Smartphone oder Smartwatch für Kinder: Mehr Sicherheit oder doch eher eine Gefahr?

In der heutigen Zeit stehen wir als Eltern nicht mehr nur vor der Frage, was wir unserem Nachwuchs als Pausenbrot einpacken oder welcher Füller am besten schreibt. Es geht auch darum, welche technischen Gadgets gerade aktuell sind und was die Kids damit überhaupt anfangen können. Ob Smartphone, Tablet oder Smartwatch – die Auswahl ist mittlerweile so groß, dass sogar wir schnell den Überblick verlieren. Doch bevor du dir überlegst, welches Gerät du deinem Kind kaufst, solltest du dir die Vor- und Nachteile etwas genauer anschauen und dich fragen: Erhöht so ein smartes Gadget tatsächlich die Sicherheit meines Kindes oder kann es unter Umständen sogar zu einer Gefahr werden?

Die Vorteile der smarten Gadgets

Schauen wir uns doch zuerst die Vorteile des Smartphones und der Kinder Smartwatch etwas genauer an. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass beide Geräte immens praktisch sein können. Zum einen hat dein Nachwuchs die Möglichkeit, dich jederzeit zu kontaktieren – per SMS, Instant Messenger oder ganz „klassisch“ telefonisch. Und auch du kannst dein Kind auf diesem Wege schnell und einfach erreichen, beispielsweise wenn du wissen möchtest, wo es sich gerade aufhält. Zum anderen haben Smartwatch und Co. in den meisten Fällen einen GPS-Sender beziehungsweise eine Navi-Funktion mit an Bord, sodass sich dein Knirps innerhalb kürzester Zeit auch in unbekannten Regionen im Handumdrehen zurechtfinden kann.

Eine Smartwatch für Kinder steht dabei einem handelsüblichen Smartphone in Bezug auf die technischen Spezifikationen quasi in nichts nach. Die Preise gehen aktuell schon bei 69 Euro los. Die praktischen Uhren sind jedoch meist nicht nur um einiges günstiger, sondern auch handlicher und vor allem unauffälliger. Somit reduziert sich auch das Risiko, dass jemand auf das Gadget deines Kindes aufmerksam wird und es möglicherweise sogar stehlen möchte. Für den besseren Überblick über die verschiedenen Funktionen und die damit verbundenen Vorteile listen wir die wichtigsten Eigenschaften und alle dazugehörigen Informationen noch einmal übersichtlich für dich auf.

  • Telefonieren: Jederzeit und überall erreichbar – so weißt du immer sofort Bescheid, was dein Kind gerade macht und wo es sich befindet. Dafür benötigst du allerdings eine SIM-Karte, die je nach Modell ganz einfach seitlich oder unterhalb des Akkus in den dafür vorgesehenen Slot geschoben wird. Zudem können die wichtigsten Telefonnummern gespeichert werden, sodass die Kids auch Verwandte oder Freunde schnell und einfach erreichen können, ohne sich die Nummern merken zu müssen.
  • Sprach- und Textnachrichten: Ob eine kurze SMS nach der Busfahrt, eine „Viel Glück bei der Mathearbeit“-Sprachnachricht oder eine Erinnerung an das Abendessen per WhatsApp: Dank Handy und Smartwatch ist das kein Problem. Im Schulunterricht sollte dein Kind allerdings aufs Nachrichtenschreiben verzichten.
  • SOS-Funktion: Hierbei handelt es sich um eine spezielle Eigenschaft, die nahezu jede Smartwatch von Haus aus mit sich bringt. Wenn deinem Kind etwas passieren sollte oder es anderweitige Probleme gibt, steht ein sogenannter SOS-Button bereit, mit dem du sofort darüber in Kenntnis gesetzt wirst. In Kombination mit der Ortungsfunktion kannst du zudem auf den ersten Blick erkennen, an welchem Ort sich dein Spross derzeit aufhält. Das ist aus unserer Sicht eine der wichtigsten Vorteile!
  • GPS-Ortung: Die angesprochene Ortungsfunktion läuft über GPS, WLAN oder den Mobilfunkstandard GSM. Hierbei dreht sich jedoch alles um den Sicherheitsaspekt – und nicht etwa um das Ausspionieren deines Nachwuchses. Es ist aber auf jeden Fall ein gutes Gefühl, zu wissen, dass du zu jeder Zeit herausfinden kannst, wo die Kleinen momentan unterwegs sind.
  • Schulmodus: In der Schule sollte sich dein Kind natürlich auf den Unterricht konzentrieren und nicht durch das Handy oder die Smartwatch abgelenkt werden. Praktischerweise bieten die meisten Smartwatch-Modelle den sogenannten Schulmodus (normalerweise der Ruhemodus), mit dem alle Töne, Vibrationen und sonstige Funktionen zeitweise ausgeschaltet werden können.

Darüber hinaus haben sowohl das Smartphone als auch die Smartwatch noch einige weitere interessante Vorteile und Features, die unter anderem die Sicherheit nochmals erhöhen. Diese können sich allerdings von Modell zu Modell unterscheiden, sodass es hauptsächlich auf deine eigenen Ansprüche ankommt, für welches Gadget du dich schlussendlich entscheidest. Wirklich praktisch ist es, wenn das Gerät wasserdicht ist und sich ein sogenannter Aufenthaltsbereich definieren lässt. Viele aktuelle Smartwatches bieten dieses Feature, mit dem du dich automatisch benachrichtigen lassen kannst, sobald dein Sprössling einen zuvor festgelegten Umkreis verlässt.

Welche Nachteile haben Smartwatch und Smartphone für deine Kinder?

Ein Handy oder eine Smartwatch bieten also zahlreiche Vorteile für deinen Nachwuchs – und somit auch für dich selbst. Allerdings bergen solche Gadgets für Kinder auch immer ein gewisses Risiko, wie unter anderem auch die Experten des bekannten Online-Magazins AndroidPit wissen. Damit du auch über die potenziellen Gefahren Bescheid weißt, möchten wir dir nun die Nachteile der smarten Geräte aufzeigen. So kannst du besser entscheiden, ob eine Smartwatch oder ein modernes Handy tatsächlich für deine Kids geeignet sind oder ob du vielleicht doch noch etwas damit warten möchtest.

  • Aufrufen verstörender Inhalte: Das gilt vor allem für das Smartphone. Wenn es keine Beschränkungen durch Apps gibt, können die Kinder alle Inhalte aus dem Internet damit aufrufen. Ab einem bestimmten Alter kann man dies eh nicht beschränken, gerade in der Kindheit darf es hier jedoch noch eine Inhaltsbeschränkung geben.
  • Schlechte / komplizierte Bedienung: Sowohl Smartwatch als auch Smartphone setzen eine gewisse Grundkenntnis voraus, um das Gerät ohne Probleme nutzen zu können. Dabei stoßen gerade die smarten Uhren häufig an die Grenzen der Benutzerfreundlichkeit, was nicht zuletzt an dem zumeist recht kleinen Display liegt. Du solltest dir also sicher sein, dass dein Kind mit den Funktionen gut zurechtkommt und das Gadget ohne Einschränkungen nutzen kann.
  • Funktionseinschränkungen: Hiervon sind vor allem einige Smartwatches betroffen, da diese nicht – oder nur eingeschränkt – ohne ein Smartphone funktionieren. Die Uhr ist also eher als eine Art technische Ergänzung zu sehen, weil nicht alle Modelle unabhängig von dem Handy genutzt werden können.
  • Akkulaufzeit: Was bringt eine Smartwatch oder ein Handy, wenn der Akku leer ist? Genau, nichts. Besonders schlimm ist es, wenn du dein Kind unbedingt erreichen musst oder es sich zum Beispiel verlaufen hat – da kann ein leerer Akku schnell zu einer Gefahr werden. Daher solltest du auf jeden Fall nicht nur auf eine hohe Akkulaufzeit achten, sondern außerdem dafür sorgen, dass die Batterie des Gadgets immer voll aufgeladen ist, sobald dein Kind das Haus verlässt.
  • Diebstahl: Ein technisches Gerät in den Händen eines Kindes kann leider dazu führen, dass jemand dieses Gadget stehlen will. Die damit verbundene Gefahr für dein Kind ist also absolut nicht zu unterschätzen. Daher empfiehlt es sich, dass du deinem Nachwuchs genau erklärst, dass weder Smartwatch noch Handy dazu da sind, um vor anderen damit anzugeben.
  • Datenschutz: Auch deine Kids haben natürlich ein Recht auf den Schutz ihrer persönlichen Daten. Aus diesem Grund bieten die smarten Geräte im Normalfall auch keine Abhörfunktion – schließlich willst du deine Kinder ja nicht hinter ihrem Rücken ausspionieren. Allerdings liegt es an dir, dich ausführlich darüber zu informieren, was mit den sensiblen Daten deiner Kids (wie beispielsweise dem Standort und den gesendeten beziehungsweise empfangenen Nachrichten) genau passiert.

Ein weiteres Problem stellt der Verlust der Smartwatch oder des Handys dar. Zum einen sind diese Gadgets nicht gerade günstig. Hier kann es nicht schaden, die Versicherung danach zu fragen, ob ein möglicher Verlust durch die Hausratversichrung abgedeckt wird. Zum anderen können die gespeicherten Daten in den falschen Händen zu einer Gefahr für die Sicherheit deines Kindes werden. Daher solltest du immer darauf achten, dass wirklich wichtige Dinge und Informationen am besten gar nicht erst gespeichert werden.

Unsere Empfehlung

Wenn ich von mir persönlich würde ich sagen: Das braucht kein Kind. Allerdings kenne ich in meinem Umfeld einige Eltern die das anders sehen und das ist auch völlig legitim. Wenn ich mich entscheiden müsste, wäre ich in jedem Fall pro Smartwatch, da es einige Gefahren des Smartphones einfach nicht mit sich bringt und für mehr Sicherheit sorgt.


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