Wie Kinder trocken werden und wie Sie wirklich helfen können

Beim ersten Kind ist die Unsicherheit oft besonders groß. Gerade in puncto trocken werden gibt es etliche verschiedene Herangehensweisen und jeder glaubt, dass seine die einzig Wahre sei. Je rigoroser die Erziehung, desto überzeugter vertreten Befürworter ihre Meinung vor anderen. Aber was ist denn nun richtig? Wir beleuchten verschiedene Aspekte der Sauberkeitserziehung und geben Tipps, wie es richtig geht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gute Ratschläge sind oft mit Vorsicht zu genießen!
  • Kinder werden im Schnitt mit 33 Monaten (auch nachts) trocken, aber selbst größere Abweichungen sind normal.
  • Erst ab 5 Jahren spricht man von Einnässen.
  • Es gibt Dinge, die im Gehirn angelegt werden müssen und Dinge, die ein Kind mit unserer Hilfe lernen kann.
  • Uns Eltern kommt dabei nur eine Helfer- und Vorbildrolle zu, aber nicht die des Lehrers.
  • Anhand von Reifezeichen lässt sich erkennen, in welchem Entwicklungsabschnitt das Kind gerade steckt.
  • Wenn Kinder mit 5 Jahren noch einnässen, ist meist ärztliche Begleitung nötig. Vorher dürfen Sie entspannt bleiben und abwarten.

Diese Fragen sollten Sie sich stellen

  • Was passt denn für uns und was ist das Beste für unser Kind?
  • Sollten wir auf all die guten Ratschläge wirklich hören?
  • Und welche davon sind tatsächlich sinnvoll?
  • Oder sollten wir lieber unseren eigenen Weg gehen und uns belesen, statt auf andere zu vertrauen?

Die Antwort darauf ist nicht immer ganz einfach. Denn, wenn es um Kinder geht, werden verschiedenste Meinungen regelrecht aufgedrängt. Gerade die ältere Generation der Mütter und Großmütter scheut sich nicht, ganz offen den Erziehungsstil ihrer Kinder und Enkel zu kritisieren. Aber haben sie immer Recht? Ganz sicher nicht. Daher ist es besser, die Fakten zu kennen, die die Wissenschaft mittlerweile über das trocken werden bei Kindern herausgefunden hat.

Wann Kinder normalerweise trocken werden

Zuerst einmal ist es wichtig zu wissen, dass die Darmkontrolle oft vor der Blasenkontrolle erlangt wird. Das heißt, dass viele Kinder schon in der Lage sind, ihr großes Geschäft auf Topf oder Toilette zu verrichten, bevor das auch mit dem Pipi zuverlässig klappt. Dann wurde mit zahlreichen Studien belegt, dass die allermeisten Kinder durchschnittlich bis zum Alter von 28 Monaten tagsüber und mit 33 Monaten auch nachts trocken werden. Dies sind natürlich nur Durchschnittswerte. Dabei ist es unerheblich, ob eine konsequente Sauberkeitserziehung erfolgte – windelfreie Erziehung mal ausgenommen – oder nichts, beziehungsweise wenig unternommen wurde.

Ihr Kind muss merken, dass es muss

Wann Ihr Kind trocken wird, hängt vor allem davon ab, wie weit es in seiner Entwicklung ist. Zuerst muss das Kind seine Blase beziehungsweise seinen Darm richtig wahrnehmen. Einfach ausgedrückt: Es muss merken, dass es muss. Was so einfach klingt, ist ein sehr komplexes Zusammenspiel etlicher Sensoren, Nervenbahnen, Muskeln und den entsprechenden Verknüpfungen im Gehirn.

Es kann durchaus passieren, dass ein Kind schon mit einem guten Jahr dazu in der Lage ist, was aber eher selten ist. Andere Kinder hingegen sind erst mit 5 oder sogar später so weit. Vorher wird die zunehmende Füllung von Blase (oder Darm) gar nicht bewusst realisiert und es kommt zu Spontanentleerungen. Das Kind lässt also laufen, ohne es überhaupt zu merken.

Erst nach dem 5. Lebensjahr spricht man vom Ein- bzw. Bettnässen

Vorher wird, wenn es keine konkreten Auffälligkeiten wie Probleme beim Wasserlassen gibt, von Seiten der Ärzte auch nichts unternommen. Dennoch werden viele Eltern schon sehr unruhig, wenn ihr Kind auch mit drei Jahren noch kein Interesse am Trocken werden zeigt. Schließlich sind dann die meisten Kinder schon trocken.

Wer das nicht akzeptieren kann, greift oft zu härteren Maßnahmen, wie nächtlichem Wecken oder einer Reduzierung der abendlichen Trinkmenge. Diese Methoden sind jedoch in diesem jungen Alter nicht nur unsinnig, sondern können sogar schädlich sein. Meist sind die betroffenen Kinder einfach noch nicht so weit. Das muss man aber wissen. Ums Trocken werden ranken sich etliche Mythen.

Lesen Sie dazu auch: Oma hat nicht immer Recht – 7 Mythen rund um das Sauber werden

Regelmäßiges „Topfen“ ist kein Ausweg

Es hilft nicht, wenn unsere Großmütter oder manchmal auch die Mütter erzählen, dass ihre Kinder ja wohl schon mit einem Jahr trocken gewesen seien und dass man so früh wie möglich damit beginnen muss, sie auf den Topf zu setzen, damit es klappt. Dieser Rat ist bei allem gebührenden Respekt sehr fragwürdig. Das sogenannte „Topfen“ wurde bis in die 50er/60er Jahre intensiv praktiziert, und im Osten Deutschlands war es in Ermangelung von Wegwerfwindeln noch bis zur Wende ein essentieller Bestandteil der frühkindlichen Erziehung.

Lesen Sie dazu auch: Mein Kind will nicht auf den Topf – Das können Sie tun

Das Erlangen der Blasenkontrolle

Jedoch sorgt das regelmäßige Auf-den-Topf-setzen keineswegs für ein früheres Trocken werden des Kindes. Die tatsächlich dafür nötige Blasenkontrolle erlangt ein Kind auf diese Art nämlich nicht. Diese gilt erst als erreicht:

  1. wenn das Kind rechtzeitig Bescheid sagt, dass es muss
    Das Kind muss also nicht nur merken, dass es muss, sondern auch zuverlässig Meldung machen und dies mit so viel Vorlauf, dass es noch klappen kann.
  2. wenn das Kind willentlich Urin absetzen kann
    Wenn vor dem Verlassen des Hauses noch einmal die Toilette aufgesucht wird, muss das Kind in der Lage sein zu pullern, selbst wenn die Blase noch nicht ganz gefüllt ist.
  3. wenn das Kind in der Lage ist, die Urinabgabe etwas hinauszuzögern
    Wenn gerade keine Toilette in Sicht ist, muss das Kind fähig sein, noch ein paar Minuten einzuhalten, bis eine Möglichkeit gefunden ist, sich zu erleichtern.
  4. wenn das Kind nachts trocken durchschläft oder rechtzeitig zur Toilette geht, wenn die Blase voll ist
    Dieser Schritt dauert am längsten, da die Körperwahrnehmung in der Nacht schlechter ist als tagsüber, wenn das Kind bei vollem Bewusstsein ist. Das Kind muss also unterbewusst merken, dass die Blase voll ist und dann so weit erwachen, dass es in der Lage ist, Toilette oder Topf aufzusuchen, bevor es zu spät ist.

Jedes Kind ist anders

Die oben genannten Entwicklungsschritte werden erst nach und nach erreicht. Wie lange es dauert, bis alle Entwicklungsschritte gemeistert sind, ist von Kind zu Kind verschieden. Die Entwicklung selbst lässt sich durch nichts beschleunigen.

Was von Müttern und Großmüttern in der Erinnerung oft verklärt wird, ist also nichts anderes, als dass die Kinder trockengelegt wurden. Es ging zwar nicht so viel in die Windel, was für Mütter, die Stoffwindeln noch mit der Hand wuschen, durchaus begrüßenswert war, aber es beschleunigte die Entwicklung der beteiligten Nervenbahnen und Verknüpfungen im Gehirn keineswegs.

Die Kinder blieben also trocken, ohne wirklich trocken zu sein. Mitunter sorgte die Methode sogar für das ein oder andere Trauma bei solchen Kindern, die sich gegen den Topf wehrten und dennoch sitzen bleiben mussten.

Die „windelfrei“-Methode

Etwas anders sieht es bei der gänzlich windelfreien Erziehung aus. Ihre Verfechter schwören, dass in diesem Stil erzogene Kinder weit früher trocken werden als andere. Schon Neugeborene werden über Toilette oder Schüssel abgehalten und sollen so die Fähigkeit behalten, sich vor der Entleerung bemerkbar zu machen.

Neugeborene können mitteilen, wenn sie „müssen“

Diese Fähigkeit besitzen alle Babys von Geburt an. Sie verliert sich allerdings im Laufe der Monate, wenn niemand darauf eingeht. Von Müttern verlangt dieses Vorgehen eine ausgezeichnete Spürnase und maximale Aufmerksamkeit, müssen sie doch die subtilen Zeichen erkennen, die ihr Kind gibt.

Diese Methode entspringt sicherlich dem Verlangen nach mehr Natürlichkeit und hört sich erst einmal gar nicht verkehrt an. Immerhin schont sie die Umwelt weit mehr, als die Berge von Wegwerfwindeln, die die meisten Kinder im Laufe der ersten Lebensjahre produzieren. Aber ist sie auch praktikabel?

Lesen Sie dazu auch: Windelfrei – Vorteile, Nachteile und Umsetzung im Alltag

Meist ist es schon zu spät

So oder so, wenn Eltern beginnen, sich für das Thema des Trockenwerdens zu interessieren, ist es meist schon zu spät, mit der windelfreien Methode durchzustarten. Denn dann ist das Kind bereits an die Windel gewöhnt und wann Sie mit der Entwöhnung beginnen können, hängt wieder gänzlich vom Entwicklungsstand des Kindes ab.

Das kann ein Kind mit unserer Hilfe lernen

Wenn ein Kind also, wie in der westlichen Welt üblich, mit Windeln aufgewachsen ist, gibt es dann überhaupt etwas, dass wir als Eltern tun können? Ja, durchaus! Neben der kindlichen Reife gibt es auch Etliches, dass das Kind von uns oder mit unserer Hilfe lernen kann, immer vorausgesetzt, es hat die entsprechende Stufe bereits erklommen.

Diese Dinge kann ein Kind lernen:

  1. Ein nasser Po ist unangenehm
    Ein Kind, dass Tag und Nacht moderne Windeln trägt, wird diese Erfahrung nicht machen können. Also hilft es, wenn das Kind gelegentlich entweder ganz ohne Windeln oder mit Stoffwindeln herumlaufen darf.
  2. Was bedeutet es, wenn es drückt?
    Am Anfang nimmt das Kind zwar wahr, dass die Blase oder der Darm drücken. Jedoch lernt es erst im Laufe der nächsten Wochen, dass dies heißt, dass eine Entleerung kurz bevor steht.
  3. Wie viel Zeit bleibt mir, bis es zu spät ist?
    Selbst wenn dem Kind schon bewusst ist, dass es gleich muss, kann es nur durch etliche Versuche lernen, wie viel vorher man bescheid sagen muss, damit man es noch auf die Toilette oder den Topf schafft.
  4. Wo kann ich mich erleichtern?
    Wenn das Kind schon ohne Windel unterwegs sein darf, wird es mithilfe der Eltern lernen müssen, wie man eine Toilette findet und wo es eher unangebracht ist, sich zu erleichtern.
  5. Was muss ich dort tun?
    Und auch wenn eine Toilette gefunden ist, müssen die Abläufe dort erlernt und verinnerlicht werden. Auch das Händewaschen am Ende muss als wichtiger Teil des Rituals erst erlernt werden.
  6. Wie kann ich das Risiko verringern, dass ich unterwegs muss?
    Eltern können ihre Kinder unterstützen, indem sie ihnen vormachen, dass es sinnvoll ist, zuhause noch einmal die Toilette aufzusuchen, bevor es an die frische Luft geht.
  7. Mit welchen Übungen kann ich den Urin etwas länger halten?
    Urin bei voller Blase einhalten zu können, ist gar nicht so einfach. Das Kontrahieren des Beckenbodens muss erst geübt werden, bevor es verlässlich klappt. Und auch dann ist das System immer noch anfällig. Ein klemmender Knopf reicht, und das Malheur ist passiert.
  8. Meine Ausscheidungen sind nichts, das mir „abhanden“ kommt.
    Ein Kind ist immer stolz, wenn es etwas erreicht hat. Auch das Produzieren von Ausscheidungen gehört dazu. Das Kind empfindet sie als ein Teil von sich. Wenn dann zum Beispiel die Wurst einfach achtlos im Klo heruntergespült wird, kann das schon eine kleine Krise auslösen.

Bei all diesen Punkten können wir unser Kind unterstützen, wenn es bereit ist. Dabei ist es wichtig, lediglich eine Rolle als liebevoller Begleiter statt die des strengen Lehrers einzunehmen. Positiv bestärkt verlieren die Kinder nicht den Spaß an der Sache. Wenn Sie jedoch eine hohe Erwartungshaltung haben und Druck aufbauen, kann das schnell nach hinten losgehen. Das Kind verschließt sich und hat mitunter keine Lust mehr, auch dann auf die vertraute Windel zu verzichten, wenn es vielleicht von den körperlichen Voraussetzungen so weit wäre, sauber zu werden.

Das sind die Reifezeichen

Sie werden sich fragen, woran Sie bitteschön erkennen sollen, wann das Kind die Voraussetzungen erworben hat, damit Sie mit Ihrer Hilfestellung nicht zu früh beginnen. Es gibt auch beim Thema Trocken werden recht typische Reifezeichen, auf die Sie achten sollten. Dies sind sie:

  1. Das Kind interessiert sich zunehmend für seine Ausscheidungen.
    Mit etwa anderthalb beginnen viele Kinder den Inhalt ihrer Windel zu untersuchen oder bestaunen amüsiert die kleine Fontäne, die da aus Penis oder Scheide kommt. Dieses Interesse ist wichtig und sollte nicht unterbunden werden. Jetzt können Sie beginnen, Ihrem Kind alles zu erklären.
  2. Das Kind zeigt echtes Interesse am Toilettengang.
    Viele Kinder dürfen schon von Anfang an mit Eltern und Geschwistern ins Bad. Aber erst, wenn sie selbst bereit sind, trocken zu werden, werden sie genau hingucken, was dort getan wird. Helfen Sie indem Sie alle Schritte erklären und vielleicht schon erste Dinge vom Kind erledigen lassen. Wenn gleichaltrige oder etwas ältere Kinder zu Besuch kommen, die bereits trocken sind, kann es helfen, wenn Ihr Kind mitgehen darf.
  3. Das Kind teilt mit, dass es soeben etwas gemacht hat.
    Die Meldung im Nachhinein mag vielen Eltern völlig überflüssig vorkommen. Jedoch markiert sie einen wichtigen Meilenstein in der kindlichen Entwicklung. Das Kind hat gemerkt, dass es entweder Pipi oder Kacka gemacht hat und verkündet dies stolz. Es hat also eindeutig Interesse an diesen Vorgängen. Freuen Sie sich mit ihm. Es ist bald so weit.
  4. Das Kind merkt, dass es muss, bevor es losgeht.
    Dies ist ein ganz wichtiges Zeichen. Wenn Ihr Kind schon sprechen kann, wird es Ihnen vielleicht bereits mitteilen können, dass es muss. Das muss allerdings nicht unbedingt sein. Vielleicht zeigt es auch nur erste Versuche, Urin oder Kot etwas länger zu halten, indem es auf der Stelle trippelt oder die Hand in den Schritt hält. Hier können Sie helfen, indem Sie das Kind darauf aufmerksam machen, dass es sich gleich erleichtert.
  5. Das Kind möchte keine Windel mehr.
    Dies ist oft ein untrügliches Zeichen, dass es bald so weit ist. Ihr Kind möchte selbständig werden. Helfen Sie ihm, indem Sie die Windel tatsächlich ab und zu weglassen. Es kann durchaus noch dauern, bis Ihr Kind dann tatsächlich trocken ist. Denn selbst wenn es geistig bereit ist, hinkt die körperliche Entwicklung mitunter noch etwas hinterher. Aber einen Versuch ist es immer wieder wert.

Mehr zu den Reifezeichen können Sie hier nachlesen: Die Reifezeichen – So erkennen Sie, dass Ihr Kind bald trocken wird

So können Sie Ihr Kind unterstützen

Wenn Sie diese Zeichen gesehen haben, ist es Zeit, das Kind zu unterstützen. Denn überhaupt nichts zu tun und aus Bequemlichkeit alles so weiterlaufen zu lassen wie bisher, ist zwar entspannt, beraubt das Kind aber wichtiger Erfahrungen und Erkenntnisse. Hingegen bewirkt zu viel Druck auch durchaus das Gegenteil und es dauert noch länger, bis es wirklich klappt. Eltern sollten also subtil vorgehen.

Das können Sie tun

  • Lassen Sie Ihr Kind immer mitgehen
  • Erklären Sie dem Kind viel
  • Wecken Sie sein Interesse für Töpfchen und Co. spielerisch
  • Bieten Sie Töpfchen oder Toilettenaufsatz an
  • Räumen Sie Hindernisse aus dem Weg
  • Lassen Sie Ihr Kind die Darmkontrolle üben
  • Begleiten Sie den Erwerb der Blasenkontrolle positiv
  • Bleiben Sie auch bei Unfällen gelassen und motivieren Sie Ihr Kind
  • Hier finden Sie mehr Informationen darüber, wie die Hilfestellung konkret aussehen kann.

Vor allem der vorletzte Punkt ist gar nicht so einfach, vor allem, wenn immer wieder etwas daneben geht. Aber der Weg zur Sauberkeit ist oft lang und steinig. Durchbrüche, wo Kinder innerhalb weniger Tage trocken werden, gibt es sehr selten. Meist stellen sich nach und nach immer mehr Erfolge ein, gesetzt den Fall das Kind verliert nicht vorher die Lust.

Nicht unter Druck setzen!

Kinder profitieren enorm davon, wenn die Eltern sie nicht unter Druck setzen. Sie sollten keinesfalls mit aller Macht versuchen, Ihrem Kind Dinge beizubringen, die es noch gar nicht können kann. Meist entstehen Fehler dadurch, dass Eltern zu sehr auf das hören, was Außenstehende ihnen raten. Oder aber die Erzählungen der Eltern und Großeltern sind so fest im Kopf verankert, dass wir sie als Selbstverständlichkeit empfinden.

Hören Sie stattdessen lieber auf Ihren eigenen Instinkt und natürlich auf Ihr Kind. Denn Kinder wissen in grundlegenden Dingen – Süßigkeiten mal ausgenommen – erstaunlich gut, was zu welchem Zeitpunkt genau richtig für sie ist.

Lesen Sie auch: Schnell trocken werden – Diese 5 Fehler sollten Sie vermeiden

Wenn die Sauberkeit zum Problem wird

Aber auch wenn Sie alles richtig gemacht haben, kann es passieren, dass Ihr Kind auch jenseits des 5. Geburtstages noch Probleme mit der Sauberkeit hat. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Nässt Ihr Kind also mit 5 immer noch ein, dann stellen Sie es unbedingt dem Kinderarzt vor. Dieser wird alle nötigen diagnostischen Möglichkeiten ausschöpfen, um eine etwaige Inkontinenz ausschließen zu können.

Fehlbildungen ausschließen

Verschiedene Fehlbildungen im Bereich der Harnwege können eine Inkontinenz hervorrufen. Es kommt dann zu Störungen in der Füllungs- oder Entleerungsphase der Blase, oder es liegt eine Überlaufinkontinenz vor. Kinder, die einkoten, können Fehlbildungen im Bereich des Enddarms oder des Schließmuskels aufweisen. All dies ist jedoch selten. Wahrscheinlicher sind andere Gründe.

Eine Reifungsverzögerung ist häufiger der Grund

Zum einen kann es sein, dass das Kind aufgrund einer Reifungsverzögerung noch nicht so weit ist, wie andere Kinder. Dies zeigt sich vor allem bei nächtlichem Einnässen, der sogenannten Enuresis. Das Kind hat also mit 5 Jahren noch keine vollständige Blasenkontrolle erlangt. Es nimmt die Signale seiner Blase vor allem nachts schlecht wahr. Diese Reifungsverzögerung geht meist mit anderen Problemen wie Schlafstörungen oder Konzentrationsschwäche einher.

Es braucht jedoch mehrere Faktoren, die zusammentreffen, bis eine Einnässproblematik entsteht. So produzieren betroffene Kinder oft aufgrund einer hormonellen Schieflage nachts mehr Urin, als sie eigentlich sollten. Dazu kommt oftmals eine schwerere Weckbarkeit als bei anderen Kindern.

Psychische Belastungen in Betracht ziehen

Ein anderer Erklärungsansatz stellt die Psyche einnässender Kinder in den Vordergrund. Dies trifft vor allem auf solche Kinder zu, die eigentlich schon trocken waren und die Fähigkeit, ihre Blase zu kontrollieren, scheinbar wieder verloren haben. Die Blase, als sensibles Organ, reagiert also auf seelische Belastungen. Nicht immer ist es leicht, die auslösenden Belastungen zu identifizieren. Ein Einnässkalender und therapeutische Begleitung helfen dabei.

Auch das Einkoten kann mit psychischen Problemen zusammenhängen. Es kann jedoch auch eine Folge von immer wiederkehrenden Verstopfungen sein und deshalb zum bewussten oder unbewussten Stuhlverhalt führen. Auch diese Problematik bedarf ärztlicher Begleitung.

Lesen Sie auch: Mein Kind ist noch nicht trocken – Ursachen für das Bettnässen und was Sie tun können

Fazit

Konnten wir Ihre Fragen beantworten? Vielleicht haben Sie sich etwas komplett Anderes vorgestellt und sind nun überrascht, dass es kein spezielles 12-Punkte-Programm gibt, dass zum sicheren Erfolg führt. Am wichtigsten ist es, locker und positiv zu bleiben und dem Kind ein gutes Gefühl zu geben. Wenn Sie weitere Fragen zum Trocken werden haben, dann schreiben Sie sie uns gern in die Kommentare.

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