Vermögen aufbauen und sichern – Praxistipps für Sparfüchse

Der Vermögensaufbau bereitet vielen Menschen Kopfzerbrechen. Um Geld zu vermehren, braucht es renditestarke Anlageformen. Gleichzeitig soll das Ersparte vor den Risiken des schnelllebigen Finanzmarkts geschützt werden. Fest steht: Sparbücher und Tagesgeldkonten sind in Zeiten von Minuszinsen keine attraktive Lösung mehr. Wer Vermögen aufbauen möchte, muss über den Tellerrand schauen. Erfahre hier, warum Fonds beziehungsweise Aktien vielversprechende Alternativen sind und worauf es für gewinnbringende Investments ankommt!

Während die Zinsen bei Tagesgeldkonten vielerorts auf ein Minimum geschrumpft sind oder gar von Minuszinsen ersetzt wurden, dürfen Anleger am Aktienfond- und Rentenfondmarkt weitaus mehr erwarten. Viele globale Aktienfonds stellen mit einer jährlichen Verzinsung von über fünf Prozent die weitaus bessere Lösung für Sparer dar. Das Problem ist die Angst vor Verlusten. Viele sicherheitsbewusste Anleger scheuen die Risiken, die sie mit dem Finanzmarkt in Verbindung bringen und verzichten auf immense Renditechancen. Dabei gibt es längst Optionen, die sowohl den konsequenten Aufbau von Vermögen fördern als auch Sicherheit gewährleisten. Bereits mit einem überschaubaren Einzahlungsbetrag von 100 Euro monatlich lässt sich das Gesparte mit Aktienfonds innerhalb von 10 bis 20 Jahren um rund 5.000 bis 15.000 Euro Rendite ausbauen. Eine stattliche Vermehrung des Geldes, die das Interesse an derartigen Sparplänen wecken dürfte.

Sparpläne mit Exchange Traded Funds (ETFs)

Exchange Traded Funds, kurz ETFs, sind Investmentfonds, die an der Börse gehandelt und passiv gemanagt werden. Sie bilden für gewöhnlich die Wertentwicklung eines Index wie dem DAX oder dem MSCI World nach.

Zum Verständnis für Einsteiger: Bei einem Index handelt es sich um eine Aktiengruppe. Er fasst die Kursentwicklung der entsprechenden Aktien zusammen. Er spiegelt quasi die Wertentwicklung der Vermögensgegenständige wider, was beispielsweise beim Deutschen Aktienindex (DAX) Aktien der 30 liquidesten und größten Konzerne am Aktienmarkt der Bundesrepublik sind.

Je nach favorisiertem Index werden die jeweiligen Aktien ins ETF Portfolio aufgenommen und auch dessen Gewichtung daran angepasst. Das Ziel besteht stets darin, den Index möglichst präzise abzubilden. Das Finanzportal FTD.DE hat in diesem Beitrag zum Thema ETF-Sparpläne erklärt, wie diese im Detail funktionieren und entsprechende Depots bei Banken oder Brokern eröffnet werden. An den Investmentbeispielen werden die Renditechancen deutlich. Bei einer monatlichen Sparrate von 150 Euro (Beispiel 1) und einer Laufzeit von 20 Jahren würdest du mit deiner Einzahlung von insgesamt 36.000 Euro bei einer kalkulierten Rendite von 4,5 Prozent bereits eine Kapitalsumme von rund 58.000 Euro anhäufen.

Vorteile von Exchange Traded Funds

Anders als viele unerfahrene Anleger annehmen, besteht einer der Vorzüge von ETFs als Indexfonds darin, dass sie sich genau für diese Zielgruppe gut eignen. Sie sind aufgrund der geringen Verwaltungsgebühren des passiven Managements im Vergleich zu aktiv gemanagten Mischfonds, die sich bei Sparern nach wie vor großer Beliebtheit erfreuen, deutlich günstiger. Sie erlauben die breit gestreute Investition in attraktive Aktien, um das Risiko zu minimieren und sind gleichzeitig komfortabel zu handhaben. Die Investition in viele verschiedene Aktien und die Tatsache, dass ETFs jederzeit verkauft beziehungsweise gekauft werden können, mindern die Risiken erheblich. Nicht zu vergessen: Rechtlich sind ETF-Investments als Sondervermögen vor Insolvenzen der Anbieter geschützt. Gläubiger haben im Ernstfall keinen Zugang zu deinem Fondsvermögen. Dessen Besitzer bist ausschließlich du.

Die Vorteile zusammengefasst:

  • großes Angebot
  • preiswert
  • renditestark
  • Risikostreuung (weltweit angelegte ETFs)
  • als Sondervermögen rechtlich abgesichert
  • hohe Flexibilität und Transparenz
  • komfortabel
  • ideal für den langfristigen Vermögensaufbau
  • keine begrenzte Laufzeit

Praxisorientierte Tipps für Einsteiger

Gutgläubig in irgendwelche ETFs zu investieren, ist keine gute Idee. Das Risiko an spekulative ETFs zu geraten, ist nicht zu unterschätzen. Allein an der deutschen Börse stehen etwa 1.400 ETF zur Auswahl. Unerfahrene Anleger sind gut beraten, nicht auf exotische oder spezielle Branchenindizes zu setzen. Hierfür braucht es Hintergrundwissen und kontinuierliche Kontrolle. Obwohl es hochriskante ETFs gibt, musst du kein Experte sein, um erfolgreich zu investieren. Du musst dich auch nicht auf stundenlanges Recherchieren einstellen. Stattdessen sind breit gestreute ETFs basierend auf einem globalen Index empfehlenswert. Sie dienen als Renditebaustein. Wird dieser mit einem sicherheitsrelevanten Investment kombiniert, entsteht ein solides Portfolio. Sicherheit bieten zum Beispiel Gelder, die auf Tagesgeldkonten geparkt werden und als kurzfristig verfügbare Rücklagen für Unvorhergesehenes dienen. Eine Alternative sind Rentenfonds (mit sicheren Unternehmens- und Staatsanleihen). Welchen Anteil am gesamten Portfolio du dem Renditebaustein widmest, hängt von deiner Risikobereitschaft ab.

Vermögen aufbauen und sichern

Wichtig sind folgende Punkte:

  • ETFs unterliegen Schwankungen. Das ist normal und kein Grund zur Panik. Da sie dem langfristigen Vermögensaufbau dienen, musst du Ruhe bewahren. Als ETF-Anleger trägst du das Risiko, dass sich der Wert den Aktienmarktschwankungen anpasst. Werden die Anteile aufgrund von Verlustängsten zu einem ungünstigsten Zeitpunkt verkauft, können die finanziellen Verluste tatsächlich erheblich sein. Plan das Investment deshalb langfristig und sei dir darüber bewusst, dass du mögliche Börsencrashs aussitzen können musst! Investiere ausschließlich Geld, das du tatsächlich entbehren kannst!
  • Für eine breite Streuung und größtmögliche Sicherheit sind MSCI World und Stoxx Europe 600 als Index vorteilhaft. Der Index MSCI World erlaubt mit rund 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern gegenüber dem DAX deutlich breiter gestreute Investments. Der Aktienindex Stoxx Europe 600 fasst die Entwicklung der 600 größten Unternehmen in Europa zusammen und ist damit für Anleger ebenfalls besser aufgestellt, als der DAX, der nur einen kleinen Teil des globalen Börsengeschehens abbildet. Legst du auf ökologische, soziale und ethische Kriterien Wert, stellt der MSCI World Socially Responsible Index eine Alternative dar. Wie im Artikel zu Anlagestrategien ohne Aktien von Rüstungsfirmen des ARD-Börsenportals bestätigt wird, enthält der Index etwa 400 Unternehmen aus globalen Industrienationen mit hohem ESG-Ranking. „Die Abkürzung ESG steht für die englischen Begriffe environment, social und governance (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung)“, so die ARD-Redaktion.
  • Möchtest du in naher Zukunft bauen oder eine Immobilie kaufen, sind ETFs nicht das Richtige, um für dieses Vorhaben Geld anzuhäufen. Das Risiko, dass deine Pläne zum Zeitpunkt des Kapitalbedarfs wegen Wertschwankungen zunichte gemacht werden, ist zu groß. Bei Eigenheimplänen hilft dir unser Ratgeber zur Baufinanzierung weiter.
  • Bei ETFs wird zwischen der physischen und synthetischen Nachbildung des jeweiligen Index unterschieden. Bei der physischen Nachbildung werden vom Indexfonds alle oder ein Großteil der Aktien des Index nachgebildet. Bei der synthetischen Nachbildung, auch Swap-ETFs genannt, kommt es für die Sicherstellung der Entwicklung des Index zu Tauschgeschäften, weshalb andere Aktien als die Originale enthalten sein können. Die Kontrollen sind bei beiden Varianten gleichermaßen streng.
  • Möchtest du möglichst wenig Arbeit mit deinem Portfolio haben, sind thesaurierende Fonds ratsam. Hier werden Dividenden nicht an Anleger ausgeschüttet, sondern direkt angelegt.

ETF-Sparpläne werden von diversen Banken und Anbietern wie Deka, UBS oder iShares angeboten. Ob es ein eher weniger bekannter Anbieter wird oder eine repräsentative Bank, ist für das Ergebnis zweitrangig. Vorrangig ist hingegen, dass dessen Sortiment deinen gewünschten Index umfasst. Vielerorts kannst du bereits mit 25 Euro monatlicher Sparrate in ETFs investieren. Teilweise ohne Nebenkosten.

Gut zu wissen: Bei aktiv gemanagten Fonds wird das Portfolio aus Einzelwerten bestückt. Letztere müssen vom Fondsmanager ausgewählt und der Marktsituation angepasst werden, um größtmögliche Rendite zu erzielen. Das erfordert ständige Beobachtung. Im Vergleich zu Indexfonds kannst du als Anleger mit aktiv gemanagten Fonds zwar auch mehr Rendite erzielen, in der Regel sind sorgfältig ausgewählte ETFs aber die bessere Entscheidung. Einer der Gründe ist, dass es nur wenige Fondmanager schaffen, langfristig bessere Ergebnisse als ihr Vergleichsindex zu erzielen. Deshalb sind geringere Renditen gegenüber ETFs gleichermaßen möglich. Hinsichtlich der Kosten sind ETFs die ideale Wahl: Während globale Indexfonds größtenteils Kosten unter 0,5 Prozent jährlich verursachen, reichen sie bei aktiv gemanagten Investmentfonds bis zum Fünffachen. Das Dreifache an Ausgaben solltest du mindestens kalkulieren.


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