Sicheres Surfen im Internet für Kinder – diese Regeln sollten Sie kennen!

Kinder wachsen wie selbstverständlich mit der Digitalisierung auf und verstehen schon früh, welchen Nutzen das Internet haben kann. Sei es um sich die Zeit mit Onlinespielen zu vertreiben oder um damit seine Hausaufgaben zu erledigen. Google ist zum Lehrer unserer Kinder geworden und es wäre falsch, ihnen diesen Zugang zu verwehren, zumal zukünftige Berufe beinahe durchgehend einen Bezug zur digitalen Welt haben werden. Dennoch gilt es, die Gefahren durch den Umgang im Blick zu behalten und unsere Kinder vor diesen zu schützen. Ein sicherer Umgang mit dem Internet kann erlernt und von den Erwachsenen kontrolliert werden.

Sollte mein Kind das Internet nutzen?

„In jeder Stunde, in der ein Kind vor einem Smartphone oder Tablett sitzt, stirbt ein Abenteuer auf einem Baum“. So oder so ähnlich werden viele den Umgang mit der modernen Technik betrachten – nicht ganz zu Unrecht. Immerhin ist der Umgang mit dem Internet gerade für Kinder eine enorme Flut an Reizen, Informationen und Möglichkeiten, die selbst noch so manchen Erwachsenen um den Schlaf bringt. Tatsächlich lassen sich inzwischen viele Verhaltensauffälligkeiten oder Schlafstörungen auf die Nutzung des Internets zurückzuführen, egal um welchen Bereich es sich dabei handelt. Forscher haben herausgefunden, dass bei einigen sogar das Aggressionspotenzial gestiegen ist, nachdem den Kindern unbegrenzter Zugang zum Internet erlaubt war.

Unsere Kinder aber ohne „diese Technik“ aufwachsen zu lassen, ist nicht nur beinahe unmöglich, sondern auch kontraproduktiv, was die Vorbereitung auf die berufliche Zukunft anbelangt. Es wird kaum noch einen Beruf geben, in denen die grundlegende Nutzung eines Laptops oder Computers nicht vorausgesetzt wird. Selbst der Schreiner wird seinen Lehrling damit beauftragen, die nächste Holzlieferung online zu bestellen, Akten werden zunehmend digitalisiert und Bestellvorgänge online abgewickelt.

Was machen die Kinder online?

Diese Frage sollten sich auch Eltern stellen. Die „Kinder Medien Studie 2017“ gibt Aufschluss über das Mediennutzungsverhalten und erklärt, wofür die Zeit bei den Kids verwendet wird.

Kinder brauchen Regeln – auch für das Internet

Fakt ist natürlich, dass wir unseren Kindern die „echte Welt“ nicht vorenthalten müssen und auch nicht dürfen. Was für uns selbstverständlich ist, ist für Kinder oft ein Spagat zwischen virtueller und reeller Kommunikation. So sind die 100 virtuellen Freunde in den Augen der Kinder schnell ausreichend dafür, um seinen Nachmittag zu verbringen.

Aktive Begleitung und Unterstützung

Kinder sollten den Umgang mit dem Internet lernen, und zwar mit Ihnen zusammen. Zeigen Sie dem Kind interessante und informationsreiche Seiten, mit denen es sich beschäftigen darf und solche, die nicht erlaubt sind. Besuchen Sie darüber hinaus nur Seiten, die für das Alter des Kindes geeignet sind. Seien Sie in der Nähe, wenn das Kind Hilfe benötigt, greifen Sie ein, wenn es notwendig ist. Fragen Sie nach der Internetzeit, was es neues herausgefunden hat, hören Sie zu und hinterfragen Sie.

Sicheres Surfen mit Einschränkungen

Kinder können nicht einschätzen, welche Seiten „schädlich“ oder in unseren Augen „nicht pädagogisch wertvoll“ sind. Genau das dürfte diesen auch ziemlich egal sein, denn interessant ist erst einmal alles, was neu ist. Aus diesem Grund haben Sie es in der Hand, welche Informationen Ihrem Kind zur Verfügung stehen. Richten Sie eine eigene Startseite im Browser ein, alternativ kann auch ein extra Kinder-Server installiert werden. Von dort aus gelangt das Kind nur auf die von Ihnen ausgewählten Webseiten. Chip stellt in diesem Artikel ein paar nützliche Tools dafür vor. Ein gutes Sicherheitsprogramm sollten Sie ebenfalls installiert haben. Bei Toptarif bekommt man beim Anbieterwechsel jetzt mittlerweile schon Avira Prime für 6 Monate kostenfrei.

Fixe Surfzeiten vereinbaren und darüber sprechen

Selbst wir Erwachsenen verlieren hin und wieder die Zeit aus den Augen, während wir uns in den sozialen Netzwerken tümmeln oder nach dem nächsten Reiseziel suchen. Kinder verlieren das Zeitgefühl vollständig und können sich auch mehrstündig damit beschäftigen. Versuchen zufolge vergessen einige sogar, auf Toilette zu gehen oder Hunger zu spüren. Aus diesem Grund sind fixe Surfzeiten unabdingbar, die natürlich von Ihnen kontrolliert werden. Für Kinder zwischen 6 und 9 sollte es nicht länger als eine Stunde am Tag sein, ab 10 Jahren können es auch 9 Stunden die Woche sein.

Sichere E-Mail Konten

Ob Ihr Kind eine E-Mailadresse benötigt oder nicht, müssen Sie entscheiden. Grundsätzlich stellt dies aber eine Möglichkeit dar, mit Klassenkameraden zu kommunizieren. So gibt es auf diversen Kinderseiten entsprechende Mail-Bereiche, welche nicht von Werbemails zugemüllt werden.

Zum Schutz persönlicher Daten

Sicherheit im Internet ist nach wie vor ein großes Thema, vor allem wenn es um unsere Daten geht. Hier hilft nur, das Kind umfangreich darüber aufzuklären, welche Folgen es haben kann, wenn es seine Adresse oder den richtigen Namen irgendwo angibt. Auch Fotos oder die Handynummer gehören zu den persönlichen Daten und sollten geschützt werden. Darüber hinaus müssen Kinder die Gefahren kennen, die sich teilweise hinter falschen Namen verstecken. Nicht alles im Netz ist nützlich und freundlich.

Passwörter und Daten

Speichern sie Passwörter und Daten nicht einfach so, sondern lassen Sie Ihr Kind nachfragen, wenn es sich etwas herunterladen möchte oder wenn es seine Daten eintragen will. Einige Seiten speichern darüber hinaus auch Kreditkartennummern und andere Kontodaten. Auch diese dürfen nicht von den Kindern genutzt werden, zu schnell geht „die Bestellung mit nur wenigen Klicks“.

Altersgerechte Nutzung des Internets

Facebook, Instagram oder Snapchat – Moment, was war das alles noch gleich? Sicherlich werden Sie versuchen, so gut wie möglich zu verstehen, was auf diesen Seiten so alles passiert. Können und müssen Sie aber nicht – viel wichtig ist es, dass Ihr Kind sich an die „Spielregeln“ hält. Auch wenn sich heutzutage 14-jährige wie selbstverständlich auf Facebook tummeln, so sollten Sie wissen, dass die beliebte Plattform eigentlich erst ab 16 zugänglich ist.

Umgangsformen im Netz

Kinder probieren sich aus, lernen ihre Grenzen erst kennen und können noch nicht abschätzen, welche Folgen gewisse Aussagen oder Handlungen haben. So ist Mobbing im Internet ein großes Thema, gerade unter Jugendlichen, die oft noch nicht begreifen, wo Mobbing beginnt und wann es genug ist. Hier hilft nur, genau darüber zu sprechen und dem Kind begreiflich zu machen, was gewisse Postings für Auswirkungen haben können.

Vertrauen und Kontrolle

Natürlich will man sein Kind nicht permanent kontrollieren, die Chats durchlesen oder ständig nachfragen, auf welchen Seiten es gerade spielt. Vertrauen Sie Ihrem Kind und gehen Sie Probleme und Fehlverhalten vernünftig an. Finden Sie beispielsweise, dass Ihr Kind ein unangebrachtes Foto hochgeladen hat, sprechen Sie mit ihm darüber, dass das Bild nur schwer wieder entfernt werden kann und möglicherweise einen schlechten Eindruck beim zukünftigen Arbeitgeber hat. Darüber hinaus müssen wir unseren Kindern Vertrauen schenken und sie eigene Erfahrungen sammeln lassen.

Als gutes Vorbild vorangehen – Internet als Chance

Unsere Internetnutzung und der Umgang mit allen Medien, die sich in der Onlinewelt abspielen, ist der Grundstock für das Verhalten unserer Kinder. Hängen wir selbst ständig am Smartphone oder Tablett, so wird schnell der Wunsch nach einem eigenen Gerät aufkommen, um es uns gleichzutun. Erledigen wir selbst alle Dinge online, so ist es wenig erstaunlich, dass auch unsere Kinder alles im Internet erledigen werden.

Die Mischung machts! Wichtig ist, seinen Kindern zu zeigen, dass Informationen auch aus Büchern, Zeitschriften oder anderen Menschen eingeholt werden können. Frägt Ihr Kind Sie beispielsweise nach einer bestimmten Antwort, so sollten Sie nicht mit „Frag Dr. Google!“ darauf antworten. Das Internet ist nützlich und weiß viel, allerdings sind nicht alle gefundenen Antworten auch richtig. Wenn Sie es schaffen, genau das ihrem Kind klarzumachen, wird es von ganz alleine anfangen, die gefundenen Informationen zu hinterfragen.

Digitale Erziehung ist kein Einfaches

Ein grundlegendes Verständnis für digitale Technologien und die dazugehörigen Funktionen ist wichtig, wobei nicht jedes Kind Programmierer oder IT-Spezialist werden muss. Allerdings müssen Kinder erst lernen, wie die Medien funktionieren und welche Regeln dort gelten. Für die Nutzung gibt es keine Top-Regeln, vielmehr kommt es auf den Entwicklungsstand und das Wissen des Kindes an. Kinder sollen Werte bilden, ihre Kompetenzen fördern, das Selbstvertrauen aufbauen. Und wir müssen Vorbild sein, unsere Kinder an die Hand nehmen und ihnen die neue Welt, von der sie in Zukunft wahrscheinlich mehr verstehen werden als wir es jemals könnten, beibringen.

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