetzt das Baby ist müde genug! Sogar auf Reisen können die Rituale von zuhause dafür Sorgen, dass Ihr Baby auch in einer fremden Umgebung gut einschläft.

Im Folgenden stellen wir Ihnen ein paar Dinge vor, die Teil eines solchen Rituals werden können. Ob und in welcher Reihenfolge Sie sie anwenden wollen, bleibt natürlich Ihnen überlassen. Allzu lang sollte der Ablauf nicht sein. Wichtig ist, dass das Ritual zumindest abends mit geringen Abweichungen immer zur gleichen Zeit stattfindet (auch am Wochenende!) und auch die Bestandteile nur geändert werden, wenn es absolut nötig wird. Sonst ist es kein Ritual und das Baby wird nur zusätzlich verwirrt. Tagsüber und auch nachts sollte nur ein kurzes Programm etabliert werden. Sonst dauert das Einschlafen unter Umständen zu lang und Sie sind stundenlang beschäftigt.

Licht dimmen und Geräusche reduzieren

So banal dies klingt, manchmal ist uns gar nicht bewusst, dass wir in der Wohnung eine regelrechte Festbeleuchtung angeschaltet haben. Für das Babyhirn ist es schwer, bei zu viel Licht in den Abendmodus zu schalten. Ebenso sollten Fernseher und vor allem Bildschirme, die blaues Licht abgeben, wie Monitore, Tablets und Handys aus dem Sichtfeld verschwinden. Blaues Licht, auch wenn wir es nicht als solches wahrnehmen, simuliert das Tageslicht, das auch den Körper von Erwachsenen länger als nötig wachhält. Dudelnde Musik sollte auch besser ausgemacht oder zumindest durch ruhige, langsame Musik ersetzt werden.

Ruhige Spiele spielen

Alle Aktivitäten, die am Abend stattfinden, sollten besser ruhiger Natur sein. Toben und Kitzelspiele sind tabu, auch wenn Papa jetzt richtig Lust darauf hätte. Es ist besser, das Kind tagsüber auszupowern. Abends führt übermäßige Aktivität bei schlechten Schläfern eher zum Überdrehen. Besser wäre es, dem Alter entsprechend Bücher anzuschauen oder Bauklötzer zu stapeln.

Baden oder Waschen

Viele Eltern schwören auf das tägliche Bad, um ihr Kind zu beruhigen. Hautärzte raten jedoch eher davon ab, weil die Haut gerade bei empfindlichen Kindern dadurch zu sehr strapaziert werden könnte. Wenn Sie dennoch auf das häufige Baden nicht verzichten wollen, sollten nur Wasser und hautschonende Substanzen wie Mandelöl zum Einsatz kommen, um den Säureschutzmantel der Haut nicht zu sehr zu beschädigen. Meist reicht auch nur ein kurzes Bad von 5 bis maximal 15 Minuten. Mit einer Babywanne oder einem Wannenverkleiner können Sie viel Wasser sparen.
Es gibt Kinder, die beim Baden und zum Beispiel beim ungeliebten Haarewaschen erst so richtig aufdrehen. Dann ist es vielleicht besser, das Bad an den Anfang des Abends zu setzen oder das Kind lediglich mit einem nassen Lappen abzureiben.

Zähneputzen und Händewaschen

Auch die täglichen Notwendigkeiten können spielerisch in das Abendritual eingebaut werden. Sobald die ersten Zähnchen da sind, ist es gut, mit der Mundpflege zu beginnen. Lassen Sie sich beim Zahnarzt oder vom zahnmedizinischen Dienst zeigen, wie es richtig geht. Wenn Ihr Baby älter wird und keine Zahnbürste in seinen Mund lassen will, hat es sich bewährt, eine Handpuppe zur Hilfe zu nehmen, die dem Baby das Zähneputzen versüßt. Probieren Sie es aus, oft klappt es wunderbar, wenn nicht Sie, sondern die Puppe die Zahnbürste führt.

Babymassage

Mag Ihr Baby Berührungen? Wenn dem so ist, können Sie ihm vielleicht mit einer täglichen Massage eine Freude machen. Mit etwas Babyöl und unter einer Wärmelampe kann diese schon einmal 5 Minuten dauern. So stärken Sie die Bindung zu Ihrem Kind und es kann sich zusätzlich entspannen. Wenn es älter wird, mag es vielleicht auch, wenn Sie ihm den Rücken reiben oder sanft seinen Kopf massieren.

Schlafanzug und Schlafsack

Viele Babys werden schlagartig müde, wenn sie in den Schlafsack gelegt werden. Das zeigt, dass selbst das Anziehen der Nachtbekleidung einen nicht zu unterschätzenden Teil des Abendprogramms darstellen kann, vor allem wenn diese schön kuschlig auf der Haut ist. Wenn Ihr Baby schon mit am Abendbrottisch sitzt, kann es das auch bereits im Schlafanzug tun. So weiß es ganz sicher, dass es bald Zeit zum Schlafengehen ist.

Gute-Nacht-Geschichte

Unterschätzen Sie nie die Wirkung einer Gute-Nacht-Geschichte. Kein Fernsehprogramm (außer vielleicht später das Sandmännchen) und kein Youtube-Video kann da mithalten. Im Handel gibt es viele Bücher, die ausschließlich Geschichten enthalten, in denen es ums Thema Einschlafen geht und das aus gutem Grund. Je älter Ihr Baby wird, desto mehr Schlüsselwörter wird es erkennen, die es in seinem Kopf mit Müdigkeit verknüpft. Es wird also müde, allein weil es diese Wörter hört. Fangen Sie ruhig früh damit an. Je mehr Sie Ihrem Kind vorlesen, desto besser entwickelt sich sein Sprachzentrum. Es macht übrigens nichts, wenn Sie immer dieselben Geschichten vorlesen. Genaugenommen ist es sogar gut, dem Kind bereits bekannte Bücher anzubieten, da es dann der Reiz des Neuen nicht vom Schlafen abhalten kann.

Stillen oder Fläschchen

Damit hat die Natur die wohl mächtigste Einschlafhilfe zur Verfügung gestellt. Das Baby kann mehrere Bedürfnisse auf einmal „stillen“. So befriedigt das Stillen das Bedürfnis nach Nahrung, das Saugbedürfnis sowie das Nähebedürfnis. Zusätzlich bekommt das Baby eine Extraportion des Müdigkeitshormons Melatonin von der Mutter gleich mitgeliefert. Wenn Ihr Baby zum Einschlafen gestillt werden will, lassen Sie es doch ruhig. Gegen Ende des ersten Lebensjahres kann man dann Schritt für Schritt die Assoziation Stillen-Einschlafen lösen und das Stillen zum Beispiel an den Anfang des Abendrituals legen. Wenn Sie nicht stillen, kann das Fläschchen ähnlich wirkungsvoll auf den Schlaf einstimmen. Denn wenn das Bäuchlein angenehm gefüllt (nicht überfüllt!) ist, schläft es sich die ersten Stunden besser.

Körperkontakt

Ob Sie mit Ihrem Baby im Bett kuscheln oder es fest im Arm halten und wiegen, spielt eigentlich keine Rolle. Fakt ist, dass die meisten Babys von Natur aus Körperkontakt brauchen, um in den Schlaf zu finden. Wenn es ganz nah bei Ihnen ist, fühlt es sich sicher und geborgen. Warum sollten wir dies verwehren? Wenn das Baby dann irgendwann in den Tiefschlaf gesunken ist (20 Minuten warten!), können Sie es in der Regel leicht ablegen. Erwacht ein Baby dann dennoch, macht es vielleicht gerade eine schwere Phase durch und braucht Sie gerade besonders. Manche Babys haben einen eingebauten Mama-Radar und bleiben unbewusst im Halbschlaf, weil sie wissen, dass Mama aus dem Zimmer schleichen will. Vielleicht ist es in einem solchen Fall keine schlechte Idee, das Baby erst einmal bei sich zu lassen, bis Sie selbst schlafen gehen. Sobald es tief schläft, können Sie mit ihm auf der Couch sitzen, ohne dass es sich von Geräuschen gestört fühlt.

Schlaflied

Schon Babys lieben Mamas Lieder und das auch, wenn Mama keine Töne trifft. Einige sind durch Schlaflieder sehr gut zu beruhigen. Andere lauschen aufmerksam und finden dadurch eher schlecht in den Schlaf. Probieren Sie am besten aus, was bei Ihrem Baby funktioniert und was nicht. Alternativ können Sie auch mit leiser Stimme vom gemeinsamen Tag erzählen. Später wird Ihr Kind dies für Sie übernehmen 😉

Spieluhr

Spieluhren sind ein beliebtes Geschenk in Kuscheltierform. Deshalb trifft man sie in den meisten Kinderhaushalten in verschiedenen Variationen an. Ihr unschlagbarer Vorteil ist, dass sie auch unterwegs im Kinderwagen, im Auto, im Urlaub oder in der Kita zum Einsatz kommen können und damit ein Stück Heimat bieten. Außerdem eignet sich eine Kuscheltier-Spieluhr sehr gut als „Fummel“-Objekt für unruhige Kinderhände. Wenn Schlaflieder nicht funktionieren, kann die Spieluhr ein wunderbarer Ersatz dafür sein. Später wird Ihr Kind die Melodie vielleicht selbst mitsummen.

Gute-Nacht-Kuss

Einfach aber wichtig – der Kuss zur Nacht stärkt die Bindung und gibt dem Baby vor dem Einschlafen noch einmal die Sicherheit, dass es geliebt wird. Gerade wenn ein Baby im eigenen Bett einschläft, ist diese Rückversicherung sehr wichtig.

Weitere Ratgeber zum Thema Babyschlaf

Welche Rituale haben Sie für Ihr Baby etabliert? Schreiben Sie es uns in die Kommentare!

Unser Tipp, wenn Ihr Baby schlecht schläft

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Wenn auch Ihr Baby schlecht schläft, dann besorgen Sie sich am besten das Buch "Endlich wieder schlafen". Sie lernen darin alle relevanten Hintergründe zum Thema Babyschlaf kennen und effektive Methoden mit denen Ihr Baby ein-und durchschlafen wird. Vielen Eltern hat das Buch bereits weitergeholfen!


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