Wie Du sinnvoll Geld für deine Kinder anlegen kannst

Egal ob sie Kindergeld, Elterngeld, beides oder gar keins von beidem beziehen, fast alle Eltern stellen sich die Frage: Wie biete ich meinem Kind am meisten? Deshalb legen einige Eltern das Geld, das der Staat ihnen für ihre Kinder überweist, an. So wollen sie dem Nachwuchs später ein Auto, ein Studium oder einen Auslandsaufenthalt ermöglichen. Dabei sind die verschiedenen Anlagemöglichkeiten ebenso vielfältig wie die Anleger. Wir erklären dir hier, welche Chancen und Risiken unterschiedliche Investitionen bieten.

Die Art des Investments

Zunächst musst du dir selbst die Frage stellen, wie du das Geld investieren möchtest. Willst du einmalig eine große Summe investieren oder Monat für Monat ansparen? Auch der Zeitpunkt, zu dem dein Kind später einmal das Geld erhalten soll, spielt eine wichtige Rolle: Zwischen einer mittleren Reife und einem Doktortitel können mehr als 10 Jahre liegen! Sobald du weißt, in welcher Weise du für welchen Zeitpunkt Vorsorge treffen willst, geht es an die Auswahl einer passenden Investitionsmöglichkeit.

1. Aktien

Über einen langen Zeitraum in Aktien zu investieren, kann extrem lohnenswert sein. Durch das Wachstum der Unternehmen gewinnt eine Aktie konstant an Wert und kann in 10 Jahren ein Vielfaches wert sein. Um das Jahr 2000 herum konntest du für etwa 30 Euro Anteile vom Volkswagenkonzern kaufen. Trotz des Dieselskandals in der jüngeren Vergangenheit liegt die Aktie aktuell bei über 150 Euro (Juli 2019). Die investierte Summe hätte sich also in 19 Jahren verfünffacht. Zu ihren besten Zeiten stand die Aktie 2015 bei über 250 Euro. Ein Verkauf nach 15 Jahren hätte also mehr als eine Verachtfachung des Investments bedeutet. Dass es auch anders gehen kann, zeigt allerdings Nokia: Ein Investment aus dem März 2000 über 60 Euro hat heute keine 5 Euro mehr an Wert. Von einer Investition blieben hier keine 10% übrig. Bedenkt man die Marktmacht, die Nokia Anfang der 2000er noch hatte, ist das eine schockierende Entwicklung. Ein Vorteil, den Aktien bieten, sind gemischte Fondsparpläne. Diese kannst du mit einer monatlichen Summe besparen und in der Regel wachsen sie jährlich um einige Prozent. Da sich diese Fonds aus den Anteilen vieler verschiedener Unternehmen, Immobilien und Edelmetallen zusammensetzen, entwickeln sie sich sehr stabil. Weder sind große Gewinne (über 10% jährlich) noch große Verluste (über 5% jährlich) zu erwarten. Je nach der Zusammensetzung des Fonds kann er entweder sehr krisenanfällig oder weitestgehend krisenresistent sein. Als Faustregel gilt: Je mehr Aktienanteil, desto anfälliger, je mehr Edelmetalle, desto sicherer. Deshalb solltest du dich im Vorfeld darüber informieren, wie ein Fonds strukturiert ist und ob er zu deinem Vorhaben passt.

2. Edelmetalle

Derartige Rohstoffe sind ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist die Chance eines Totalverlusts gleich Null, andererseits ist es auch schwer, eine gute Rendite zu erzielen. Überspitzt ausgedrückt, eignen sich Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin sehr gut dazu, Verluste zu vermeiden und eher schlecht wenn es darum geht, hohe Gewinne zu erzielen. Sie sind absolut krisensicher. Das größte Problem ist der Einstiegspreis: Wenn du deine Metalle zu teuer einkaufst, verlierst du am Ende Geld. Wenn du aber einen günstigen Preis langfristig nutzen möchtest, musst du auf einen Schlag eine hohe Summe investieren. Das Besparen eines Edelmetalldepots über einen längeren Zeitraum durch monatliche Raten ist gewiss möglich, aber selten sinnvoll. Du musst also regelmäßig selbst überprüfen, wann ein guter Zeitpunkt ist, um zu investieren. Dennoch sind Goldmünzen oder -barren ein beliebtes Geschenk, das Kindern zum Schulabschluss oder zur Volljährigkeit überreicht wird. Hier steht aber eher die Geste im Vordergrund und weniger der finanzielle Aspekt: Oft sind Geschenkmünzen beispielsweise im Geburtsjahr des Kindes geprägt. Wenn du in Edelmetalle investieren möchtest, solltest du dich vorher genau informieren. Eine gute Übersicht mit Hinweisen findest du bei Goldkontor Hamburg.

3. Immobilien

Immobilien haben ein ähnliches Problem wie Edelmetalle: Wenn du sofort eine hohe Sicherheit und eine gute Entwicklung sehen willst, musst du viel Geld auf einmal investieren. Der Immobilienmarkt in Deutschland wächst seit Jahren rasant und noch ist kein Ende in Sicht. Durch die gemäßigte Lage spielen Naturkatastrophen keine Rolle. Ein Vorteil bei Immobilien ist ähnlich dem von Edelmetallen: Die Chance auf einen Totalverlust des investierten Geldes ist gering. Dennoch solltest du Vorsicht walten lassen und genau überlegen, in welcher Form du investieren möchtest. Indem du monatlich einen Immobilienfonds besparst, hast du eine relativ sichere Rendite von wenigen Prozent pro Jahr (aktuell 1 bis 3%). Wenn dir das nicht genug ist, musst du eine Immobilie selbst kaufen und entweder vermieten oder auf steigende Preise spekulieren. Doch mit dem eigenständigen Kauf sind wieder Risiken verbunden. Wenn beispielsweise ein Dach neu gedeckt werden muss, kann auch ein unbewohntes Haus schnell sechsstellige Summen verschlingen. Wenn du diese Summen nicht stemmen kannst, wirst du schnell Opfer einer Zwangsversteigerung.

4. ETFs

Exchange-traded funds, zu Deutsch börsengehandelte Fonds, kommen immer mehr in Mode. Diese Fonds sind meistens Indexfonds, die einen realen Börsenkurs abbilden. Der Handel läuft ähnlich ab wie bei Aktien, doch es gibt einige wichtige Unterschiede:

  • Anleger handeln ETF nur an der Börse, ein Erwerb über die emittierende Investmentgesellschaft ist nicht vorgesehen.
  • Einmal pro Tag erfolgt eine Veröffentlichung der Zusammensetzung des Sondervermögens.
  • Der Emittent von ETF veröffentlicht während des Handelstages fortlaufend einen indikativen Nettoinventarwert.
  • Neue ETF-Anteile werden im sogenannten Creation/Redemption-Prozess geschaffen.

Auch die zu tragenden Kosten unterscheiden sich von denen bei Aktien. Bei einem Investment in ETFs trägst du neben den Transaktionskosten des Fonds und den üblichen Gebühren für den Börsenhandel zusätzlich die Kosten, die in der Gesamtkostenquote zusammengefasst sind. Beispiele hierfür sind Management- und Indexgebühren. Da aber besonders passiv verwaltete Indexfonds beliebt sind, beträgt die Managementgebühr meistens unter einem Prozent. Aktiv gemanagte Fonds sind seltener und meistens weniger lukrativ. Ein Vergleich:

Kaufst Du Dir für 10.000 Euro Anteile an einem aktiven Fonds, der auf deutschen Standardwerten basiert, kommst Du bei der langfristig typischen Daxrendite von etwa 8% pro Jahr nach 25 Jahren auf rund 45.000 Euro Endvermögen. Der geringe Betrag entsteht, weil etwa 5% Ausgabeaufschlag und 1,5% Gebühren deinen Gewinn schmälern. Setzt du auf einen identischen Fonds mit passivem Management und gehen wir von einem Dax-ETF mit 0,1% Gebühren pro Jahr aus, besitzt du nach 25 Jahren 67.000 Euro.

Einen guten Einstieg in das Thema ETF findest du auf justETF.com.

Fazit

Eine Grundregel des Investierens stammt von Warren Buffet und sie ist uneingeschränkt gültig: „Investiere nicht in Dinge, von denen Du keine Ahnung hast.“ Wer sich mit Aktien, Edelmetallen, ETFs und Immobilien auskennt, hat sehr gute Chancen, für seine Kinder eine attraktive Rendite zu sichern. Wenn du dich auf diesen Gebieten allerdings schwer tust, solltest du dich auf einen kompetenten Berater verlassen.


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