Schmerzmittel für Kinder + gute Alternativen

In jeder Apotheke bekommt man sie und fast jeder Kinderarzt verschreibt sie, ohne zu zögern: gängige Schmerzmittel für Kinder wie Paracetamol und Ibuprofen. Aber wann ist ihr Einsatz wirklich angebracht und was muss man beachten? Wir klären auf und nennen wirkungsvolle Alternativen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Alle frei verkäuflichen Schmerzmedikamente können schwere Nebenwirkungen haben.
  • Dosierung und Abstände müssen genau eingehalten werden.
  • Kombipräparate enthalten oft auch Paracetamol oder Ibuprofen, bei Dosierung beachten!
  • Zäpfchen darf man nicht teilen.
  • Die Alternativmedizin hält einige sehr gut verträgliche Mittel bereit, die ebenfalls wirken.
  • Auch altbewährte Hausmittel helfen gut bei Schmerzen aller Art.

Wann Schmerzmittel für Kinder sinnvoll sind

Manchmal geht es nicht anders. Wenn das Kind sehr unter Schmerzen oder Fieber leidet, darf es Hilfe in Form von Schmerzmitteln bekommen. Aber allzu schnell sollten Eltern damit nicht sein. Denn unbedenklich sind die meisten Medikamente nicht.

In den USA gibt es Bundesstaaten, in denen 25% der Bevölkerung abhängig von Schmerzmitteln sind, teilweise auch schon Kinder. Die dadurch entstehenden Schäden werden erst später sichtbar.

Und auch hier werden Schmerzmittel für Kinder viel zu leichtfertig verabreicht. Dabei kann eine Überdosierung Folgen haben. Und der Grad zwischen korrekter Dosierung und Überdosierung ist schmal. Gut zu wissen, dass es immer auch Alternativen gibt! Aber dazu weiter unten mehr.

Was heißt „leiden“ denn nun genau?

Kinder reagieren ganz unterschiedlich auf Schmerzen. Einigen macht eine offene Wunde nicht viel aus, andere bekommen schon bei einem kleinen Kratzer einen Nervenzusammenbruch. Manchen sieht man die Zähne erst an, wenn sie da sind. Wieder andere können während des Zahnens wochenlang nicht schlafen und weinen den ganzen Tag.

Du kennst dein Kind am besten. Wenn es sich wegen der Schmerzen oder des Fiebers kaum trösten lässt, wenn es das Trinken verweigert oder sich nur im Bett hin- und herwirft, darfst du etwas unternehmen. Keinesfalls solltest du jedoch pauschal ab 38,5 Grad ein Zäpfchen verabreichen, obwohl dein Kind eigentlich ganz munter ist (Fieber ist wichtig!). Denn Schmerz- und Fiebermittel sind keine Lutschbonbons. Sie bergen durchaus Gefahren.

Diese Ursachen für Schmerzen können (müssen aber nicht) mit Schmerzmitteln für Kinder behandelt werden:

  • Gliederschmerzen bei Fieber
  • Halsschmerzen
  • Ohrenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Zahnungsschmerzen
  • Schmerzen wegen Blähungen
  • Schmerzen aufgrund von Prellungen oder Verletzungen
  • Wachstumsschmerzen

Diese Schmerzmittel für Kinder gibt es

Schulmedizin

Für Kinder gibt es eigentlich nur frei verkäufliche Medikamente mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen. Beide erzielen zwar ähnliche Resultate, unterscheiden sich aber in ihrer Wirkweise. ASS (Aspirin) oder Diclofenac kommen für Kinder nicht in Frage.

Paracetamol und Ibuprofen sind mittlerweile lang erprobt. Dennoch sind sie nicht frei von Nebenwirkungen:

  • Paracetamol wirkt gegen leichte bis mittlere Schmerzen und Fieber, ist aber nicht entzündungshemmend. Es schädigt bei Überdosierung die Leber und wird bei Kindern mit erhöhter Asthmaanfälligkeit in Verbindung gebracht.
  • Ibuprofen wirkt sowohl schmerz- , fieber- als auch entzündungshemmend. Aber es kann hochdosiert die Magen- und Darmschleimhaut schädigen und für Nierenfunktionsstörungen sorgen, wenn ein Kind aufgrund von höherem Fieber und Trinkunlust dehydriert ist.

Wichtig ist bei beiden Wirkstoffen die richtige Dosierung. Diese hängt bei Kindern sowohl vom Alter als auch vom Körpergewicht ab. Die Tageshöchstmenge darf nicht überschritten werden. Sie muss auf mehrere Gaben aufgeteilt werden. Die erforderlichen Abstände zwischen den Gaben müssen unbedingt eingehalten werden.

Sowohl Ibuprofen (Nurofen) als auch Paracetamol (Ben-u-ron) gibt es als Saft, Zäpfchen oder in Form von Tabletten. Am besten eignet sich Saft, da er genau dosiert werden kann. Zäpfchen darf man übrigens nicht teilen, da der Wirkstoff unterschiedlich konzentriert ist und es so leicht zu Überdosierung kommen kann.

Viele Ärzte empfehlen bei länger anhaltendem Fieber mittlerweile, Paracetamol und Ibuprofen im Wechsel zu geben. Das kann in der Hektik jedoch schiefgehen. Nämlich dann, wenn Dosierungen oder Abstände falsch erinnert werden. Schnell ist dann die Höchstmenge überschritten. Sprich daher bitte vorher mit deinem Arzt und notiere dir alles ganz genau. Außerdem ist es gut, die Medikamentengaben akribisch zu dokumentieren. Dann kann nicht mehr so viel schiefgehen.

Alternativmedizin

Aus der Alternativmedizin gibt es je nach Schmerzart verschiedenste Mittelchen, die ganz ohne Paracetamol oder Ibuprofen auskommen. Meist (aber nicht immer) sind die Wirkstoffe in homöopathischen Dosen enthalten.

  • Bei Fieber mit Gliederschmerzen können z.B. Belladonna D6 Globuli, Ferrum phosphoricum D6 Globuli oder Aconitum/China comp. Zäpfchen helfen.
  • Halsschmerzen kommst du mit Tonsipret, Meditonsin Globuli oder Angin Heel bei.
  • Bei Ohrenschmerzen kannst du es mit Otovowen Tropfen versuchen.
  • Bei Zahnungsschmerzen helfen manchen Kindern Osanit Globuli wunderbar. Auch Dentilin Zahlungsgel kannst du probieren.
    Vorsicht beim beliebten Dentinox-Gel. Dies ist erst ab Kindesalter zugelassen, für Babys also nicht geeignet!
  • Schmerzen aufgrund von Blähungen kommst du mit Windsalbe, Carum Carvi Zäpfchen oder Lefax bei. Bigaia Tropfen helfen langfristig, eine gesunde Darmflora aufzubauen.

Hausmittel

Aus der Zeit, in der es kaum wirksame Medizin gab, stammen etliche Hausmittel, die anstelle von Schmerzmitteln durchaus helfen können.

  • Halsschmerzen kannst du mit Kartoffelwickeln oder Quarkwickeln lindern.
  • Bei Prellungen oder Stauchungen aller Art hilft kühlen, kühlen, kühlen. Arnica Globuli wirken übrigens gegen die Schwellung.
  • Kopfschmerzen gehen am besten weg, wenn du das Zimmer abdunkelst und das Kind viel schläft oder an die frische Luft geht. Wenn es sich um einen Spannungskopfschmerz handelt, helfen Bewegung und Entspannungstechniken am besten.
  • Gegen Bauchschmerzen helfen eine sanfte Bauchmassage mit Kümmelöl und eine Wärmflasche.
  • Ohrenentzündungen kannst du mit Zwiebelsäckchen und Rotlicht lindern.
  • Bei Gliederschmerzen aufgrund von hohem Fieber kannst du bei heißen Waden handwarme Wadenwickel machen.
  • Bei Wachstumsschmerzen helfen Verständnis, ein warmes Bad, viele Kuscheleinheiten und Bewegung an der frischen Luft.

Mehr Infos zu verfügbaren Schmerzmitteln und Anleitungen für Hausmittel liefert die Hohenzollern-Apotheke.

Unser Fazit zum Thema Schmerzmittel für Kinder

Ob du deinem Kind bei Schmerzen ein Medikament gibst oder nicht, ist deine Entscheidung. Sei dir nur bewusst, dass die richtige Dosierung und das Beachten der Abstände zwischen den Gaben enorm wichtig sind. Denn eine Überdosierung kann langfristig Folgen haben, die viel schlimmer sind als der eigentliche Schmerz. Gut ist es, wenn man neben den gängigen Schmerzmitteln auch Alternativen aus der Homöopathie kennt. Denn diese sind bei vielen Kindern gut wirksam. Auch die alten Hausmittel helfen, viele Probleme schnell in den Griff zu bekommen. Und das ganz ohne Nebenwirkungen!

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