Von Taschengeld zu BAföG – Wie du deine Kinder fit für die Uni machst

Oft steht für Eltern schon früh fest: Mein Kind wird studieren! Es soll ja mal „was werden“ aus ihnen. Tatsächlich ist ein Hochschulabschluss heutzutage wichtiger denn je. Selbst ein Bachelorstudium reicht meist nicht mehr aus, um „was zu werden“. Ein ansehnliches Abiturzeugnis legt dementsprechend den Grundstein für eine erfolgreiche Karriere. Ergo, „erstmal Abi!“. Leicht gesagt, aber wie getan? Was vor und nach den Prüfungen zu tun ist, und wie dabei das Familienkonto keine roten Zahlen schreibt, erfährst du hier.

Auf zum Endspurt

In Einem sind sich wohl alle Beteiligten einig: Je mehr gute Noten, desto größer die Freude. Bei Hausaufgaben ist das Verhältnis eher indirekt proportional. Jugendliche haben mitten in der Pubertät andere Sorgen als Goethe oder binomische Formeln. Während dein Kind mit dem ersten Liebeskummer und Instagram beschäftigt ist, hast du die nächsten Jahre im Blick. Aber wie kannst du Teenager zu ihrem Glück zwingen? Dass dein Kind in dem Alter nicht auf dich hören will, ist völlig normal. Sorge einfach dafür, dass es genug erwachsene Ansprechpartner im Umfeld gibt. Das kann ein Vertrauenslehrer genauso wie ein guter Freund oder Patenonkel sein. Scheue dich auch nicht, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Psychotherapie ist schon lange nicht mehr nur ein Heilmittel für „Kranke“. Sie ist ebenso dazu da, familiäre Konflikte zu lösen oder Stressbewältigung zu erlernen. Auch bei Schwierigkeiten mit Mathe oder Deutsch ist es ratsam, Verantwortung an Außenstehende abzugeben. Kompetente Nachhilfe findest du an vielen Ecken- sei es über persönliche Empfehlungen im Freundeskreis oder professionelle Anbieter. Vergiss bei aller gutgemeinten Förderung aber nie: Zuviel Druck erzeugt Gegendruck. Das Stichwort lautet nicht „müssen“, sondern „wollen“. Hierfür können Gespräche bei der Berufs- oder Studienberatung dabei helfen, eigenen Ehrgeiz zu wecken. Nur wenn dein Kind ein konkretes Ziel vor Augen hat, wird es bis zum Ende durchhalten.

Durch Umwege und Sackgassen

Was aber ist zu tun, wenn alle Anstrengungen am Ende nicht belohnt werden? Ein „mangelhaft“ oder „ungenügend“ kann viele Gründe haben, von Zeitdruck über Kopfschmerzen bis hin zu Blackouts. Ein bisschen Glück oder Pech ist immer dabei. Trotzdem lohnt es sich, einen genaueren Blick auf die Prüfungsunterlagen zu werfen. Lehrer sind auch nur Menschen. Vielleicht haben sie Fragen missverständlich gestellt oder Folgefehler nicht berücksichtigt? Abgesehen von inhaltlichen Widersprüchen spielen auch äußere Umstände eine Rolle. Gab es „unzumutbare Bedingungen“, z.B. störenden Lärm, oder hat der Prüfer Zeitvorgaben nicht eingehalten? Gelegentlich vergeben Lehrer zudem aus „sachfremden“ Gründen weniger Punkte, z.B. wenn ein Schüler sich ihrer Ansicht nach unhöflich verhalten hat. In solchen Fällen solltest du zunächst das Gespräch mit der Lehrkraft oder der Schulleitung suchen. Wenn alle Stricke reißen, gibt es auch die Möglichkeit, rechtliche Schritte einzuleiten. Bevor dein Kind ein Schuljahr wiederholen muss oder gar beim zweiten Versuch erneut scheitert, kann ein juristischer Experte das Prüfungsverfahren begutachten und gegebenenfalls anfechten.

Abi geschafft! Und jetzt?

Sind alle Hürden gemeistert und die Abschlussnoten in der Tasche, ist der Weg noch lange nicht zu Ende. Ein Abitur ist keine Unabhängigkeitserklärung. Selbst wenn die Sprösslinge nichts lieber wollen als hinaus in die weite Welt, bleiben sie weiter auf deine Hilfe angewiesen. Abgesehen von frischer Wäsche oder dem Lieblingsessen am Wochenendbesuch brauchen junge Studierende vor allem eins: Geld!

In Deutschland verpflichtet Eltern nicht nur das Gewissen, sondern auch das Gesetz, ihre Kinder während der Ausbildung finanziell zu unterstützen. Studierenden, die nicht im Hotel Mama wohnen, haben laut Regelsatz (Stand: 2019) Anspruch auf 735 Euro Unterhalt pro Monat. Dazu kommen Ausgaben für Versicherung und Studiengebühren. Wenn deine Haushaltskasse diese Summe nicht stemmen kann, ist ein BAföG-Antrag der nächste Schritt. Das BundesAusbildungsrderungsGesetz bietet Studierenden mit deutscher Staatsbürgerschaft Unterhaltszahlungen, von denen sie später 50% zurückzahlen. Wie hoch dieser Unterhalt jeweils ist, wird je nach Einkommen der Eltern geprüft.

Natürlich ist dein Kind in der Ausbildungszeit nicht völlig auf fremde Hilfe angewiesen. So gut wie alle Studierenden arbeiten nebenbei, sei es um die Miete zu bezahlen oder sich einen Urlaub zu leisten. Selbstständigkeit ist lobenswert, aber Nebenjob sollte Nebenjob bleiben. Achte deshalb darauf, dass dein Kind nicht zu viel finanzielle Verantwortung trägt und das Studium die Hauptsache bleibt.

Durchschnittlich bringt ein Hochschulabschluss innerhalb der Regelstudienzeit mehr als 40.000 Euro Lebenshaltungskosten mit sich. Demnach macht es Sinn, rechtzeitig vorzusorgen. Viele Banken bieten Ausbildungsversicherungen an, für die du in einem festgelegten Zeitraum monatliche Raten zahlst. Diese Variante ist allerdings wenig empfehlenswert. Sollte sich deine finanzielle Situation ändern, kannst du die Vertragskonditionen nicht angleichen. Außerdem fließt ein beachtlicher Anteil deiner Einzahlungen in die Tasche des jeweiligen Anbieters. Alternativ können Eltern ein Sparkonto auf den Namen des Kindes anlegen. Hierbei bieten sich zwei Möglichkeiten:

  • entweder handelsübliche Banksparpläne mit festen Laufzeiten,
  • oder Fonds, die jederzeit ausgezahlt werden können.

Für welche Variante du dich entscheidest, hängt letztendlich von deiner eigenen Risikobereitschaft ab.


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