Je früher, desto ertragreicher: Wie du mit ETFs und Aktien Geld für dein Kind anlegst

Lange ist es her, dass Sparer auf sichere Geldanlagen von der Hausbank einen Zinssatz von 4 Prozent erwarten konnten. Da haben sich die Sparbücher, die viele Eltern oder Großeltern zur Geburt eines Kindes eröffnet haben, noch gelohnt – zum 18. Geburtstag hatte sich dann ein schöner Betrag für den Einstieg in Studium oder Beruf summiert. Diese finanzielle Unterstützung wird jedoch immer wichtiger, doch die Voraussetzungen haben sich vollkommen verändert: Heute musst du höhere Risiken eingehen, um eine interessante Rendite auf deine Sparbeträge zu erhalten. Hier kommen in erster Linie Aktien – und zwar am besten in Form von Fonds – in Frage, doch die Auswahl an Investmentfonds ist enorm und die Unterschiede sind durchaus gravierend. Viele Argumente sprechen für ETFs, die wir im Folgenden deswegen näher beleuchten.

Zeitgemäß sparen – neue Ansätze notwendig

Wenn du in Aktien investierst, beteiligst du dich indirekt an einem Unternehmen – und an dessen wirtschaftlicher Entwicklung. Wie die jedoch künftig aussehen wird, das ist nur schwer einzuschätzen. Das klingt erst einmal riskant, doch es eröffnen sich kaum Alternativen: Tages- oder Festgeld sowie Kinderkonten kosten dich unter dem Strich Geld, wenn du die marginalen Zinsen um die Inflationsrate bereinigst – vom Sparbuch sei hier gar nicht die Rede. Also ist es sinnvoll, sich mit den Risiken von Aktieninvestments zu befassen.

Unternehmen können in Schieflage geraten, sodass der Aktienkurs einbricht – du würdest also einen Verlust hinnehmen müssen. Deswegen ist es sinnvoll, nicht in einzelne Aktien zu investieren, sondern auf Fonds zurückzugreifen: Du hast damit die Chance, auch mit relativ kleinen monatlichen Beträgen in eine bestimmte Auswahl von Unternehmen zu investieren. Die Fonds fokussieren dabei auf bestimmte Branchen, Regionen oder Unternehmensgrößen – allein in Deutschland sind mehr als 8.400 verschiedene Fonds erhältlich, die sich sowohl in bei ihren Auswahlkriterien als auch in den Kostenstrukturen deutlich unterscheiden. Fakt ist: Je höher die Kosten, die ein Fondsmanagement für sich beansprucht, desto niedriger deine Rendite.

Damit sind wir bei den sogenannten Exchange Traded Funds (ETFs), die sich zunehmend als interessante Alternative zu den klassischen Aktienfonds erweisen: Diese Fonds werden an der Börse gehandelt und beziehen sich jeweils auf einen bestimmten Index. Das kann der DAX ebenso sein wie der MSCI World, der Dow Jones oder andere Indizes, die als Benchmark für eine bestimmte Branche, bestimmte Marktsegmente oder auch Rohstoffe fungieren. Der entscheidende Vorteil der ETFs liegt in den Kosteneinsparungen: Während Aktienfonds ein teures Fondsmanagement damit beauftragen, den Markt nach interessanten Unternehmen zu durchforsten, bildet ein ETF den jeweiligen Index ab – und das spart Kosten.


ETFs – niedrige Kosten, spannende Performance

Schauen wir uns die wichtigsten Indizes einmal genauer an: Im DAX sind zum Beispiel die 30 deutschen Unternehmen enthalten, die sich entsprechend der Kriterien als am stärksten beweisen. Im MSCI World sind es bereits mehr als 1.600 Firmen aus 23 Ländern, der Dow Jones wiederum 30 US-Unternehmen. Mit einem Wort: ETFs zielen darauf ab, die Performance eines Index authentisch abzubilden. Wenn du die Entwicklung der großen Indizes mit den Renditen der klassischen Investmentfonds vergleichst, wirst du schnell erkennen, dass nur wenige Fondsmanager die Erfolge eines Index überbieten können – die meisten realisieren weniger Gewinne.

Natürlich schwanken auch die Indizes, der DAX bewegt sich nicht immer aufwärts, er muss auch Korrekturen hinnehmen. Doch genau das kannst du zu deinem Vorteil ausnutzen – mit einem Sparplan bist du nämlich auf der sicheren Seite. Hier kommt der Cost-Average-Effekt zum Tragen: Sinkt der Index, kaufst du mit deinem monatlichen Sparbeitrag relativ viele Anteile. Steigt der Index an, entsprechend weniger. So kannst du die Performance glätten – und das bei einem relativ geringen Risiko: Wie groß ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass alle in einem Index geführten Unternehmen in Schwierigkeiten geraten? Das Thema Risikostreuung, also die Grundregel für ein erfolgreiches Investment, hast du also gleich mit erledigt.

So kommt es nicht von ungefähr, dass sich die passive Buy-and-Hold-Strategie mit einem ETF auf lange Sicht im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds als deutlich ertragreicher erweist. Natürlich spielen hier auch die Funktionsweise und die Auswahl eines ETFs eine wichtige Rolle. Du kannst bei Finanzfluss.de alle Details in Ruhe nachlesen oder einfach das Video anschauen, um dich umfassend zu diesem spannenden Thema zu informieren.

Sinnvoll sparen – hier die maßgeblichen Tipps

  • Sparpläne erweisen sich als deutlich krisenresistenter, da du bei niedrigen Kursen günstig einkaufst und damit deine Investments bei hohen Kursen ausgleichen kannst.
  • Statt riskant in Einzelaktien zu investieren, empfehlen sich Fonds zur Risikostreuung: Sollte sich eine Aktie negativ entwickeln, können die anderen Unternehmenswerte das auffangen.
  • ETFs sind naturgemäß deutlich günstiger als klassische Investmentfonds – sie benötigen nämlich kein aktives und kostenintensives Fondsmanagement, sondern bilden einen Index nach.
  • Investiere auf einen langen Zeitraum – es sollten mindestens zehn Jahre sein, um eventuelle Verluste wieder ausgleichen zu können. Fakt ist: Seit 1975 hätten Anleger mit einem ETF auf 15 Jahre keine Verluste gemacht.
  • Unterschätze nicht den Zins- und Zinseszins-Effekt – auch kleine Beträge können sich im Laufe der Jahre erfreulich summieren.

Ein Hinweis noch:

Nähert sich der Auszahlungszeitpunkt, solltest du die Kurse im Blick behalten. Es ist nicht sinnvoll, Fondsanteile bei einem niedrigen Kurs zu verkaufen. Sinnvoll ist es, bereits geraume Zeit vorher die Entwicklung zu beobachten und bei hohen Kursen umzuschichten. So stellst du sicher, dass das benötigte Kapital für Ausbildung, Studium oder Führerschein auch zur Verfügung steht. Sparst du bereits für die Altersvorsorge deines Kindes, lässt du das angesammelte Vermögen einfach weiter wachsen.


Fazit: Geldanlage für Kinder früh starten und sinnvoll umsetzen

Auch wenn es für junge oder werdende Eltern vielleicht nicht gleich schlüssig ist, bereits frühestmöglich Geld für das kleine Kind anzulegen, liegen die Vorteile auf der Hand: Je länger du sparen kannst, desto interessanter ist das Ergebnis, das sich auch mit kleinen Beträgen erzielen lässt. Wenn du dich mehr in das Thema einlesen möchtest, dann schau dir auch unseren Artikel „Geldanlage für Kinder“ an.


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