Wie du bei wichtigen Versicherungen Geld sparen kannst

Wir Deutsche neigen ja eher zur Vorsicht. Kein Wunder, dass viele von uns überversichert sind. Mehr als 2000 Euro geben die meisten hierzulande im Schnitt pro Jahr für Versicherungen aus. Familien noch mehr. Was davon wirklich nötig ist und was nicht, klärt dieser Artikel. Außerdem gibt es Tipps, wie du die richtige Versicherung findest.

Geld bei Versicherungen zu sparen, ist gar nicht so schwer. Und das nicht nur wegen der zahlreichen Vergleichsportale. Mit den folgenden 6 Tipps wird es dir leichter gelingen, die Versicherungen auszuwählen, die wirklich wichtig sind und die zu dir und deinem Lebensstil passen.

1. Diese Versicherungen brauchst du wirklich

Ob Auto, Handy, Brille, Reise oder Gepäck fast jeder Umstand oder Gegenstand lässt sich heute versichern. Die Meisten ahnen, dass nicht einmal die Hälfte davon wirklich nötig ist. Bei Versicherungen gilt der Grundsatz: wenn du den Schaden oder Verlust selbst tragen kannst und dieser höchstwahrscheinlich selten bis nie eintritt, brauchst du keine Versicherung dafür.

Alles, was allein aufgrund der Höhe der Schadenssumme deine Existenz bedrohen könnte, ist jedoch wichtig. Auch Schäden, die möglicherweise häufig eintreten könnten, summieren sich, sodass es sinnvoll ist, eine Versicherung dafür abzuschließen.

Im Klartext heißt das, existenziell sind:

  • Krankenversicherung,
  • Privathaftplichtversicherung und
  • Berufsunfähigkeitsversicherung.

Die Krankenversicherung benötigst du, weil sich Arztrechnungen schnell auf mehrere tausend Euro summieren können. Bei ernsthafter Erkrankung, die zum Beispiel eine Chemotherapie nötig machen, können sie auch in die Hunderttausende gehen.

Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die du selbst verursacht hast, deckt die Privathaftpflichtversicherung. Gerade Personenschäden können Ansprüche von mehreren Millionen Euro nach sich ziehen. Ohne Versicherung wärst du ruiniert.

Wenn du früh im Leben eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, bist du auf der sicheren Seite, solltest du vor Renteneintritt aus Krankheitsgründen nicht mehr oder nur eingeschränkt arbeiten können. Dieser Fall ist gar nicht selten. Jeder 4. scheidet früher aus dem Berufsleben aus als geplant, Tendenz steigend. Die Gründe sind körperlicher (Krankheit, Unfall) oder psychischer Natur. Da die gesetzliche Rente die entstehende Lücke nicht mehr auffängt, ist eine solche Versicherung ihr Geld definitiv wert.

Auch andere Versicherungen können sinnvoll sein…

… je nachdem, wo und wie du lebst,

Eine Hausratversicherung macht Sinn, wenn du deine Wohnung teuer eingerichtet hast, du viele technische Geräte dein eigen nennst und/oder wenn Einbrüche in der Umgebung häufig vorkommen. Wenn du teure Fahrräder liebst und diese oft gestohlen werden, ist eine Fahrrad-Versicherung überlegenswert, sofern diese nicht als Baustein in deiner Hausratversicherung enthalten ist.

Wenn du ein Auto hast, kommst du um eine Kfz-Haftpflichtversicherung nicht herum. Ob du dazu eine Teil- oder Vollkaskoversicherung brauchst, hängt vom Wert des Autos und deiner finanziellen Situation ab.

Schlechte Zähne sind immer ein guter Grund für eine Zahnzusatzversicherung. Je früher du diese abschließt, desto günstiger der Beitrag. Spätestens ab Mitte 45 wirst du sie brauchen. Wenn du erst spät einsteigst, wird es um Einiges teurer. Und gerade Kronen, Brücken oder Implantate sind ohne Zusatzversicherung eine große Investition für die manche einen Kredit aufnehmen müssen.

Um Geld zu sparen, vermeide also Versicherungen für Dinge, die zwar nervig sind, aber selbst gestemmt werden können (Handy, Brille, Gepäck…). Achte außerdem darauf, dass sich Versicherungsbausteine nicht überschneiden.

2. So vergleichst du richtig

Versicherungsmakler sind ja sehr fähig, wenn es darum geht, Druck aufzubauen, um neue Abschlüsse zu erwirken. Das kannst du vermeiden, indem du dich selbst ganz gezielt und strukturiert informierst. Vergleichsportale helfen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Vor allem bekommst du ein gutes Gefühl dafür, welche Kosten gerechtfertigt und welche bloße Bauernfängerei sind.

Wenn du die Hilfe eines Versicherungsmaklers in Anspruch nehmen möchtest, achte am beste darauf, dass dieser wirklich unabhängig agiert und keine Versicherer bevorzugt, weil er dort eine höhere Prämie erhält.

Übrigens: Versicherungstarife können sich ändern. Daher macht es bei einigen Versicherungen Sinn, jährlich zu überprüfen, ob sich ein Wechsel lohnt. Am besten richtest du dir selbst bei Versicherungsabschluss eine Erinnerung ein, um wichtige Fristen nicht zu versäumen.

3. Wann Selbstbeteiligungen sinnvoll sind

Sicher ist das Rundum-Sorglos-Paket verlockend, etwa so wie All-Inclusive im Urlaub. In den seltensten Fällen ist es jedoch nötig, den teuersten Tarif abzuschließen. Es sei denn du hast zu viel Geld übrig.

Selbstbeteiligungen bedeuten zwar im Schadensfall höhere Kosten, können sich jedoch dennoch lohnen. Nämlich dann, wenn der Fall der Fälle höchstwahrscheinlich selten eintritt, die Beiträge ohne Selbstbeteiligung aber auf Dauer sehr hoch wären.

Schon nach 2 Jahren Schadensfreiheit kann sich eine vereinbarte Selbstbeteiligung rechnen und deine laufenden Kosten deutlich reduzieren.

4. Bei den Tarifen gibt es große Unterschiede

Günstig ist nicht immer gut, aber auch nicht per se schlecht. Besonders billige Versicherungen decken oft wichtige Bereiche nur unzulänglich ab oder haben eine schlechte Zahlungsmoral. Jedoch neigen etablierte Versicherer dazu, allein aufgrund ihrer Bekanntheit höhere Tarife anzusetzen. Diese ergeben sich manchmal auch aus einem großen, gewachsenen Verwaltungsapparat, der deshalb nicht immer besser funktioniert.

Jüngere Versicherer haben Policen und Abläufe für junge Erwachsene optimiert und sind deshalb günstiger, ohne schlechter zu sein. Es lohnt sich also, auch anderen Anbietern eine Chance zu geben. Der Berliner Digital-Versicherer Coya ist hier eine gute Adresse.

Kleiner Tipp: Vorsicht bei Staffeltarifen. Manche Versicherer bieten günstige Tarife an, die sich mit steigendem Alter automatisch erhöhen (z.B. bei Zahnzusatzversicherungen). Und gerade im Alter haben die meisten von uns weniger Geld zur Verfügung. Ein hoher Beitrag kann da ein ziemlich großes Loch ins monatliche Budget reißen.

5. Die Zahlweise ist wichtig

Viele schrecken vor jährlichen Zahlungen zurück, weil sie wie eine größere Investition wirken, als monatliche, quartalsweise oder halbjährliche Zahlungen. Nach dem gleichen Prinzip funktionieren beispielsweise Finanzierungen in Möbelhäusern.

Wer Geld sparen will und es sich leisten kann, bezahlt jedoch gleich das ganze Versicherungsjahr. Denn bei manchen Versicherungen macht das einige Prozente aus. Hast du mehrere Versicherungen dieser Art abgeschlossen, summiert sich das sehr schnell.

6. Versicherungen sind günstiger im Paket

Wenn du dir genau überlegt hast, welche Versicherungen und welche Leistungen du wirklich brauchst, ist es sinnvoll, nach Versicherungspaketen zu schauen, die möglichst viele dieser Versicherungen enthalten. Denn die meisten Versicherer bieten im Paket satte Rabatte von bis zu 20% an.

Trotzdem musst du auch hier das Kleingedruckte lesen. Denn eventuell sind Bausteine enthalten, die du gar nicht brauchst. Oder es fehlen für dich wichtige Leistungen. Schau deshalb genau hin und verhandle wenn möglich mit dem Versicherer.

Fazit

Kaum jemand beschäftigt sich gern mit Versicherungen. Es lohnt sich aber. Denn wenn du die oben stehenden 6 Tipps beachtest, mag das zwar mehr Aufwand sein. Aber du und deine Familie können einiges an Geld sparen. Und wer hat nicht gern etwas mehr Geld für Urlaub und andere schöne Dinge am Ende des Monats übrig. Viel Erfolg!


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