Je früher desto besser: So legst du Vermögenswirksame Leistungen richtig an

Ob in der Ausbildung, dem ersten richtigen Arbeitsvertrag, oder einem Jobwechsel: Fast jeder Arbeitnehmer befasst sich irgendwann mal mit dem Thema vermögenswirksame Leistungen, kurz VL. Es handelt sich hierbei um ein finanzielles Extra, das ein Arbeitgeber seinen Angestellten zusätzlich zum monatlichen Gehalt zahlt. Die bis zu 40 Euro betragende Zuwendung wird allerdings nicht mit dem Gehalt auf das Girokonto überwiesen. Der Angestellte schließt hierfür einen Sparvertrag ab, in den der Betrieb das Geld für eine Dauer von 6 Jahren einzahlt. Nach einem weiteren Jahr, dem sogenannten Ruhejahr kann der Arbeitnehmer frei über das Geld verfügen. Für die Anlage vermögenswirksamer Leistungen gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie z.B. der klassische Banksparplan, ein Bausparvertrag oder das bei jungen Leuten beliebte Fondssparen. VL werden zudem mit der Arbeitnehmersparzulage staatlich gefördert.

Wer das Beste aus seiner VL-Anlage herausholen möchte, sollte jedoch ein paar Dinge beachten. Die folgenden Tipps helfen dabei.

1. Stocke deine VL auf, wenn dein Chef weniger als 40 Euro zahlt

Der maximale Betrag den ein Arbeitgeber für vermögenswirksame Leistungen zahlt, liegt bei 40 Euro pro Monat. Einige Betriebe leisten zwar VL, jedoch nicht den Höchstbetrag. In diesem Fall hast du die Möglichkeit, die Differenz aus deinem Bruttolohn zu entnehmen. Damit erhöhst du nicht nur dein Kapital zum Ende der Laufzeit, sondern sicherst dir auch die volle staatliche Förderung. Auch hier gilt: Je mehr Geld im Topf ist, desto mehr profitierst du von einer Verzinsung.

2. Vermögenswirksame Leistungen so früh wie möglich abschließen

Da es sich um geschenktes Geld vom Arbeitgeber handelt, solltest du dies auch vom ersten Tag an für dich nutzen. Der beste Zeitpunkt ist der Start deiner Ausbildung. Je früher du beginnst, desto mehr Zeit hat das Kapital zu wachsen. Denke auch im Falle eines Jobwechsels direkt bei Stellenantritt an deine VWL. Dies ist wichtig, da du für vergangene Zeiträume nur maximal ein Jahr rückwirkend Einzahlungen vornehmen kannst. Zahlt dein neuer Arbeitgeber die Leistung nicht, solltest du den Vertrag privat weiter besparen.

3. Auf die richtige Anlageform kommt es an

Der Banksparplan ist der Klassiker unter den VL-Anlagen. Eine hohe Verzinsung kann man hier allerdings nicht erwarten. Dies liegt nicht zuletzt an den allgemeinen Niedrigzinsen. Wer mehr aus seiner Anlage herausholen möchte, sollte sich für das lukrative Fondssparen entscheiden. Hier werden Monat für Monat Anteile an einem Investmentfonds erworben. Für zukünftige Bauherren eignet sich dagegen ein Bausparvertrag. Hiermit kann man sich niedrige Darlehenszinsen für die Zukunft sichern. Mit den VL kann man auch für die eigene Rente vorsorgen. Dies ist z.B. mit einer Lebensversicherung oder der zusätzlichen Einzahlung in die betriebliche Altersvorsorge möglich. Wer sich noch nicht für eine Anlageform entschieden hat, findet hierfür Hilfe im Web. Die Seite vermoegenswirksame-leistungen.de bietet ein hilfreiches Tool, mit dem man sich passend zu den eigenen Lebensplänen den geeigneten Sparplan heraussuchen kann.

4. Überprüfe deinen Anspruch auf staatliche Förderung

VWL anlegen wird staatlich gefördert. Dies geschieht in Form der sogenannten Arbeitnehmersparzulage. Diese wird bei Fondssparen, Bausparen sowie der Darlehenstilgung gewährt. Für Fonds und ETF ist die Förderung am höchsten. Entscheidest du dich für einen Bausparvertrag, bezuschusst der Staat deine Anlage zusätzlich mit der Wohnungsbauprämie. Bei der Förderung sind Einkommensgrenzen und geförderte Höchstbeträge zu beachten, siehe Zusammenfassung unter steuertipps.de.

5. Kündige deine VL niemals vorzeitig!

Eine Kündigung Ihrer VL-Anlage vor Ablauf der Sperrfrist ist nicht empfehlenswert. Das gilt insbesondere dann, wenn du Anspruch auf staatliche Förderung hast. Bei vorzeitiger Kündigung geht nämlich der Anspruch verloren. Zudem musst du eine schon erhaltene Zulage zurückzahlen. In bestimmten Fällen, wie etwa einer Heirat oder Existenzgründung, ist auch eine vorzeitige Auszahlung möglich, ohne dass die staatliche Prämie erstattet werden muss. Vermögenswirksame Leistungen sollten immer als langfristiges Investment betrachtet werden, um nachhaltig Vermögen aufzubauen. Auch die Verzinsung steigt an, je mehr Geld bereits angespart wurde. Dieser Effekt würde bei vorzeitiger Entnahme des Kapitals zunichtegemacht. Besser ist es daher, den Vertrag ruhen zu lassen, wenn vorübergehend keine Möglichkeit besteht, ihn zu besparen. Eine vorzeitige Auflösung sollte immer die letzte Möglichkeit sein.

6. Spare nach 6 Jahren weiter, wenn du kannst

Grundsätzlich hat ein VL-Vertrag eine Laufzeit von sieben Jahren. Diese setzt sich aus sechs Jahren der Einzahlung sowie einem Ruhejahr zusammen. Im Anschluss kannst du über das angesparte Kapital verfügen. Benötigst du zu diesem Zeitpunkt das Geld nicht zwingend, ist es ratsam, den Vertrag stehenzulassen, und weiter zu besparen. So kann das Kapital weiter wachsen, und du profitierst besonders stark vom sogenannten Zinseszinseffekt.

7. Achte beim Vertrag auf die Kosten

Bei jeder Geldanlage fallen Kosten an. Informiere dich, bevor du dich für eine Anlageform entscheidest. Bei Bausparverträgen wird eine Abschlussgebühr fällig. Lebensversicherungen oder betriebliche Altersvorsorgeverträge sind ebenfalls mit Abschluss- und Vertriebskosten verbunden, die mit den Sparbeiträgen verrechnet werden. Auch Fondssparpläne beinhalten Gebühren, wie etwa den Ausgabeaufschlag. In der Regel liegt dieser zwischen 3 und 5%. Du kannst den Aufschlag allerdings umgehen. Achte bei der Auswahl Ihres Depot-Anbieters darauf, dass dieser dir einen möglichst hohen Rabatt auf den Ausgabeaufschlag gewährt.


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