Warum man keine Angst vor beliebten Vornamen haben muss

Viele Eltern fürchten sich davor: nach all der Mühe, einen schönen Namen für ihr Kind auszuwählen, rangiert der Lieblingsname plötzlich in den Top 10! Der Supergau! Die Sorge ist groß, dass das Kind unter den Folgen leiden könnte und nicht mehr als einzigartig empfunden wird. Aber ist diese Sorge wirklich berechtigt? Und wie wahrscheinlich ist es bei häufigen Namen überhaupt, dass auch das Nachbarskind so heißt?

Das Wichtigste in Kürze

  • Deutschland führt keine offizielle Namensstatistik. Es gibt aber Hitlisten, die genügend Geburtenmeldungen auswerten, um ein genaues Bild zu liefern.
  • Emma und Ben waren 2017 die beliebtesten Namen. Sie wurden trotzdem nur zu etwa 2% vergeben.
  • Früher waren beliebte Namen viel häufiger.
  • Ob ein Kind einen häufigen Namen als belastend empfindet, hängt von Charakter und Selbstbewusstsein des Kindes ab.

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Was bedeutet „beliebt“ bei Vornamen?

Meist ist es nur ein Gefühl – das Gefühl einen Namen ständig und an jeder Ecke zu hören. Aber gibt es auch Beweise, dass einige Vornamen häufiger als andere vorkommen? Ja, die gibt es. Eine offizielle Namensstatistik führt Deutschland anders als andere Länder zwar nicht, aber jedes Jahr werden von verschiedenen Stellen Namens-Hitlisten für Mädchen- und Jungennamen herausgegeben, die zeigen, wie häufig einige Namen im Vergleich zu anderen vergeben werden.

Die Liste der Gesellschaft für deutsche Sprache

Seit 1977, also seit mehr als 40 Jahren, gibt die GfdS eine Liste der in Deutschland am häufigsten vergebenen Namen heraus. Sie wertet Namen aus, die von freiwillig teilnehmenden Standesämtern zu diesem Zweck weitergegeben werden. Mittlerweile werden 90% der beurkundeten Namen erfasst. Die Top 10-Liste, die in die Medien gelangt, umfasst je 10 Namen für Jungen und für Mädchen. Erst- und Zweitnamen werden darin nicht getrennt berücksichtigt, sondern gleichwertig erfasst. Daher landet in der GfdS-Liste Sophie so weit vorn, obwohl dieser hübsche Name meist nur als Zweitname vergeben wurde und in Erstnamen-Listen viel weiter hinten rangiert.

Auswertungen zu Folgenamen sowie zu regionalen Unterschieden sind auf der Webseite der GfdS verfügbar. Leider sind alle offiziellen Listen auf maximal 15 Einträge beschränkt. Längere Listen werden nur gegen Gebühr zur Verfügung gestellt.

Wem das viel zu wenig ist, der kann auf Elterngeld.de die jährliche Top 500-Hitliste der Mädchen- und Jungennamen (Erstnamen) kostenlos anschauen.

Laut unserer Statistik waren diese Namen in 2017 ganz weit vorn:

Beliebteste JungennamenBeliebteste Mädchennamen
1. Ben1. Emma
2. Jonas2. Sofia/Sophia
3. Leon3. Emilia
4. Paul4. Hanna/Hannah
5. Felix5. Mia
6. Noah6. Lina
7. Luis7. Mila
8. Finn/Fynn8. Marie
9. Elias9. Lea/Leah
10. Lukas/Lucas10. Leni

So häufig ist ein Name in den Top 10 wirklich

Ein Vorname in den Top 10 wurde im entsprechenden Jahr lediglich in 2% der Fälle vergeben. Das bedeutet, dass 1 von 50 Kindern eines Jahrgangs diesen Namen tragen.

Nehmen wir das Beispiel Emma. Eine Grundschulklasse hat etwa 25 Kinder. Die Wahrscheinlichkeit ist mit 50% hoch, dass ein Kind dieser Klasse Emma heißt. Dass mehrere so heißen, kann passieren, ist aber lediglich ein Zufall. Denn allzu wahrscheinlich ist es nicht. Möglich ist aber, dass ein Kind in einer Parallelklasse ebenfalls diesen Namen trägt.

Je geringer die Platzierung, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass dein Kind überall auf mehrere Namensvettern trifft. Denn auf Platz 10 sind es nur noch 1,3% und auf Platz 100 nur noch müde 0,2% der Kinder, die diesen Namen tragen.

Beliebte Namen waren früher viel häufiger

Noch vor einigen Jahrzehnten sah es etwas anders aus. Du hast bestimmt auch einen oder mehrere Bekannte, die auf die Namen Thomas oder Sebastian hören. Der Hobby-Namensforscher Knud Bielefeld hat Geburtenzahlen und Vergabehäufigkeiten von 1964 und 2014 verglichen. Er kommt zu dem Schluss, dass ein Name aus den Top-10 damals viermal häufiger vorkam als heutzutage.

Das Selbstbewusstsein des Kindes ist wichtig

Ob ein Kind einen häufigen Namen als belastend empfindet oder nicht, hängt ganz vom Charakter und dem Selbstbewusstsein des Kindes ab. Denn ob ein solcher Name ein Vor- oder Nachteil ist, ist reine Ansichtssache. Manche Kinder fühlen sich der Gemeinschaft zugehörig, wenn ihr Name geläufig ist und kein Stirnrunzeln hervorruft oder wenn die beste Freundin vielleicht denselben Zweitnamen trägt. Andere fühlen sich in ihrer Individualität beschnitten, wenn es in der Klasse eine zweite Hannah gibt, die sie vielleicht noch dazu nicht leiden können.

Aber auch ein seltener Name kann dafür sorgen, dass ein Kind sich unwohl fühlt. Denn wenn es ohnehin schüchtern und zurückhaltend ist, kann ein absonderlicher Name schnell zu Ausgrenzung führen. Auch wenn der Name jedes Mal falsch geschrieben wird und das Kind korrigieren muss, ist das auf Dauer nicht schön.

So oder so kann es also zu Problemen kommen. Vielleicht schafft ein Zweitname Abhilfe. Oder du erklärst dem Kind, warum es diesen Namen mit Stolz tragen kann, ganz egal ob andere auch so heißen. Für Spitznamen, mit denen sich die Kinder besser auseinander halten können, sorgen sie untereinander meist ganz von allein.

Fazit

Dass Eltern bewusst den beliebtesten Namen wählen, weil er so häufig vorkommt, ist sicherlich selten. Meist gibt es gute Gründe, warum ein Baby einen bestimmten Namen bekommen soll. Und selbst wenn dieser in den Hitlisten auftaucht, ist das gar nicht schlimm. Denn allzu häufig ist selbst der beliebteste Name nicht. Lass dich also nicht verunsichern und hör einzig auf dein Bauchgefühl, um den passendsten Namen für dein kleines Glück zu finden.

Was denkst du? Würdest du deinem Kind absichtlich einen beliebten Namen geben? Schreib uns gern einen Kommentar!

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