Wieviel Sicherheit ist genau richtig? Schutz und Geborgenheit im kindlichen Umfeld

Eltern wollen stets nur das Beste für ihre Kinder und sie vor verschiedenen Gefahren oder Unwägbarkeiten optimal schützen. Gleichzeitig sollen sie jedoch auch zu selbstbewussten Persönlichkeiten heranwachsen, die für die Herausforderungen des Lebens ausreichend gewappnet sind. Diese Gratwanderung ist in der Praxis nicht immer so leicht umzusetzen. Gerade in der alltäglichen Umgebung ist der Nachwuchs von Anfang an mit den verschiedensten Situationen konfrontiert die es zu meistern gilt, die aber auch viel Lernpotential bieten. Wir haben uns typische Bereiche einmal näher angesehen und zeigen, welche Sicherheitsaspekte jeweils notwendig sind und wo sich die Kleinen ruhig auch einmal selbst ausprobieren dürfen.

Kinder Zuhause – Die Wohnung unter der Lupe

Zu Beginn nehmen Babys nur das wahr, was sich in unmittelbarer Nähe befindet. Ihr Lebensumfeld beschränkt sich auf Kinderbett, Trage und Babyliege oder auch das Sofa. Je mehr sie sich selbständig (fort)bewegen können, umso größer wird der Aktionsradius, der dann mit immer neuen Herausforderungen, aber auch mit gewissen Gefahren verbunden ist. Manche Bereiche bergen dabei größere Risiken – Steckdosen oder der Küchenherd sind die besten Beispiele an dieser Stelle. Anderswo ist es dagegen weniger gefährlich.

Eltern können in allen kritischen Situationen dafür sorgen, dass Gefahren entschärft und das Risiko einer Verletzung minimiert wird. Dennoch sollen die Kinder entsprechend ihrem Alter schrittweise auch lernen, Verantwortung für ihr eigenes Tun zu übernehmen und bestimmte Gefahren richtig einschätzen zu können. Das Haus oder die Wohnung sind dabei als unmittelbare Lebensumgebung der erste Ort, wo sie sich mit vielen neuen Herausforderungen auseinandersetzen können und müssen.

Sicher und ruhig schlafen

Ein erholsamer Schlaf ist für Babys oder Kleinkinder wichtig. Dann können auch die Eltern beruhigt einschlafen. Bei den ganz Kleinen ist besonders der plötzliche Kindstod (auch SIDS – Sudden Infant Death Syndrom) gefürchtet. Neben der Vermeidung bestimmter Risikofaktoren wie etwa das Schlafen in Bauchlage und einer unzureichenden Luftzirkulation, kann mit der richtigen Gestaltung des Schlafumfeldes bestmöglich vorgebeugt werden. Nicht nur das Bettchen selbst, auch die passende Matratze oder ein Kinderschlafsack tragen dazu bei, das Risiko des SIDS zu minimieren.

Darüber hinaus können diese Tipps dabei helfen, dem Kind einen sicheren Schlaf zu ermöglichen:

  • Achten Sie auf eine ausgeglichene Temperatur im Schlafbereich damit das Kind weder überhitzen noch unterkühlen kann.
  • Verzichten Sie auf das Anbringen von Spielsachen und Mobiles mit Bändern oder Schnüren am Bett.
  • Hängen Sie keine Tücher oder Vorhänge lose über das Bett.
  • Achten Sie bei jedem Kinderbett auf einen rutschfesten Sitz der Matratze.
  • Achten Sie beim Kauf auf spezielle Prüfsiegel wie das GS-Zeichen und die Verwendung schadstofffreier Materialien.
Baby im Babybett

Spielzimmer sicher gestalten

Wenn der Nachwuchs etwas größer ist, wird das Kinderzimmer meist zum zentralen Aufenthaltsort, wo sie viel Zeit beim Spielen und Toben verbringen. Auch hier sollte auf die passende Einrichtung geachtet werden, damit sich die Kinder dort sicher bewegen können.

Vor allem am Boden halten sich die Kleinen besonders gerne auf. Ein weicher Bodenbelag oder Teppich schafft nicht nur eine angenehme Atmosphäre, sondern auch einen sicheren Untergrund.

Achten Sie darauf, dass das Kind seine Spielsachen und andere wichtige Dinge je nach Alter auch leicht selbst erreichen kann. Niedrige Regale und Kisten am Boden sind dabei sinnvoll. So können die Kleinen zudem leichter zum selbständigen Aufräumen animiert werden. Höhere Regale laden stattdessen zum Klettern ein und bergen die Gefahr, dass etwas von oben herunterfallen kann.

Bei der Möblierung sollten Sie ohnehin auf Funktionalität achten. Weniger ist im Kinderzimmer zudem oft mehr. So bleibt genügend Raum um sich entfalten und ausbreiten zu können, ohne ständig anzustoßen. Größere Möbelstücke müssen zudem kippsicher aufgestellt oder zusätzlich fixiert werden. Achten Sie zudem darauf, Möbel nicht zu nah am Fenster zu platzieren. Hier laden sie ebenfalls zum Hochklettern ein.

Für viele Kindermöbel hat der DIN-Verbraucherrat Sicherheitsvorgaben entwickelt. Wenn Sie beim Kauf auf das entsprechende DIN-Label achten, haben Sie Gewissheit, dass diese grundlegenden Standards eingehalten wurden.

Rund um Küche und Esstisch

In einem geeigneten Kinderhochstuhl kann der Nachwuchs bereits früh am Geschehen rund um den Esstisch teilhaben. Auch, wenn zunächst noch Nahrung aus dem Fläschchen gefüttert wird, kann ein Kleinkind aufmerksam verfolgen, was vor sich geht und ist nicht ausgeschlossen. Dann gestaltet sich der Übergang zu fester Nahrung oft leichter. Kindgerechtes Besteck und Geschirr hilft ebenfalls dabei, schrittweise den sicheren Umgang am Tisch zu lernen.

Verzichten Sie möglichst auf großformatige Tischdecken, die weit überhängen. Beim Krabbeln oder wenn es ans Laufen Lernen geht, greifen Kinder gerne danach und könnten sie herunterziehen – mitsamt den Gläsern und dem Geschirr darauf.

In der Küche selbst lauern mitunter weit umfangreichere Risiken. Vor allem kleinere Kinder kennen die Gefahr, die von einem heißen Herd ausgeht noch nicht. Auch der sichere Umgang mit scharfen Messern muss erst gelernt werden. In diesem Umfeld sollten Kinder deshalb stets unter Aufsicht bleiben. So können Eltern bei einer drohenden Gefahr einschreiten.

Je nach Alter und Entwicklung kann dies auch in Form einer Warnung geschehen. Kinder müssen lernen, dass es Gefahren gibt und wissen, wie sie sich davor schützen können. Sobald sie groß genug sind, helfen sie zudem gerne bei vielen Tätigkeiten mit. Schritt für Schritt können sie mit kleinen Handgriffen und Hilfsarbeiten betraut werden, um sicherer und selbständiger zu werden.

Diese Punkte sollten Sie in der Küche zudem berücksichtigen:

  • Achten Sie darauf, Reinigungsmittel und Ähnliches für Kleinkinder unzugänglich aufzubewahren, um Vergiftungen zu vermeiden. Hier finden Sie Informationen zum richtigen Vorgehen, falls Ihr Kind sich vergiftet hat.
  • Bringen Sie gegebenenfalls einen Schutz an Herd und Backofen an.
  • Drehen Sie Griffe von Töpfen und Pfannenstiele nach hinten, damit sie nicht über den Herd hinausstehen.

Mit einem geeigneten Tritthocker können sich Kinder auf Augenhöhe begeben. So werden manche Gefahren überhaupt erst sichtbar und lassen sich von ihnen leichter einschätzen.

Sicherheit im Badezimmer

Auch im Bad ist ein solcher Hocker eine praktische Hilfe. Damit können Kleinkinder leichter das Waschbecken erreichen. Allerdings gelangen sie dann auch einfacher an all die Utensilien, die im Badezimmer aufbewahrt werden und oft nicht in einem Schrank verstaut sind. Zähneputzen, Waschen und Baden unter Aufsicht ist deshalb zunächst der sicherere Weg.

Eine besondere Gefahr geht im Bad von Wasser aus. Selbst beim einfachen Händewaschen oder Abtrocknen nach dem Duschen können kleine Pfützen auf den Fliesen entstehen, auf denen man schnell den Halt verliert. Ein größerer Badteppich hilft dabei, Rutschpartien zu vermeiden.

Nach der Nutzung der verschiedenen elektrischen Helfer wie Fön oder Rasierapparat sollten Sie diese umgehend wieder ausstecken und verstauen. So werden die Kabel nicht zur Stolperfalle und ein ungewollter Kontakt der Elektrogeräte mit Wasser wird vermieden.

Umgang mit Strom und elektrischen Geräten

Ohnehin ist so gut wie jedes Zimmer heute mit mehreren Steckdosen ausgestattet – viele davon befinden sich in Bodennähe. Einfache Schutzeinsätze sind als Kindersicherung günstig und schnell installiert. Im ganzen Haushalt sollten Sie darauf achten, dass Kabel möglichst fest oder unsichtbar verlegt sind.

Suchen Sie sich bei der Nutzung von Elektrogeräten stets die nächstgelegene Steckdose aus. So werden Kabel nicht unnötig zur Stolperfalle. Neugierige Kinder ziehen gerne einmal an der „Schnur“ um zu sehen was sich am anderen Ende verbirgt. Dabei kann schnell ein heißes Bügeleisen herunterfallen. Laufende Geräte sollten deshalb niemals unbeaufsichtigt gelassen werden.

Kinder können die Risiken beim Umgang mit der „unsichtbaren“ Gefahr Strom nicht einschätzen. Achten Sie darauf, dass elektrische Geräte im Kinderzimmer unversehrt sind und lediglich mit einer Spannung von 24 Volt betrieben werden können. Für die Sicherheit von Spielzeug und Elektrogeräten für Kinder ist diese Kleinspannung gesetzlich vorgeschrieben. Gemeinsam mit den Eltern können sie von Anfang an den sicheren Gebrauch der Geräte erlernen.

Stolperfallen und scharfe Kanten vermeiden

Sobald die Kinder anfangen zu krabbeln wird es etwas anstrengender für die Eltern. Ließen sich die Kleinen bislang liegend oder sitzend ganz gut in Zaum halten, wird nun voller Energie die Umgebung erforscht. Dabei sind sie einerseits natürlich noch nicht so sicher unterwegs und wollen darüber hinaus alles Unbekannte angreifen oder in den Mund stecken.

Bis die motorische Entwicklung so weit fortgeschritten ist, dass die Kinder sich alleine risikolos fortbewegen können, ist es sinnvoll für eine möglichst sichere Umgebung zu sorgen. Vor allem im Kinderzimmer sollte auf Möbel ohne scharfe Kanten oder Ecken geachtet werden. Heizkörper können, wenn sie nicht in Betrieb sind, gegebenenfalls etwas gepolstert werden. Ein Gitter am Treppenabgang verhindert, dass zu kleine Kinder unfreiwillig die Stufen hinabstürzen können.

Auch Socken mit rutschfester Sohle oder passende Hausschuhe sind drinnen ein sinnvolles Mittel, um Stolpern und Rutschen auf glatten Böden zu verhindern. Auch Treppen lassen sich damit leichter und sicherer überwinden. Alternativ sollten Sie die Stufen mit rutschhemmenden Matten oder einem speziellen Streifen an der Kante ausrüsten.

Balkon, Terrasse und Garten – Spielen im Freien

Sobald die Kinder etwas mobiler geworden sind, wird auch die Welt draußen ein spannendes Umfeld für kleine und große Abenteuer. Zum Spielen ist ein eigener Garten ideal, dort können sie nach Lust und Laune toben. Allerdings lauern auch dort zahlreiche Gefahrenquellen. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie jedoch ebenfalls eine möglichst sichere Umgebung schaffen.

Sicherheit auf Balkon und Terrasse

Bereits bei Balkon oder Terrasse gibt es einiges zu beachten. Bei diesem Punkt kommen wir auf das Thema Pflanzen zu sprechen. Unsere Tipps dazu lassen sich auch auf Pflanzen und Grünzeug in den Zimmern übertragen.

Es gibt verschiedene Pflanzenarten, die zwar sehr schön aussehen, die allerdings giftig sind oder Hautreizungen hervorrufen können. Solange die Kinder noch so klein sind, dass sie die Gefahr nicht begreifen können, sollten Sie auf solche Pflanzen verzichten. Älteren Kindern sollte man verständlich machen, dass nicht alle Sorten genießbar sind und welche Risiken sie bergen. Sie können eine Pflanze immer erst den Eltern zeigen – so können sie nach und nach lernen, welche zum Verzehr geeignet sind und welche besser nicht einmal berührt werden sollten.

Für Balkon und Terrasse eignen sich deshalb besonders gut verschiedene Kräuter, die im Sommer ebenfalls blühen oder auch Sorten mit essbaren Blüten:

  • Kapuzinerkresse
  • Gänseblümchen
  • Ringelblume
  • Kornblume
  • Tagetes

Beim Balkon müssen Sie zudem darauf achten, dass das Geländer absturzsicher gestaltet und hoch genug ist. Lassen Sie ihr Kind nicht aus den Augen, wenn Sie befürchten müssen, dass es auf einen Stuhl klettert und sich über die Brüstung beugt. Blumenkästen, die am Geländer befestigt sind oder aufgesteckt werden, sind ebenfalls eine gute Sicherung gegen Hochklettern.

Der Garten als Spielwiese

Ein kindergerechter Garten bietet eine geräumige Rasenfläche mit Platz zum Toben oder für verschiedene Spielgeräte wie ein Klettergerüst oder einen Sandkasten. Ist der Rasen stark mit blühenden Unkräutern durchsetzt, ist es sinnvoll, die Kleinen nur mit Schuhen nach draußen zu lassen. So sind sie besser vor Bienen oder Wespen im Gras geschützt.

Spielgeräte für Kinder machen Spaß, sollten jedoch bestimmte Kriterien erfüllen. Ein Sandkasten ist beispielsweise schon für die Kleinsten geeignet, die gerade erst Laufen gelernt haben. „Sauberer“ Sand aus dem Baumarkt bietet eine gewisse Sicherheit. Dennoch ist zusätzliche Aufsicht notwendig.

Darüber hinaus bietet ein größerer Spielturm viele Möglichkeiten für Kinder, ihre motorischen Fähigkeiten zu schulen und sich auszutoben. Die Sicherheit der Kinder hat oberste Priorität, daher sollte ausreichend Zeit für die Vorbereitung sowie den Aufbau selbst eingeplant werden. Sie müssen nicht nur die fachgerechte Verankerung im Boden sicherstellen, um Unfälle zu vermeiden. Es sollte auch ausreichend Platz ringsum zur Verfügung stehen – als Sicherheitszone und Abstand vor anderen Dingen. Dies gilt für alle Spielgeräte, die im Garten aufgebaut werden, vom Planschbecken im Sommer bis hin zur einfachen Schaukel oder einer Tischtennisplatte.

Der Garten als Spielwiese

Der richtige Umgang mit Wasser

Planschbecken ist das richtige Stichwort für dieses Kapitel, denn die meisten Unfälle mit Todesfolge passieren im Planschbecken oder in der Badewanne.

In manchen Gärten befindet sich auch ein Teich, Wasserlauf oder ein Brunnen. Grundsätzlich bergen bereits sehr niedrige Wassertiefen große Gefahren für kleine Kinder. Denn sie können ertrinken, wenn das Gesicht bei einem Sturz eintaucht.

Was viele nicht wissen: Kinder ertrinken oft lautlos. Sie schlagen meist weder um sich, noch versuchen sie, aus dem Wasser zu kommen. Stattdessen fallen sie mit dem Gesicht im Wasser in eine Art Starre und atmen Wasser ein, ohne es zu merken. Schon ein Wasserstand von wenigen Zentimetern kann daher tödlich sein. Manchmal stehen die Eltern direkt daneben, ohne zu wissen, was da gerade vor sich geht. Auch der Plumps ins Wasser ist in der Regel leiser als gedacht. 

Ist Ihr Nachwuchs noch sehr klein, können Wasserflächen am besten mit einem Gitter oder Zaun gesichert werden. Eine Plane allein reicht nicht aus. Im Gegenteil, dadurch erhöht sich die Gefahr nur noch. Ein Regenfass oder Bottich lässt sich mit einem Deckel verschließen. Auch wenn die Kinder älter werden, sollten Sie sie beim Planschen im Wasser beaufsichtigen. Erst wenn sie im Umgang mit Wasser sicher sind und etwa Schwimmen gelernt haben, können sie auch einmal eine Zeitlang alleine spielen.

Rutschfeste Bodenbeläge im Überblick

Neben einer großen Rasenfläche gibt es im Garten oft noch andere Bodenbeläge, etwa Trittstufen oder gepflasterte Flächen in einem Sitzbereich. Diese können nicht nur bei einem Sturz gefährlich werden, je nach Material sind sie auch etwas rutschiger, wenn es nass ist. Beim Anlegen des Gartens sollte deshalb auf Rutschfestigkeit geachtet werden. Geriffeltes Holz oder Steine mit rauer Oberfläche sind die bessere Wahl. Alternativ können Wege auch mit Rindenmulch aufgeschüttet werden, der zusätzlich dämpfende Eigenschaften besitzt.

Rund um Spielgeräte kann es zudem sinnvoll sein, stoßdämpfende Gummimatten oder –fliesen als sogenannten Fallschutzboden auszulegen. Sie sind gleichzeitig witterungsbeständig und wasserdurchlässig und federn Stürze etwas ab. Am Ende einer Rutsche kann ein „Becken“ mit Sand ebenso dämpfend wirken.

Zwischen Beschützen und Grenzen austesten

Wirklich hundertprozentig werden Sie ihren Nachwuchs nicht vor Verletzungen und dem einen oder anderen Missgeschick beschützen können. Das ist auch gut so, denn die Kinder müssen lernen, Gefahren zu erkennen, sie einschätzen zu können und wissen, wie sie sich davor schützen können.

Ein Sturz mit aufgeschlagenem Knie sorgt zunächst immer einmal für Tränen und Eltern bricht es das Herz, wenn sie ihren Sprössling leiden sehen. Doch kleinere „Unglücke“ gehören zum Aufwachsen dazu. Hier müssen auch die Eltern lernen, die Gratwanderung zu meistern und ihre eigene Vorsicht nicht Überhand gewinnen lassen. Als sogenannte Helikopter-Eltern tun sie ihren Kindern dabei nämlich nichts Gutes.

Kindern genügend Freiraum geben, selbst Erfahrungen zu sammeln

Vielmehr sollten Sie für Ihr Kind eine geeignete Umgebung schaffen, in dem es unter kontrollierten Umständen eigene Erfahrungen machen kann. Misserfolge und kleinere Blessuren gehören hier ganz natürlich mit dazu. Nur so können die Kinder am eigenen Leib erfahren, wie die Konsequenzen bestimmter Handlungen aussehen. Sie lernen die Grenzen ihres Körpers und ihrer Fähigkeiten besser einzuschätzen und können daraus schließen, wie weit sie beim nächsten Mal gehen können.

Die persönliche Aufsicht spielt dabei eine wichtige Rolle. Gerade bei kleinen Kindern kann nur so sichergestellt werden, dass Sie in einer gefährlichen Situation doch noch eingreifen können. Je nach Entwicklungsstand sollten Sie Ihr Kind beim Spielen auf verschiedene Gefahren aufmerksam machen. So kann es selbst darüber nachdenken und sein Verhalten entsprechend anpassen.

Zudem verfügt jeder Mensch über angeborene Schutzreflexe. Sie sorgen dafür, dass sich die negativen Folgen in einer Gefahrensituation in Grenzen halten. Kinder müssen lernen, sich auf diese Reflexe verlassen zu können.

Hilfestellung geben

Darüber hinaus können Sie ihr Kind mit zusätzlichen Hilfestellungen bei seinen Erfahrungen unterstützen. Auch so lassen sich bestimmte Risiken besser kontrollieren. Animieren Sie ihren Nachwuchs dazu, mutig zu sein und neue Dinge auszuprobieren und loben Sie das Kind, wenn es etwas Herausforderndes gemeistert hat. So fördern Sie ein gesundes Selbstvertrauen.

Gerade für eine gesunde motorische Entwicklung ist es wichtig, dass sich die Kleinen viel bewegen und dabei ihren Körper ausprobieren können. Eine helfende Hand beim Balancieren oder an einem Klettergerüst bekräftigt sie bei ihren Aktivitäten.

Regeln etablieren

Auch Regeln können Kindern eine gewisse Sicherheit vermitteln. Von klein auf dienen sie ihnen als Orientierung und geben einen gewissen Spielraum vor, an den sie sich halten können. Erklären Sie ihnen, warum es die Regeln gibt und worauf sie abzielen. Auch das hilft dabei, dass die Kinder lernen Risiken zu erkennen und richtig einzuschätzen.

Denken Sie zudem stets an Ihre Vorbildfunktion. Die Kinder werden sich stets an Ihrem Verhalten orientieren, das sie ihnen im Alltag vorleben. Halten Sie sich selbst nicht an bestimmte Regeln, ist es schwer, die Kleinen dazu zu bewegen.

Fazit

Es ist nicht immer leicht, Seine Kinder loszulassen, in der Gewissheit, dass sie bestimmten Gefahren ausgesetzt sind. Dennoch lässt sich mit bestimmten Sicherheitsvorkehrungen und einem achtsamen Auge ein geborgenes Umfeld schaffen, in dem die Kleinen vor unnötigen Risiken verschont bleiben.
Die richtige Erziehung zu einem gefahrenbewussten Verhalten braucht Zeit und die Kinder müssen dabei auch selbst negative Erfahrungen machen. Viele Maßnahmen sind sinnvoll um schwerere Unfälle und Verletzungen zu vermeiden. Ein Zuviel kann jedoch auch dazu führen, dass die Kinder kein sicheres Verhalten lernen und Gefahren nicht richtig einschätzen können. Hier gilt es jeden Tag aufs Neue den richtigen Mittelweg zu finden.


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